Dienstag, 23. August 2016

Pretty Baby



Bildquelle

von Mary Kubica
übersetzt durch Nele Junghanns

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 18.07.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 18.07.2016
  • Verlag : HarperCollins
  • ISBN: 9783959670333
  • Flexibler Einband 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Harper Collins Verlag und Blogg dein Buch haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!





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Inhalt


Schon immer hat Heidi Wood sich gern um andere gekümmert. Doch als sie eines Tages ein mysteriöses obdachloses Mädchen und dessen Baby mit nach Hause bringt, geht sie zu weit! Heidis Mann Chris hat Angst um seine Tochter – und um seine Frau. Denn sie beginnt sich zu verändern, scheint immer mehr in den Bann des unbekannten Mädchens zu geraten.
Chris beginnt zu recherchieren und stößt auf ein schreckliches Geheimnis. Aber um seine Frau und seine Tochter zu retten, scheint es schon zu spät zu sein …
(Quelle: Harper Collins)


Meine Meinung


Heidi bringt eines Tages die junge Obdachlose Willow nach Hause, womit ihr Mann und ihre Tochter gar nicht einverstanden sind. Hat Heidi die Gefahr in ihre Wohnung geholt?

Die Geschichte wird von wechselnden Erzählern in der Ich-Perspektive in der Gegenwart erzählt. Zu Wort kommen das Ehepaar Heidi und Chris sowie die junge Obdachlose Willow. Jedes Kapitel ist mit dem Namen des Erzählers überschrieben, was die Unterscheidung einfacher macht, am Erzählstil selbst erkennt man nämlich keinen nennenswerten Unterschied zwischen den Figuren. Wie sich im Laufe des Buches herausstellt, verlaufen nicht alle Erzählstränge parallel, was wann passiert wird erst später klar.

Die Figuren sind gut herausgearbeitet und handeln überzeugend, wirken aber doch etwas gar klischeehaft. Die im Grunde ziemlich dünne Handlung zieht sich jedoch vor allem in der Mitte des Buches ziemlich in die Länge, wo detailliert über Babykleider und Hautcrème gegen Windelausschlag geredet wird. Das Tempo des Romans ist sehr geruhsam, nichts für Leser, die Action suchen. Die Auflösung fand ich eher unbefriedigend, was beispielsweise mit Heidi und ihrer Tochter Zoe weiter passiert wird nicht erwähnt, da hätte ich mir einen etwas „abschliessenderen“ Schluss gewünscht.

Der Schreibstil der Autorin Mary Kubica lässt sich flüssig lesen, auch wenn einige Sätze etwas gar verschachtelt und einige Beschreibungen etwas gar blumig geraten sind.

Der Verlag bezeichnet „Pretty Baby“ als Thriller, was in meinen Augen nicht stimmt und falsche Erwartungen weckt. Ich würde die Geschichte eher als Drama bezeichnen, das mit den Gedanken der Leser spielt, der „Thrill“ ist wirklich nicht vorhanden. Die Handlung selbst ist durchaus unterhaltsam, aber die Spannung fehlt grösstenteils. So wurde ich aufgrund der Erwartungen, die mittels Cover und Klappentext aufgebaut wurden, leider enttäuscht, obschon das Buch nicht schlecht ist und mit den richtigen Erwartungen sogar grossartig sein könnte.

Mein Fazit

Drama mit unerwarteter Auflösung. Die Bezeichnung als „Thriller“ weckt falsche Erwartungen.







Rezensionsexemplar


Samstag, 20. August 2016

Der Jungfrauenmacher


Bildquelle

von Derek Meister

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 15.06.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 15.06.2015
  • Verlag : Blanvalet
  • ISBN: 9783734100604
  • Flexibler Einband 320 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Der Blanvalet Verlag hat mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Eine Sturmflut spült die Leiche einer Frau an den Strand, die wie eine Kreatur des Wassers wirkt: Die Meerestiere haben ihren Körper in Besitz genommen, und in ihrem Hals befinden sich Wunden, die wie Kiemen aussehen. Als eine zweite Frau tot in der Nordsee treibt, ahnt der junge Polizeichef Knut Jansen: Er hat es mit einem Serienkiller zu tun. Mithilfe der ehemaligen Profilerin Helen Henning gelingt es ihm, die Spur des Mörders aufzunehmen. Doch als den beiden bewusst wird, mit welchem Gegner sie es zu tun haben, sind sie längst im Begriff, vom Jungfrauenmacher in die Tiefe gezogen zu werden …
(Quelle: Blanvalet)


Meine Meinung


In einem kleinen Nest an der Nordsee wird nach einem Sturm eine junge, weibliche Leiche ans Ufer gespült. Besteht ein Zusammenhand zwischen der Toten und den jungen Frauen, die seit einigen Jahren immer am selben Tag im Juni verschwinden?

