Freitag, 17. November 2017

Die Spur der Bücher


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von Kai Meyer

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 24.08.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 24.08.2017
  • Verlag : FISCHER FJB
  • ISBN: 9783841440051
  • Fester Einband 448 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Inhalt


London – eine Stadt im Bann der Bücher. Mercy Amberdale ist in Buchläden und Antiquariaten aufgewachsen. Sie kennt den Zauber der Geschichten und besitzt das Talent der Bibliomantik. Für reiche Sammler besorgt sie die kostbarsten Titel, pirscht nachts durch Englands geheime Bibliotheken.
Doch dann folgt sie der Spur der Bücher zum Schauplatz eines rätselhaften Mordes: Ein Buchhändler ist inmitten seines Ladens verbrannt, ohne dass ein Stück Papier zu Schaden kam. Mercy gerät in ein Netz aus magischen Intrigen und dunklen Familiengeheimnissen, bis die Suche nach der Wahrheit sie zur Wurzel aller Bibliomantik führt.
(Quelle: FJB)


Meine Meinung



London um die Jahrhundertwende. Das Waisenmädchen Mercy hat zwar bibliomantische Kräfte, nutzt sie aber nicht mehr, seitdem ein guter Freund von ihr zu Tode gekommen ist. Stattdessen spürt sie auf Auftrag seltene Bücher auf. Als ein Nachbar ihres Ziehvaters unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, muss sie sich mehr mit der Vergangenheit befassen, als ihr lieb ist…

"Die Spur der Bücher" bildet den Auftaktband zu einer Prequel-Reihe zu "Die Seiten der Welt". Vorkenntnisse der Hauptreihe sind sicher nützlich und bieten einen besseren Zugang zur Welt, in der die Geschichte spielt, zum Verständnis aber nicht zwingend notwendig.

Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt, grösstenteils aus der Sicht der Protagonistin Mercy. Sie ist zwar noch jung, erst gerade 19, aber durch den Tod ihres Freundes Grover, den sie mitansehen musste, sehr misstrauisch und in einem gewissen Masse auch menschenfeindlich geworden. Sie bleibt am liebsten alleine und gibt sich nur dann mit anderen Leuten ab, wenn es beruflich zwingend notwendig ist. Im Laufe der Geschichte wird sie zwar etwas zugänglicher, bis sie sich aber wirklich wieder anderen Menschen gegenüber öffnen kann, wird es wohl noch einige Bände dauern (soweit ich gesehen habe, ist auch "Die Spur der Bücher" wieder als Trilogie angelegt).

Während "Die Seiten der Welt" sehr fantasylastig ist, konzentriert sich "Die Spur der Bücher" mehr auf den Krimi-Aspekt. Natürlich spielt auch hier die Bibliomantik (und damit die Magie) eine grosse Rolle, doch in erster Linie geht es darum herauszufinden, wer hinter dem Tod des Buchhändlers Ptolemy steckt. Viel mehr als verschiedene Leute dazu befragen macht Mercy in diesem Band allerdings nicht, wer sich also raffinierte Ermittlungen erhofft, wird in dieser Hinsicht enttäuscht. Auch atemlose Spannung ist hier nicht zu erwarten, die Geschichte entwickelt sich eher langsam und gemütlich. Dennoch habe ich Mercy sehr gerne durch London begleitet und zusammen mit ihr versucht herauszufinden, wer hinter dem Mord an Ptolemy steckt und das die Groschenhefte "Penny Dreadfuls" damit zu tun haben. Dazu beigetragen hat sicher auch das viktorianische Setting, bei dem es Kai Meyer überzeugend gelungen ist, mir den Dreck und die Armut (und in Gegenzug dazu die Dekadenz der Oberklasse) vor Augen zu bringen.

Der Schreibstil des Autors Kai Meyer ist wie immer flüssig, bildhaft beschreibend und gut lesbar. Ich freue mich schon auf das nächste Abenteuer von Mercy.

Mein Fazit

Sehr unterhaltsam, gerne mehr.









