Freitag, 29. September 2017

Das Erwachen des Feuers


Bildquelle

von Anthony Ryan
übersetzt durch Birgit Maria Pfaffinger und Sara Riffel

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 09.09.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 09.09.2017
  • Verlag : Klett-Cotta
  • ISBN: 9783608949742
  • Fester Einband 832 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der Klett-Cotta Verlag und Vorablesen haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Im riesigen Gebiet von Mandinorien gilt Drachenblut als das wertvollste Gut. Rote, grüne, blaue und schwarze Drachen werden gejagt, um an ihr Blut zu kommen. Das daraus gewonnene Elixier verleiht den wenigen Gesegneten übernatürliche Kräfte. Doch das letzte Zeitalter der Drachen neigt sich seinem Ende zu. 

Kaum jemand kennt die Wahrheit: Die Drachen werden immer weniger und schwächer. Sollten sie aussterben, wäre ein Krieg Mandinoriens mit dem benachbarten Corvantinischen Kaiserreich unausweichlich. Alle Hoffnung des Drachenblut-Syndikats beruht auf einem Gerücht, nach dem es eine weitere Drachenart gibt, die weitaus mächtiger ist als alle anderen. Claydon Torcreek, ein Dieb und unregistrierter Blutgesegneter, wird von der obersten Herrschergilde in das wilde, unerforschte Inland geschickt, um einem Geschöpf nachzuspüren, das er selbst für reine Legende hält: dem weißen Drachen. (Quelle: Klett-Cotta)


Meine Meinung


In Mandinorien sind Drachen sehr begehrt, denn aus ihrem Blut können magische Tränke gebraut werden, die je nach Farbe des Drachen eine andere Auswirkung haben. Da kommt das Gerücht über einen weissen Drachen auf, dessen Blut noch viel mächtiger sein soll als alles, was man bisher an Drachenblut kennt..

Die Handlung ist in zwei Stränge aufgeteilt und wird aus der Sicht der beiden Protagonisten, Lizanne und Clay, erzählt. Lizanne ist eine Spionin, die verdeckt nach Informationen über den weissen Drachen sucht, während Clay mit einer Gruppe Abenteurern nach dem Tier selbst forscht. Ich hatte den Eindruck, dass die Lektüre viel Aufmerksamkeit abverlangt, wenn ich nur so locker drübergelesen hatte (was ich mir bei vielen Büchern leisten kann), verstand ich kaum einen Satz. Daher braucht der 800-Seiten-Wälzer viel Ausdauer und Konzentration. Dazu tragen auch die vielen Figuren bei, die man erst mal auseinander halten können muss. Am Ende des Buchs ist zwar ein Glossar mit einer Kurzbeschreibung aller relevanten Figuren enthalten, aber das habe ich erst nach der Lektüre entdeckt (das passiert, wenn man wie ich das Inhaltsverzeichnis ungelesen überspringt, um nicht durch die Kapitelnamen gespoilert zu werden).

Anders als das Cover erwarten lässt (und Eragon-Fans wohl erhoffen) spielen Drachen hier nicht die Hauptrolle neben oder sogar gemeinsam mit den Menschen. Sie kommen zwar vor, aber bleiben blosse Tiere, wenn auch mit übermenschlichen oder gar magischen Kräften (und durchaus intelligent). Insgesamt erweckt "Das Erwachen des Feuers" ohnehin mehr den Eindruck eines Kriegs- oder Politikromans, der per Zufall in einer Fantasywelt spielt, als dass es ein reiner Fantasyroman wäre. Bei "A Song of Ice and Fire" (das allerdings deutlich düsterer und brutaler gehalten ist) hat mich das nicht gestört, hier konnte mich die Handlung noch nicht so wirklich überzeugen. Durch die vielen Maschinen, die oft genaustens beschrieben werden, erhält das Buch auch eine Steampunk-Komponente. Komplett packen konnte mich das Buch noch nicht, aber ich schliesse nicht aus, auch den Nachfolger mal unter die Lupe zu nehmen, denn "Das Erwachen des Feuers" bildet den Auftaktband zu einer neuen Reihe.

