Freitag, 30. Oktober 2015

Kalter Mond



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von Giles Blunt
übersetzt durch Anke und Eberhard Kreutzer

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 21.02.2006
  • Aktuelle Ausgabe : 01.01.2008
  • Verlag : Droemer Knaur
  • ISBN: 9783426631577
  • Flexibler Einband 439 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Dieses Buch ist vergriffen und nur noch gebraucht erhältlich


Leseprobe


Bücher der Reihe:
Gefrorene Seelen
Blutiges Eis
Kalter Mond
Eisiges Herz
Eismond


Inhalt


Ein bizarrer Ritualmord schockiert die Polizei von Algonquin Bay: In einer mit rätselhaften Zeichen versehenen Höhle in den Wäldern wird die verstümmelte Leiche eines Unbekannten gefunden. Füße, Hände und Kopf sind abgetrennt worden und verschwunden. Detective John Cardinal und seine Kollegin Lise Delorme tappen zunächst im Dunkeln, doch dann führt eine Spur zu Red Bear, einem mysteriösen indianischen Schamanen, der mit einer gefürchteten Gang im Bunde zu sein scheint …
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung 


„Kalter Mond“ ist der dritte Teil der Reihe um den kanadischen Polizisten John Cardinal, und meine erste Begegnung mit dem Autor Giles Blunt. Ich hatte während der Lektüre nie das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlte und kam gut mit. Die Krimi-Handlung ist ohnehin wie üblich in sich selbst abgeschlossen, und alles Wesentliche, das ich zum Verständnis über das Privatleben von Cardinal und seinen Kollegen wissen musste, wurde erklärt.

Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt, nicht nur aus der Sicht des Protagonisten Cardinal, sondern aus wechselnder Perspektive. Während der Autor grösstenteils die Vergangenheitsform benutzte, fielen mit vereinzelte Abschnitte im Präsens auf, die ich mir nicht erklären konnte. Nicht bekannt ist mir, ob dies an der Übersetzung liegt, oder ob diese Abschnitte auch im Original so zu finden sind.

Durch die grosse Anzahl erwähnter Personen hatte ich oftmals Mühe, die Namen zuzuordnen und verlor mehrfach den Überblick. Dies lag wohl auch am eher emotionsarmen Schreibstil des Autors, der es mir schwierig machte, mit den Charakteren eine Verbindung aufzubauen. Durch mehrere parallele Handlungsstränge, die erst zum Schluss zusammenfinden, wird die Verwirrung noch gesteigert. Grosse Spannung kommt leider nicht auf, da (unter anderem durch die Schilderung aus Täterseite) schon sehr früh klar wird, was hinter dem Fall steckt.

Mein Fazit

Weder die Charaktere konnten mich überzeugen, noch fand ich die Handlung sonderlich spannend. Von mir gibt’s daher keine Empfehlung. 




Mittwoch, 28. Oktober 2015

[Hörbuch] Vergebung


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von Stieg Larsson
übersetzt durch Wibke Kuhn
gelesen von Dietmar Bär

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.07.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 20.07.2015
  • Verlag : Random House Audio
  • ISBN: 9783837131345
  • MP3 CD: 10h16
  • Sprache: Deutsch 

Der Random House Audio Verlag hat mir das Hörbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Verblendung
Verdammnis
Vergebung
Verschwörung


Inhalt


Die Ermittlerin Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht. Ihr Partner Mikael Blomkvist schwört, ihre Unschuld zu beweisen. Er weiß, dass es um Salanders Leben geht. Als seine Ermittlungen die schwedische Regierung in ihren Grundfesten zu erschüttern drohen, setzt er alles auf eine Karte.


Meine Meinung


„Vergebung“ ist der dritte und letzte von Stieg Larsson geschriebene Teil der „Millenium-Reihe“, die vom Autor auf zehn Bände angesetzt war, durch den frühen Tod Larssons aber nur drei umfasst (mittlerweile wurde von David Lagerkrantz ein vierter Band nach Larssons Entwürfen verfasst). Während der erste Band der Reihe, „Verblendung“, auch für sich alleine gelesen werden kann, empfehle ich, die beiden Bände „Verdammnis“ und „Vergebung“ nur zusammen zu lesen (oder hören), da sie sehr eng aufeinander aufbauen und eigentlich eher ein in zwei Teilen veröffentlichtes einzelnes Buch als zwei getrennte Bände einer Reihe darstellen.

Zu Stieg Larssons Schreibstil habe ich mich in den Rezensionen zu „Verblendung“ und „Verdammnis“ schon ausführlich geäussert, daher halte ich mich kurz. Auch in diesem Band nutzt der Autor einen emotionsarmen, protokollarischen Schreibstil. Dies äussert sich auffällig unter anderem darin, dass Handlungen und beispielsweise Einkäufe bis ins kleinste Detail geschildert werden, was sehr schnell nervig werden kann. Auch dass jeder Charakter stets mit Vor- und Nachnamen genannt wird, wirkte auf mich recht irritierend.

Leider gibt es in diesem Band kaum Interaktionen zwischen den Protagonisten Salander und Blomqvist, da Salander den ganzen Band über im Krankenhaus und später im Gefängnis sitzt. Dadurch war für mich die Faszination hier nicht so gross wie bei den beiden vorhergehenden Bänden. Dies mag auch daran liegen, dass „Vergebung“ in Stieg Larssons Konzept wohl ein „Überbrückungsband“ war, besonders viel passiert nämlich nicht, in erster Linie werden die Geschehnisse vom vorhergehenden Band aufgearbeitet. Wer wie ich die gesamte Trilogie am Stück liest (oder eben hört) wird sich wohl etwas an den häufigen Rückblicken auf das im Vorgänger geschehene stören. Wer „Verdammnis“ aber schon vor einiger Zeit gelesen hat, mag vielleicht froh über die regelmässigen Rekapitulationen sein. Wie schon der Vorgänger endet auch „Vergebung“ im Grunde mitten in der Handlung ohne wirklichen Abschluss.

Der Sprecher Dietmar Bär, der auch die beiden vorhergehenden Bände gelesen hat, hat mich auch bei der Hörbuchversion von „Vergebung“ wieder überzeugt. Seine Aussprache ist deutlich, die Intonation anregend und die einzelnen Charaktere in den Dialogen ausreichend unterscheidbar.

Mein Fazit

Etwas wenig Handlung für den umfangreichen Band. Trotzdem fasziniert mich dieser Krimi auch beim wiederholten lesen/hören.





Rezensionsexemplar


Montag, 26. Oktober 2015

Silber - Das dritte Buch der Träume



Bildquelle

von Kerstin Gier

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 08.10.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 05.10.2015
  • Verlag : FISCHER FJB
  • ISBN: 9783841421685
  • Fester Einband 464 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Silber - Das erste Buch der Träume
Silber - Das zweite Buch der Träume
Silber - Das dritte Buch der Träume


Inhalt


Es ist März, in London steht der Frühling vor der Tür – und Liv Silber vor drei Problemen. Erstens: Sie hat Henry angelogen. Zweitens: Die Sache mit den Träumen wird immer gefährlicher. Arthur hat Geheimnisse der Traumwelt ergründet, durch die er unfassbares Unheil anrichten kann. Er muss unbedingt aufgehalten werden. Drittens: Livs Mutter Ann und Graysons Vater Ernest wollen im Juni heiraten. Und das böse Bocker, die Großmutter von Grayson, hat für die Hochzeit ihres Sohnes große Pläne, allerdings ganz andere als die Braut.
Liv hat wirklich alle Hände voll zu tun, um die drohenden Katastrophen abzuwenden …
(Quelle: Fischer FJB)


Meine Meinung


Wie der Titel schon sagt, handelt es sich bei „Silber – Das dritte Buch der Träume“ um den dritten Band der Reihe. Die Lektüre ist nur als „Gesamtpaket“ der Reihe nach empfehlenswert.

