Donnerstag, 23. Februar 2017

Artgerechte Menschenhaltung


Bildquelle

von Tucki Kaiser

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.09.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 01.09.2015
  • Verlag : Kynos
  • ISBN: 9783954640461
  • Flexibler Einband 120 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Kynos Verlag und    haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe 
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Inhalt


Haben Menschen ein Bewusstsein? Wie vermeidet man ihre Verhundlichung? Worauf ist bei Anschaffung, Erziehung und Beschäftigung besonders zu achten? Sollen Menschen ein eigenes Körbchen haben? Ganz souverän im Stile eines Loriot dreht der Autor hier den Spieß einmal um und gibt sehr ernsthafte und gut fundierte Tipps, wie hund sich seinen Menschen erzieht, damit das Zusammenleben mit ihm ein wahres Vergnügen wird. Mit viel Kenntnis von Denkweise und Logik der selbstverständlich sehr viel klügeren Caniden hält er uns dabei einen Spiegel vor, der urkomisch und verständnisfördernd zugleich ist. Mit Illustrationen von Heinz Grundel
(Quelle: Kynos)


Meine Meinung


Tucki Kaiser, ein Kleinspitz, erzählt in „Artgerechte Menschenhaltung“ in 25 kurzen, bunt illustrierten Kapiteln, wie er seine Menschenfamilie ausgesucht und erzogen hat. Das Ganze soll sehr humorvoll wirken (ich habe sogar schon einen Vergleich mit Loriot gelesen, den ich aber für masslos übertrieben halte), wirkt aber über weite Strecken hinweg eher krampfhaft versucht als wirklich geschafft. Was mir vor allem gefehlt hat, ist das wirklich „hundische“ im Text. Der Erzähler ist zwar ein Hund, das merkt man ihn aber nicht an, er klingt wie ein Mensch. Welcher Hund würde wohl Menschen in „Rassen“ wie Hamburger, Bayer, Kölner einteilen, oder nach Berufen wie Politiker, Polizist, Handwerker? Eben: keiner, da gibt es tonnenweise andere Merkmale, die für einen Hund wichtig sind, aber Herkunft und Beruf gehören sicher nicht dazu (ausser der Hund darf mitarbeiten).

Der Text ist wie erwähnt in kurze Kapitel aufgeteilt, wobei auf jeder Seite ein oder zwei Sätze als Zwischenfazit in einer grösseren, kursiven Schrift hervorgehoben werden. Dies ist zwar einerseits praktisch, da das Fazit so gleich ins Auge springt, andererseits stört es doch ziemlich den Lesefluss, da diese Textstellen nicht losgelöst für sich dastehen, sondern in Grund Teil des Fliesstexts sind und mitgelesen werden müssen.

Der Aufbau des Buchs ist nicht wirklich geordnet, viele Punkte werden immer wieder angesprochen und mehrfach erwähnt, eine durchgehende Struktur fehlt. Eine häufige Wiederholung ging mit nach einiger Zeit besonders auf die Nerven: wenn eine menschliche Aussage erwähnt wird, geschieht dies immer mit den Worten „ein Bellen, das phonetisch in etwa klingt wie…“. Beim ersten Mal mag das ja noch amüsant sein. Aber spätestens nach dem 10. Mal wollte ich nur noch schreien, wenn ich diesen Satz las. Lieber Tucki, bitte wechsle dich doch etwas ab, ständige Wiederholungen sind nicht lustig, sondern nur nervig!

Äusserlich wie ein Ratgeber aufgebaut, eignet sich „Artgerechte Menschenhaltung“ überhaupt nicht zu diesem Zweck, dem Buch sind keine brauchbaren Infos zum Zusammenleben von Hund und Mensch zu entnehmen. Wer sich also erhofft, mit Humor etwas über Hunde zu erfahren, wird hier enttäuscht. Das ganze bleibt zu menschlich.

Mein Fazit

Als Ratgeber untauglich.






Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 41, ein Buch mit Bildern oder Illustrationen


Rezensionsexemplar



Dienstag, 21. Februar 2017

Gelöscht


Bildquelle

von Teri Terry
übersetzt durch Marion Hertle

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.06.2013
  • Aktuelle Ausgabe : 19.02.2015
  • Verlag : FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch
  • ISBN: 9783733500382
  • Flexibler Einband 432 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Gelöscht
Zersplittert
Bezwungen


Inhalt


Kylas Gedächtnis wurde gelöscht, ihre Persönlichkeit ausradiert, ihre Erinnerungen sind für immer verloren. Kyla wurde »geslated«. Aber die Stimmen aus der Vergangenheit lassen die Sechzehnjährige nicht los – hat sie wirklich unschuldige Kinder bei einem Bombenanschlag getötet? Zählte sie zu einer Gruppe von gefährlichen Terroristen? Und warum steht ein Bild von ihr auf einer geheimen Webseite mit vermissten Kindern? Kyla wird immer wieder von Flashbacks aus ihrem früheren Leben eingeholt und merkt allmählich, dass ihre wahre Identität ein großes Geheimnis birgt. Gemeinsam mit Ben, einem anderen Slater, in den sie sich verliebt, begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit – doch wem kann sie überhaupt noch vertrauen?
(Inhalt: Fischer)


Meine Meinung


Die 16-jährige Kyla muss alles neu lernen, lesen, schreiben, sogar laufen. Denn sie wurde geslated, ihre Erinnerungen an ihr früheres Leben wurden gelöscht und sie wurde an eine neue Familie übergeben, wo sie ständig überwacht wird. Doch nach und nach fallen ihr in ihrer Umgebung Ungereimtheiten auf…

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive von Kyla im Präsens erzählt und beginnt sehr abrupt: ohne weitere Einleitung begleitet der Leser Kyla bei ihrem Austritt aus dem Krankenhaus, als sie von ihrer neuen Familie abgeholt wird. Erst nach und nach wird erklärt, was mit Kyla los war und warum sie zu einer ihr unbekannten Familie kommt. Dank der gewählten Perspektive weiss der Leser immer, was gerade in Kyla vorgeht, tappt aber was die Geschehnisse um sie herum anbelangt genauso im Dunkeln wie sie selbst. Die Protagonistin Kyla war mir sympathisch, sie ist neugierig und versucht, sich selbst eine Meinung zu bilden, anstatt sich diese von Anderen diktieren zu lassen. Allerdings erschien sie mir oft zu passiv und ängstlich. Über die anderen Figuren erfährt man perspektivenbedingt nicht viel, ich konnte sie lediglich in sympathisch/unsympathisch einteilen, wobei ich meine Einschätzung zusammen mit Kyla bei mehreren Personen nach einer Weile korrigieren musste.

Das Buch spielt in einer wohl nicht allzu fernen Zukunft in der Nähe von London. Schrittweise werden immer mehr Fragen aufgeworfen und Ungereimtheiten aufgezeigt, von denen zunächst nur wenige erklärt werden. Die im Buch geschaffene Stimmung hat mich schnell gepackt, leider schwächelt dabei die Handlung: im Grunde passiert nämlich kaum etwas, der ganze Band dreht sich in erster Linie darum, dem Leser die Umstände, unter denen Kyla lebt, klarzumachen.

Da „Gelöscht“ der Auftaktband einer Trilogie ist, werden natürlich mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Wer einen komplett abgeschlossenen Band erwartet, wird daher enttäuscht. Da mir schon vor der Lektüre bewusst war, dass da noch mehr kommt, konnte ich mit dem nur halbwegs abgeschlossenen Ende und den vielen noch offenen Handlungssträngen gut leben. Die Nachfolgebände werde ich mit Sicherheit auch lesen, in der Hoffnung, dass dann auch endlich eine Handlung aufkommt, die den Namen auch verdient hat.

Der Schreibstil der Autorin Teri Terry lässt sich flüssig lesen, auch wenn ich zu Beginn durch das verwendete reihenspezifische Vokabular (Slating, Levo, Lorder, etc.), das erst nach und nach erklärt wird, stellenweise ins Stocken geraten bin.

Mein Fazit

Sehr mitreissendes Setting mit ziemlich magerer Handlung.







