Dienstag, 28. März 2017

Wild - From Lost to Found on the Pacific Crest Trail


Bildquelle

von Cheryl Strayed

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.03.2012
  • Aktuelle Ausgabe : 26.03.2013
  • Verlag : Atlantic Books
  • ISBN: 9781782390626
  • Flexibler Einband 336 Seiten
  • Sprache: Englisch 

Das Buch ist auf deutsch unter dem Titel "Der grosse Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst" im Goldmann Verlag erschienen.



Leseprobe
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Inhalt


„Die Frau mit dem Loch im Herzen, das war ich.“ Gerade 26 geworden, hat Cheryl Strayed das Gefühl, alles verloren zu haben. Und so trifft sie die folgenreichste Entscheidung ihres Lebens: die mehr als tausend Meilen des Pacific Crest Trail zu wandern, durch die Wüsten Kaliforniens, über die eisigen Höhen der Sierra Nevada, durch die Wälder Oregons bis zur „Brücke der Götter“ im Bundesstaat Washington – allein, ohne Erfahrungen und mit einem Rucksack auf dem Rücken, den sie „Monster“ nennt. Diese Reise führt Cheryl Strayed bis an ihre Grenzen und darüber hinaus ...
(Quelle: Goldmann)


Meine Meinung


Die 26-jährige Cheryl steht vor einem Scherbenhaufen. Vor einigen Jahren ist ihre Mutter gestorben, seither hat Cheryl den Halt verloren, hat ihren Mann betrogen und ist dem Heroin verfallen. Ohne Plan oder Erfahrung beschliesst sie, durch eine 1000 Meilen lange Wanderung auf dem Pacific Crest Trail, einem Bergwanderweg, der die USA von Süd nach Nord durchquert, wieder zu sich selbst und zu einer neuen Zukunft zu finden.

Da das Buch einen autobiographischen Erlebnisbericht festhält, wird die Geschichte wie zu Erwarten war von der Autorin und Protagonistin Cheryl Strayed in der Ich-Perspektive erzählt. Cheryl geht dabei nur bedingt chronologisch vor, beginnt mitten in der Wanderung, springt dann in der Zeit zurück zu ihrer Kindheit und Jugend, wieder vor zum Beginn der Wanderung, wieder in die Vergangenheit, wieder zur Wanderung und so weiter. Das klingt sehr verwirrend, ist es teilweise auch, hilft aber zu verstehen, wie Cheryl während den über 100 Tagen auf dem Trail mit ihrer Vergangenheit ins Reine gekommen ist. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mit Cheryl als Person ziemlich Mühe hatte. Natürlich ist es tragisch, wenn man jung ein Elternteil verliert. Aber das passiert täglich tausenden von Menschen, und die wenigsten lassen ihr Leben einfach so fallen, wie es Cheryl getan hat.

Der Schreibstil von Cheryl Strayed lässt sich flüssig lesen und sie hat es geschafft, mir die Strapazen ihrer Wanderung bildhaft vor Augen zu bringen. Die Landschaften, durch die sie gewandert ist, treten dabei ziemlich in den Hintergrund, sodass ich mehrfach das Bedürfnis hatte, mir von allem mal selbst ein Bild zu machen. Allerdings steckt Cheryl Strayed umso mehr Energie in die Beschreibung ihrer Verletzungen und körperlichen Schmerzen, sodass ich das Langstreckenwandern doch lieber bleiben lasse… Wer Informationen über den PCT sucht, sollte sich ein anderes Buch beschaffen, hier sind über den Trail selbst kaum Infos zu finden.

Mein Fazit

Eindrückliche Wanderung einer jungen Frau zu sich selbst. 








Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 7, ein Buch, das verfilmt wurde, gerade verfilmt wird oder für das eine Verfilmung geplant ist. Das Buch wurde 2014 mit Reese Witherspoon verfilmt






Montag, 27. März 2017

[Hörbuch] Todesmärchen


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von Andreas Gruber
gelesen von Achim Buch

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 12.08.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 15.08.2016
  • Verlag : Der Hörverlag
  • ISBN: 9783844521375
  • Audio-Download: 14h 28
  • Sprache: Deutsch 

Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Todesfrist
Todesurteil
Todesmärchen
Todesreigen (erscheint am 21.08.2017)


Inhalt


In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein – doch der Killer scheint ihnen immer einen Schritt voraus. Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah im norddeutschen Steinfels ein, einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher. Sie soll eine Therapiegruppe leiten, ist jedoch nur an einem einzelnen Häftling interessiert: Piet van Loon. Der wurde einst von Sneijder hinter Gitter gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel …
(Quelle: Der Hörverlag)


Meine Meinung


Ein Serienkiller reist quer durch Europa, und alle Opfer scheinen etwas mit dem LKA-Profiler Maarten S. Sneijder zu tun zu haben. Können Sneijder und seine Partnerin Sabine Nemez den Täter aufhalten, bevor er noch mehr Menschen umbringt?

„Todesmärchen“ ist der dritte Teil der Buchreihe um die LKA-Beamten Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, Vorkenntnisse sind zum Verständnis nicht nötig.

Die Geschichte ist, wie die beiden Vorgänger auch, aus mehreren Handlungssträngen zusammengesetzt, die sich zunächst in zwei Hauptstränge, danach in einen einzelnen Strang vereinen. Erzählt wird dabei aus wechselnder Perspektive, in der Hauptsache aus der Sicht der Polizistin Sabine und der Psychologin Hannah. Die Figuren werden dabei nicht tiefer beleuchtet sondern bleiben eher zweidimensional und klischeehaft.

Die Handlung ist spannend aufgebaut, wenn auch total überzogen und sehr unrealistisch. Wer einen Thriller sucht, der sich tatsächlich so zutragen könnte, wird hier nicht glücklich. Auch einen empfindlichen Magen sollte der Leser nicht haben, der Autor Andreas Gruber
Spart nicht an unappetitlichen Szenen und baut diese gerne ausschweifend aus. Häufige und schnelle Szenenwechsel haben es mir zudem zeitweise schwer gemacht, der Handlung aufmerksam zu folgen. Ich muss daher zugeben, dass die Nemez/Sneijder-Reihe alles andere als hohe Literatur ist. Aber ich finde sie dennoch höchst unterhaltsam, auf klassischem „Hollywood-Popcorn-Blockbuster“-Niveau: Hirn aus, Unterhaltung ein.

In den bisherigen Bänden wurde dem Autor Andreas Gruber öfters vorgeworfen, er habe den Handlungsort Wien und Umgebung schlecht recherchiert und beschrieben. Dieser Kritik kann ich mich beim dritten Band auch für die Stadt Bern anschliessen. So beschreibt der Autor beispielsweise, wie Sabine von einem Balkon in Bern aus auf die Berge blickt, einer davon sei bereits schneebedeckt. Von Bern aus sind die Berner und Walliser Alpen je nach Wetterlage gut zu sehen. Ein grosser Teil dieser Berge sind über 3000m hoch, die klimatische Schneefallgrenze liegt in den Alpen aber unter 3000müM. Und was bedeutet das? Dass unmöglich nur wenige oder gar ein einzelner Berggipfel schneebedeckt sein kann. Die Alpen sind das ganze Jahr hindurch schneebedeckt (die tieferen Gipfel natürlich ausgenommen), selbst im Hochsommer. Auch dass der Autor seine Berner Figuren grundsätzlich vom „Hauptbahnhof“ sprechen lässt, hat mich gestört. In der Schweiz gibt es genau einen einzigen Hauptbahnhof, den in Zürich (und der wird von allen nur HB genannt). Alle anderen Städte haben keinen Hauptbahnhof, zumindest von der Bezeichnung her. Der Bahnhof, der diese Funktion übernimmt, wird nur Bahnhof genannt, alle kleiner Bahnhöfe der Stadt mit dem entsprechenden Nebennamen, in Bern beispielsweise Bern Brünnen oder Bümpliz Nord. Auch nicht sehr glaubwürdig erschien mir, dass die deutsche Ermittlerin eine Telefonbeantworteransage auf Schweizerdeutsch ohne Schwierigkeiten aufs Wort genau versteht. Schweizerdeutsch ist für die meisten Deutschen nämlich ein ziemlich unverständliches Kauderwelsch, wenn sie sich den Umgang mit Schweizern nicht gewohnt sind. Dass die Polizei ein Register über das Aussehen der Bürger führt (sie suchen explizit blonde, gutaussehende junge Frauen) wäre mir auch neu. Daneben gibt es weitere Kleinigkeiten wie falsche Bezeichnungen der Abteilungen der Polizei oder frei erfundene Verkehrsüberwachungskameras, die so nicht existieren, aber alle Fehler hier aufzuzählen, würde eindeutig den Rahmen sprengen…

Auch der dritte Band der Reihe wird in der Hörbuchversion wieder von Achim Buch gelesen, der auch hier wieder überzeugend arbeitet.