Die Geschichte wird in erster Linie aus der Sicht der beiden Protagonisten Knut und Helen erzählt, mit einigen Kapiteln aus der Sicht des Täters während seiner „Arbeit“. Dabei achtet der Autor Derek Meister penibel darauf, bei den Kapiteln aus Tätersicht nichts zu verraten, dass die Ermittler vorher nicht schon herausgefunden haben. So kann der Leser zwar den Ermittlungen folgen, allerdings keine eigenen anstellen und den Täter vor den Ermittlern finden. Gegen Schluss werden die beiden Handlungsstränge wie erwartet zusammengeführt und enden in einem thrillertypischen Showdown.

Die Handlung ist spannend aufgebaut, jedoch wird das Motiv des Täters schon sehr früh klar. Wer der Täter ist bleibt zwar lange im Dunkeln, ist aber aus Sicht des Unterhaltungsfaktors auch nicht weiter wichtig. Die beiden Protagonisten Knut und Helen waren mir durchaus sympathisch, gegen weitere Abenteuer der beiden hätte ich nichts einzuwenden. Allerdings gab es bei den Beschreibungen der beiden etwas gar viele Wiederholungen. Spätestens nach dem fünften Mal hat auch der dümmste Leser verstanden, dass Knut gerne Cowboystiefel hat und Helen eine Beinprothese trägt…

Der Schreibstil des Autors Derek Meister ist mir während der Lektüre nicht sonderlich aufgefallen, er lässt sich flüssig lesen ohne sich durch irgendwelche auffälligen Merkmale aufzudrängen. Allerdings werden die detaillierten Beschreibungen der Ermittlungsarbeit im Laufe der Geschichte dann doch etwas zu sehr auf die Spitze getrieben, wodurch einige Längen entstehen. Neben den Ermittlungen und dem Privatleben der Protagonisten erhält auch die Kulisse ihren Platz im Buch, plastische Beschreibungen versetzen den Leser gedanklich an die Nordsee und lassen ihn das Wellenrauschen hören.

Mein Fazit

Spannender Kriminalfall mit manchmal etwas zu detaillierten Ermittlungen.






Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 24, ein Buch mit einem Tierkreiszeichen im Titel oder auf dem Cover (Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische)


Rezensionsexemplar


Donnerstag, 18. August 2016

Verwesung


Bildquelle

von Simon Beckett
übersetzt durch Andree Hesse

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 24.02.2011
  • Aktuelle Ausgabe : 01.02.2014
  • Verlag : ROWOHLT Taschenbuch / rororo
  • ISBN: 9783499267659
  • Fester Einband 768 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Die Chemie des Todes
Kalte Asche
Leichenblässe
Verwesung



Inhalt


Das Zimmer ist ein Trümmerhaufen, die junge Frau grausam zugerichtet. Neben der Leiche findet man den Mörder, blutverschmiert: Schon lange steht Jerome Monk im Verdacht, drei junge Frauen getötet zu haben. Als er nun alle vier Morde gesteht, ist niemand überrascht. Doch Monk weigert sich zu verraten, wo er die Leichen vergraben hat. Auch der Einsatz des forensischen Anthropologen, Dr. David Hunter, bringt keine neuen Erkenntnisse.
Acht Jahre später gelingt Monk die Flucht aus dem Zuchthaus. Panik befällt die Anwohner der Gegend. David Hunter versucht, Monk zu stoppen. Doch der kennt sich in der nebligen Einsamkeit des Dartmoor besser aus als jeder andere ...
(Quelle: Rowohlt)


Meine Meinung


Vor acht Jahren hat David Hunter bei der Suche nach den Opfern des verurteilten Serientäters Monk mitgeholfen. Nun ist Monk aus dem Gefängnis ausgebrochen und scheint es auf die alte Ermittlungstruppe abgesehen zu haben…

„Verwesung“ ist bereits der vierte Band um den forensischen Anthropologen David Hunter. Ich habe alle vier gelesen, Vorkenntnisse sind jedoch im Grunde nicht nötig, die Bücher lassen sich auch als Einzelbände lesen und verstehen. Es gibt zwar einzelne Anspielungen aus Geschehnissen aus früheren Bänden (sodass in einem Fall bereits die Auflösung verraten wird, wer „Kalte Asche“, den zweiten Band der Reihe, lesen möchte, sollte dies vorher tun), was der Leser wissen muss, wird ihm aber ausreichend erklärt.