Lovelybooks-Themenchallenge

Aufgabe 21, ein Buch, dessen Titel nur aus einem Wort besteht


ABC-Challenge der Protagonisten

Kyla = K weiblich





Montag, 20. Februar 2017

[Hörbuch] Sturmnacht (Die dunklen Fälle des Harry Dresden 1)


Bildquelle

von Jim Butcher
übersetzt durch Jürgen Langowski
gelesen von David Nathan

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 15.05.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 15.05.2014
  • Verlag : Audible GmbH
  • ISBN: B00JRF72TQ
  • herunterladbare Audio-Datei
  • Sprache: Deutsch 


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Sturmnacht
Wolfsjagd
Grabesruhe
Feenzorn
Silberlinge
Bluthunger
Erlkönig
Schuldig
Weisse Nächte
Kleine Gefallen
Verrat
Wandel
Geistergeschichten
Eiskalt
Blendwerk
Friedensgespräche



Inhalt


Immer häufiger wird die Polizei von Chicago mit bizarren Morden konfrontiert. Wenn man mit modernsten Ermittlungsmethoden nicht weiter kommt, gibt es nur einen, der helfen kann: Harry Dresden, Profiler der besonderen Art. Er verfügt über einen ausgezeichneten Spürsinn - und ungewöhnliche Fähigkeiten. Doch wer in der Lage ist, die Dunkelheit hinter unserer Realität zu sehen, lebt gefährlich!

Harrys neuer Fall: Ein Liebespaar wird tot aufgefunden. Nackt. Im Bett. Buchstäblich zerrissen, als hätte ein Blitz zugeschlagen. Doch kann so etwas möglich sein? Harry beginnt zu ermitteln - und hat es bald nicht nur mit der Polizei und einem skrupellosen Drogenboss zu tun, sondern auch mit blutdurstigen Dämonen...
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


Harry Dresden ist Magier und arbeitet in Chicago als Privatdetektiv und Berater der Polizei. Als er für die Polizei zwei Morde untersuchen und gleichzeitig den verschwundenen Ehemann seiner Klientin finden soll, fällt es ihm schwer, in beide Richtungen gleichzeitig zu ermitteln…

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive des Protagonisten Harry Dresden in der Vergangenheit erzählt. Harry erscheint zwar auf den ersten Blick vorlaut und auch etwas chauvinistisch, entpuppt sich dann aber als grundanständiger Typ mit ziemlich schwarzem Humor (und einer dunklen Vergangenheit. Natürlich. Das gehört sich ja heutzutage so…). Über die anderen Figuren erfährt man perspektivenbedingt nicht sehr viel, eigentlich nur gerade wie sie aussehen und was sie sagen oder tun.

Da sich die Buchreihe um einen Magier dreht, der als Privatdetektiv arbeitet, verbindet „Sturmnacht“ entsprechend Fantasy mit Krimi, wobei mir der erste Teil des Buchs mehr krimilastig erschien, während gegen Ende der Krimi-Aspekt praktisch vollständig verschwand und reine Urban Fantasy übrigblieb. Zu Beginn ist die Geschichte in zwei Handlungsstränge aufgeteilt, die sich jedoch im Laufe der Erzählung zu einem einzigen verbinden.

Die Handlung ist linear aufgebaut und bietet kaum Überraschungen. Dennoch wird die Geschichte nie langweilig, geschickt platzierter Humor und Tempowechsel verhindern dies. Allerdings erschien mir das doch recht kurze Hörbuch teilweise fast etwas überladen, hier hätte ich es begrüsst, wenn sich der Autor Jim Butcher etwas mehr Raum gelassen hätte, seine Fantasywelt aufzubauen.

Das Hörbuch wird von David Nathan gelesen, dem Synchronsprecher von unter Anderem Johnny Depp und Christian Bale. Der Sprecher hat mir gut gefallen, er gibt jeder Figur ihre eigene Stimme, sodass sie gut unterschieden werden können, ohne dabei übertrieben zu wirken.

Mein Fazit

Geradeliniger Mix aus Krimi und Fantasy, der gut zu unterhalten weiss. 






Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 9, ein Buch mit mindestens einer Person auf dem Cover


Lovelybooks-Themenchallenge

Aufgabe 11, ein Buch, das hauptsächlich in den USA Land spielt, jedoch nicht in New York

Samstag, 18. Februar 2017

Klaftertief


Bildquelle

von Marcus Schütz

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 05.03.2012
  • Aktuelle Ausgabe : 15.06.2016
  • Verlag : epubli
  • ISBN: 9783741824821
  • Flexibler Einband 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der Autor Marcus Schütz hat mir das eBook im Rahmen einer Lovelybooks-Leserunde kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe
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Inhalt


Der Schatz der Templer.
Verborgen in Berlin-Tempelhof.
Nur eine Jungfrau kann ihn finden.