Wie in den Vorgängerbänden wird die Geschichte auch hier wieder aus der Ich-Perspektive von Liv Silber erzählt. Wie schon in den Vorgängern bemängelt, bleiben die Figuren auch im dritten Band eher blass, eine Weiterentwicklung ist nicht feststellbar. Zu den meisten Charakteren könnte ich zwar ein, zwei Wesenszüge nennen, aber bei niemandem wurde mir wirklich klar, wieso derjenige so dachte oder handelte, wie er es tat. Die Protagonistin Liv war in erster Linie passiv und wenn sie mal handelte, dann waren ihre Aktionen so konfus, dass ich sie nicht nachvollziehen konnte, weder logisch noch emotional.

Nachdem mir der zweite Band der Reihe sehr gut (und deutlich besser als der erste) gefallen hat, hat sich meine Begeisterung mit Band 3 wieder etwas gelegt. Der Einstieg erschien mit etwas gar zäh, es dauert ewig, bis die Haupthandlung ins Laufen kommt, und auch in Band 3 tritt diese im Vergleich zu Liv’s Alltagsleben eher in den Hintergrund. Viele Ereignisse aus den ersten beiden Bänden werden wiederholt, obschon ja eigentlich davon ausgegangen werden kann, dass die Leser die beiden Vorgänger kennen. Das Tempo ist recht ruhig gehalten, grosse Spannung kam bei mir kaum auf, die Handlung plätscherte meist nur gemütlich vor sich hin.

Mein Fazit

Leider wieder etwas schwächer als der zweite Band. Die gesamte Reihe fand ich ganz unterhaltsam für Fantasyfans, aber kein „must read“.



Samstag, 24. Oktober 2015

[Hörbuch] Illuminati

Bildquelle


von Dan Brown
übersetzt durch Axel Merz
gelesen von Wolfgang Pampel

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 02.05.2013
  • Aktuelle Ausgabe : 02.05.2013
  • Verlag : Lübbe Audio 
  • ISBN: 9783785749012
  • Audio CD: 7h14 (gekürzt)
  • Sprache: Deutsch

Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Illuminati
Sakrileg
Das verlorende Symbol
Inferno


Inhalt


Ein Kernforscher wird in seinem Schweizer Labor ermordet aufgefunden. Auf seiner Brust finden sich merkwürdige Symbole eingraviert, Symbole, die nur der Harvardprofessor Robert Langdon zu entziffern vermag. Was er dabei entdeckt, erschreckt ihn zutiefst: Die Symbole gehören zu der legendären Geheimgesellschaft der "Illuminati". Diese Gemeinschaft scheint wieder zum Leben erweckt zu sein, und sie verfolgt einen finsteren Plan, denn aus dem Labor des ermordeten Kernforschers wurde Antimaterie entwendet.
(Quelle: Bastei Lübbe)


Meine Meinung


„Illuminati“ war der erste Robert Langdon Thriller, den Dan Brown geschrieben hat, und auch meine ersten Begegnung mit dem Autor. Das Buch habe ich erstmals Ende 2003 gelesen, als die deutsche Taschenbuchversion auf den Markt kam. Daneben besitze ich mitterlweile auch die illustrierte Ausgabe und die Hörbuchversion, um die es in dieser Rezension geht.

Inhaltlich ist der Thriller schnell zusammengefasst: ein unbekannter Täter, der sich als Mitglied der Illuminati zu erkennen gibt, droht damit, vier Kardinäle zu töten und den Vatikan in die Luft zu sprengen. Der Geschichtsprofessor Robert Langdon soll den Täter zusammen mit einer jungen Physikerin aufhalten.

Erzählt wird die Handlung in der dritten Person in erster Linie aus Sicht des Protagonisten Robert Langdon, wobei in Szenen, in denen Langdon nicht dabei ist, andere Perspektiven zu tragen kommen.

Zugegebenermassen enthält der Thriller nicht wenige inhaltliche Schnitzer, die den angeblich so sorgfältigen Recherchen etwas widersprechen. So ist beispielsweise die Krypta unter dem Petersdom, in der die Sarkophage der verstorbenen Päpste stehen, entgegen der Angaben im Buch öffentlich zugänglich (ich war selbst schon dort). Auch über die physikalische Korrektheit verschiedener Angaben sollte man sich besser nicht zu viele Gedanken machen, um nicht zu verzweifeln. Dass der Protagonist in bester James Bond Manier alle möglichen und unmöglichen Gefahren beinahe unbeschadet übersteht, ist wohl klar bei dieser Art von Buch.

Die Charaktere sind ziemlich blass. Über die weibliche Hauptrolle erfährt man nicht mehr, als dass sie ihren Ziehvater, der sie als Waise aufgezogen hat, sehr liebt und bei CERN arbeitet. Auch über den Protagonisten Robert Langdon erfährt man kaum mehr (Harvard-Professor, Klaustrophobie, Micky Maus Uhr, mag hübsche junge Frauen).

Trotz den erwähnten Kritikpunkten hat mich „Illuminati“ sehr gut unterhalten. Auch nach mehrfachem Lesen, hören und schauen packt mich die Story immer wieder und ich kann mich noch gut erinnern, wie ich bei der ersten Lektüre durch die Auflösung überwältigt wurde (wie gesagt, die anderen Robert Langdon Bücher waren damals noch nicht veröffentlicht). Das Tempo ist sehr hoch, der Autor Dan Brown gibt dem Leser kaum Zeit, um Atem zu holen.

Der Sprecher Wolfgang Pampel hat mit gut gefallen, nur in einem Punkt habe ich mich jedes Mal aufgeregt: er spricht den Begriff „Jackett“ englisch aus, also „Dschäket“ anstelle von „Schakett“. Ein kleines Detail, das mich aber in jeder Wiederholung mehr gestört hat.

Mein Fazit

Sehr unterhaltsamer „Popcorn-Thriller“, bei dem der Leser aber keinen hohen Anspruch an Realitätsnähe haben darf.






Task-Challenge


"Illuminati" ist bereits 15 Jahre alt, in den USA erschien es 2000 erstmals. Damit ist auch die dritte Monatsaufgabe, ein Buch, dessen Ersterscheinung mindestens 5  Jahre her ist, erfüllt. 

Freitag, 23. Oktober 2015

[Umfrage] Was soll ich als nächstes Lesen




Für Daggis-Buchchallenge (Aufgabe Nr. 60) soll ich meine Leser abstimmen lassen, welches Buch ich als nächstes lesen soll. Wenn ihr also entweder hier in den Kommentaren, zum entsprechenden Post auf Facebook, oder auf Instagram, wo ich das Foto auch posten werde, über meine nächste Lektüre abstimmt, könnt ihr mir helfen, diese Aufgabe zu erfüllen. Vielen Dank schon im Voraus! Und hier sind die fünf Bücher, die ich zur Auswahl stelle:

(Der Link führt zur Verlagsseite, die Klappentexte habe ich jeweils von dort kopiert. Bei den zwei letzen Büchern, die bereits vergriffen sind, führt der Link zu Amazon)





Ein Tunnel. Ein Geheimnis. Ein Abgrund.
Elli Sunee Rathke, Trägerin des schwarzen Gürtels und Norwegens neue Ermittlerin
Eine skelettierte kopflose Leiche in der Größe eines Kindes wird in einem unterirdischen Tunnel gefunden. Elli Rathke, Trägerin des schwarzen Gürtels und Außenseiterin bei der Polizei Oslo, steht vor einem Rätsel. Wer sollte hier ein Kind getötet haben und warum? Die ersten Analysen deuten tatsächlich auf ein totes Kind hin – und auf die Knochen eines Affen.
Ein fesselnder Kriminalroman um die Osloer Ermittlerin Elli Rathke, die auf eine grauenhafte und verborgene Welt stößt, in der die Mörder jahrelang ungestört ihr Unwesen treiben konnten.