Wie bei der Reihe gewohnt wird auch „Verwesung“ in der Ich-Perspektive des Protagonisten David Hunter erzählt. Erwähnenswert finde ich dabei, dass der erste Teil des Buches rund acht Jahre vor der Haupthandlung spielt, dazwischen findet sich ein Zeitsprung. Die Handlung ist spannend aufgebaut, wenn auch etwas vorhersehbar. Wie auch in den vorhergehenden Bänden wird die eigentliche Handlung immer wieder durch wissenschaftliche Beschreibungen unterbrochen, die je nach Vorwissen des Lesers interessant oder auch komplett überflüssig sein können.

Der Fokus des Buches liegt klar auf dem Kriminalfall und dessen Lösung, das Privatleben der Figuren kommt nur dann zum Zug, wenn es einen direkten Bezug zur Haupthandlung hat. Auch die Figuren werden nicht sonderlich vertieft beleuchtet und bleiben daher blass und zweidimensional. Wie auch beim Vorgänger „Leichenblässe“ habe ich mich auch hier wieder gefragt, was David Hunter bei den Ermittlungen überhaupt zu suchen hatte, seine Fähigkeiten als forensischer Anthropologe wurden jedenfalls nicht benötigt. Im Grunde spielt er über grosse Teile des Buchs hinweg den Babysitter für eine ehemalige Kollegin und wartet, dass sich der Fall von selbst löst.

Der Schreibstil des Autors Simon Beckett lässt sich flüssig lesen und ist eher einfach gehalten. Der Leser sollte weder inhaltlich noch sprachlich hohe Ansprüche stellen, „Verwesung“ ist ziemliche Standardkost. Wer Thriller um Serienmörder mag, kann dadurch aber gut unterhalten werden, solange man bereit ist, die ab und zu auftretenden Logiklöcher zu ignorieren.

Mein Fazit

Standard-Thrillerkost, die durchaus zu unterhalten weiss.





Task-Challenge

Aufgabe 1, lies ein Buch, dessen Coverbild in Schwarz/Weiß gehalten ist (Grautöne gehören auch dazu) !Der Titel darf in einer anderen Farbe dargestellt sein.

Dienstag, 16. August 2016

[Hörbuch] An einem Tag im November


Bildquelle

von Petra Hammesfahr
gelesen von Regina Lemnitz

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.09.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 01.09.2014
  • Verlag : Random House Audio
  • ISBN: 9783837126549
  • Audio CD: 7h 34, gekürzt
  • Sprache: Deutsch 

Der Random House Audio Verlag hat mir das Hörbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Hörprobe
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Inhalt


Am Nachmittag des 17. November verschwindet die fünfjährige Emilie Brenner. Spurlos, denn obwohl die Nachbarn sie noch mit ihrem neuen Fahrrad sahen, scheint sie wenig später wie vom Erdboden verschluckt. Ein Albtraum für die Eltern, die eine Vermisstenanzeige allerdings viel zu spät aufgeben, und auch für Kommissar Klinkhammer, der aus bitterer Erfahrung weiß, dass bei verschwundenen Kindern jede Minute zählt. Noch ahnt er nicht, dass seit Monaten in der Nachbarschaft Dinge geschehen, die an jenem Tag im November unweigerlich zur Katastrophe führen.


Meine Meinung


Ein kleines Mädchen verschwindet. Was ist passiert, und was hat das Verschwinden mit den Machenschaften einer Mädchen-Gang zu tun?

Die Geschichte wird aus der Sicht eines allwissenden Beobachters erzählt. Die Autorin Petra Hammesfahr wählte dazu einen nüchternen, beinahe protokollartigen Erzählstil, der lediglich Fakten und kaum Emotionen transportiert. Dies führte dazu, dass mir keine der Figuren emotional naheging, ihr Schicksal blieb mir die gesamte Handlung hinweg ziemlich egal.

