Freitag, 26. Mai 2017

Kehrsatz


Bildquelle

von Peter Beutler

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 22.09.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 22.09.2016
  • Verlag : Emons Verlag
  • ISBN: 9783954519675
  • Flexibler Einband 352 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
Kaufen?


Inhalt


Am 1. August, dem Schweizer Nationalfeiertag, macht das alte Ehepaar Matter eine furchtbare Entdeckung. Im Kellergeschoss eines kleinen Einfamilienhauses in Kehrsatz finden sie in der Tiefkühltruhe die Leiche ihrer Tochter Julia. Alle Indizien deuten darauf hin, dass deren Mann der Täter ist. Doch vor Gericht halten die Beweise nicht stand. Wachtmeister Willi Däpp ermittelt in einem Fall, der Geschichte schreiben wird.
(Quelle: Emons)


Meine Meinung


In der Berner Vorortsgemeinde Kehrsatz wird eine ermordete Frau aufgefunden. Schon bald fällt der Verdacht auf ihren Ehemann Micha Witschi, der verhaftet und verurteilt wird. Doch ist er auch wirklich der Täter?

"Kehrsatz" dreht sich um einen wahren Kriminalfall, die Ermordung der C.Z. in der titelgebenden Ortschaft. Von der Tat selber und der Verurteilung des Ehemanns habe ich damals nicht wirklich etwas mitbekommen, da war ich noch zu jung. Als der Fall dann aber mehrere Jahre später nochmal aufgerollt und gross in den Medien betreitgetreten wurde, war ich schon alt genug um die Gespräche meiner Eltern am Esstisch zu verstehen. Ich habe da also in einem gewissen Mass eine "Verbindung" zu dem Fall (ich bin auch nur rund 30km vom Tatort entfernt aufgewachsen) und auch schon früher ein Buch darüber gelesen ("Mord in Kehrsatz" von Hanspeter Born). Allerdings vermischt der Autor Peter Beutler die wahren Geschehnisse hier mit viel Fiktion, ändert Namen und fügt weitere Straftaten hinzu. Es handelt sich hier also nicht um einen Tatsachenbericht, sondern um einen Kriminalroman mit wahrem Hintergrund.

Der Autor verbindet in seiner Geschichte zwei Handlungsstränge. Einerseits die Mordtat, deren Untersuchung und die Gerichtsprozesse, sowie die nachträglichen Untersuchungen vom Polizisten Willi Däpp. Andererseits die Journalistische Aufarbeit 30 Jahre später durch den Radio- und Fernsehjournalisten Isidor Ehrsam. Während sich der erste Handlungsstrang mehr oder weniger eng an die tatsächlichen Geschehnisse hält, ist der zweite rein fiktiv. 

Im "realen" Handlungsstrang gibt es grosse Zeitsprünge, die teilweise etwas verwirrend sind. Mal wird über viele Seiten hinweg eine Situation von wenigen Minuten geschildert, dann springt die Handlung zurück in die Kindheit von Micha Witschi, dann wieder Monate nach vorne. Dadurch erfordert die Lektüre viel Aufmerksamkeit, um den Faden nicht zu verlieren. 

Der Schreibstil des Autors Peter Beutler ist recht nüchtern gehalten, das Buch wirkt eher wie ein Bericht oder ein Polizeireport als wie eine Erzählung. Wer sich damit anfreunden kann, wird mit einem unterhaltsamen Kriminalroman belohnt, auch wenn die grosse Spannung fehlt.

Mein Fazit

Interessanter, wenn auch nicht sonderlich spannender Krimi mit wahrem Hintergrund.








Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 37, ein Buch das in der Schweiz, Österreich oder Liechtenstein spielt


ABC-Challenge der Protagonisten

Isidor = I männlich



Mittwoch, 24. Mai 2017

Das Klavier, die Stimme und der Tod


Bildquelle

von Rita Maria Janaczek

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 02.05.2011
  • Aktuelle Ausgabe : 02.05.2011
  • Verlag : Machandel Verlag
  • ISBN: B004ZOYG2U
  • E-Buch Text: 255 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
Kaufen?