Clary wünscht sich ihr normales Leben zurück. Aber was ist schon normal, wenn man als Schattenjägerin gegen Dämonen, Werwölfe, Vampire und Feen kämpfen muss? Doch die Unterwelt ist nicht bereit, sie gehen zu lassen. Als Jace in Gefahr gerät, stellt sich Clary ihrem Schicksal – und wird in einen tödlichen Kampf gegen die Kreaturen der Nacht verstrickt.



DER ZAUBER, DER EINER GESCHICHTE INNEWOHNT, IST NICHT ZU BRECHEN ... Die Magie der Bücher gibt es wirklich — ebenso wie Buchmagier. Sie haben die Fähigkeit, in Romane hineinzugreifen und Gegenstände aus den Geschichten in unsere Welt zu holen.
Der Buchmagier Isaac gehört zu den Pförtnern, jener Organisation, die seit Jahrhunderten die Menschheit vor übernatürlichen Gefahren beschützt. Als einige mysteriöse Morde geschehen, entdeckt er, dass gefährliche Wesen - die so genannten Verschlinger - dahinterstecken. Doch noch schlimmer: Als nächstes haben sie es auf Isaacs Lebensgefährtin, die Dryade Lena, abgesehen! Und Lenas Magie kann in den falschen Händen zu einem gefährlichen Werkzeug werden ... 



»Sie kontrollieren euch. Sie wissen alles über euch: Wo ihr wart, was ihr gekauft habt, was euch der Arzt verschrieben hat, welche Bücher ihr lest. Und mehr. Viel mehr « Es ist das Jahr 2025. Immer mehr Menschen tragen ein Strichcode-Tattoo auf der Hand, das Versicherungs- und Kreditkarten ersetzt. Aber ist es wirklich nur ein vereinfachtes Zahlungsmittel? Kayla zweifelt daran. Immerhin nahm ihr Vater sich vor kurzem das Leben, und ihre Mutter behauptet: Das Tattoo ist schuld. Kayla schließt sich »Decode« an, einer Gruppe von Tattoo-Gegnern. Durch eine Hacker-Aktion kommt sie an die geheime FBI-Akte ihres Vaters, die enthüllt: Das Tattoo enthält den vollständigen Gen-Code! Und Kaylas Vater hatte die Anlagen für eine schwere Krankheit. Mit diesem Wissen ist auch sie nicht mehr sicher. Hals über Kopf flieht sie in ein Rebellennest in den Bergen. Der Widerstand gegen das System totaler Überwachung beginnt ...



Boston 1865. Ein Serienmörder geht um, der seine Opfer auf besonders grausame und spektakuläre Weise ermordet. Die Polizei ist ratlos. Ausgerechnet die Mitglieder des neugegründeten Dante Clubs, unter ihnen der Dichter Henry Wadsworth Longfellow und der Verleger J. T. Fields, ahnen, was es mit den Untaten auf sich hat: Die bestialischen Bostoner Morde setzen die in Dantes ›Inferno‹ beschriebenen Höllenqualen in die Praxis um. Doch wie kommt der Mörder an sein Wissen über Dante? Der Dante Club ist gerade erst dabei, die ›Göttliche Komödie‹ nach und nach ins Englische zu übersetzen (und wird dabei angefeindet von traditionalistischen akademischen Kreisen, die fremdländische Einflüsse fürchten). Der Mörder kann Dantes Dichtung eigentlich noch nicht kennen, es sei denn, er hätte sie im italienischen Original gelesen. Ist er unter den italienischen Einwanderern zu suchen? Fieberhaft versuchen die Gelehrten, die nächsten Schritte des Täters vorherzusehen – doch dieser verfügt über teuflische Schlauheit.

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Silber - Das zweite Buch der Träume



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von Kerstin Gier

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 04.04.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 23.06.2014
  • Verlag : FISCHER FJB
  • ISBN: 9783841421678
  • Fester Einband 416 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Silber - Das erste Buch der Träume
Silber - Das zweite Buch der Träume
Silber - Das dritte Buch der Träume

Inhalt


Liv ist erschüttert: Secrecy kennt ihre intimsten Geheimnisse. Woher nur? Und was verbirgt Henry vor ihr? Welche düstere Gestalt treibt nachts in den endlosen Korridoren der Traumwelt ihr Unwesen? Und warum fängt ihre Schwester Mia plötzlich mit dem Schlafwandeln an?

Albträume, mysteriöse Begegnungen und wilde Verfolgungsjagden tragen nicht gerade zu einem erholsamen Schlaf bei, dabei muss Liv sich doch auch schon tagsüber mit der geballten Problematik einer frischgebackenen Patchwork-Familie samt intriganter Großmutter herumschlagen. Und der Tatsache, dass es einige Menschen gibt, die noch eine Rechnung mit ihr offen haben – sowohl tagsüber als auch nachts …
(Quelle: Fischer FJB)

Meine Meinung


"Silber - Das zweite Buch der Träume" spielt einige Wochen nach Band 1 der Reihe. Theoretisch könnte das Buch wohl auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, da die wichtigsten Punkte, die im Vorgänger passiert sind, durch Fussnoten erklärt werden, dennoch erachte ich es als sinnvoll, zunächst den ersten Band zu lesen.

Nachdem ich von Band 1 doch einigermassen enttäuscht war, hat sich meine Meinung zur Reihe in Band 2 positiv verändert. Viele der Punkte, die mich im ersten Band gestört haben, hat die Autorin Kerstin Gier in zweiten Band nun besser gemacht. Da die Personen und die Welt, in der die Geschichte spielt, nun bekannt sind, konnte die Handlung nun ohne grosse Einleitung gleich beginnen. Auch die Figuren erschienen mir nun besser herausgearbeitet als zuvor, ich konnte mit zu den einzelnen Charakteren nun mehr vorstellen als heelenlose blonde Barbie- oder Kenpuppen. Auch die Handlung wirkt hier ausgereifter und spielt zu einem grossen Teil in der Traumwelt, die im erste Band der Reihe eingeführt wurde.

Ganz alle Schwachstellen konnte Kerstin Gier aber auch hier nicht ausmerzen. Liv hat immer noch ihre nervigen Seiten, so versinkt sie in Band 2 über weite Teile in Selbstmitleid, nachdem so einiges in ihrem Leben schief gelaufen ist. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass es sich bei der Protagonistin um ein Mädel mitten in der Pubertät handelt, das gerade zum ersten Mal verliebt ist. In diesem Alter und in dieser Situation handeln wohl alle ziemlich irrational und selbstzentriert...

Obschon Kerstin Gier im Anhang die Regeln der Traumwelt erklärt, schweigt sie sich über das "Warum" immer noch aus. Woher kommt diese Traumwelt, wer hat sie erschaffen, und wieso können nur einzelne Personen in andere Träume gehen? Mich stört es aber nicht, dass dies offen gelassen wird. In "Harry Potter" wird ja schliesslich auch nicht erklärt, wieso es Zauberer und Hexen gibt, und wieso die meisten Menschen keine solchen sind. Ich kann es daher als Fakt in der "Silber"-Welt akzeptieren, dass diese Traumwelt existiert und nur wenige darüber Bescheid wissen. Wahrscheinlic würde diese Welt sogar von ihrem Zauber verlieren, wenn Kerstin Gier zu viel erklären würde.