Die Handlung ist weit verzweigt, wird auf viele Personen aufgeteilt und ist mit Perspektivenwechsel und Zeitsprüngen gespickt. Obschon bei jedem Zeitsprung das genaue Datum angegeben wird, hatte ich schon bald keinen Überblick mehr, wer wer ist und was wann getan hat. Dies vor allem, da sich die Handlung über Monate hinweg zieht und lange unklar bleibt, worum es sich in diesem Buch überhaupt dreht; eine durchgehende Handlung ist nicht erkennbar. Auch die vielen Personen sind nicht detailliert herausgearbeitet, viele bleiben klischeehaft, über manche erfährt an kaum mehr als ihren Namen. In der Print-Version ist wie auch im Booklet der Hörbuchs ein Personenregister enthalten, damit die vielen teilweise nichtssagenden Figuren besser auseinandergehalten werden können. Da ich mich zum Hörbuchhören aber nie hinsetze sondern immer etwas erledige, konnte ich natürlich nicht dauernd ins Booklet starren und hatte bald den Überblick verloren. Weniger Figuren, weniger Themen, weniger Schauplätze hätten das Buch wohl eingänglicher und „lesbarer“ gemacht.

Die Sprecherin Regina Lemnitz passt ihre Lesung dem Schreibstil des Buches an, genau so nüchtern wie der Text ist, trägt sie ihn auch vor. Sie erinnerte mich öfters an eine etwas gelangweilte Nachrichtensprecherin.

Das klingt nun alles recht negativ, aber dennoch hat das Buch seine guten Seiten: die geschilderte Geschichte wirkte auf mich sehr realistisch und regte zum Nachdenken an. Auch eine gewisse Spannung kann ich dem Buch nicht abstreiten, auch wenn es mich nicht in seinen Bann ziehen konnte.

Mein Fazit

Für meinen Geschmack etwas zu komplex und verwirrend.







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 20, ein Buch rund um das Thema Herbst im Titel oder auf dem Cover. Viel herbstlicher als November geht wohl kaum ;-)


Rezensionsexemplar 

Samstag, 13. August 2016

Harry Potter and the cursed Child


Bildquelle

von Jack Thorne
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 31.07.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 31.07.2016
  • Verlag : Little, Brown
  • ISBN: 9780751565355
  • Fester Einband 330 Seiten
  • Sprache: Englisch 

Leseprobe
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Bücher der Reihe
Harry Potter and the Philosopher's Stone
Harry Potter and the Chamber of Secrets
Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
Harry Potter and the Goblet of Fire
Harry Potter and the Order of the Phoenix
Harry Potter and the Half Blood Prince
Harry Potter and the Deathly Hallows
Harry Potter and the cursed Child




Inhalt


Based on an original new story by J.K. Rowling, John Tiffany and Jack Thorne, a new play by Jack Thorne, Harry Potter and the Cursed Child is the eighth story in the Harry Potter series and the first official Harry Potter story to be presented on stage. The play will receive its world premiere in London's West End on 30th July 2016. It was always difficult being Harry Potter and it isn't much easier now that he is an overworked employee of the Ministry of Magic, a husband, and father of three school-age children. While Harry grapples with a past that refuses to stay where it belongs, his youngest son Albus must struggle with the weight of a family legacy he never wanted. As past and present fuse ominously, both father and son learn the uncomfortable truth: sometimes, darkness comes from unexpected places.
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


Das vielleicht Wichtigste möchte ich gleich zuerst erwähnen: hier handelt es sich nicht um einen Roman, sondern um das Skript für das Theaterstück (und es wurde nicht von J.K. Rowling geschrieben). Wer mit dem zugegebenermassen etwas gewöhnungsbedürftigen Stil eines Stücks nicht zurechtkommt (bei Zweifeln am besten zunächst mal eine Leseprobe lesen), muss wohl auf den neuen Harry Potter verzichten…

Da es sich hier um ein Theaterstück handelt, besteht das Buch zu 95% aus Dialogen (ansonsten gibt es nur Regieanweisungen).Diese lesen sich interessant und spritzig, auch wenn durch den Mangel an Beschreibungen das Ganze etwas „im luftleeren Raum“ stattfindet (ist diese Metapher verständlich?). Der Fokus der Geschichte liegt auf Albus und Scorpius, den Söhnen von Harry Potter und Draco Malfoy, die zusammen mit Ginny, Hermione und Ron auch eine grössere Rolle spielen. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Figuren in „Harry Potter and the cursed Child“ bereits bekannt, sodass der Einstieg einfach gerät.