Bücher der Reihe:
Das Klavier, die Stimme und der Tod
Der Fluss, die Steine und der Tod
Das Urteil, die Liste und der Tod


Inhalt


London 1991. In einem einsam gelegenen Haus in Kingston wird die Leiche einer Frau mit zugenähtem Mund gefunden. Augenblicklich drängen sich den Ermittlern von Scotland Yard Parallelen zu einem vergangenen Fall auf, der fast zwei Jahre zuvor ungelöst zu den Akten gelegt wurde. Sergeant Beverly Evans, ihre Vorgesetzten und Kollegen verfolgen schon bald zwei heiße Spuren, die sie nach Birmingham und West Bromwich führen. Doch ebenso schnell geraten die Ermittlungen ins Stocken. Scotland Yard beauftragt den jungen Psychologen Daniel Fleming, das Team bei der Suche nach dem Täter zu unterstützen, und Beverly entwickelt mehr als nur berufliches Interesse für diesen Mann. Dann überschlagen sich die Ereignisse, und Beverly gerät in einen Strudel, der sie sowohl dienstlich als auch privat an die Grenzen ihrer emotionalen Belastbarkeit bringt. 
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


Nach dem Auffinden einer Frauenleiche entdeckt Scotland Yard Verbindungen zu einem früheren Fall. Die Polizistin Beverly Evans macht sich auf die Suche nach dem Serientäter…

Die Geschichte wird in der dritten Person aus der Sicht der Protagonistin Beverly erzählt. Leider konnte ich mit ihr nicht viel anfangen. Polizistin zu werden war schon immer ihr Lebensziel, sie nahm sogar medizinische Hilfe in Anspruch, um die körperlichen Voraussetzungen zu erfüllen, doch nun, da sich ihr Traum erfüllt hat, denkt sie an nichts Anderes als an Männer. Sie begegnet kaum einem, mit dem sie nicht sofort ins Bett steigen möchte, oder es bereits getan hat. Die wenigen, von denen sie nichts will, stehen dann aber umgekehrt auf sie und können mit der Abweisung nicht umgehen. Das wurde mir schnell zu viel. Zudem konnte ich mich mit ihrer Angewohnheit, ständig mit verheirateten Männern eine Affäre anzufangen (und sich dann selbst zu bemitleiden, dass sie den Typen nicht für sich haben kann), überhaupt nicht anfreunden.

Die Handlung dreht sich eher nebensächlich um den Kriminalfall, der für meinen Geschmack zudem viel zu schnell und zu einfach gelöst wurde. Der Hauptfokus liegt aber auf Beverlys Privatleben – und ihren Männergeschichten. So fehlte es für meinen Geschmack bald an der Spannung.

Der Schreibstil der Autorin Rita Maria Janaczek ist einfach gehalten mit kurzen, stellenweise abgehackt wirkenden Sätzen. Diese 3-5-Wort-Sätze verhinderten bei mir ein flüssiges Lesen.

Mein Fazit

"Männerverschlingende" Protagonistin, zu wenig Krimi. Nicht mein Fall. 








Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 58, ein Buch, das schon mindestens ein Jahr auf Deinem SuB liegt. Das Buch lag seit April 2016 auf meinem SuB


ABC-Challenge der Protagonisten

Beverly = B weiblich




Montag, 22. Mai 2017

[Hörbuch] Eragon 3: Die Weisheit des Feuers


Bildquelle

von Christopher Paolini
übersetzt durch Joannis Stefanidis
gelesen von Andreas Fröhlich

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 19.11.2011
  • Aktuelle Ausgabe : 19.11.2011
  • Verlag : Random House Audio, Deutschland
  • ISBN: 9783837114713
  • herunterladbare Audio-Datei: 28h 37
  • Sprache: Deutsch


Hörprobe
Kaufen?


Bücher der Reihe:
Das Vermächtnis der Drachenreiter
Der Auftrag des Ältesten
Die Weisheit des Feuers
Das Erbe der Macht


Inhalt


Die Schlacht auf den brennenden Steppen haben die Rebellen gewonnen. Varden, Elfen und Zwerge brauchen Eragons magische Fähigkeiten so dringend wie nie zuvor, aber der Drachenreiter hat den Schwur, den er seinem Cousin Roran gab, nicht vergessen. Gleichzeitig setzt Galbatorix alles daran, Eragon zu seiner Marionette zu machen.


Meine Meinung


"Die Weisheit des Feuers" ist der dritte Band in der Geschichte um den jungen Drachenreiter Eragon. Die Bücher bauen aufeinander auf, sodass sie in der vorgesehenen Reihenfolge gelesen werden sollten.