Mein Fazit

Eine deutliche Verbesserung gegenüber dem ersten Band. Nun kann ich die Begeisterung für die Reihe nachvollziehen.





Montag, 19. Oktober 2015

Im weissen Kreis


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von Oliver Bottini

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 22.09.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 22.09.2015
  • Verlag : DuMont Buchverlag
  • ISBN: 9783832196998
  • Fester Einband 350 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der DuMont Verlag hat mir das Buch im Rahmen einer Lovelybooks-Leserunde kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Mord im Zeichen des Zen
Der Sommer der Mörder
Im Auftrag der Väter
Jäger in der Nacht
Das verborgene Netz
Im weissen Kreis


Inhalt


Louise Bonì, Hauptkommissarin der Kripo Freiburg, erhält von einer Informantin den Hinweis, dass ein Mann zwei Waffen bei russischen Kriminellen gekauft habe. Besorgt geht Louise der Sache nach, um ein mögliches Gewaltverbrechen zu verhindern. Bald findet sie den Besitzer des Autos, mit dem der Käufer die Waffen abgeholt hat. Der hat für den fraglichen Abend jedoch ein wasserdichtes Alibi. Der Fahrer war ein anderer – Ricky Janisch, Neonazi und Mitglied der rechtsextremen »Brigade Südwest«. Louise und ihr Team beginnen, Janisch zu observieren, und stoßen auf weitere Mittelsmänner, die alle der rechten Szene angehören. Je tiefer sie graben, desto erschreckender wird das Szenario: Haben sie es mit einem weitverzweigten Neonazi-Netzwerk zu tun? Und wie sollen sie ein Attentat verhindern, wenn ihr Gegner ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint und sie noch nicht einmal das Ziel kennen? Da stößt Louise auf das »perfekte Opfer«. Aber vielleicht ist es schon zu spät …
(Quelle: DuMont)


Meine Meinung


„Im weissen Kreis“ ist der sechste Fall für Louise Bonì, und der erste, den ich gelesen habe. Die Handlung selbst ist auch ohne Vorkenntnisse gut verständlich, allerdings blieb mir Louise während des ganzen Romans ziemlich egal. Vielleicht liegt das an meiner fehlenden Erfahrung mit dieser Figur, sie blieb für mich ziemlich blass.

Louise Bonì ist klar die Protagonistin, die Geschichte wird in der dritten Person aus ihrer Sicht erzählt. Der Schreibstil des Autors Oliver Bottini liest sich zunächst ziemlich trocken, mit kurzen, abgehackten Sätzen, und ist gespickt mit Abkürzungen und polizeilichen Fachbegriffen, was das Buch aber auch sehr realistisch wirken lässt. Das Privatleben der handelnden Personen spielt nur eine sehr untergeordnete Rolle, der Fall steht das ganze Buch über im Mittelpunkt. Dennoch werden die persönlichen Probleme von Louise angesprochen, ihr verstorbener Chef, die komplizierte Beziehung zu ihren (Ex-)Freund, ihre Alkoholsucht. Trotz dieser Details gelang es Louise wie erwähnt nicht, mich emotional zu berühren, vielleicht fehlt mir da wirklich die Vorgeschichte.

Die Handlung von „Im weissen Kreis“ entwickelt sich im Laufe des Krimis und wird immer verzwickter. Immer tiefer verstrickt sich Louise in die Machenschaften rechtsradikaler Gemeinschaften, und auch der Verfassungsschutz mischt sich ein. Etwas schade fand ich, dass bei den meisten Personen bereits auf den ersten Blick klar wurde, ob sie zu den „Guten“ oder zu den „Bösen“ gehören, da wäre, insbesondere bei der komplexen Handlung, wohl noch mehr drin gelegen. Der Schluss wirkt für Gerechtigkeitsfanatiker wie mich recht unbefriedigend.

Mein Fazit

Ernster, sehr realistisch wirkender Kriminalroman, der zum Nachdenken anregt.





Rezensionsexemplar

Samstag, 17. Oktober 2015

Silber - Das erste Buch der Träume



Bildquelle


von Kerstin Gier

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 08.03.2013
  • Aktuelle Ausgabe : 18.06.2013
  • Verlag : FISCHER FJB
  • ISBN: 9783841421050
  • Fester Einband 416 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

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Bücher der Reihe:
Silber - Das erste Buch der Träume
Silber - Das zweite Buch der Träume
Silber - Das dritte Buch der Träume


Inhalt


Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen …
(Quelle: Fischer)


Meine Meinung


Jeder hat wohl schon im Traum mit Freunden gesprochen. Aber nach Livs Träumen kann nicht nur sie sich daran erinnern, sondern auch ihre Gesprächspartner…

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Liv erzählt. Diese Sichtweise führt, wie so oft, dazu, dass die Gedanken und Gefühlswelt der Protagonistin viel Raum einnehmen, die anderen Charaktere aber ziemlich blass bleiben, da Liv (und damit auch der Leser) natürlich nicht in die Köpfe der Anderen hineinschauen kann. Besonders Livs Mitschüler bleiben blass. Diese werden in zwei Kategorien eingeteilt, die Gutaussehenden, und die Hässlichen (von denen man sich besser fernhält). Paradebeispiel ist hier Sam, der ausser einem pickligen Gesicht keine Eigenschaften zu haben scheint. Auch die Gutaussehenden, allen voran die Truppe um Livs „Love Interest“ Henry, haben kaum über ihr Aussehen hinausgehende Eigenschaften. Über Arthur weiss man kaum mehr, als dass er toll aussieht, und Jasper ist ein Womanizer. Mehr erfährt man nicht über die Jungs. Noch weniger weiss man höchstens über Secrecy, die anonyme Bloggerin (hier wurde Die Autorin wohl von „Gossip Girl“ inspiriert), die mir aber nicht humorvoll und sarkastisch, sondern lediglich gemein vorkam.

Die Protagonistin Liv war mir durchaus sympathisch, aber ihre ständigen Vorurteile haben mich doch gestört. Sie fällt ihre Urteile über andere Personen bereits bei der ersten Begegnung (teilweise sogar schon vom Hörensagen) und kommt dann nur sehr schwer (wenn überhaupt) wieder davon ab. Die (für Jugendbücher mit einem weiblichen Zielpublikum ja fast schon obligate) Liebesgeschichte fand ich zwar einerseits sehr berührend (um nicht zu sagen „niedlich“), andererseits hatte ich aber Mühe, die Gefühle der beiden nachzuvollziehen. Was finden die beiden an ihrem Partner eigentlich so toll, abgesehen vom Aussehen? Das hat die Autorin Kerstin Gier in meinen Augen nicht wirklich dargelegt.

Der Schreibstil von Kerstin Gier lässt sich auch im ersten Band der „Silber“-Reihe sehr flüssig lesen und ich kam gut in die Geschichte hinein. Inhaltlich gestaltete sich aber der Anfang etwas zäh, es dauert lange, bis die Handlung in Schwung kommt. Auch fand ich die Handlung noch etwas mager, viel Zeit wurde mit dem Alltagsleben von Liv und ihrer Familie verbracht, sodass die eigentliche Handlung auf wenigen Seiten abgehandelt wurde. Hier hoffe ich schwer auf die Nachfolgebände. Da das Setting ja nun im ersten Band etabliert wurde, bleibt in den beiden Nachfolgern ja hoffentlich etwas mehr Platz für die eigentliche Handlung.

