Freitag, 15. August 2014

Das dreizehnte Dorf




Bildquelle


von Romain Sardou


  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 30.03.2004
  • Aktuelle Ausgabe : 31.03.2010
  • Verlag : Heyne, W
  • ISBN: 9783453407916
  • Flexibler Einband: 416 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Dieses Buch ist nur noch gebraucht erhältlich


Inhalt


Der Diözese Draguan im Südosten Frankreichs sind zwölf Gemeinden angeschlossen - so glaubt man, bis grausige Morde im Winter des Jahres 1284 ein längst vergessenes, dreizehntes Dorf in Erinnerung rufen: Heurteloup, das einsam inmitten tiefer Wälder und Sümpfe liegt. Während Henno Gui, ein junger und unerschrockener Priester, sich auf den Weg macht, das gespenstische Dorf zu erkunden, stösst ein Mönch in den Archiven von Paris auf eine beispiellose Verschwörung.
(Quelle: Klappentext)




Mein Fazit


In der Diözese Draguan wird ein Dorf entdeckt, dass 50 Jahre lang vergessen wurde. Etwa ein Jahr später wird der Bischof von Draguan ermordet. Während ein junger Priester in das geheimnisvolle Dorf aufbricht, um die Einwohner zurück zur Kirche zu bringen, bricht ein anderer Priester mit den sterblichen Überresten des Bischofs nach Paris auf.

Während der Klappentext einen Thriller erwarten lässt (und das Buch in einem abgedruckten Rezensionsausschnitt auch ausdrücklich als Thriller bezeichnet wird), fehlen dem Roman jegliche Thriller-Elemente. Grosse Spannung ist nicht zu finden, lediglich die Neugier, was hinter der ganzen Sache steckt, liess mich das Buch fertig lesen. Leider wird das Rätsel lediglich auf ein paar wenigen Seiten am Schluss des Buches quasi aus dem Off aufgelöst, ohne dass der Leser Hinweise darauf erhalten hätte.Die im Klappentext erwähnten Morde werden gar in einem einzigen Satz aufgeklärt.

Den Lesefluss stören zudem die unendlich vielen Charaktere, bei denen ich bald den Überblick verloren habe. Ein weiteres Störelement sind die kleinen historischen Fehler, die wohl aber vielen Lesern gar nicht auffallen werden. Mich ist jedoch stark aufgefallen, dass 30-jährige als junge Männer bezeichnet werden, obschon sie im 13. Jahrhundert in diesem Alter schon mehr als die Hälfte ihrer Lebenserwartung hinter sich gebracht hatten. Auch eine ganz normale Herberge, die ihre Suppe mit ganzen Pfefferkörnern würzt, die zu dieser Zeit ihr Gewicht in Gold wert waren, ist mir negativ aufgefallen (ich könnte hier noch einige weitere Beispiele aufzählen).

Wer gerne historische Romane liest und dabei keinen grossen Wert auf Faktentreue legt, mag dieses Buch durchaus gut finden. Leider konnte es meine durch den Klappentext geweckten Erwartungen (historischer Thriller mit religiösen Elementen) nicht erfüllen.




Kommentare:

  1. Tolle Rezession - und wie überaus schade - ich liebe solche historischen Romane und wenn sie im Europa des Mittelalters angesiedelt sind um so mehr - das mit den fakten würde mich auch stören übrigens, schade, schade...

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    1. Ich muss zugeben, dass klassische historische Romane nicht wirklich mein Ding sind, ich musste mich durch "Die Säulen der Erde" richtig durchkämpfen... Hier habe ich anhand des Klappentexted einen Verwandten von "Der Name der Rose" erwartet, mit Krimi-Elementen, das hätte ich wohl richtig toll gefunden...

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