Mein Fazit

Klischeehaft und voller Detailfehler – aber dennoch höchst unterhaltsam. 






Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 8, ein Buch, dessen Autor aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt



Samstag, 25. März 2017

Es klingelte an der Tür


Bildquelle

von Rex Stout
übersetzt durch Conny Lösch

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.03.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 11.03.2017
  • Verlag : Klett-Cotta
  • ISBN: 9783608981117
  • Fester Einband 248 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der Klett-Cotta Verlag und Vorablesen haben mir das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe
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Inhalt


Die reiche Exzentrikerin Rachel Bruner hat die Nase voll vom amerikanischen Geheimdienst. Sie kauft zehntausend Exemplare eines Enthüllungsbuchs und verschickt es landesweit. Klar, dass das Ärger gibt: Das FBI lässt sie auf Schritt und Tritt überwachen. In ihrer Not wendet sich die vornehme Dame an Nero Wolfe, den berühmtesten Privatermittler von New York. Doch wie soll der ihr helfen? Sein Gegenspieler ist immerhin kein Geringerer als J. Edgar Hoover. Ein Scheck über 100 000 Dollar überzeugt ihn, es zumindest zu versuchen. Da kommt ihm ein Mordfall an einem Journalisten sehr gelegen ...
(Quelle: Klett-Cotta)


Meine Meinung


Der Privatdetektiv Nero Wolfe wird beauftragt, eine Klientin vor der Beschattung durch das FBI zu „retten“. Zeitgleich wird ein Journalist ermordet, bei dem die Spuren ebenfalls auf das FBI hindeuten. So steht Wolfe dem wohl grössten Gegener gegenüber, den die USA zu bieten haben: dem Staat.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Nero Wolfes Assistenten Archie Goodwin erzählt. Wieso eigentlich Nero der grosse Held und berühmte Detektiv sein sollte, habe ich während der Lektüre nicht wirklich verstanden. Die ganze Arbeit wird im Grunde von Archie erledigt, während Nero zu Hause rumsitzt, seine Orchideen pflegt und Leute anblafft. Mehr Eigenschaften als „unfreundlich“ scheint Wolfe kaum aufzuweisen, auch Archie bleibt blass. Vom „bösen Gegner“ wird mehr gesprochen, als dass er tatsächlich auftaucht, und wenn, dann auch nur mit blassen, nichtssagenden Figuren.

Die Handlung ist ziemlich verwirrend und ich muss zugeben, dass ich bis zum Schluss nur am Rande verstanden habe, worum es eigentlich geht. Viele Fragen wurden meines Erachtens nicht beantwortet. Oder habe ich die Antworten schlicht übersehen? Jedenfalls sollte das Buch mit grosser Konzentration gelesen werden, wer es nur so nebenher überfliegt, wird wohl die Hälfte der Handlung verpassen. Nachdem ich dann das Nachwort gelesen hatte, wurde mir immerhin einiges klarer, da der Autor seine Geschichte stark in das damals aktuelle Umfeld eingebunden hatte, was im Nachwort auch erklärt wird. Wer alles verstehen will, sollte sich daher vor der Lektüre am besten über die politische und allgemeine Situation der USA in der Mitte der 1960er schlau machen.

Leider las sich der Krimi nicht nur komplex, sondern auch ziemlich zäh, sodass ich für das doch recht dünne Buch mit weniger als 250 Seiten etwa doppelt so lange brauchte, wie ich im Voraus erwartet hätte. Man sollte sich daher für die Lektüre nicht nur genügend Konzentration, sondern auch ausreichend Zeit einplanen.