Wie in den beiden vorhergehenden Bänden wird die Geschichte in der dritten Person in der Vergangenheit abwechslungsweise aus der Sicht eines der Protagonisten erzählt. Neben Eragon sind das hier sein Cousin Roran und die Vardenführerin Nasuada. Leider gewinnen auch im dritten Band der Reihe die Figuren keine wirkliche Tiefe, sie sind wie bisher ohne Fehl und Tadel und erleiden zum Wohl der freien Menschheit die übelsten Schmerzen, ohne sich zu beklagen. Manchen Leser mag das ansprechen, aber ich finde solche "Ritter in schimmernder Rüstung" eher langweilig. Als weitere Protagonistin, die nun aus eigener Sicht erzählen darf, zeigt sich die Drachendame Saphira, deren Kapitel mich jedoch gar nicht angesprochen haben. Der Autor wählte für sie eine Babysprache mit Ausdrücken wie hart-Knochen-schmerzen-Boden oder Rundohr-Zweibeiber, die überhaupt nicht zu Saphira, wie ich sie in den letzten beiden Bänden der Reihe kennengelernt habe, passen will.

Die Handlung besteht eher aus einer Aneinanderreihung einzelner Szenen, als einer durchgehenden Geschichte. Einen wirklichen Höhepunkt hat die Erzählung nicht. Viele der Kapitel sind zudem übermässig lang geraten. Es mag ja schon interessant sein, wie Eragon sein eigenes Schwert schmiedet, aber eine halbe Stunde dabei zuhören muss ich dann doch nicht. Viele Rückblicke auf die Geschehnisse in den beiden Vorgängern ziehen das Buch ebenfalls unnötig in die Länge. Mit etwas Straffung hätte wohl rund ein Drittel bis die Hälfte der Seiten "eingespart" werden können, ohne dabei die Handlung zu kürzen. Bei den Dialogen lässt der Autor Christopher Paolini seine Figuren oft mittelalterlich-schwülstig deklamieren, was zwar ins Fantasy-Setting passt, aber sich mit der saloppen Umgangssprache beisst, die er seinen Charakteren an anderer Stelle in den Mund legt.

"Die Weisheit des Feuers" wird, wie seine beiden Vorgänger, von "Bob Andrews" Andreas Fröhlich gesprochen. Mit seiner jahrelangen Erfahrung weiss der Sprecher natürlich genau, wie er ein Buch vorlesen muss, um für den Hörer spannend zu bleiben. Allerdings hat mich auch in diesem Band die sehr deutsche Aussprache der Namen gestört. Der Autor Christopher Paolini ist Amerikaner, der hat wohl kaum geplant, dass die Hexe Angela (ausgesprochen wie Frau Merkel) auf den Drachenreiter Murr-Tak (Murtagh) trifft… Ebenfalls störend fand ich die langen Pausen zwischen den Kapiteln, bei denen ich mehrfach nachschaute, ob mein MP3-Player den Geist aufgegeben hat, weil mehrere Sekunden lang kein Ton mehr kam…

Trotz all dieser Kritikpunkte hat mich das Hörbuch doch einigermassen gut unterhalten, sodass ich die Reihe sicher weiterhören respektive mit Band 4 beenden werde.

Mein Fazit

Keine durchgehende Handlung, keine Höhepunkte, aber dennoch einigermassen unterhaltsam.










Samstag, 20. Mai 2017

Krähenmädchen


Bildquelle

von Erik Axl Sund
übersetzt durch Wibke Kuhn

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 21.07.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 19.03.2018
  • Verlag : Goldmann
  • ISBN: 9783442484942
  • Flexibler Einband 480 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
Kaufen?