Die Teenager Sophia, Lukas und Marek entdecken in Marienburg ein geheimnisvolles Pergament. Ein gefährliches Abenteuer beginnt…
Sie öffnen in Berlin-Tempelhof eine unterirdische Burg, die nicht nur den Heiligen Gral ans Tageslicht fördert…
Ein spannender Krimi und Abenteuerroman, der Mittelalter und 21. Jahrhundert verbindet.
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


Während eines Urlaubs in Polen entdecken die Geschwister Sophie und Lukas Hinweise auf einen versteckten Schatz der Templer. Zusammen mit Marek, einem einheimischen Jungen, begeben sie sich in ein Abenteuer, das sie noch Jahre später beschäftigen wird…

Die Geschichte ist in zwei Teile/Bände aufgeteilt und wird aus der Beobachterperspektive erzählt. Zwischen den beiden Teilen liegt eine Zeitlücke von sechs Jahren. Auch örtlich gibt es Unterschiede, Teil eins spielt in Polen, während die Handlung des zweiten Bands in Berlin und Frankreich stattfindet.

Zunächst beginnt „Klaftertief“ als Abenteuergeschichte, in der die beiden jugendlichen Geschwister Sophia und Lukas zusammen mit dem etwa gleichaltrigen Marek während eines Urlaubs eine geheime Botschaft entdecken und auf Schatzsuche gehen. Gegen Ende des ersten Teils und vor allem im zweiten Band kommen dann Fantasy-Aspekte auf, die ich jedoch stellenweise übertrieben und darum unglaubwürdig fand (ja, auch Fantasy muss in sich stimmig und glaubwürdig sein). Das Ende ist offen gehalten und kommt sehr abrupt. Ein dritter Teil der Reihe wird noch kommen und die Geschichte abschliessen, dennoch liess mich dieser Schluss sehr unbefriedigt zurück, da zu viele lose Enden bestehen bleiben. Schon der erste Teil endete ähnlich abrupt, da ich dann aber direkt mit dem zweiten Band weiterlesen konnte, ist mir das weniger störend aufgefallen.

Über die Figuren erfährt der Leser nicht wirklich viel, weshalb sie ziemlich blass blieben. Ausser Namen, Aussehen und (nicht mal bei allen) einer kurzen Erwähnung der beruflichen Tätigkeit äussert sich der Autor kaum über seine Figuren.

Da sich die Geschichte um den Templerorden dreht, enthält das Buch auch viel theoretisches Wissen über den Orden, was zu einigen gar trockenen und zähen Szenen führte. Der Schreibstil des Autors Marcus Schütz liest sich meist flüssig, jedoch verwendet der Autor in meinen Augen unnötig viele seltene Fremdwörter, die den Lesefluss stören. Zwar sind diese in einem Glossar verlinkt, aber ein bekannteres Synonym hätte es jeweils auch getan.

Mein Fazit

Gute Grundidee, die Ausführung ist aber noch etwas holprig geraten. 







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 45, ein Buch eines reinen Selfpublishers


ABC-Challenge der Protagonisten

Lukas = L männlich


Rezensionsexemplar


Donnerstag, 16. Februar 2017

Donnerwetter


Bildquelle

von Nicola Förg

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 10.10.2013
  • Aktuelle Ausgabe : 16.02.2015
  • Verlag : Goldmann
  • ISBN: 9783442481361
  • Flexibler Einband 190 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Schussfahrt
Funkensonntag
Kuhhandel
Gottesfurcht
Eisenherz
Nachtpfade
Hundsleben
Markttreiben
Donnerwetter



Inhalt


Eine Wasserleiche aus dem Lechsee führt Gerhard Weinzirl und Evi Straßgütl auf den Auerberg und mitten hinein in eine Welt von seriösen Archäologen und versponnenen Sonderlingen. Was geschah am Fuße jenes mystischen Berges, den Esoteriker und einige wirre Keltenfanatiker als Heiligtum sehen? Wurde hier jemand ermordet, weil er eine wissenschaftliche Sensation entdeckt hat? Etliche Weißbier später wähnen sich Gerhard, Evi, Jo und Baier den Antworten auf diese Fragen schon deutlich näher, doch dann kommt natürlich alles ganz anders.
(Quelle: Goldmann)


Meine Meinung


In einem See im Allgäu wird eine Leiche entdeckt, offenbar ein Mordopfer. Wer steckt hinter der Tat, und was war das Motiv?