Mein Fazit

Mehr Krieg und Politik als Fantasy.







Rezensionsexemplar


Mittwoch, 27. September 2017

Totenstille im Watt


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von Klaus-Peter Wolf

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 22.06.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 22.06.2017
  • Verlag : FISCHER Taschenbuch
  • ISBN: 9783596297641
  • Flexibler Einband 416 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
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Inhalt


Er ist der Arzt in Norddeich, dem die Menschen vertrauen. Ein Doktor aus Leidenschaft. Er behandelt seine Patienten umfassend. Kümmert sich rührend nicht nur um ihre Wunden, sondern nimmt sich auch ihrer alltäglichen Sorgen an. Hört ihnen zu. Entsorgt auch schon mal einen brutalen Ehemann. Verleiht Geld, das er nicht hat. Keiner weiß, dass er ein Mann mit Vergangenheit ist. Einer anderen Vergangenheit, als manche sich das vorstellen. Der jetzt mit neuer Identität ein neues Leben lebt. Wer ist dieser Dr. Sommerfeldt?


Meine Meinung


In Ostfriesland werden mehrere Menschen ermordet. Was hat der neu nach Norden gezogene und allseits beliebte Dr. Sommerfeldt mit der Sache zu tun?

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive des Protagonisten Dr. Bernhard Sommerfeldt in der Gegenwart erzählt und stellt seine privaten Aufzeichnungen, gewissermassen sein Tagebuch dar. Zu Beginn der Erzählung heisst er noch nicht so und ist auch kein Arzt, aber wie es zum Namens- und Berufswechsel kam, wird nur kurz abgehandelt. Obschon Sommerfeldt gewisse Sympathien zu wecken vermag, mochte ich ihn nicht sonderlich. Er war mir zu sehr davon überzeugt, dass seine Sicht der Dinge die einzig richtige ist und geht im wahrsten Sinn des Wortes über Leichen, wenn er es als notwendig erachtet.

"Totenstille im Watt" ist im Grunde ein Spin Off der "Ostfriesen"-Reihe von Klaus-Peter Wolf. Auch hier tritt die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen auf, wenn auch nur in einer kleinen Nebenrolle. Kenntnisse der "Ostfriesen"-Reihe sind zum Verständnis allerdings nicht notwendig (da ich die Reihe toll finde, empfehle ich die Lektüre natürlich trotzdem). Anders als bei Wolfs Hauptreihe handelt es sich hier allerdings nicht um einen klassischen Krimi. Es geht nicht darum, ein Verbrechen aufzudecken und den Täter zu finden, nein, in "Totenstille im Watt" begleitet der Leser den Täter und erfährt so direkt, was ihn zu seinen Taten treibt. Das ist durchaus unterhaltsam, aber nicht übermässig spannend. Zudem ist der Roman stellenweise ziemlich unglaubwürdig geraten. Oder findet es irgendjemand normal, dass eine Person, die nicht einmal ihr Medizinstudium abgeschlossen, geschweige denn praktische Erfahrung als Arzt gesammelt hat, ohne weiteres zum besten Arzt mutiert, den seine Patienten kennen?

Der Schreibstil des Autors Klaus-Peter Wolf lässt sich flüssig lesen und zeigt auch hier wieder viel Sinn fürs Detail. Viele der im Buch genannten Orte, wie beispielsweise das Café ten Cate, gibt es tatsächlich, was wohl besonders Lesern, die den Handlungsort kennen, gefallen wird (oder sie stören sich an der Schleichwerbung, wahlweise).

Mein Fazit

Schöne Stimmung, allerdings fehlt die Spannung






ABC-Challenge der Protagonisten

Bernhard = B männlich

Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 60, ein Buch das jemand für Dich bestimmt hat – Du wählst drei bis fünf Bücher aus, fotografierst oder stellst sie anderweitig auf Deinem Blog vor und lässt Deine Leser abstimmen, welches Du als nächstes lesen sollst. Ich habe meine Instagram-Follower über das Buch abstimmen lassen.