Bücher der Reihe:
Krähenmädchen
Narbenkind
Schattenschrei


Inhalt


Stockholm. Ein Junge wird tot in einem Park gefunden. Sein Körper zeigt Zeichen schwersten Missbrauchs. Und es bleibt nicht bei der einen Leiche ... Auf der Suche nach dem Täter bittet Kommissarin Jeanette Kihlberg die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der eines der Opfer in Therapie war. Ihr Spezialgebiet sind Menschen mit multiplen Persönlichkeiten. Eine andere Patientin Sofias ist Victoria Bergman, die unter einem schweren Trauma leidet. Sofia lässt der Gedanke nicht los, bei ihr irgendetwas übersehen zu haben. Schließlich müssen sich Jeanette und Sofia fragen: Wie viel Leid kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird?
(Quelle: Goldmann)


Meine Meinung


In Stockholm werden mehrere meist illegal ins Land eingereiste ausländische Jungen getötet. Die Polizistin Jeanette versucht, den Täter mit Hilfe der Psychologin Sofia zu finden. Doch was hat Victoria, die Patientin von Sofia, mit der Sache zu tun?

Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen abwechselnd aus der Sicht von Jeanette und Sofia erzählt, in der dritten Person in der Vergangenheit. Dazwischen werden kurze Rückblicke aus Sofias oder Victorias Sicht im Präsens geschildert. Victoria bleibt dabei über lange Zeit hinweg sehr mysteriös, erst gegen Ende des Buches wird langsam klar, was sie mit der Geschichte zu tun hat (und wieso die Buchtrilogie nach ihr benannt wurde).

Während die Handlung erst einen ganz normalen Kriminalfall zu beschreiben scheint, düster zwar, wie dies bei skandinavischen Krimis ja so üblich ist, zeigt sich erst nach und nach, dass da noch mehr dahintersteckt. Die Enthüllung, die nicht plötzlich, sondern schrittweise geschieht und doch sehr überraschend ist, hat dabei meine Meinung von "doch, ganz ok" zu "ich bin froh, habe ich das Buch gelesen" geändert. Allerdings erschien mir das Buch etwas überfüllt, kaum ein Thema, dass nicht ausgelassen wurde, von Kindesmissbrauch über Ehebruch, Vergewaltigung bis zu Kindersoldaten. Auch das offene Ende konnte mich nicht überzeugen, da kein einziger Handlungsstrang abgeschlossen wird.

Der Schreibstil des Autors Erik Axl Sund (respektive der Autoren, gemäss Wikipedia sind es zwei) lässt sich flüssig lesen, sodass ich die rund 450 Seiten in wenigen Stunden durch hatte. Wie erwähnt ist der Stil ziemlich düster gehalten, aber das ist bei einem Schwedenkrimi nicht anders zu erwarten.

Mein Fazit

Sehr offenes Ende nach eher durchschnittlichem Beginn und überraschendem Mittelteil.







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 40, ein Buch, das in Dänemark, Schweden, Norwegen oder Finnland spielt


ABC-Challenge der Protagonisten

Jeannette = J weiblich



Donnerstag, 18. Mai 2017

101 Top Dogs


Bildquelle

von Dana Horáková

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.09.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 01.09.2015
  • Verlag : Kynos
  • ISBN: 9783954640508
  • Fester Einband 450 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der Kynos Verlag und     haben mir das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



Leseprobe
Kaufen?



Inhalt


Wussten Sie, dass Charles Schulz’ weltberühmter Peanuts-Hund Snoopy ein ganz reales Vorbild hatte? Dass Mozart, wenn er auf Konzertreisen weilte, seinem daheimgebliebenen Foxterrier „Bimberl“ schriftlich Grüße ausrichten ließ? Dass ein kleiner Hund fast Isaac Newtons Karriere ruiniert hätte und Pablo Picasso seinen Dackel Lump geradezu vergötterte? Dieses unterhaltsame Buch stellt – augenzwinkernd! – 101 Hunde vor, die zwar nicht die Welt, aber ganz sicher ihre Menschen veränderten und deren Verdienste um die Entstehung der Erfindungen, Heldentaten, Kunstwerke ihrer „Halter“ immer noch verkannt werden. Einige dieser genügsamen Bodyguards unserer Seelen kennt man bereits, die meisten jedoch sind bislang anonym geblieben. „Ach, das wusste ich auch noch nicht!“-Effekt garantiert!
(Quelle: Kynos)


Meine Meinung


"101 Top Dogs" ist ein Lexikon über 101 berühmte Hunde (oder Hunde berühmter Menschen). Alphabetisch nach Hundenamen sortiert begegnet der Leser nicht nur "Promis" wie Rin Tin Tin oder Snoopy, sondern erfährt auch Hintergründe über Politiker, Schauspieler oder Musiker, die mit Hunden leb(t)en. Pro Hund/Herrchen werden jeweils zwischen zwei und vier Seiten erzählt, illustriert mit schwarz/weiss-Fotos. Dabei werden zunächst stichwortartig die wichtigsten Daten zu Hund und Herrchen/Frauchen aufgezählt, danach kommt der erklärende Fliesstext.