Die Geschichte wird in der 3. Person erzählt, grösstenteils aus der Sicht den Polizisten Gerhard Weinzirl. Dieser war mir leider eher unsympathisch. Er wettert gegen gutaussehende Männer (Eifersucht/Neid?) und verhält sich auch sonst ziemlich despektierlich gegenüber anderen. Vegetarismus und Abstinenz betrachtet er als Fehler, und als abstinent gilt für ihn offenbar jeder, der ausser Bier, Wein und Schnaps noch andere Getränke kennt… Fast jeden, der ihm begegnet, wird erst einmal angeschnauzt, Freundlichkeit scheint Gerhard kaum zu kennen.

Der Fokus der Geschichte liegt so deutlich auf Gerhard und seinem Gefühlsleben, dass der Kriminalfall fast in den Hintergrund gedrängt wird und nur so nebenbei läuft. Wenn man Gerhard mag, kann das durchaus unterhaltsam sein, aber da ich ihn wie erwähnt nicht besonders leiden konnte, litt für mich natürlich das Buch deutlich unter dieser Fokussierung auf den Kommissar. Schade, denn der Kriminalfall wäre eigentlich durchaus spannend und abwechslungsreich aufgebaut, auch wenn die angewendeten Ermittlungsmethoden teilweise ziemlich haarsträubend sind. Zudem wird der Krimi-Teil durch lange Erklärungen zu Römern und Kelten noch weiter verdrängt.

Der Schreibstil der Autorin Nicola Förg ist locker, fast flapsig gehalten und zeigt deutliche Lokal-Einschläge. Für mich als Schweizerin blieb es gut lesbar, aber ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere Leser etwas Schwierigkeiten hat, den deutlich bayrisch gefärbten Tonfall zu entziffern.

Mein Fazit

Zu viel Kommissar und zu wenig Krimi für meinen Geschmack.







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 51, ein Wanderbuch, ein Buch, das Du einer Wanderbuchkiste entnommen hast, ein Buch aus einem öffentlichen Bücherschrank oder ein Buch, das über Bookcrossing zu Dir gefunden hat. Das Buch habe ich aus dem offenen Buchschrank am Strandboden in Biel.


Lovelybooks-Themenchallenge

Aufgabe 23, ein Buch, das maximal 3 cm dick is. Meine Ausgabe ist 1.8 cm dick.


ABC-Challenge der Protagonisten

Gerhard = G männlich






Dienstag, 14. Februar 2017

Rain Dogs


Bildquelle

von Adrian McKinty
übersetzt durch Peter Torberg

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 05.02.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 05.02.2017
  • Verlag : Suhrkamp
  • ISBN: 9783518467473
  • Flexibler Einband 404 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Der katholische Bulle
Die Sirenen von Belfast
Die verlorenen Schwestern
Gun Street Girl
Rain Dogs



Inhalt


Unruhen bekämpfen, Herzschmerz und Fälle aufklären, die aber nicht vor Gericht gebracht werden dürfen, darin ist Sean Duffy als katholischer Bulle in Nordirland inzwischen Spezialist. Immerhin bekommt er es zum zweiten Mal in seiner Karriere mit einem locked room mystery zu tun, und welcher Bulle – in Nordirland oder sonstwo, katholisch oder nicht – kann das schon von sich behaupten?
Die Journalistin Lily Bigelow wird im Hof von Carrickfergus Castle, wo sie sich allem Anschein nach über Nacht hat einschließen lassen, tot aufgefunden. Selbstmord, glaubt man, aber ein paar Dinge geben Sean Duffy zu denken, und er weigert sich, es dabei zu belassen. Duffy findet heraus, dass Bigelow an einer verheerenden Enthüllung in Sachen Korruption und Amtsmissbrauch innerhalb der höchsten Regierungskreise Großbritanniens und darüber hinaus gearbeitet hat. Und so sieht er sich mit zwei schwerwiegenden Problemen konfrontiert: Wer hat Lily Bigelow umgebracht? Und was wollte er oder sie damit vertuschen?
(Quelle: Suhrkamp)