Mittwoch, 15. November 2017

Jung, blond, tot



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von Andreas Franz

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.07.1998
  • Aktuelle Ausgabe : 10.04.2000
  • Verlag : Knaur
  • ISBN: 9783426617885
  • Flexibler Einband: 512 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:

Jung, blond, tot
Das achte Opfer
Letale Dosis
Der Jäger
Das Syndikat der Spinne
Kaltes Blut
Das Verlies
Teuflisches Versprechen
Tödliches Lachen
Das Todeskreuz
Mörderische Tage
Todesmelodie
Tödlicher Absturz
Teufelsbande
Die Hyäne
Der Fänger
Kalter Schnitt



Inhalt


Sehr jung, weiblich und blond - das ist das einzige Merkmal der Serienmorde, die Frankfurt in Angst und Schrecken versetzen. Die Ermittlungen verweisen in die „feinere“ Gesellschaft der Stadt.(Quelle:  Knaur)


Meine Meinung


In Frankfurt werden mehrere junge Frauen bestialisch ermordet. Der Täter scheint immer derselbe zu sein. Die neu zur Mordkommission gestossene Kommissarin Julia Durant versucht den Täter zu schnappen, bevor er noch mehr Blondinen tötet.

Die Geschichte wird in der dritten Person aus wechselnder Perspektive erzählt. Während sich aus dem Untertitel (Julia Durant ermittelt) bereits schliessen lässt, dass diese die Protagonistin sein wird, dauert es recht lange, bis dieses Gefühl auch bei mir ankam. Im ersten Viertel des Krimis nimmt sie nur eine Nebenrolle ein, der Fokus liegt eher auf ihrem Vorgesetzten Berger und dem Kollegen Schulz. Doch auch später, als Julia mehr Raum erhält, wird nicht allzu viel über sie bekannt. Da ich es aber durchaus mag, wenn sich ein Krimi in erster Linie um den Fall dreht, hat mich das nicht gross gestört.

Die Handlung ist nicht besonders temporeich aufgebaut, die Beamten stolpern eher durch den Fall als dass sie konkret und zielgerichtet Spuren verfolgen (was wohl auch daran liegt, dass sie kaum Spuren finden). Dass der Täter schlussendlich doch noch gefasst werden kann liegt mehr am Zufall als an sauberer Ermittlungsarbeit. In einem Epilog wird eine psychologische Begründung für die Taten nachgeliefert, die mich allerdings gar nicht überzeugen konnte. Inhaltlich merkt man "Jung, blond, tot" gut an, dass es vor mittlerweile rund 20 Jahren geschrieben wurde. Dass da noch mit Mark bezahlt und nur die wenigsten ein Handy besitzen ist ja klar, aber wirklich auffällig fand ich die Raucherei immer und überall. Fast jede Figur scheint Kette zu rauchen, und das auch im Büro und in fremden Wohnungen. Gesoffen wird auch nicht viel weniger. Schmunzeln musste ich, als Julia Durant explizit "laute und harte Musik" hören will – und dann eine CD von Bon Jovi auflegt. Ich habe nichts gegen Bon Jovi, ich mag die Band und habe sie auch schon live gesehen, aber sie sind doch eher Schmuserocker…

Der Schreibstil von Andreas Franz braucht etwas Gewöhnung und liest sich zu Beginn etwas zäh. Der (schon früh verstorbene) Autor nutze oft kurze, unvollständige Sätze, die das Erzählte zwar authentisch erscheinen lassen, den Lesefluss aber doch etwas bremsen. Ebenfalls etwas störend fand ich das ständige Aufzählen von Kleidung, bei jeder noch so unwichtigen Nebenfigur wird immer detailliert beschrieben, was sie genau trägt, anzieht oder auszieht. Sensiblen Lesern möchte ich von der Lektüre abraten, da die Opfer und die Taten ebenfalls bis ins kleinste Detail beschrieben werden.

Mein Fazit

Eher gemütlicher Krimi mit Zufallsauflösung






Montag, 13. November 2017

[Hörbuch] Formula - Tunnel des Grauens


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von Douglas Preston und Lincoln Child
übersetzt durch Klaus Fröba
gelesen von Thomas Piper

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 13.11.2007
  • Aktuelle Ausgabe : 13.11.2007
  • Verlag : Audible 
  • ASIN: B004UZSJ8Q
  • Mp3-Download: 19h 36
  • Sprache: Deutsch


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Bücher der Reihe:

Relic - Museum der Angst
Attic - Gefahr aus der Tiefe
Formula - Tunnel des Grauens
Ritual - Höhle des Schreckens
Burn Case - Geruch des Teufels
Dark Secret - Mörderische Jagd
Maniac - Fluch der Vergangenheit
Darkness - Wettlauf mit der Zeit
Cult - Spiel der Toten
Fever - Schatten der Vergangenheit
Revenge - Eiskalte Täuschung
Fear - Grab des Schreckens
Attack - Unsichtbarer Feind
Labyrinth - Elixier des Todes
Demon - Sumpf der Toten