Da das Buch im Grunde ein Nachschlagewerk ist, eignet es sich weniger zum stundenlangen Schmökern, sondern mehr zur Lektüre von jeweils nur einem oder wenigen Abschnitten aufs Mal. Nicht nur der Aufbau, sondern auch der Druck hielt mich vom langen Lesen ab, die Schrift ist nämlich sehr klein gehalten und bietet mit grau auf weiss nur wenig Kontrast, sodass die längere Lektüre, vor allem bei schlechter Beleuchtung, sehr anstrengend wurde.

Während mich die Idee eines "Promi-Hunde-Lexikons" an sich sowie die Auswahl der Hunde durchaus überzeugte, so enttäuschte mich die Umsetzung doch stark. Damit meine ich nicht den Inhalt der verfassten Texte, sondern die rein technische Umsetzung. Selten ist mir ein Buch begegnet, dass so vor Fehlern strotzt, wie dieses hier. Nicht nur einige Tippfehler sind enthalten (über die man ja noch grosszügig hinwegsehen könnte), sondern vor allem inhaltliche Fehler. So liegt bei der Stichwortsammlung zu den Hunden mehrfach das Geburtsdatum nach dem Sterbedatum, Hunde werden regelmässig als schwarz (oder auch weiss) bezeichnet, obschon auf dem abgebildeten Foto klar ersichtlich ist, dass das Tier eine andere Fellfarbe hat oder werden mit einer Rasse bezeichnet, die so nicht stimmen kann. Ob die in den Stichworten genannten Geburts- und Sterbedaten mit den im Text genannten übereinstimmen, scheint wohl mehr zufällig zu sein. Etwas weniger störend, aber doch im Lesefluss bremsend ist das zeitliche hin- und herspringen der Autorin in ihren Texten, anstatt sich an eine schlichte chronologische Reihenfolge zu halten.

Nachdem ich die Lektüre mit Freude begonnen hatte, musste ich mich schon nach kurzer Zeit mehr durch die Seiten quälen, weil mich die vielen Fehler so geärgert haben. Schade, hier hätte ein zuverlässiger Lektor noch sehr viel retten können.

Mein Fazit

Interessanter Inhalt, aber die vielen Fehler torpedieren den Lesespass. 






Rezensionsexemplar


Dienstag, 16. Mai 2017

Herrengasse


Bildquelle

von Silvia Götschi

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 17.12.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 17.12.2015
  • Verlag : Emons Verlag
  • ISBN: 9783954517138
  • Flexibler Einband 336 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
Kaufen?



Inhalt


Der beschauliche Kantonshauptort Schwyz wird von einer mysteriösen Mordserie heimgesucht. Die Polizistin Valerie Lehmann, erst vor Kurzem in die Zentralschweiz gezogen, sieht sich nicht nur mit einer äußerst skrupellosen Täterschaft, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Während sie um das Sorgerecht für ihren Sohn kämpft, versucht jemand offensichtlich, ihre Arbeit zu sabotieren. Dann zieht sich das Netz um sie herum enger zu...
(Quelle: Emons)


Meine Meinung


Die neu in den Kanton Schwyz gezogene Polizistin Valérie übernimmt als ersten Fall einen Mord, der sich schon bald als Teil einer Reihe entpuppt.

Die Geschichte wird aus der Sicht eines allwissenden Beobachters erzählt, der die Empfindungen und Beweggründe aller handelnden Personen durchschaut. Trotzdem gelang es mit nicht, mich in eine der Figuren hineinzufühlen, sie blieben mir entweder egal oder wurden mit sogar, wie die Protagonistin Valérie, mehr oder weniger unsympathisch. Valérie erschien mir sehr Ich-Bezogen, selbstsüchtig und auch selbstmitleidig. Auf andere Menschen, insbesondere Männer, schien sie grundsätzlich hinabzusehen.