Montag, 25. September 2017

[Hörbuch] Ready Player One


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von Ernest Cline
übersetzt durch Sarah und Hannes Riffel
gelesen von David Nathan

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 27.04.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 27.04.2017
  • Verlag : Argon Verlag
  • ISBN: B07166WK8T
  • Mp3-Download: 14h 49
  • Sprache: Deutsch


Hörprobe
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Inhalt


Im Jahr 2044 ist die Welt ein hässlicher Ort: Die Erdölvorräte sind aufgebraucht, ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut. Einziger Lichtblick ist die OASIS, eine virtuelle Ersatzwelt, in der man leben, arbeiten, zur Schule gehen und spielen kann. Die OASIS ist ein ganzes Universum, es gibt Tausende von Welten, von denen jede ebenso einzigartig wie phantasievoll ist. Und sie hat ein Geheimnis.

Der exzentrische Schöpfer der OASIS hat tief im virtuellen Code einen Schatz vergraben, und wer ihn findet, wird seinen gesamten Besitz erben - zweihundertvierzig Milliarden Dollar. Eine Reihe von Rätseln weist den Weg, doch der Haken ist: Niemand weiß, wo die Fährte beginnt. Bis Wade Watts, ein ganz normaler Junge, der am Stadtrand von Oklahoma City in einem Trailer lebt, den ersten wirklich brauchbaren Hinweis findet. Die Jagd ist eröffnet...
(Quelle: Audible)


Meine Meinung


Das Leben in der Zukunft ist relativ trostlos. Die globale Energiekrise hat die meisten Menschen an der Grenze zur Armut zurückgelassen. Um dem grauen Alltag zu entfliehen, ziehen sich fast alle in die "Oasis" zurück, die virtuelle Realität, in der Geld eine eher untergeordnete Rolle spielt und man sich geben kann, wie man will. Als der Erschaffer der "Oasis" stirbt, hinterlässt er sein Vermögen demjenigen, der als erstes das in der virtuelle "Easter Egg" findet, wodurch bald der ganze Planet auf "Eierjagd" geht. Mittendrin befindet sich der Teenager Wade, der die "Oasis" vor den geldgierigen Konzernen schützen will…

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive des Protagonisten Wade in der Vergangenheit erzählt. Wade ist der Klischee-Nerd, wie er im Buche steht: picklig, übergewichtig und schüchtern. Da er in der virtuellen Welt sein echtes Gesicht nicht zeigen muss, fühlt er sich dort natürlich deutlich wohler als in wahren Leben, wo er mit seiner Tante und ihrem Partner in einem Trailerpark lebt. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich Wade vom Aussenseiter zum weltweiten Vorbild, womit er auch automatisch selbstsicherer wird und beginnt, in seine Fähigkeiten und seinen Wert als Mensch zu vertrauen. Allerdings wird Wade dadurch auch ziemlich unrealistisch, ein quasi unkaputtbarer, allwissender Kämpfer, dem keiner etwas anhaben kann. Das war mir teilweise dann doch etwas zu viel.

Die Handlung beginnt recht zäh. Der Autor Ernest Cline verbringt relativ viel Zeit damit, die Welt, in der seine Geschichte spielt, ausführlich zu erklären und wiederholt sich dabei oft. Immer wieder wird beispielsweise erwähnt, dass Halliday, der Erfinder der "Oasis", in den 1980ern ein Teenager war und sich darum für dieses Jahrzehnt, seine Musik, Filme, Fernsehserien und Computerspiele begeistert. Auch werden endlos Jahrzahlen heruntergerattert, bei jedem erwähnten Film oder Game wird erklärt, wann es von wem veröffentlicht wurde. Nachdem die Handlung aber in Schwung geraten ist, hat sie mich sehr mitgerissen, auch wenn das Tempo grösstenteils eher geruhsam geraten ist und die Handlung immer wieder durch ausschweifende Erklärungen unterbrochen wird. Wer sich allerdings nicht für Computerspiele und Virtual Reality begeistern kann, den wird "Ready Player One" wohl langweilen. Auch wer die 1980er nur vom Hörensagen kennt und sich ansonsten nicht für dieses Jahrzehnt interessiert, könnte seine Schwierigkeiten mit dem Buch haben, da die "80ies" doch eine grosse, wichtige Rolle in der Geschichte spielen.