Als Fan von klassischen Krimis habe ich sehr auf das Buch vom mir bisher unbekannten Autoren Rex Stout gefreut, aber leider kann mich der Autor weder mit interessante Charakteren, spannenden Wendungen oder wenigstens aussergewöhnlichen Ermittlungsmethoden (der Mordfall wird schlussendlich durch einen einzigen Satz aufgelöst) locken. So hat mich der Krimi eher enttäuscht.

Mein Fazit

Recht zäh und ziemlich verwirrend.






Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 4, ein Buch eines bereits verstorbenen Autors


ABC-Challenge der Protagonisten

Nero = N männlich


Rezensionsexemplar



Mittwoch, 22. März 2017

Wenn alle Hoffnung vergangen


Bildquelle

von Alexander Hartung

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 26.05.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 26.05.2015
  • Verlag : Amazon Publishing
  • ISBN: 9781503906853
  • E-Buch Text 290 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Bis alle Schuld beglichen
Vor deinem Grab
Wenn alle Hoffnung vergangen
Die Erinnerung so kalt
Was verborgen bleiben sollte (erscheint am 25. April 2017)


Inhalt


Kommissar Tommens Kneipenaufenthalt wird jäh beendet, als er zu einem Tatort gerufen wird. Der Pharma-Manager Isak Neumann ist über die Brüstung seines Penthouses in den Tod gestürzt. Am Tatort entdeckt Jan auf den Überwachungsbändern einen unbekannten Eindringling: Bernard Durand, der wegen Körperverletzung an Isak Neumann eine zweijährige Haftstrafe absitzen musste. Die Fahndung nach Durand ist nur wenige Stunden alt, als sich der Gesuchte auf der Wache stellt – er bestreitet jedoch, der Mörder zu sein.
Die Ermittlungen werden ausgeweitet und es tauchen immer mehr Spuren auf, die zu einem mysteriösen Projekt namens PERV9 führen. Als Jan die finsteren Hintergründe dieses Projekts aufdecken möchte, gerät er selbst in die Schusslinie.
Und dann erreicht ihn auch noch der Hilferuf eines verschollenen Mitglieds des Ermittlerteams.
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


„Wenn alle Hoffnung vergangen“ ist der dritte Band der Thriller-Reihe um den Berliner Polizisten Jan Tommen und sein Team. Vorkenntnisse sind zum Verständnis nicht zwingend nötig, ich empfehle aber dennoch, die Bücher in der Erscheinungsreihenfolge zu lesen, da das Verhältnis zwischen den Figuren so besser verständlich wird.

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt, für jede Szene hat sich der Autor Alexander Hartung eine Figur herausgepickt und schildert die Szenen aus deren Sicht. Auf das Gefühlsleben der einzelnen Figuren geht er aber nicht näher ein, mehr als ein „er war müde“ oder „sie fürchtete sich nicht“ wird nicht preisgegeben. Die Bücher der Reihe leben daher mehr von der Handlung und der Interaktion der Figuren als von den Charakteren an sich.

Die Handlung besteht zunächst aus zwei Strängen, von denen einer in Berlin, der andere jedoch in Mannheim spielt. Erst im Laufe der Geschichte wird klar, wie die Stränge zusammenhängen. Die Geschichte ist ziemlich komplex, mehrfach hatte ich etwas Schwierigkeiten, genau zu durchschauen wer da mit wem was, wie und warum angestellt hat. Auch die vielen Figuren, die teilweise leider blosse Namen blieben, waren etwas schwer zu unterscheiden. Dafür wird der „Bösewicht“ schon enttäuschend früh verraten, ein Grossteil der Handlung dreht sich um die Beweisbeschaffung.

Der Schreibstil ist eher einfach gehalten, trotz einiger Schreibfehler (in der Kindle-Version) liess sich das Buch flüssig lesen. Mich hat der Thriller gut unterhalten, hohe Literatur darf aber nicht erwartet werden.

Mein Fazit

Spannende, komplexe Handlung mit leider ziemlich blassen, klischeehaften Figuren. 








Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 1, ein Buch mit einem überwiegend blauen oder lilafarbenen Cover


ABC-Challenge der Protagonisten

Jan = J männlich

Montag, 20. März 2017

[Hörbuch] Todesurteil


Bildquelle

von Andreas Gruber
gelesen von Achim Buch

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 16.02.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 16.02.2015
  • Verlag : Der Hörverlag
  • ISBN: 9783844515756
  • Audio-Download: 13h 20
  • Sprache: Deutsch 


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Todesfrist
Todesurteil
Todesmärchen
Todesreigen (erscheint am 21.08.2017)



Inhalt


In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört an einem nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes "Inferno" tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen den Fällen – und das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat …
(Quelle: Hörverlag)


Meine Meinung


Sabine Nemez kann sich einen langjährigen Traum erfüllen und eine Ausbildung beim BKA unter dem Profiler Maarten S. Sneijder beginnen. Zur gleichen Zeit taucht in Wien die kleine Clara auf, die über ein Jahr verschwunden war.

„Todesurteil“ ist der zweite Band der Buchreihe um Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder. Die Bücher können auch unabhängig voneinander gelesen werden, in diesem Band wird alles Wichtige, das man zum Verständnis aus dem vorherigen Band wissen sollte, noch einmal wiederholt.

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt, hauptsächlich aus der Sicht der BKA-Beamtin Sabine Nemez und der Staatsanwältin Melanie Dietz. Aber auch andere Personen kommen zwischendurch zu Wort. Über die Figuren erfährt der Leser nicht allzuviel, man verfolgt in erster Linie ihre Handlungen, erfährt aber nur selten, was dabei in ihnen vorgeht. Daher bleiben die Charaktere eher blass (ja, selbst der exzentrische Sneijder).

Die Handlung besteht aus mehreren Strängen, deren Zusammenhang erst im Laufe der Geschichte klar wird. Zu Beginn begleiten wir Sabine bei ihrer Ausbildung im BKA sowie Melanie in Wien, die das Verschwinden (und Wiederauftauchen) eines kleinen Mädchens aufklären will. Die Erzählung wechselt zwischen den beiden Strängen hin und her, wobei ich öfters etwas Mühe hatte, den Szenenwechsel mitzubekommen und dann die ersten paar Sätze etwas verwirrt war. Vielleicht ist das in der geschriebenen Version, wo die Wechsel durch neue Abschnitte oder gar Kapitel gezeigt werden können, weniger auffällig als in der Hörbuchversion, wo die Geschichte bei Szenenwechseln ohne erkennbare Pause weitererzählt wurde.

Grundsätzlich ist die Handlung spannend gehalten, leider wird sie nach einer Weile ziemlich vorhersehbar. Der Täter und das Motiv werden dem Leser schon ziemlich früh geradezu aufs Auge gedrückt. Um doch noch etwas Überraschung hineinzubringen, kommen dann noch eine oder zwei Wendungen respektive Enthüllungen dazu, die ich aber nur noch konstruiert und „too much“ fand. Kommissar Zufall musste hier offenbar Zusatzschichten schieben… Auch dieser Band enthält einige Logiklöcher und missachtet grundsätzliche rechtsstaatliche Regeln wie beispielsweise den zwingenden Ausstand in der Strafverfolgung bei einer persönlichen Verbindung zu Täter oder Opfer. Der Autor lässt seine Protagonisten als Vertreter der Strafverfolgung zudem reihenweise Straftaten begehen, ohne dass dies Folgen für sie selbst oder die Aufklärung des Falles hätte. Für eine Juristin wie mich besonders schmerzhaft, aber ich konnte glücklicherweise darüber hinwegsehen und mich trotzdem an der unterhaltsamen Geschichte erfreuen.

Der Schreibstil des Autors Andreas Gruber ist flüssig gehalten, enthält aber für meinen Geschmack zu viele Wiederholungen. Ähnliche Situationen werden mit dem immer gleichen Wortlaut beschrieben (Maarten S. Sneijder wird sauer, wenn er Maarten Sneijder ohne S, genannt wird, Leichenhallenlächeln etc.), sodass ich nun nach dem zweiten Band der Reihe direkt hintereinander teilweise schon fast mitsprechen konnte. Auch dieser Band enthält wieder einige ziemlich unappetitliche Szenen, sodass ich ihn empfindlichen Lesern nicht empfehlen kann.

Der Sprecher Achim Buch machte seine Sache auch hier wieder überzeugend und hat den Text ansprechend vorgelesen. Die Figuren lassen sich in den Dialogen gut unterscheiden, ohne übertreiben oder verstellt zu klingen.