Die Handlung dreht sich nicht nur um den Kriminalfall, der eigentlich sehr interessant aufgebaut war, sondern zu einem grossen Teil auch um Valéries Privatleben, das in erster Linie daraus zu bestehen schein, ihren Sohn zu vermissen, ihren Noch-Ehemann zu hassen, Männer allgemein zu verachten und beim Hören von Opern einen Orgasmus zu bekommen (nein, das ist leider kein Witz). Wenn sich das Buch dann um den Fall dreht, dann reiht sich Zufallsfund an Zufallsfund, bis der Fall ebenso zufällig gelöst wird.

Der Schreibstil der Autorin Silvia Götschi lässt sich flüssig lesen und enthält doch einige Helvetismen, was das Verständnis für Nicht-Schweizer wohl erschweren wird. Zwar ist am Ende des Buches ein Glossar angehängt, dass ich jedoch zu einem grossen Teil nutzlos fand. Darin wird zwar erklärt, dass ein Neuenburger eine Person aus Neuenburg ist (echt?!), andere Schweizer Begriffe wie Schüttstein (Spülbecken) oder gar regionalspezifische wie Kollegium (das Wort kenne ich selbst nur, weil ich seit einigen Jahren in der Zentralschweiz wohne. Im Rest der Schweiz heisst das Kantonsschule oder schlicht Gymnasium) werden nicht erläutert.

Leider haben sich in das Buch auch einige sprachliche oder inhaltliche Fehler eingeschlichen. Zunächst hat mich das nicht weiter gestört, als sie sich aber zu häufen begonnen haben, nervte es mich dann doch. So verwendet die Autorin mehrmals die Bezeichnung „erst noch“, wenn sie „eben gerade, vor Kurzem“ meint. Zudem erwähnt sie ebenfalls mehrfach, dass jemand Frauenheilkunde oder Rechtsmedizin studiert habe. Das gibt es aber zumindest in der Schweiz nicht. Hier studiert man Medizin, und erst nach dem Staatsexamen folgt die Spezialisierung auf eine Fachrichtung. Auch schliesst man hier das Jura-Studium nicht in Strafrecht ab, sondern in allen Rechtsgebieten (man kann allerdings einen Schwerpunkt in eine Richtung setzen, da die letzen paar Semester aus Wahlfächern bestehen). Ein weiteres kleines Detail: im späteren Frühling trifft man auf keine Erstsemesterstudenten. Das Studienjahr beginnt im Oktober, ein Semester dauert rund drei Monate, im Frühling hat also schon das zweite Semester begonnen (jetzt beginne ich wirklich zu klugscheissen…). Auch Valéries Erklärung zur Menstruation, dass da die Plazenta die Gebärmutterschleimhaut abstosse, ist nur absurd, da die Plazenta erst bei Beginn der Schwangerschaft (nach der Einnistung der befruchteten Eizelle) überhaupt gebildet wird. Zur Behauptung, dass PMS Frauen dazu bringt, gewalttätig zu werden (und das von einer weiblichen Autorin) äussere ich mich nicht weiter… Sehr amüsant fand ich übrigens die Vorstellung der Autorin, man könne sonntags seinen Anwalt anrufen und da nehme tatsächlich eine Sekretärin das Telefon ab…

Mein Fazit

Der Kriminalfall wäre eigentlich ganz spannend. Leider wird er von der unsympathischen Protagonistin, ihren persönlichen Problemen und den vielen kleinen inhaltlichen und sprachlichen Fehlern beinahe verdrängt. 







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 36, ein Buch das 2015 erschienen ist.


ABC-Challenge der Protagonisten

Valerie = V weiblich


Montag, 15. Mai 2017

[Hörbuch] Cherringham - Landluft kann tödlich sein. Sammelband 2


Bildquelle

von Matthew Costello & Neil Richards
übersetzt durch Sabine Schilasky
gelesen von Sabina Godec
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 13.05.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 13.05.2016
  • Verlag : Lübbe Audio
  • ISBN: 9783838781334
  • herunterladbare Audio-Datei: 10h 02
  • Sprache: Deutsch


Hörprobe
Kaufen?