Das Hörbuch wird von David Nathan gelesen, der gut zum Thema und zu Wade gepasst hat und als Synchronsprecher von Johnny Depp, Christian Bale oder Paul Walker bekannt ist. Im Bereich SciFi ist er kein Neuling, hat er doch bereits Nathan Fillion in "Firefly" synchronisiert. Ich habe David Nathan jedenfalls gerne zugehört.

Mein Fazit

Nach einem zähen Start sehr mitreissend für Gamer der 80er. 








Samstag, 23. September 2017

Scythe - Die Hüter des Todes


Bildquelle

von Neal Shusterman
übersetzt durch Pauline Kurbasik und Kristian Lutze

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 21.09.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 21.09.2017
  • Verlag : FISCHER Sauerländer
  • ISBN: 9783737355063
  • Fester Einband 528 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Fischer Sauerländer Verlag und Vorablesen haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.
Die Menschheit hat die perfekte Welt erschaffen – aber diese Welt hat einen Preis.

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.
Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …
(Quelle: Sauerländer)


Meine Meinung


In der Zukunft sind Krankheiten ausgerottet und wer einen Unfall erleidet, wird wiederbelebt. Schmerzen und Tod gehören der Vergangenheit an. Da die Unsterblichkeit schnell zu einer massiven Überbevölkerung führen würde, wurden die Scythe eingeführt. Sie haben das Recht und die Möglichkeit, Menschen endgültig sterben zu lassen. Die beiden Jugendlichen Citra und Rowan werden von Scythe Faraday aufgenommen, um diese ehrenvolle Aufgabe zu erlernen.

Die Geschichte wird kapitelweise abwechselnd aus der Sicht von Citra und Rowan in der dritten Person erzählt. Beide waren mir sympathisch, erschienen mir aber irgendwie etwas langweilig. Ausser dem Wunsch, trotz ihrer Aufgabe kein unnötiges Leid zu verursachen und damit ein guter Scythe zu werden, scheinen sie kein wirkliches Ziel im Leben zu haben. Hier hätte ich mir etwas mehr Ecken und Kanten gewünscht. Am Ende jedes Kapitels wird ein Auszug aus dem Tagebuch eines berühmten Scythe zitiert. Bei diesen Ausschnitten habe ich schon bald angefangen, den richtigen Autor zu erraten zu versuchen, bevor dieser in der letzten Zeile genannt wird.

Die Handlung ist nicht besonders vielfältig. Im Grunde dreht sie sich "nur" um die Ausbildung der beiden Protagonisten zum Scythe, auch wenn während rund der Hälfte des Buches auch ein gewisser Krimisapekt hinzukommt, der aber weit vor Schluss aufgelöst wird. Interessanter wird es erst, als die beiden Protagonisten getrennt werden und zu unterschiedlichen Lehrmeistern geschickt werden. Entgegen meiner Erwartungen enthält das Buch auch keine wirkliche Liebesgeschichte, die beiden Protagonisten sagen sich zwar einmal, dass sie sich lieben, das lässt sich aber durch die Handlung nicht wirklich nachvollziehen und spielt eigentlich auch keine Rolle im Ablauf der Geschichte.

Obschon die genannten Kritikpunkte wohl einen anderen Eindruck erwecken können, hat mich das Buch gut unterhalten. Das Konzept der angestellten "Sensenmänner", die in einer Welt ohne Krankheit, Schmerzen oder Tod die Überbevölkerung bekämpfen müssen (und dabei nicht immer ehrbare Motive haben) fand ich frisch und unverbraucht, und die meisten Figuren waren mir sympathisch, wenn auch etwas langweilig. Insgesamt hat sich "Scythe – Die Hüter des Todes" für mich eher wie eine ausgedehnte Einführung in eine neue Buch-Welt angefühlt, die nun auf den Beginn der eigentlichen Handlung wartet. Auf diese bin ich jedenfalls sehr gespannt und freue mich schon auf den Folgeband (auf der englischsprachigen Wikipediaseite ist von der "Scythe-Series" die Rede, auch wenn darunter bisher nur dieses eine Buch gelistet ist. "Hüter des Todes" soll wohl der Auftakt zu einer Trilogie bilden).