Mein Fazit

Etwas gar konstruierte Handlung, aber dennoch spannend.






Freitag, 17. März 2017

Der letzte Überlebende


Bildquelle

von Sam Pivnik
übersetzt durch Ulrike Strerath-Bolz

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.03.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 01.03.2017
  • Verlag : Theiss, Konrad
  • ISBN: 9783806234787
  • Fester Einband 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der Konrad Theiss Verlag und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



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Inhalt


Holocaust-Überlebender Sam Pivnik lebte mit seiner Familie in einem oberschlesischen Städtchen, der Vater war Schneider und stopfte den Leuten die Hosen. Sam war gerade mal 13 Jahre alt, als die Nazis in Polen einmarschierten. Während das Städtchen ein Ghetto wurde, war der Junge, der damals noch »Szlamek« hieß, mittendrin. Er überlebte, auch den Todesmarsch nach Auschwitz, die Selektion durch Mengele, die Zwangsarbeit, den Schiffbruch auf der Cap Arcona. All das erlebte Sam in den kurzen Jahren seiner Kindheit und Jugend. Vierzehn Mal entging er dem Tod. Am Ende war er der einzige Überlebende seiner Familie.

Der Krieg ließ keine Möglichkeit, an ein Morgen zu denken. Und wen interessierte nach dem Krieg das Gestern? Am Ende seines unglaublichen Lebens gelingt es Pivnik, einem der letzten Überlebenden von Auschwitz, darüber zu sprechen.
(Quelle: Theiss)


Meine Meinung


Szlamek Pivnik feiert gerade seinen dreizehnten Geburtstag, als die Wehrmacht 1939 in Polen einmarschiert. In der Folge verliert seine jüdische Familie immer mehr Rechte, bis sie 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert werden. Im Gegensatz zu seiner Familie überlebt Szlamek das Konzentrationslager und erzählt mehr als 70 Jahre später seine Erlebnisse als polnischer Jude während des zweiten Weltkriegs.Die letzten Kapitel fassen kurz sein Leben in den Jahren nach Kriegsende zusammen.

Der Autor Sam Pivnik, der zu dieser Zeit noch Szlamek hiess, erzählt seine Geschichte in der Ich-Perspektive. Er bleibt dabei eher nüchtern, fast kühl, was ich aber ziemlich passend fand. War er als Jugendlicher erlebt hat war so schrecklich, dass alleine die Schilderung der Tatsachen ausreicht, um den Leser tief zu berühren. Eine pathetische Wortwahl oder ein Drücken auf die Tränendrüse wäre hier zu viel gewesen. So stellt sich das Buch als das dar, was es auch ist: die Dokumentation eines Schicksals, das Sam mit Millionen von anderen geteilt hat, mit dem Unterschied, dass er es als einer der wenigen überlebt hat und heute davon erzählen kann. Bei der Lektüre fühlte ich mich öfters, als würde ich neben Sam auf einer Bank sitzen und er würde mir seine Geschichte selbst erzählen.

„Der letzte Überlebende“ ist in erster Linie ein Zeitzeugenbericht über eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Im Holocaust während des zweiten Weltkriegs wurden mehr als sechs Millionen Juden ermordet, rund eine Million davon im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Sam Pivnik erzählt aber nicht nur von seinen Erlebnissen, sondern bringt auch Zahlen und Namen. Man merkt, dass er sich in den Jahren danach intensiv mit dem Konzentrationslager befasst hat, da er Fakten auflistet, die er damals schlicht nicht wissen konnte. Daher erinnert das Buch öfters fast eher an ein nüchternes Geschichtsbuch mit Fakten als an wahre Erlebnisse. Ich denke, dass dieses Abstrahieren, das Auflisten von Fakten Sam Pivniks Weg ist, mit den erlebten Gräueltaten umgehen zu können und sie emotional von sich fernzuhalten, um nicht daran zu zerbrechen.

Neben dem Text enthält das Buch auch einige schwarz-weisse Abbildungen von Karten, um sich die Umstände des Lagers und des Todesmarsches besser vorstellten zu können, sowie Fotos von Auschwitz-Birkenau und der Familie Pivnik.

Mein Fazit

Ziemlich nüchtern geschildert, aber trotzdem sehr berührend. 