Die Handlung ist spannend und überraschend aufgebaut, zwar nach klassischem Harry-Potter-Schema, aber trotzdem neuartig genug, um den Leser auch dann noch zu überraschen, wenn er die bisherigen Bücher in- und auswendig kennt. Ich möchte aber anmerken, dass die Handlung, wie bei vielen Theaterstücken üblich, aus einzelnen Teilgeschichten besteht, die von einer Rahmenhandlung zusammengehalten werden, und nicht aus eine einzigen, durchgehenden Plot. Das eine oder andere Logikloch ist durchaus vorhanden, ich muss aber zugeben, dass diese mir erst beim Lesen von anderen Rezensionen aufgefallen sind, während der Lektüre des Buchs habe ich sie nicht bemerkt, daher konnten sie mich auch nicht stören. Was allerdings auch mir aufgefallen ist, ist das Verhalten mancher altbekannter Charaktere, das teilweise dem, was ein langjähriger Leser erwarten würde, deutlich widerspricht. Das hat das Potter-Feeling, das mich gleich auf der ersten Seite gepackt hat (kein Wunder, der Prolog von „Harry Potter and the cursed Child“ entspricht dem Epilog von „Harry Potter and the deathly Hallows“) dann doch etwas getrübt.

Mein Fazit

Aufgrund des Schreibstils (Theaterstück) ungewohnt, manche Charaktere wurden stark verändert, aber das Potter-Feeling ist wieder da!









Donnerstag, 11. August 2016

Zürich fliegt


Bildquelle

von Rahel Hefti
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 21.07.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 21.07.2016
  • Verlag : Emons Verlag
  • ISBN: 9783954519460
  • Flexibler Einband 288 Seiten
  • Sprache: Deutsch


Leseprobe
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Inhalt


Mika Blum und Alyssa Müller verbindet eine ereignisreiche Vergangenheit, denn Mika ist Alyssas grosse Liebe – und ihr grösster Feind. Als er zu Besuch in Zürich ist, verschwinden Menschen und tauchen tot wieder auf. In Studentin Alyssa keimt ein schrecklicher Verdacht: Steckt Mika womöglich hinter den Verbrechen, oder ist diese Vermutung ihrer blühenden Phantasie geschuldet? Doch viel wichtiger ist: Wie weit geht sie für die Liebe?
(Quelle: Emons)


Meine Meinung


In der Anwaltskanzlei, bei der die Studentin Alyssa arbeitet, sterben kurz nacheinander mehrere Teilhaber. Hat Mika, den Alyssa von früher her kennt und nun nach langer Trennung wiedersieht, etwas damit zu tun? Ober bildet sich Alyssa alle Hinweise auf einen Zusammenhang nur ein?

Die Geschichte wird, bis auf wenige Szenen, aus der Sicht der Protagonistin Alyssa in der dritten Person geschildert. Ich konnte mich dabei gut in Alyssa hineinfühlen, jedoch einige ihrer Verhaltensweisen ganz und gar nicht nachvollziehen, mehrfach wollte ich sie am liebsten kräftig schütteln, damit sie aufwacht und mal überlegt, was sie tut. Dennoch war mir Alyssa eine der sympathischsten Figuren, die meisten anderen mochte ich nicht so wirklich (oder entwickelte sogar eine mehr oder weniger grosse Abneigung gegen sie).

„Zürich fliegt“ wird unter dem Titel „Kriminalroman“ verkauft, ich würde das Buch aber eher als Thriller bezeichnen. Der Kern der Handlung ist nämlich weniger die Aufklärung einer Straftat, sondern mehr eine psychologische Studie: was ist wahr und was ist Illusion, wem kann Alyssa trauen, was hat sie wirklich überlegt und was bildet sie sich nur ein? Die Aufklärung der Straftat(en) diente zumindest bei mir nur noch dazu, das zu bestätigen, was ich ohnehin schon lange vermutet hatte. Es bleibt jedoch anzumerken, dass das Buch auch recht komplex ist, es braucht dann doch eine gewisse Konzentration, um alles mitzubekommen und alle Zusammenhänge zu verstehen.