Der Schreibstil des Autors Neal Shusterman lässt sich flüssig lesen, sodass ich zügig durch die Kapitel kam. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, bleibt aber offen genug für Nachfolgebände.

Mein Fazit

Frisches Konzept, die Handlung wäre allerdings noch ausbaufähig







Rezensionsexemplar


Donnerstag, 21. September 2017

Der Mann am Gartenzaun


Bildquelle

von Roger Graf

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.08.2008
  • Aktuelle Ausgabe : 01.01.2010
  • Verlag : Pendragon
  • ISBN: 9783865321640
  • Flexibler Einband 384 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Das Buch ist vergriffen und nur noch gebraucht erhältlich.



Bücher der Reihe:
Die Frau am Fenster
Der Mann am Gartenzaun
Die rechte Hand


Inhalt


Auf dem Gelände einer stillgelegten Fabrik in Zürich wird ein Skelett entdeckt. Wer war der junge, groß gewachsene Mann und weshalb musste er sterben? Damian Stauffer und sein Team von der Kripo Zürich versuchen dem Toten ein Gesicht und einen Namen zu geben. Doch je mehr sie in Erfahrung bringen, umso rätselhafter erscheint der Fall. Jene, die den Toten gekannt haben, scheinen alle einem anderen Menschen begegnet zu sein ... Und ein kranker Mann wittert seine letzte große Chance.
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


Auf einem verlassenen Fabrikgelände wird eine Leiche gefunden, die dort schon seit Jahren lag. Um den Mord aufzuklären müssen Damian Stauffer und sein Team erst mal herausfinden, wer der Tote überhaupt war.

Die Geschichte wird in der 3. Person erzählt, wobei der Erzähler in jeder Szene auf eine andere Figur fokussiert und den Leser an deren Gedanken teilhaben lässt. Dieser Erzählstil führt dazu, dass niemand so wirklich die Hauptrolle des Buches zu übernehmen vermag, da die Wechsel schnell kommen und man so trotz den teilweise tiefen Einblicken kaum etwas über die Figuren erfährt. Die meisten bleiben blosse Namen, die ich oft verwechselt habe (wer ist nun Teil des Ermittlerteams und wer Privatperson, wer ist Mann, wer Frau). Teilweise wird dem Leser auch gar nicht verraten, wer nun die Person ist, die gerade in Fokus steht, da nur er/sie erwähnt wird, ohne einen Namen zu nennen.

Die Handlung besteht aus zwei Strängen, der Suche nach dem Mörder der aufgefundenen Leiche sowie die Suche nach einem vor vielen Jahren verschwundenen Mädchen. Wie die beiden Stränge zusammenhängen wird erst spät klar. Leider ziehen sich beide Stränge ziemlich in die Länge, worunter die Spannung leidet. Hier hätten wohl eine Straffung und das Weglassen vieler falscher Spuren nicht geschadet.

Der Autor Roger Graf ist in der Schweiz vor allem als Autor und Erschaffer der Hörspielreihe "Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney" bekannt. Obschon ich diese Reihe liebe, konnte mich "Der Mann am Gartenzaun" nicht packen. Da fehlen einfach die prägnanten Figuren und der trockene Humor, die "Maloney" so anziehend machen. Wirklich schlecht fand ich das Buch allerdings nicht, ich konnte es gut lesen, ohne mich darüber zu ärgern, nur hätte ich mir mehr Spannung erhofft.