Meine Meinung


Im Carrickfergus Castle in der Nähe von Belfast wird eine anscheinend zu Tode gestürzte Frau gefunden. Der Polizist Sean Duffy glaubt nicht an einen Selbstmord, aber ein allfälliger Täter hatte offenbar keine Möglichkeit, ungesehen aus der Burg zu entkommen…

„Rain Dogs“ ist der fünfte Band der Krimi-Reihe um den Polizisten Sean Duffy. Ich kenne die Vorgänger nicht, aber zum Verständnis sind Vorkenntnisse auch nicht nötig.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Sean Duffy erzählt. Sean ist ein ziemlich abgebrühter Kerl, der schon viel erlebt hat, mit einem recht schwarzen Humor. Neben dem Kriminalfall, der ihn nicht in Ruhe lässt, beschäftigt ihn auch seine Exfreundin, die ihn am Anfang des Buches aus heiterem Himmel verlässt. Seans Privatleben ist daher immer präsent, übernimmt aber in der Erzählung nicht die Oberhand oder drängt gar den Kriminalfall zur Seite. Daneben spielt auch der desolate Zustand von Nordirlands Polizei eine Rolle, Seans ewiger Kampf gegen Schlamperei und Korruption, die kaum noch gute Polizisten übrig gelassen haben.

Die Handlung spielt 1987, als Anschläge der IRA noch zum Alltag in Nordirland gehörten und Polizisten jeden Morgen ihren Wagen nach Bomben untersuchen mussten, um nicht in die Luft gesprengt zu werden. Stimmungsmässig könnte das Buch aber auch gut in den 40ern oder 50ern spielen, ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, mich in einem „Film noir“ in Buchform zu befinden (einem „livre noir“ sozusagen). Düster, grau, regnerisch – so fühlt sich Sean in seiner Stadt und genau das kommt auch rüber und erfasst den Leser. Eine allfällige Verfilmung des Buches müsste in meinen Augen klar in schwarz/weiss geschehen.

Der Kriminalfall ist interessant und verzwickt aufgebaut, mit Hintergründen, die erst gegen Ende des Buches so richtig klar werden. Dennoch konnte er mich nicht zu 100% überzeugen, ich fand ihn etwas zu weitverzweigt. Auch das Ende fand ich etwas unbefriedigend, aber zur Grundstimmung des Buches sehr passend.

Der Schreibstil des Autors Adrian McKinty ist oft kurz, abgehackt und beinahe stichwortartig. Da es aber auch immer wieder Textstellen mit längeren, ausführlicheren Sätzen gibt, kam ich gut damit zurecht. Der Autor scheint Aufzählungen zu lieben, immer wieder werden Musikbands, Esswaren oder Gegenstände fast listenartig aneinandergehängt.

Mein Fazit

Düster – Hunde spielen zwar keine grosse Rolle, aber der Regen ist definitiv spürbar.









Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 10, ein Buch mit einem Tier oder einer Pflanze auf dem Cover


Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 33, ein Buch aus einem Verlag, aus dem du 2017 bisher noch kein Buch gelesen hast



Rezensionsexemplar


 

Montag, 13. Februar 2017

[Hörbuch] Der Rat der Neun - Gezeichnet


Bildquelle

von Veronica Roth
übersetzt durch Petra Koob-Pawis und Michaela Link
gelesen von Laura Maire und Shenja Lacher

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 17.01.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 17.01.2017
  • Verlag : Der Hörverlag
  • ISBN: 9783844524970
  • MP3-CD: 16h 04
  • Sprache: Deutsch 


Der Hörverlag hat mir das Hörbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherrschen, besitzt jeder Mensch eine besondere Gabe, eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Doch nicht jeder profitiert von seiner Gabe …

Cyra ist die Schwester des brutalen Tyrannen Ryzek. Ihre Gabe bedeutet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde einsetzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in Ryzeks Händen: Sie ist stark und viel klüger, als er denkt.