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 6, ein Buch, das Dich traurig oder nachdenklich gemacht hat


Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 32, ein Buch, auf dessen Cover mehrere Streifen zu sehen sind



Mittwoch, 15. März 2017

Schlaflied


Bildquelle

von Cilla & Rolf Börjlind
übersetzt durch Christel Hildebrandt

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.02.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 20.02.2017
  • Verlag : btb
  • ISBN: 9783442757169
  • Flexibler Einband 480 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der btb Verlag und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



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Bücher der Reihe:
Die Springflut
Die dritte Stimme
Die Strömung
Schlaflied



Inhalt


Am Stockholmer Hauptbahnhof herrscht Chaos. Ein Mädchen im Strom der Asylsuchenden schlägt sich ganz alleine durch. Aus Angst vor den Behörden lebt sie mehr schlecht als recht auf den Straßen Stockholms – bis sie auf die Obdachlose Muriel trifft, die sich ihrer annimmt. Gemeinsam suchen sie Zuflucht in einer einsamen Hütte auf dem Land. Aber ist es in den Wäldern Smalands wirklich sicherer als auf den Straßen von Stockholm? Zur selben Zeit versucht der frühere Kriminalkommissar – und frühere Obdachlose – Tom Stilton seinen Polizeikollegen zu beweisen, dass er wieder ganz auf der Höhe ist. Er soll dabei helfen, den grausamen Tod eines Jungen aufzuklären, der vergraben im Wald gefunden wurde. Wenig später bittet ihn Muriel um Hilfe, weil sie ihren Schützling in Gefahr glaubt. Haben die Fälle etwa miteinander zu tun? Tom Stilton und Olivia Rönning kommen der Wahrheit nur langsam auf die Spur ...
(Quelle: btb)


Meine Meinung


„Schlaflied“ ist der vierte Krimi der Reihe. Zum Verständnis des Falls sind keine Vorkenntnisse nötig, zur besseren Unterscheidung der Figuren wäre es aber wohl sinnvoll, wenn man sie schon kennen würde.

Die Geschichte wird aus der Beobachterperspektive mit ständig wechselndem Fokus erzählt. Ständig wird zwischen verschiedenen Figuren und mehreren Handlungssträngen hin und her gesprungen, sodass ich bei Szenenwechseln oft Mühe hatte, mich wieder in die Situation hineinzufinden. Dass ich mit dem Einstieg in die Handlung ziemlich Mühe hatte liegt wohl auch daran, dass ich die vorhergehenden Bände der Reihe nicht kenne und somit auch mit den Figuren nicht vertraut war. Die werden von den Autoren nämlich ohne grosse Einführung direkt in die Geschichte geworfen, sodass ein neueinsteigender Leser zunächst mit einer Fülle an blossen Namen zurechtkommen muss.

Die Handlung erschien mit etwas zu weit verzettelt. Viele Nebenhandlungen werden angerissen, dann aber doch nicht weiter ausgeführt. Diese hätte man gleich weglassen und die Geschichte damit etwas straffen können. Der Fall selbst ist sehr politisch gehalten – etwas zu politisch für meinen Geschmack. Ich habe in meinen Krimis lieber Einzeltäter als grosse Verschwörungen. Vor allem hätte ich es bevorzugt, wenn sich die Autoren für einen Schwerpunkt entschieden hätten, anstatt gleich mehrere schwer verdauliche, von Flüchtlingskrise bis Pädophilie, ins Spiel zu bringen. Das Privatleben der Ermittler kommt zwar immer wieder mal zur Sprache, nimmt aber keine übermässig grosse Rolle ein.

Den Schreibstil der beiden Autoren fand ich recht gewöhnungsbedürftig. Stellenweise waren die Sätze sehr kurz, regelrecht abgehackt und bestanden teilweise nur aus zwei, drei Worten. Dann war die Sprache wieder ausschweifend, fast poetisch. Ob die Zusammenarbeit zweier Autoren zu diesen Unterschieden geführt hat? Jedenfalls haben mich diese markanten Stilunterschiede öfters ins „stolpern“ gebracht.

Mein Fazit

Zu verzettelt um mich wirklich zu überzeugen.





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 34, ein Buch das 2017 erschienen ist


ABC-Challenge der Protagonisten

Olivia = O weiblich




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