Mein Fazit

Fehlende Spannung mit blassen Figuren







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 46, ein Buch aus einem Indie-Verlag (am 18. März 2017 ist IndieBookDay)

Dienstag, 19. September 2017

Die Abenteuer des Apollo 1: Das verborgene Orakel


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von Rick Riordan
übersetzt durch Gabriele Haefs

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 31.08.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 31.08.2017
  • Verlag : Carlsen
  • ISBN: 9783551556882
  • Fester Einband 400 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der Carlsen Verlag und Vorablesen haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



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Inhalt


Der Gott Apollo fällt vom Himmel direkt in ein paar Mülltonnen – er ist bei Zeus in Ungnade gefallen und wurde zur Strafe seiner Unsterblichkeit beraubt! Prompt wird er auch noch überfallen, doch zum Glück springt ihm Meg zur Seite – frech, kampflustig, höchstens zwölf und zweifelsfrei eine Halbgöttin. Zusammen machen sie sich auf nach Camp Half-Blood, doch dort lauern weitere Gefahren. Und noch dazu funktioniert das Orakel von Delphi nicht mehr, denn es ist immer noch von Apollos altem Feind Python besetzt …
(Quelle: Carlsen)


Meine Meinung


Der griechische Gott Apollo wacht in einer New Yorker Seitengasse auf und entdeckt zu seinem Entsetzen, dass er in einen Menschen verwandelt wurde. Da ihm dies nicht zum ersten Mal passiert ist, weiss er genau, was er nun zu tun hat: wenn er nur ein paar Jahre beweist, dass er ein anständiger Kerl ist, darf er wieder in den Olymp. Und wo wäre ein griechischer Gott wohl besser aufgehoben als im Camp Half Blood bei seinen Kindern? Doch Apollo stehen gefährliche Abenteuer bevor, als mehrere Orakel verschwinden…

"Das verborgene Orakel" ist der erste Band der "Abenteuer des Apollo"-Reihe. Theoretisch könnte man ihn also auch ohne Vorkenntnisse lesen. Dennoch empfehle ich, zuvor alle Bände der "Percy Jackson" und "Helden des Olymp"-Reihen zu lesen, da "Abenteuer des Apollo" darauf aufbaut und viele Anspielungen auf frühere Ereignisse enthält. Ich habe die letzten beiden Bände der "Helden des Olymp"-Reihe zuvor noch nicht gelesen und wurde ärgerlicherweise über die Geschehnisse darin gespoilert…

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive des Protagonisten Apollo in der Vergangenheit erzählt. Apollo war mir dabei z Beginn nur bedingt sympathisch. Er erschien mir arrogant und überheblich. Kein Wunder, da es sich beim Protagonisten doch um einen Gott handelt, der im menschlichen Körper auf die Erde verbannt wurde. Was mich aber dann doch dazu brachte, Apollo zu mögen, ist sein Humor. Apollo ist einfach witzig, ob gewollt oder nicht. Es bleibt ihm ja schliesslich auch nicht viel Anderes übrig, gefangen im Körper eines pickligen, übergewichtigen Teenagers ohne irgendwelche nennenswerten Fähigkeiten. Die meisten der anderen Figuren sind dem Leser bereits aus den Reihen "Percy Jackson" und "Helden des Olymp" bekannt (wenn man die Reihen bereits gelesen hat, was ich wie gesagt wärmstens empfehle).

Wer Rick Riordan mag, den wird die Handlung nicht überraschen. Ein paar Halbgötter, hier zusammen mit einem "menschlichen Gott" bekommen die Aufgabe, etwas oder jemanden zu suchen. Anders als bei den bisherigen Büchern aus der griechisch-römischen Mythologie schickt der Autor seine Helden hier aber nicht auf eine Reise, sondern lässt das ganze Abenteuer in New York stattfinden. Im Osten (der USA) nichts Neues, bin ich daher versucht zu sagen, aber das altbekannte Schema vermag auch in diesem nunmehr 11. Band um Percy Jackson (der hier allerdings nur eine kleine Nebenrolle spielt) und Co. wieder gut zu unterhalten.

Der Schreibstil von Rick Riordan lässt sich wie gewohnt flüssig lesen, auch wenn das verwendete Vokabular nicht gerade vielseitig ist. Am Ende des Buchs findet sich ein Glossar, in dem der Leser die Namen der verschiedenen erwähnten Götter und Monster nachschlagen kann. Da mich die bisherigen Reihen von Rick Riordan gut unterhalten haben und auch dieses Buch keine Ausnahme ist, werde ich den "Abenteuern des Apollo" sicher weiter folgen.