Optisch ist das Buch sehr ansprechend gestaltet, obschon ich hier anmerken möchte, dass durch die Wahl eines dicken, hochwertigen Papiers, grosszügiger Schriftgrösse und breitem Rand ein umfangreicherer Inhalt vorgetäuscht wird, als tatsächlich vorhanden ist.

Mein Fazit

Leider konnte „Silber – Das erste Buch der Träume“ meine Erwartungen nicht erfüllen. Die Figuren blieben grösstenteils blass und die Handlung war eher mager. Trotzdem bin ich gespannt auf die Nachfolger und hoffe, dass die Autorin Kerstin Gier das Potenzial dort besser ausgenützt hat. 








Freitag, 16. Oktober 2015

[Hörbuch] Die Scherben der Wahrheit



Bildquelle


von Mark Billingham
übersetzt durch Isabella Bruckmaier
gesprochen von Katja Danowski

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 22.09.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 22.09.2015
  • Verlag : Jumbo / Goya Lit
  • ISBN: 9783833734779
  • Audio CD: 5h21
  • Sprache: Deutsch 

 Der Jumbo Verlag und Blogg dein Buch haben mir das Hörbuch kostenlos zur Vefügung gestellt, vielen Dank dafür!


Hörprobe
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Inhalt


Als Paul Hopwood die Schüsse hört, ist es bereits zu spät. Das Auto, auf das gefeuert wurde, kommt von der Fahrbahn ab, rast auf ihn zu und tötet ihn. Die Polizei geht davon aus, dass Paul das zufällige Opfer eines Initiationsritus wurde, wie er unter Jugendgangs keine Seltenheit ist. Doch die hochschwangere Helen kann nicht glauben, dass ihr Mann auf so sinnlose Weise ums Leben kam. Als sie eine unbekannte Nummer auf Pauls Handy entdeckt, steht Helen plötzlich vor der Frage: Wer war der Mann wirklich, mit dem sie ihr Leben geteilt hat?
(Quelle: Jumbo)


Meine Meinung


Nachdem der Polizist Paul bei einem Autounfall stirbt, kann seine hochschwangere Freundin Helen, ebenfalls Polizistin, nicht glauben, dass Pauls Tod rein durch Zufall verursacht wurde. Sie macht sich auf die Suche nach den Hintergründen des Unfalls.

Die Geschichte setzt sich aus zwei Handlungssträngen zusammen, zum einen Helens Suche nach den Ursachen von Pauls Tod, zum anderen das Gang-Leben von Theo. Dabei nimmt der auktoriale Erzähler nicht nur die Sichtweisen von Helen und Theo ein, sondern wechselt die Perspektive häufig zwischen verschiedenen Personen hin und her. Der oberflächliche Zusammenhang zwischen den beiden Handlungssträngen wird schnell klar, doch ebenso klar ist (nicht nur für Helen, sondern auch für den Hörer), dass da noch mehr dahinter stecken muss.

Das Erzähltempo von „Die Scherben der Wahrheit“ ist sehr geruhsam. Ein Grossteil der Geschichte besteht darin, Helen zu beobachten, wie sie mit einer endlosen Anzahl von Leuten spricht und die Beerdigung Pauls vorbereitet. Auch Theo begleiten wir in erster Linie in seinem Alltag, bei der Betreuung seines Babys oder beim Billardspielen mit Freunden. Die Spannung bewegt sich daher, dem Erzähltempo angepasst, eher auf einem tiefen Niveau, was aber nicht heissen soll, dass die Geschichte langweilig ist. Der Autor Mark Billingham lässt einfach der komplexen Handlung viel Raum, um sich zu entwickeln. Dabei nutzt er eine eher simple, stellenweise ziemlich hölzern wirkende Sprache.

Die vielen Charaktere sind detailliert gezeichnet, jeder hat seinen eigenen, persönlichen Hintergrund. Durch die schiere Anzahl hatte ich jedoch teilweise Probleme, sie auseinanderzuhalten und merkte oft erst nach einigen Sätzen, um wen es eigentlich ging. Die deutlich beleuchteten Figuren haben aber auch den Nachteil, dass jede auch ihre ausgeprägten negativen Seiten hat, sodass ich schlussendlich niemanden wirklich mochte oder mich sogar mit ihm identifizieren konnte.

Die Sprecherin Katja Danowski macht ihre Sache gut und bringt die richtigen Emotionen in die Geschichte. Bei Dialogen sind aber teilweise die einzelnen Beteiligten nur schlecht auseinanderzuhalten.

Mein Fazit

Millieustudie mit Krimi-Aspekten. Wer es eher geruhsam mag und beim Lesen gerne mitdenkt, kann sich mit diesem Buch durchaus gut unterhalten. Für meinen Geschmack hatte es allerdings zu wenig Tempo drin. 




Rezensionsexemplar

 

Mittwoch, 14. Oktober 2015

[Hörbuch] Verdammnis



Bildquelle


von Stieg Larsson
übersetzt durch Wibke Kuhn
gesprochen von Dietmar Bär


  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 15.06.2009
  • Aktuelle Ausgabe : 20.07.2015
  • Verlag : Random House Audio
  • ISBN: 9783837131338
  • Audio CD: 10h06
  • Sprache: Deutsch 

Der Random House Audio Verlag hat mir das Hörbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Hörprobe
Kaufen?


Bücher der Reihe:
Verblendung
Verdammnis
Vergebung
Verschwörung



Inhalt


Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel: Amts- und Würdenträger der schwedischen Gesellschaft vergehen sich an jungen russischen Frauen, die gewaltsam ins Land gebracht und zur Prostitution gezwungen werden. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt.


Meine Meinung


Nachdem Lisbeth Salanders Vormund und zwei freie Mitarbeiter der Zeitschrift „Millenium“ ermordet werden, gerät Lisbeth unter Mordverdacht. Mikael Blomqvist scheint der Einzige zu sein, der an ihre Unschuld glaubt.

Nachdem mir die Hörbuchversion von „Verblendung“ gut gefallen hat, habe ich mich kurz darauf dem Nachfolger „Verdammnis“ gewidmet. Auch hier wird die Hörbuchversion von Dietmar Bär gesprochen, der mit schon beim ersten Band positiv aufgefallen ist. Auch in „Verdammnis“ verleiht der Sprecher den verschiedenen Charakteren durch unterschiedliche Betonung und Akzente jeweils eigene Stimmen, sodass gut zwischen den Figuren unterschieden werden kann.

Inhaltlich ist „Verdammnis“ ein klassischer Mittelband einer Trilogie. Während der erste Band „Verblendung“ noch gut für sich alleine stehen konnte, hat „Verdammnis“ kein abgeschlossenes Ende sondern bereitet den Weg für den nächsten Band „Vergebung“ vor (die Reihe war vom Autor Stieg Larsson ja auf 10 Bände angedacht, dennoch fühlt es sich nach klassischer Trilogie an). Beim Hören dachte ich zunächst, ich hätte aus Versehen das letzte Kapitel von meinem Handy gelöscht, doch bei der Nachkontrolle im (gedruckten) Buch stellte ich fest, dass der Schluss wirklich vom Autor so abrupt gestaltet wurde…

Zum Schreibstil von Stieg Larsson gibt es im Vergleich zu „Verblendung“ nichts neues zu berichten: auch hier zieht sich die Einleitung ewig in die Länge, immer noch bleiben die meisten Figuren blass un dunglaubwürdig, die Dialoge sind immer noch hölzern, das ständige Erwähnen von Vor- und Nachnamen einer Person, die unnötigen Aufzählungen (welche IKEA-Möbel Lisbeth für ihre Wohnung ausgesucht hat oder welche Dinge sie im Supermarkt einkauft) und das Apple Product Placement nerven. Aber dennoch hat es Stieg Larsson auch im zweiten Band geschafft, mich mitzureissen und mit Lisbeth Salander mitfiebern zu lassen (wenngleich für den Leser/Hörer von Anfang an klar ist, dass Lisbeth nicht die gesuchte Täterin sein kann). Hier werden die Hintergründe von Lisbeth näher beleuchtet, woher sie kommt und was mit ihr geschehen ist.