Wie man bei einem Buch aus dem Emons-Verlag erwartet konnte, ist auch „Zürich fliegt“ ein Regiokrimi (oder eben Regiothriller). Wie man dem Titel unschwer entnehmen kann, spielt die Geschichte in und um Zürich, wobei neben den klassischen Orts- und Strassennahmen (die auch wirklich exisitieren) auch der eine oder andere Helvetismus enthalten ist, der bei deutschen oder österreichischen Lesern eventuell zu Verständnisschwierigkeiten führen könnte (ich habe die Helvetismen zugegebenermassen gar nicht gesehen, da mir als Schweizerin die Worte so geläufig sind, lese ich wohl einfach darüber hinweg).

Der Schreibstil der Autorin Rahel Hefti liess sich flüssig lesen und hat mich so richtig gepackt. Mit ihren plastischen Metaphern findet sie immer das richtige Wort, ohne dabei übertrieben blumig zu werden. Während der Schwerpunkt klar auf der Spannung und dem „was wäre wenn…“ liegt, kommt bei „Zürich fliegt“ auch der Humor nicht zu kurz.

Mein Fazit

Spannender Regiothriller, der mit Wahrheit und Einbildung spielt.





Dienstag, 9. August 2016

Pearl Nolan und der tote Fischer


Bildquelle

von Julie Wassmer
übersetzt durch Sepp Leeb
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 15.07.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 15.07.2016
  • Verlag : List Verlag
  • ISBN: 9783471351383
  • Flexibler Einband 336 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der List Verlag und Vorablesen haben mir das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe
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Inhalt


Pearl Nolan betreibt ein kleines Fischlokal im malerischen Küstenort Whitstable. Niemand kann kochen wie sie, und niemand kann besser Geheimnisse lüften. Erst kürzlich hat Pearl sich einen Lebenstraum erfüllt und ein Detektivbüro als zweites Standbein eröffnet. Doch da wird ein Austernfischer tot aufgefunden, der Tote ist ausgerechnet ihr Lieferant. Der zurückhaltende, aber überaus attraktive Kommissar McGuire spricht von einem Unfall, aber Pearl weiß, dass das nicht stimmen kann. Pearl wird fortan mit ihm gemeinsam ermitteln – ob McGuire nun will oder nicht.
(Quelle: List)


Meine Meinung


Pearl Nolan besitzt nicht nur ein kleines Restaurant, das sich auf Austern spezialisiert hat, sondern auch ein Detektivbüro. Nachdem kurz nacheinander nicht nur der Mann, den sie beschatten soll, sondern auch der Auftraggeber stirbt, kann sie nicht an einen Zufall glauben.

Die Geschichte wird in erster Linie in der dritten Person aus der Sicht von Pearl Nolan erzählt, die dem Buch auch den Titel gibt. Pearl konnte mich nicht absolut begeistern, ich mochte sie aber genug, um sie als Protagonistin wertschätzen zu können, auch wenn ich sie in gewissen Situationen eher nervig fand. Der Schreibstil der Autorin Julie Wassmer lässt sich flüssig lesen, sodass sich das Buch auch gut als Balkonlektüre für den Sommer eignet.

Neben dem Kriminalfall nimmt Pearls Privatleben einen grossen Platz ein, eigentliche Ermittlungshandlungen, die man verfolgen könnte gibt es zudem kaum. Wer auf der Suche nach einem Krimi ist, bei dem sich alles um den Fall und die Ermittlungen dreht, wird mit diesem Buch nicht glücklich. „Pearl Nolan und der tote Fischer“ ist ein klassischer Regiokrimi, bei dem auch die Umgebung eine grosse Rolle spielt. Die Handlung ist schön in die englische Küstenregion eingebettet, teilweise bildete ich mit ein, Salz und Seetang zu riechen während der Lektüre… Auch das Kochen und Essen spielt eine grosse Rolle, so erfährt der Leser das eine oder andere über englische oder italienische Fischgerichte.

Das Tempo ist ziemlich gemütlich, grosse Action gibt es hier nicht. Die Auflösung ist einerseits zwar recht vorhersehbar, enthält dann aber doch einige Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Dies vor allem, da der Fall nicht durch Ermittlungen, sondern mehr durch Zufall gelöst wird und der Leser ohne „Lösungsweg“ und ohne vorherige Hinweise plötzlich vor dem Resultat steht. Der Schwerpunkt bei diesem Buch liegt eindeutig nicht auf den Kriminalfall, sondern auf der Umgebung und auf dem Privatleben der Figuren.

Mein Fazit

Gemütlicher Krimi mit viel Küstenstimmung und Schwerpunkt auf dem „Drumherum“




Rezensionsexemplar


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