Mein Fazit

Das altbekannte Schema unterhält auch im 11. Anlauf








Rezensionsexemplar


Montag, 18. September 2017

[Hörbuch] Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten


Bildquelle

von Robert C. Marley
übersetzt durch ?
gelesen von Hans Jürgen Stockerl

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 05.01.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 05.01.2017
  • Verlag : Audible GmbH
  • ISBN: B01MU5CD5P
  • Mp3-Download: 8h 49
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten
Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper
Inspector Swanson und der Magische Zirkel



Inhalt


London 1893, Gordon Wigfield, ein ehrbarer Goldschmied und Damenfreund wurde in seiner Werkstatt auf bestialische Weise ermordet. Chief Inspector Donald Sutherland Swanson nimmt die Ermittlungen auf. Doch es bleibt nicht bei einer Leiche. Die Nachforschungen führen Swanson schließlich in die höchsten Kreise der Gesellschaft. Welche Rolle spielen Oscar Wilde und sein Geliebter Lord Douglas? Und was weiß Arthur Conan Doyle? Die Karten werden neu gemischt als sich herausstellt, dass der in den Kellern des Londoner Bankhauses Parr am Cavendish Square aufbewahrte "Blaue Hope-Diamant" eine Imitation ist. 
(Quelle: Audible)


Meine Meinung


London, 1893. In einem Juweliergeschäft wird dessen Besitzer ermordet aufgefunden. Bald darauf wird auch ein zweiter Juwelier ermordet. Inspector Swanson vom Scotland Yard sucht den Zusammenhang, um das Motiv und damit den Mörder zu finden.

Die Geschichte wird aus der Sicht eines allwissenden Beobachters in der dritten Person erzählt. Eine wirkliche Hauptperson gibt es hier nicht, auch wenn Inspector Swanson im Titel genannt wird, gibt es auch andere Figuren, die ebenso viel Raum einnehmen. Leider wuchs mir keine davon so richtig ans Herz, sie blieben alle ziemlich blass und mir daher egal.

Was die Handlung anbelangt, verrät der Titel des Buchs leider bereits viel zu viel. Während die Polizei noch rumrätselt, ob die Morde etwas mit privaten Verfehlungen der Opfer zu tun haben könnten, weiss der Leser schon vor Beginn der Lektüre, dass der geheimnisvolle Hope-Diamant hinter allem stecken muss. Die Handlung selbst erschien mit viel zu vollgestopft. Von Schmuckdiebstählen, Pornografie über Berühmtheiten wie Oscar Wilde, Arthur Conan Doyle (damals noch ohne Sir) und Agatha Christie (als Kind) hat der Autor Robert C. Marley offenbar alles hineingeworfen, was ihm gerade in den Sinn gekommen ist. Leider wird die Handlung so furchtbar unübersichtlich und durch die vielen Figuren und Nebenstränge einfach nur verwirrend. Vor allem die Prominenten werden schlussendlich verschwendet, da sie nichts zur Handlung beitragen, sondern deren Part auch von irgendeinen John Smith hätte übernommen werden können (oder in Agatha Christies Fall ohne Verlust ganz weggelassen).

Am Sprecher des Hörbuchs, Hans Jürgen Stockerl, habe ich nichts auszusetzen, er machte seine Sache gut.

Mein Fazit

Zu vollgestopft, um wirklich spannend zu sein. 









Samstag, 16. September 2017

Ghostsitter 3: Hilfe, Zombie-Party!


Bildquelle

von Tommy Krappweis

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 03.11.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 03.11.2016
  • Verlag : Egmont Schneiderbuch
  • ISBN: 9783505139031
  • Fester Einband 256 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Geister geerbt
Vorsicht! Poltergeist!
Hilfe, Zombie-Party! 
Schreck im Spiegelkabinett
Tanz der Untoten (erscheint im April 2018)



Inhalt


Glückwunsch!