„Verdammnis“ ist eindeutig als Teil einer Reihe zu betrachten, als Einzellektüre kann ich den Krimi nicht empfehlen. Wie erwähnt hört das Buch mitten in der Geschichte auf, und auch wenn die Handlung wohl auch ohne Vorkenntnisse verständlich wäre, werden dennoch oft Details erwähnt, die nur dann Sinn ergeben, wenn man als Leser/Hörer weiss, was in „Verblendung“ geschehen ist.

Mein Fazit

Gute Krimi-Unterhaltung mit abruptem Schluss. Als Einzelband nicht zu empfehlen, die gesamte Reihe ist aber (auch dank des Sprechers) sehr hörenswert. 




Rezensionsexemplar



Task-Challenge

Lies ein Buch, mit einem bekannten Schauplatz, den du selbst schon einmal besucht hast. "Verdammnis" spielt grösstenteils in Stockholm; ich habe in der Hauptstadt Schwedens im April 2007 eine Woche Urlaub verbracht. 
 

Montag, 12. Oktober 2015

Mopshimmel



Bildquelle


von Martina Richter

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 09.10.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 09.10.2015
  • Verlag : Midnight by Ullstein
  • ISBN: 9783958190481
  • eBook: 150 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der Midnight Verlag und Vorablesen haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe
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Inhalt


Der erste Fall für Mops Holmes und Kommissar Waterson.
Knieslingen, ein beschauliches Dorf auf der Schwäbischen Alb, wird von einer Reihe von Verbrechen erschüttert. Eine bösartige Nachbarin, verschwundener Familienschmuck und zwei Tote lassen den Ermittlern die Köpfe qualmen. Erschwerend kommt hinzu, dass einer der beiden Detektive ein Kommunikationsproblem hat: Er ist ein Mops. Holmes ermittelt mit Raffinesse und ausgesprochen unkonventionellen Methoden. An seiner Seite steht Johannes Waterson, Kommissar mit großem Herzen und bald schon bester Kumpel des jungen Mopsermittlers. Gemeinsam lüften sie die dunklen Geheimnisse, die sich hinter den sauber gekehrten Eingangstreppen der Provinz verbergen.
Mops Holmes und Kommissar Waterson ermitteln in ihrem ersten Fall.
Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos, sagt Loriot. Mops Holmes ergänzt, einen Mord ohne Mops aufzuklären unmöglich.
(Quelle: Midnight)

Meine Meinung


Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive des Mopses Holmes erzählt, der sich zusammen mit dem Polizisten Herrn Waterson als Detektiv betätigt. Durch den Blickwinkel eines Hundes wirkt der Schreibstil flüssig lesbar, aber natürlich recht kindlich. Die die Geschichte grösstenteils unblutig abläuft und das Buch relativ kurz ist, ist „Mopshimmel“ meiner Meinung nach auch gut für Kinder geeignet. Die Kapitel sind recht kurz gehalten, sodass auch wenig geübte Leser das Buch Kapitel für Kapitel durchlesen können. Bei jüngeren Kindern sollten aber wohl die Eltern die Lektüre besser begleiten, immerhin werden doch Mord und auch brutale Tierquälerei thematisiert, sodass jüngere oder sensible Kinder damit nicht alleine gelassen werden sollten.

Da die Autorin Martina Richter einen Hund als Protagonisten ausgesucht und einen eher kindlichen Tonfall gewählt hat, ist hier natürlich nicht die atemberaubende Spannung zu erwarten. Es geht sehr locker zu und her, die Krimi-Handlung wird immer wieder durch das Alltagsleben und kurze Anekdoten von Holmes unterbrochen. Aber dass hier der Humor und nicht die Spannung an oberster Stelle steht, lässt sich ja auch schon dem Klappentext entnehmen. Die Autorin schlägt jedoch auch immer wieder ernste Töne an, so wird zum Beispiel Tierquälerei mehrmals angesprochen (für meinen Geschmack sogar etwas zu viel, bei der lockeren Grundstimmung passte es meines Erachtens nicht wirklich dazu, den Leser mit grausamen Beschreibungen von Tierquälerei immer wieder hinunterzuziehen, auch wenn dieses wichtige Thema natürlich nicht verdrängt werden darf).

In „Mopshimmel“ können die Tiere sprechen – nur leider verstehen die Menschen sie nicht. Was zunächst zu lustigen Missverständnissen führt, wirkt auf Dauer etwas ausgelutscht, mit direkter Kommunikation hätte der Fall auf wenigen Seiten gelöst werden können. So wirkt der Krimi zeitweise etwas gar künstlich in die Länge gezogen, wenn die Menschen erst Wochen oder Monate später entdecken, was der Mops Holmes schon lange wusste.


Mein Fazit

Lockere, humorvolle Krimi-Unterhaltung für die ganze Familie. Wer atemlose Spannung sucht oder Hunde nicht ausstehen kann, wird hier nicht glücklich.




Rezensionsexemplar


Samstag, 10. Oktober 2015

Die stille Bestie



Bildquelle

von Chris Carter
übersetzt durch Sybille Uplegger

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 08.06.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 11.09.2015
  • Verlag : Ullstein Taschenbuch Verlag
  • ISBN: 9783548287126
  • Flexibler Einband 448 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Ullstein Taschenbuch Verlag und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Der Kruzifix Killer
Der Vollstrecker
Der Knochenbrecher
Totenkünstler
Der Totschläger
Die stille Bestie



Inhalt


Profiler Robert Hunter vertraut nur wenigen Menschen. Eigentlich gibt es nur einen, für den er immer seine Hand ins Feuer legt. Lucien Folter, seinen Freund aus Studientagen. Beide können Menschen besser lesen als jeder andere. Hunter vertraute Folter seine engsten Geheimnisse an. Bis dieser plötzlich verschwand. Jetzt kommt ein Anruf. Die Körperteile unzähliger Mordopfer sind aufgetaucht, grausige Trophäen. Angeklagt ist Lucien Folter. Und er will nur mit einem reden: Robert Hunter …
(Quelle: Ullstein)


Meine Meinung


Der (ehemalige) beste Freund des Kriminalpsychologen Robert Hunter wird wegen Mordverdachts festgenommen. Wurde er hereingelegt, oder hat sich Hunter so sehr in ihm getäuscht?

„Die stille Bestie“ ist bereits der sechste Band um den Kriminalpsychologen Robert Hunter und meine erste Begegnung mit ihm (Band 1 der Reihe, „Der Kruzifix-Killer“ liegt zwar auf meinem SuB, ich habe ihn aber noch nicht gelesen). Ich hatte während der Lektüre nie den Eindruck, dass mir Vorwissen fehlte, sodass ich „Die stille Bestie“ mit gutem Gewissen auch für Neueinsteiger wie mich empfehlen kann. Einige Rezensenten haben erwähnt, dass ihnen in diesem Band Roberts Partner Garcia sehr gefehlt habe, dazu kann ich ohne Vorkenntnisse natürlich nichts sagen.

Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt, meist aus der Sicht von Robert Hunter, teilweise aber auch aus anderen Perspektiven. Robert war mir dabei gleich sympathisch, auch wenn ich nur wenig über ihn erfahren habe. Um den Protagonisten besser kennenzulernen wäre es wohl angebracht, die komplette Reihe von Beginn weg zu lesen (was ich auch vorhabe). Von den anderen im Roman vorkommenden Charakteren werden nur die FBI-Agentin Courtney Taylor und Lucien Folter, der Freund Hunters, näher beleuchtet, aber diese beiden blieben ebenfalls eher blass. Der Schreibstil des Autors Chris Carter lässt sich flüssig lesen, das Buch ist in kurze (maximal fünf Seiten) Kapitel unterteilt, die meist mit einem Cliffhanger enden. Wie bei Thrillern oft üblich geizt Chris Carter nicht mit detaillierten Beschreibungen der blutigen Taten, sodass ich sensiblen Lesern von der Lektüre abraten möchte.

Die Handlung selbst ist eher schlicht gestaltet (ein Grossteil des Buches spielt bei Verhören im Zellentrakt des FBIs) und der Täter wird sehr früh verraten. So geht es schlussendlich nur noch darum, die Opfer zu finden (und eventuell die Motive des Täters zu erschliessen). Dies drückt natürlich etwas auf die Spannung, obschon mich das Buch dennoch bis zum Schluss gut unterhalten hat. Chris Carter hat es geschafft, mich zu fesseln, sodass ich nicht mehr allzu lange warten werde, bis ich „Der Kruzifix-Killer“ lesen werde.

Mein Fazit

Blutiger Thriller, bei dem der Täter leider viel zu früh verraten wird. Spannend bleibt es dennoch. Das Buch ist auch für Neueinsteiger in die Reihe geeignet, Vorkenntnisse sind zum Verständnis nicht nötig. 





Rezensionsexemplar


Freitag, 9. Oktober 2015

One-Way Ticket nach Ibiza


Bildquelle

von Rosita Tischler

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 28.04.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 28.04.2015
  • Verlag : Monsenstein und Vannerdat
  • ISBN: 9783956455247
  • Flexibler Einband 368 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Das Taschenbuch wurde mir von Indie-Publishing und Blogg Dein Buch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Es ist nur ein Motiv auf einem Disco-Plakat, das an der Mauer eines der zahlreichen Supermercados von Ibiza klebt. Für Melanie Sandmann jedoch wird es zum Symbol für die zwei Gesichter der Insel, die ihr mit Beginn ihres ersten Urlaubs dort im Jahre 1985 immer wieder begegnen. Mellis Sommer auf Ibiza gestaltet sich als Mega-Party einerseits, beinhaltet auf der anderen Seite jedoch den Verlust ihrer jugendlichen Unbedarftheit. Mit vierzig ist Mel in der Gegenwart – und der Realität angekommen. Nach 25 Jahren nimmt ihre damalige Freundin Kenya via Facebook Kontakt mit ihr auf und Mel die Herausforderung an, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. ‚One-Way-Ticket nach Ibiza‘ ist – dem Symbol entsprechend – ein gleichermaßen heiterer wie spannender Kriminalroman, in dem nicht die Aufklärung der darin vorkommenden Morde im Vordergrund steht. Vielmehr geht es um die menschlichen Tragödien, die sich dahinter verbergen. Sämtliche Rückblenden auf die 1980er Jahre basieren auf den eigenen subjektiven Eindrücken, die die Autorin zu der Zeit als Aussteigerin sammeln durfte.
(Quelle: Blogg dein Buch)


Meine Meinung


Die zwanzigjährige Mellie beschliesst am Ende ihres Urlaubs auf Ibiza, nicht nach Hause zu reisen, sondern noch zu bleiben. Doch auch auf der Ferieninsel ist nicht alles Gold, was glänzt…

„One-Way-Ticket nach Ibiza“ wird auf dem Cover als Kriminalroman bezeichnet, ich würde das Buch aber eher als Lebens- und Liebesgeschichte bezeichnen. Über gut 350 Seiten begleitet der Leser die Protagonistin Mel(lie) an mehreren Punkten ihres Lebens, von 1985 bis 2011. Die Geschichte wird in der dritten Person grösstenteils aus der Sicht der Protagonistin geschildert, mit einigen kurzen Abschnitten aus der Sicht dritter. Erst ganz zum Schluss kommt so etwas wie ein Krimi-Feeling auf, doch der Kriminalfall wird auf wenigen Seiten abgetan. Wer hier also Verbrechen und polizeiliche Ermittlungen im Mittelpunkt sucht, wird wohl nicht glücklich.

Die grosse Spannung ist hier nicht zu erwarten, die Handlung zieht sich gemütlich dahin. Die 26 Jahre, die das Buch umfasst, werden nicht in der Gesamtheit umschrieben, die Geschichte handelt in erster Linie auf Ibiza, wo die Protagonistin mehrmals einige Wochen oder Monate verbringt. Die Zeit zwischen den Ibiza-Besuchen wird in kurzen Zusammenfassungen geschildert, sodass mehrere Jahre auf einer Seite Platz haben. Der Schreibstil der Autorin Rosita Tischler lässt sich flüssig lesen – bis auf die Dialoge. Die sind nämlich zu einem grossen Teil im Dialekt geschrieben, was sie zwar sehr lebensecht, aber auch etwas schwerfällig zum Lesen macht.

Die Protagonistin Mel(lie) ist mir während der Lektüre ans Herz gewachsen, sodass ich am Ende des Buches einige Trähnchen vor Rührung vergossen habe. Besonders gut gefallen haben mir die Schilderungen des Handlungsortes Ibiza. Man merkt, dass die Autorin Rosita Tischler selber mehrere Jahre dort gelebt hat, denn es gelingt ihr gut, den Leser gedanklich auf die Insel im Mittelmeer zu transportieren. Dabei zeigt sie nicht nur die bunte, fröhliche „Touristenseite“, sondern auch die Nachteile, die ein Leben im Touristenparadies mit sich bringen kann.

Mein Fazit

Entgegen der Ankündigung auf dem Cover kein Krimi, aber dennoch unterhaltsam. Leben und Lieben auf Ibiza – mit viel Gefühl.





Rezensionsexemplar



Mittwoch, 7. Oktober 2015

Brennender Fluss


Bildquelle


von Karin Salvalaggio
übersetzt durch Sophie Zeitz


Der Marion von Schröder Verlag und Vorablesen haben mir das Hardcover kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe
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Bücher der Reihe
Eisiges Geheimnis
Brennender Fluss


Inhalt


Flathead Valley, Montana: Das nur spärlich besiedelte Tal wird von einer Hitzewelle heimgesucht. Ein Brandstifter bringt die Bewohner in große Gefahr, die Feuerwehr kämpft vergeblich gegen die Flammen an. Dann wird ein toter Soldat gefunden. Die Polizei bittet Detective Macy Greeley um Hilfe. Sie muss gegen das Schweigen der eingeschworenen Gemeinschaft ankommen, die Probleme lieber unter sich löst. Jeder weiß etwas, doch niemand spricht darüber. Zu allem Überfluss taucht auch noch Ray Davidson auf – zugleich Macys Chef und der Vater ihres kleinen Sohnes. Dann wird eine weitere Leiche gefunden. Bald ist nicht nur Macys Karriere, sondern auch ihr Leben in großer Gefahr ... Der spektakuläre neue Fall für Ermittlerin Macy Greeley.
(Quelle: Marion von Schröder)


Meine Meinung


In Montana wird ein junger Soldat ermordet aufgefunden. Die Polizistin und alleinerziehende Mutter Macy Greeley ermittelt.

