Montag, 21. März 2016

Leichenblässe


Bildquelle

von Simon Beckett
übersetzt durch Andree Hesse

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 16.01.2009
  • Aktuelle Ausgabe : 01.08.2014
  • Verlag : Rowohlt Taschenbuch
  • ISBN: 9783499268298
  • Buch 416 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Die Chemie des Todes
Kalte Asche
Leichenblässe
Verwesung


Inhalt


Bei seinem letzten Einsatz ist David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Nicht vollständig genesen, quält den Forensiker die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Bis ein alter Freund ihn um Hilfe bittet: In einer Jagdhütte in den Smoky Mountains wurde ein Toter gefunden. Die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt. Die Spuren sind widersprüchlich. Und David Hunter ist im Begriff, einen folgenschweren Fehler zu begehen 
(Quelle: Rowohlt)


Meine Meinung


Eigentlich wollte der forensische Anthropologe David Hunter nur einen Forschungsurlaub in Tennessee machen, als er ungewollt als Ermittler in eine Mordreihe hineingezogen wird.

„Leichenblässe“ ist der dritte Band der Thriller-Reihe um den forensischen Anthropologen David Hunter. Ich habe die Bände in der vorgesehenen Reihenfolge gelesen, und empfehle allen Interessierten, dies auch zu tun. Zum Verständnis des Buches sind zwar keine Vorkenntnisse nötig, aber es bezieht sich mehrmals detailliert auf Geschehnisse im zweiten Band, sodass es Lesern, die diesen noch nicht kennen, ihn aber eigentlich gerne noch lesen möchten, wohl den Spass verdirbt, da ganz übel gespoilert wird.

Wie bei der David-Hunter-Reihe üblich, wird auch „Leichenblässe“ aus der Ich-Perspektive des Protagonisten David Hunter erzählt. Unterbrochen wird dies jeweils durch kurze Einschübe aus der Sicht des Täters, in denen er in der zweiten Person mit sich selber spricht. Der Schreibstil des Autors Simon Beckett ist unauffällig und lässt sich flüssig lesen. Nach zwei Fällen in Grossbritannien hat David Hunter nun erstmals einen Fall in den USA zu lösen. Abgesehen vom Wetter ergeben sich daraus aber keine nennenswerten Unterschiede zu den bisherigen Bänden.

„Leichenblässe“ spielt neun Monate nach dem Vorgänger „Kalte Asche“ und nimmt oft Bezug auf diesen. In meinen Augen zu oft, der Protagonist David Hunter wird stark durch die damalige Geschehnisse in Beschlag genommen. Auch wenn ich nachvollziehen kann, dass sich gewisse Ereignisse nicht einfach abschütteln lassen, so haben mich die ewigen Rückblicke doch auf Dauer gelangweilt und auch David fand ich deswegen nicht mehr so interessant wie in den beiden Vorgängern; er erhielt vor lauter Erinnerungen (und ehrlich gesagt Gejammere) schlicht keinen Platz, sich zu entfalten. Von den anderen Figuren erhält man relativ wenige Infos, aber das ist der Ich-Perspektive geschuldet. Der Leser kann so über die anderen Charaktere zwangsläufig nur was wahrnehmen, was auch der Protagonist feststellt.

Die Handlung ist spannend aufgebaut, auch wenn sich dies im Grunde erst rückblickend ergibt. Während der Lektüre hatte ich oft das Gefühl, ich hätte den Fall schon lange durchschaut und er sie viel zu geradelinig aufgebaut. Ein Irrtum, wie sich später herausstellte. Leider gab es dann schlussendlich doch nicht genügend Hinweise, um anständig mitraten zu können, und auch das Motiv des Täters hat mich überhaupt nicht zufriedengestellt. Da hätte ich etwas ausgefeilteres erhofft. Auch die Ermittlungen im Fall haben mich nicht wirklich überzeugen können. Die Arbeit, die David Hunter hier abliefert, hätte jeder seriös arbeitende Rechtsmediziner auch erledigen können, die Notwenigkeit eines forensischen Anthropologen ergibt sich nicht. Insbesondere, da die Ermittler ohnehin stets nur durch Zufallsentdeckungen weiterkommen.

Wie bei einem Thriller um einen forensischen Anthropologen zu erwarten ist, enthält „Leichenblässe“ durchaus die eine oder andere etwas unappetitliche Szene. Leser mit empfindlichem Magen sollte sich daher lieber etwas anderes suchen. Für thrillergewohnte Leser wie mich ist das Buch aber nichts aussergewöhnliches. Durchaus unterhaltsam und lesenswert, aber schlussendlich „nur“ einer von vielen Thrillern auf dem Markt. Den Nachfolgeband „Verwesung“ werde ich aber mit Sicherheit auch noch lesen, denn wie gesagt, unterhaltsam war der Thriller ja.

Mein Fazit

Unterhaltsam und durchaus lesenswert, aber nichts aussergewöhnliches. 






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