Bücher der Reihe:
Mord an der Themse
Das Geheimnis von Modgon Manor
Mord im Mondschein
Die Nacht der Langfinger
Letzter Zug nach London
Die verfluchte Farm
Die Leiche im See
Ein frostiges Verbrechen
Totentheater
Tödliche Beichte
Spuren an Deck
Verhängnisvolle Sommernacht
Morden will gelernt sein
Die Legende von Combe Castle
Ein fataler Fall
Das letzte Rätsel
Gefährlicher Erfolg
Der verschwundene Tourist
Spur aus der Vergangenheit
Ein rätselhafter Einbruch
Ein schmutziges Geschäft
Tödliche Melodie
Eine schlechte Partie
Ein Trauerfall in der Familie



Inhalt


Die Nacht der LangfingerZwei Dorfbewohner finden einen Schatz – eine wertvolle römische Servierplatte aus reinem Silber. Zwar müssen sie sich die Belohnung mit dem Farmer und der Besitzerin des Landes, Lady Repton, teilen, aber es bleibt immer noch genug für alle. Der Archäologe Professor Cartwright bietet an, den Fund sicher in seinem Safe zu verstauen. Doch als am nächsten Tag der Experte des Britischen Museums eintrifft, um den Fund zu begutachten, ist dieser verschwunden! Die Polizei verdächtigt eine bekannte Gruppe von Kunstdieben. Aber Jack und Sarah haben eine andere Vermutung …

Letzter Zug nach LondonDie Bewohner von Cherringham sind am Boden zerstört. Otto Brendl, der nette alte Herr, der jeden Sommer das Kasperletheater für die Kinder veranstaltete, stirbt an einem Herzinfarkt. Doch schon bald stolpert Jack über ein paar Ungereimtheiten: War Otto wirklich der nette alte Herr von nebenan? Und steckt vielleicht mehr hinter dem Herzinfarkt? Jack und Sarah befinden sich auf der Spur eines besonders unheimlichen Mörders. Zusammen erkennen sie, dass es nicht nur eine Art von Gerechtigkeit gibt.

Die verfluchte FarmSeit dem 17. Jahrhundert thront Mabbs Farm auf dem Hügel von Cherringham - einer Zeit, als die Einwohner Angst vor dem Teufel hatten und Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Der Legende nach sind alle, die auf der Farm leben, verflucht. Aber liegt es wirklich an dem Fluch, dass die Ernte schlecht ausfällt, die Tiere krank werden und tödliche Feuer auf der Farm ausbrechen? Oder gibt es dafür einen ganz anderen Grund? Weder Jack noch Sarah glauben an das Übernatürliche – und bald entdecken sie sehr reale Verdächtige.
(Quelle: Lübbe Audio)


Meine Meinung


Im Sammelband 2 der Reihe „Cherringham – Landluft kann tödlich sein“ sind die Bände 4-6 enthalten. Darin geht es um einen gestohlenen Römerschatz, einen verstorbenen Puppenspieler und um eine verfluchte Farm. Die Webdesignerin Sarah und der ehemalige New Yorker Polizist Jack versuchen die Verbrechen jeweils aufzuklären – natürlich mit Erfolg.

Die Geschichten werden jeweils in der dritten Person aus der Sicht einer der beiden Protagonisten (oder in wenigen Szenen auch aus der Perspektive eines unbeteiligten Beobachters) erzählt. Sarah und Jack sind zwei sehr sympathische, wenn auch ziemlich unauffällige Protagonisten. Es macht Spass, sie zu begleiten, sie wirken jedoch etwas austauschbar, ihnen fehlen Ecken und Kanten, die sie einzigartig machen.

Die Fälle sind jeweils in sich logisch aufgebaut und laden zum miträtseln ein, sind aber nicht atemberaubend spannend. Das ist aber auch nicht das Ziel der Reihe, die im englischen Original passenderweise „Cosy Crime“ heisst. Die Geschichten sind gemütlich gehalten, ohne Blut oder Schreckmomente, und eignen sich aufgrund ihrer Kürze gut für zwischendurch oder (beim Hörbuch) nebenher. Fans von Agatha Christie, die sich nach neuem Lesefutter sehen, empfehle ich, sich mal diese Reihe anzuschauen. Die einzelnen Fälle sind in sich abgeschlossen und können daher gut auch unabhängig voneinander in beliebiger Reihenfolge gelesen werden.

Das Hörbuch wird von Sabina Godec gelesen, die bereits den ersten Sammelband vertont hat. Sie macht ihre Sache gut, es war angenehm, ihr zuzuhören.

Mein Fazit

Ruhig und unaufgeregt. Unterhaltsame Krimi-Häppchen für zwischendurch.









Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...