Inhalt


Bei Ausgrabungsarbeiten in New York werden 30 Leichen eines Serienmörders entdeckt, der um das Jahr 1870 sein Unwesen getrieben hat. Allen Toten ist gemeinsam, dass Teile der unteren Wirbelsäule entfernt wurden. Nachforschungen des Agenten Pendergast führen zu einem Professor Enoch Leng, der im neunzehnten Jahrhundert eine Raritätenschau betrieb, ein sogenanntes Kuriositätenkabinett.
Weitere Ermittlungen ergeben, dass Leng an einem Elixier zur Lebensverlängerung arbeitete, für das er Nervengewebe aus dem Rückenmark benötigte. Nur wenige Tage nach Entdeckung der Leichen ereignen sich Morde, die nach dem gleichen Schema wie die historischen Taten ablaufen. Mehreren Menschen wird bei lebendigem Leibe der untere Teil der Wirbelsäule entfernt. Die Polizei vermutet einen Nachahmungstäter, aber Pendergast ist überzeugt, dass Professor Leng dank seines Elixiers noch lebt und für die Untaten verantwortlich ist. Gemeinsam mit einer kleiner Gruppe Verbündeter versucht er, den Verbleib Lengs zu klären. Hauptziel ist die Vernichtung der lebensverlängernden Formel, für deren Gebrauch die Menschheit nach Auffassung Pendergasts nicht reif ist. 
(Quelle: Audible)


Meine Meinung


Bei Bauarbeiten in New York werden mehrere alte Skelette gefunden, denen die Wirbelsäule aufgeschnitten wurde. Special Agent Pendergast vom FBI interessiert sich für den Fall, umso mehr, als bald neue Leichen mit denselben Tatspuren auftauchen…

"Formula – Tunnel des Grauens" ist bereits der dritten Band um den FBI Special Agent Pendergast. Das Buch enthält zwar einige Anspielungen auf die früheren Geschehnisse, kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Die Geschichte wird aus fleissig wechselnder Perspektive erzählt. Teilweise wechselt die Sichtweise gleich mehrmals innerhalb einer Szene, was es mir etwas schwer machte, den Überblick zu behalten, aus wessen Sicht gerade erzählt wurde. Auch Szenenwechsel werden zumindest in der Hörbuchversion zu wenig gekennzeichnet und erfolgen oft überraschend, Die einzelnen Figuren werden nicht besonders tiefgründig beschrieben, und mir waren nur wenige der Figuren sympathisch, die meisten fand ich mehr oder weniger doof.

Im Gegensatz zu Band 2, der in meinen Augen nur ein billiges Remake von Band 1 war, führt "Formula" nun endlich wieder einen neuen Gegner und damit auch eine neue Geschichte ein. Diese ist zwar nicht übermässig originell aufgebaut, aber durchaus unterhaltsam. Wie schon bei den Vorgängern vermischen sich auch hier Thriller und Fantasyroman, sodass ich das Buch niemandem empfehlen möchte, der nur realistische Thriller liest. Dies gilt insbesondere, als dass die Autoren hier auch bei den eigentlich "normalen" Vorgängen wie polizeilichen Ermittlungen keinen besonderen Wert auf Glaubwürdigkeit zu legen scheinen (oder glaubt jemand wirklich, dass man innerhalb von ein paar Stunden herausfinden kann, welche Apotheke vor 100 Jahren ein bestimmtes Mittel verkauft hat?) und ihren Protagonisten Pendergast gegen Schluss zum übermenschlichen Superhelden werden lassen.

Der Schreibstil der Autoren Douglas Preston und Lincoln Child ist eher einfach gehalten und fällt mit vielen Wiederholungen auf. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie oft das kupferfarbene Haar wippte oder die Absätze ihr Stakkato ertönen liessen. Die Übersetzung erschien mit stellenweise recht holprig, so sind mir Ausdrücke wie "eine Nummer ins Telefon tasten" (vom Duden ausdrücklich als "besondere Fachsprache" bezeichnet) oder "Hintertreppenreporter" (dazu sind ganze 6 Einträge über Google auffindbar, wovon zwei direkte Zitate aus dem Buch sind) nicht wirklich geläufig. Das Hörbuch wird von Thomas Piper gelesen, der seine Sache zwar grundsätzlich gut machte, teilweise aber mit der Aussprache von englischen Begriffen etwas Mühe hatte, respektive manche Worte englisch aussprach, obschon sie deutsch waren (so sprach er "Holster" beispielsweise immer wie "Houlster" aus).