Akos stammt aus einem friedliebenden Volk und steht absolut loyal zu seiner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefangen genommen werden, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, seinen Bruder zu retten und mit ihm zu fliehen, doch mächtige Feinde stehen ihm im Weg. Akos und Cyra müssen sich entscheiden: sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören …
(Quelle: Hörverlag)


Meine Meinung


Auf dem Planeten Thuve leben zwei verfeindete Völker – die Thuvesi und die Shotet. Als Ryzek, der Herrscher der Shotet, die beiden jungen Thuvesi Akos uns Eijeh entführen lässt, ahnt Akos noch nicht, dass ihm die Begegnung mit Ryzeks Schwester Cyra vom Schicksal vorherbestimmt ist…

Die Geschichte wird abwechselnd aus Cyras und Akos‘ Perspektive erzählt. Bei Cyra wählte die Autorin Veronica Roth die Ich-Perspektive, bei Akos hingegen die 3. Person. Diese Wechsel waren anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, ich kam jedoch bald damit zurecht. Bei jedem Kapitelbeginn wird dabei zunächst der jeweilige Protagonist genannt, um die Wechsel zu verdeutliche. In der Hörbuchversion werden die beiden Sichtweisen zudem durch zwei verschiedene Sprecher, verdeutlicht, einer weiblichen bei Cyras Kapiteln und einem männlichen für Akos.

Die beiden Protagonisten waren mit bald sympathisch. Man erlebt kurz, wie sie von Kindern zu jungen Erwachsenen heranwachsen. Durch die gewählten Perspektiven fühlte ich mich ihnen schnell verbunden und konnte ihre Gefühle und Gedankengänge gut nachvollziehen. Bei den Nebenfiguren fiel mir dies deutlich schwieriger. Da man sie nur aus der Sicht der beiden Protagonisten wahrnimmt, bleiben ihre Intentionen unklar und wie auch Cyra und Akos weiss auch der Leser nie so wirklich, wem er nun tatsächlich vertrauen kann. Bei den vielen kurzen und teilweise auch etwas ähnlich klingenden Namen fiel es mir oft schwer, die Figuren zu unterscheiden.

Die Handlung beginnt sehr zäh, respektive über die erste Hälfte des Buches hinweg passiert kaum etwas. Über mehrere Stunden hinweg hörte ich zu, wie die Welt, in der die Geschichte spielt, aufgebaut ist und wie die politische Lage ist. Ich fand die erste Hörbuchhälfte recht langweilig und war kurz davor, einfach abzubrechen. Nach Erreichen der Buchmitte war ich aber dann sehr froh, dass ich weitergehört hatte, denn nun, als die Ereignisse ins Rollen kamen, entpuppte sich „Rat der Neun – Gezeichnet“ als spannende Fantasy/SciFi-Geschichte mit Intrigen, politischen Ränkespielen und persönlichen Kämpfen, die ausgefochten werden müssen. Die Handlung, auch wenn sie im Grunde ziemlich vorhersehbar ist, vermag gut zu unterhalten, sobald sie endlich in Schwung gekommen ist. Da noch (mindestens) ein weiterer Band folgt, ist das Ende des Buches offen und damit etwas unbefriedigend gestaltet. Auch viele ungeklärte Fragen haben mich etwas unzufrieden zurückgelassen. Wieso hat beispielsweise nie jemand von Akos‘ Familie oder der Thuvesischen Regierung auf die Entführung reagiert und versucht, ihn und Eijeh zurückzuholen?

Wie bei Dystopien nicht unüblich gibt es auch hier einige grausame Figuren und etwas unappetitliche Szenen. Sehr jungen oder empfindlichen Lesern würde ich daher von diesem Buch abraten. An jugendliche oder erwachsene Fans von Dystopien empfehle ich „Rat der Neun – Gezeichnet“ gerne weiter.

Die beiden Sprecher Laura Maire und Shenja Lacher machen ihre Sache gut, wobei es ihnen leider auch nicht gelingt, etwas mehr Spannung in die zähe erste Hälfte zu bringen. Die Sprecherin von Cyra, Laura Maire, hat mir im Ganzen etwas besser gefallen, sie brachte die Emotionen wirklich glaubhaft rüber.

Mein Fazit

Die Spannende zweite Hälfte kann glücklicherweise den zähen Beginn überstrahlen.







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 29, ein Buch eines Autors von dem Du bereits mindestens drei Bücher gelesen hast. Von Veronica Roth habe ich bereits die "Divergent"-Trilogie gelesen.


Lovelybooks-Themenchallenge

Aufgabe 29, ein Buch, das du als E-Book gelesen oder als Hörbuch gehört hast


Rezensionsexemplar



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