„Brennender Fluss“ ist nach „Eisiges Geheimnis“ der zweite Band um die Polizistin Macy Greeley. Den ersten Band kenne ich nicht, das war zum Verständnis aber auch nicht nötig. Alles, was der Leser über Macy wissen muss, wird ihm auch hier mitgeteilt.

Die Handlung wird in der dritten Person in erster Linie aus der Sicht von Jessie und Dylan, der Schwester und einem Freund des Ermordeten, sowie der Ermittlerin Macy Greeley erzählt. Obschon Macy wohl die Protagonistin sein sollte (schliesslich dreht sich die Reihe um sie), hatte ich stellenweise eher den Eindruck, Jessie sei die Hauptperson. Macy war mir durchaus sympathisch, auch wenn ich ihr Verhalten, insbesondere in Bezug auf ihren Chef und Geliebten Ray, nicht immer nachvollziehen konnte.

Die Handlung selbst stellt sich im Laufe des Romans als sehr verzwickt heraus, alle Erwartungen und Ahnungen, die ich zu Beginn hatte, wurden in der zweiten Buchhälfte auf den Kopf gestellt. Dies macht das Buch zwar einerseits sehr interessant, andererseits aber auch anstrengend zu lesen, da man mit voller Konzentration dabei sein muss, um die Wendungen zu verstehen. Der Schwerpunkt des Buches liegt aber im Grunde weniger in der Kriminalhandlung selbst, sondern eher in der Darstellung der Bewohner des Dorfes im Flathead Valley. Der Soldat mit posttraumatischer Belastungsstörung, die junge (ehemals) drogenabhängige Mutter, die vor ihrem Stalker flüchtende Frau, beinahe jede im Roman beschriebene Figur hat irgendein Trauma, das sie bewältigen muss. Auch die Ermittlerin Macy hat neben dem Fall, den sie zu lösen hat, ihre privaten Probleme, die ihren Platz im Buch finden, den Rest der Handlung aber nicht in den Hintergrund drängen. Die Vielzahl der Charaktere und deren ausführlich geschilderten Probleme haben mich vor allem zu Beginn recht verwirrt, es dauerte eine Weile, bis ich sie in Gedanken sortiert und auseinandergehalten hatte.

Der Schreibstil der Autorin Karin Salvalaggio lässt sich flüssig lesen, sodass ich bei der Lektüre zügig vorwärtskam. Die Sprache ist eher einfach gehalten, ohne blumige Umschreibungen. Das Erzähltempo ist, vor allem zu Beginn, recht gemütlich gehalten, erst gegen Schluss zieht es an.

Mein Fazit

Eher geruhsamer Kriminalroman mit verzwickten Wendungen, die den Leser überraschen, aber auch fordern. Wer Action sucht, wird hier nicht glücklich.




Rezensionsexemplar


Montag, 5. Oktober 2015

Der Marsianer


Bildquelle


von Andy Weir
übersetzt durch Jürgen Langowski

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 13.10.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 13.10.2014
  • Verlag : Heyne, W
  • ISBN: 9783453315839
  • Flexibler Einband 480 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Heyne Verlag hat mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe
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Inhalt


Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden: Als einer der ersten Menschen in der Geschichte der Raumfahrt betritt er den Mars. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes ...
(Quelle: Heyne)


Meine Meinung


Der Astronaut Mark Watney wird nach einem Unfall von seinen Kollegen für tot gehalten und alleine auf dem Mars zurückgelassen. Die nächste bemannte Mission wird aber erst in vier Jahren auf dem Mars landen…

Obschon „Der Marsianer“ bereits vor einem Jahr auf Deutsch erschienen ist, sieht man das Buch zurzeit überall in Schaufenstern und auf Blogs. Dies wird wohl mit der Verfilmung zusammenhängen, die in wenigen Tagen in die Kinos kommen wird. Dieser geballte Hype hat auch mich neugierig auf das Buch gemacht.

Zunächst möchte ich betonen, dass es sich hier um einen SciFi Roman handelt. Wer auf der Suche nach dem ganz grossen Realismus ist, sollte sich besser mit einem Sachbuch beschäftigen. Obschon die Handlung sehr realistisch wirkend beschrieben ist, handelt es sich doch um pure Fiktion, bemannte Mars-Missionen sind zurzeit technisch noch nicht möglich (oder werden zumindest noch nicht durchgeführt), und auch politische Fragen werden hier rein fiktiv gelöst (wie es mit der physikalischen, chemischen und biologischen Faktentreue aussieht, kann ich mangels Fachkenntnissen nicht beurteilen).

Die Handlung wird in erster Linie in Form von Logbucheinträgen des Astronauten Watney erzählt. Später kommen auch Abschnitte aus der Sicht des Nasa-Teams auf der Erde und der anderen Astronauten der Mars-Mission, die immer noch im Raumschiff unterwegs sind, dazu. Die Geschichte besteht also aus drei Handlungssträngen: dem gestrandeten Astronauten und den beiden Teams auf der Erde und im Weltall, die ihn zu retten versuchen.

Die Logbucheinträge werden, wie üblich, in der Ich-Form geschildert, aber trotzdem fand ich keinen wirklichen Zugang zum Protagonisten Watney. Er war mir meist zu cool, es waren kaum Emotionen spürbar. Der Mann lebt eine halbe Ewigkeit mutterseelenalleine auf dem Mars, die meiste Zeit ohne wirkliche Kommunikationsmöglichkeiten mit anderen, und trotzdem bleibt er optimistisch und gut gelaunt. Keine Anzeichen von Panik, Verzweiflung oder Depressionen. Wie es in ihm aussieht, erfährt der Leser höchstens andeutungsweise. Warum er überhaupt an der Marsmission mitgemacht hat, was seine Beweggründe waren, bleibt völlig im Dunkeln.

Neben seiner emotionalen Superstabilität scheint Watney auch die Reinkarnation von Angus MacGyver zu sein. Solange er sein heissgeliebtes Klebeband (und vielleicht noch einen Kugelschreiber und eine Plastiktüte) hat, können ihn weder Explosionen noch Risse im Raumanzug etwas ausmachen, jedes Problem (und von denen taucht alle paar Seiten ein neues auf), wird in kürzester Zeit gelöst. Durch dieses „Problem-Lösung, Problem-Lösung“ Schema (das sind endlos wiederholt) wirkt der Roman sehr repetitiv, alle paar Seiten eines neues Problem, alle paar Seiten eine neue (technische) Lösung. Weniger wäre hier mehr gewesen.

Der Schreibstil ist sehr technisch gehalten, seitenlange Beschreibungen von elektrischen Geräten und Kartoffelanbau. Emotionen sucht man vergeblich, nicht nur Watney sondern auch alle anderen Charaktere bleiben die meiste Zeit über cool.

Trotz des blassen Protagonisten bleibt die Handlung spannend. Wird es gelingen, Watney lebend vom Mars zurückzuholen (dass zumindest sein Logbuch den Weg zurück auf die Erde findet ist ja klar)? Dennoch kann ich mich den vielen begeisterten Stimmen nur bedingt anschliessen. Ich wollte zwar unbedingt wissen, wie die Geschichte zu Ende geht (respektive auf welche Art die Rettungsmission schlussendlich durchgeführt wird), wirklich mit Watney mitfiebern konnte ich aber nicht, da die emotionale Verbindung fehlte. Ob das bei der Verfilmung besser geklappt hat?

Mein Fazit

Durchaus spannender SciFi Roman mit emotionsarmem und technischem Schreibstil und übertrieben heldenhaftem Protagonisten. 





Rezensionsexemplar

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