Mein Fazit

Thriller und Fantasy in einem







Samstag, 11. November 2017

Origin


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von Dan Brown

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 03.10.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 03.10.2017
  • Verlag : Bantam Press
  • ISBN: 9780593078754
  • Fester Einband 480 Seiten
  • Sprache: Englisch 


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Bücher der Reihe:
Illuminati
Sakrileg
Das verlorene Symbol
Inferno
Origin



Inhalt


Die Wege zur Erlösung sind zahlreich.
Verzeihen ist nicht der einzige.
Als der Milliardär und Zukunftsforscher Edmond Kirsch drei der bedeutendsten Religionsvertreter der Welt um ein Treffen bittet, sind die Kirchenmänner zunächst skeptisch. Was will ihnen der bekennende Atheist mitteilen? Was verbirgt sich hinter seiner „bahnbrechenden Entdeckung“, das Relevanz für Millionen Gläubige auf diesem Planeten haben könnte? Nachdem die Geistlichen Kirschs Präsentation gesehen haben, verwandelt sich ihre Skepsis in blankes Entsetzen.
Die Furcht vor Kirschs Entdeckung ist begründet. Und sie ruft Gegner auf den Plan, denen jedes Mittel recht ist, ihre Bekanntmachung zu verhindern. Doch es gibt jemanden, der unter Einsatz des eigenen Lebens bereit ist, das Geheimnis zu lüften und der Welt die Augen zu öffnen: Robert Langdon, Symbolforscher aus Harvard, Lehrer Edmond Kirschs und stets im Zentrum der größten Verschwörungen.


Meine Meinung


Der Symbolologe Robert Langdon nimmt in Bilbao an einer Präsentation teil, anlässlich der sein ehemaliger Student Edmond Krisch eine weltverändernde Entdeckung preisgeben will. Noch vor der Veröffentlichung wird Kirsch erschossen und Langdon findet sich auf der Flucht vor den Attentätern wieder…

"Origin" ist bereits der fünfte Band um Professor Robert Langdon. Vorkenntnisse sind zum Verständnis keine nötig, die Bände sind jeweils in sich abgeschlossen.

Wie bei der Reihe üblich wird die Geschichte aus wechselnder Perspektive erzählt. Keine der Figuren wird dabei besonders tiefgründig charakterisiert, besonders über den Protagonisten Langdon habe ich dieses Mal überhaupt nichts erfahren, was ich nicht schon vorher wusste. Dan Browns Bücher leben nicht von den Figuren, sondern von der Handlung, aber etwas plastischere Charaktere, die nicht nur aus einem blossen Namen und einer oberflächlichen äusserlichen Beschreibung bestehen, wäre dennoch angenehm.

Die Handlung ist für Fans der Reihe im Grunde altbekannt. Wie immer muss Langdon (selbstverständlich begleitet durch eine attraktive Frau) Rätsel lösen, um einem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Während ich zu Beginn noch hell begeistert war, konnte mich "Origin" im Laufe der Lektüre je länger je weniger überzeugen. Gleich wie bei "Das verlorene Symbol" fehlte mir hier das Reisen, Langdon fliegt lediglich von Bilbao nach Barcelona und bleibt dann dort. Das Wettrennen von Stadt zu Stadt, wie es in anderen Bänden der Reihe vorkam, fehlte mir hier. Auch fand ich das Tempo hier sehr gemütlich. Während "Illuminati" oder "Sakrileg" bei mir atemberaubende Spannung hervorriefen, plätscherte "Origin" eher ruhig vor sich hin, der Sog fehlte. Die vielen Rätsel, von denen die Buchreihe bisher lebte, beschränken sich in "Origin" auf ein einziges, nämlich die Frage nach dem Passwort zu Edmond Kirschs Supercomputer. Keine Schnitzeljagd, keine zu knackenden Codes, keine versteckten Hinweise. Die grosse Enthüllung, nach der das ganze Buch über gesucht wurde, entpuppt sich schlussendlich als laues Lüftchen.

Wer "Origin" wie ich im amerikanischen Original lesen möchte, sollte sehr gute Englischkenntnisse mitbringen, den Dan Brown verwendet eine ziemlich komplexe Sprache. So lautet gleich der erste Satz des Buches "As the ancient cogwheel train clawed its way up the dizzying incline, Edmond Kirsch surveyed the jagged mountaintop above him." Für Ungeübte empfehle ich daher die deutsche Übersetzung.

Mein Fazit

Zu wenige Reisen, zu wenige Rätsel, zu wenig Tempo







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