Als hätte Tom nicht schon genug Stress am Hals mit einer Geisterbahn voll quicklebendiger Geister, steht nun auch noch Zombie Wombies Geburtstag vor der Tür. Vielmehr sein Getodstag, und der muss um jeden Preis mit einem besonderen Ritual gefeiert werden, sonst verliert Wombie sein untotes Leben und kann nie wieder erweckt werden. Tom ist bis über beide Ohren überfordert. Ausgerechnet jetzt mutiert nämlich Vlarad versehentlich durch übermäßigen Blutkonsum zu seinem Spenderwesen: einem Hamster.

Dabei ist der Vampir der Einzige, der das Ritual kennt und weiß, was zu tun ist …
(Quelle: Schneiderbuch)


Meine Meinung


Hilfe! Tom muss unbedingt ein Ritual für den Zombie Wombie durchführen, da dieser sonst seine Untotheit verliert und definitiv stirbt. Doch für das Ritual müssen erst mehrere magische Gegenstände beschafft werden, was alles andere als einfach ist. Doch zum Glück muss Tom sich nicht alleine darum kümmern, Vampir, Werwolf, Geist, Zombie und Mumie helfen ihm dabei.

"Hilfe! Zombie-Party!" ist der dritte Band der "Ghostsitter"-Reihe. Die Bände können unabhängig voneinander gelesen werden, ich empfehle aber, zumindest Band 1, "Geister geerbt" als erstes zu lesen, da dort die Figuren eingeführt und vieles erklärt wird.

Wie bei den anderen Bänden wird auch dieser in der 3. Person aus der Sicht des Protagonisten Tom erzählt. Tom ist ein eigentlich ganz normaler, aufgeweckter Teenager, der sich in erster Linie für Computerspiele und Mädchen interessiert. Seine Aufgabe als Leiter einer Geisterbahn, die mit echten Monstern bestückt ist, braucht viel Zeit, weshalb er nicht allzu oft dazu kommt, seinen Interessen nachzugehen. Die weiteren Figuren, Vlarad der Vampir, Wombie der Zombie, Mimi das Geistermädchen, Welf der Werwolf und Hop-Tep die Mumie sind alle sehr sympathisch und werden wohl auch den meisten Kindern keine Angst einflössen.

Die Handlung ist ähnlich aufgebaut wie bei den Vorgängern. Auch hier erhält Tom eine Aufgabe, die er unter Zeitdruck und mit der Hilfe seiner übernatürlichen Freunde erfüllen muss. Dieses Mal geht es um ein Todestagsritual für Wombie. Durch den Zeitdruck wird ein gewisses Mass an Spannung aufgebaut, obschon zumindest für Erwachsene ja wohl von Anfang an klar ist, dass die Besatzung der Geisterfahrt die Aufgabe rechtzeitig erfüllen wird. Im Vordergrund steht aber auch hier der Humor, mit dem der Autor Tommy Krappweis wie immer um sich wirft. Kaum ein Satz, der mich nicht zum schmunzeln oder sogar laut loslachen gebracht hat. Das Buch strotz vor Anspielungen, Witzen und manchmal auch platten Kalauern, sodass wohl nur sehr humorlose Mitmenschen beim Lesen keine Miene verziehen.

In Sachen Altersempfehlung mache ich es mir einfach: ich denke, das Buch ist für alle Alterskategorien ausser wohl für die Allerkleinsten) geeignet, solange der Leser (oder Vorgelesen-Bekommer) genug Humor hat. Nur bei sehr ängstlichen Kindern sollten die Eltern bedenken, dass hier Geister, Werwölfe und Zombies vorkommen, auch wenn sie alle sehr nett sind. Aber ich denke, dass hier nicht nur Kinder und "mittelalte" Erwachsene wie ich ihren Spass haben, sondern dass man das Buch auch als ganze Familie, vom (Schul-)Kind bis zur Uroma, geniessen kann. Wenn Kinder das Buch selber lesen möchten ist es allerdings besser, wenn sie schon ziemlich gut lesen können, da Tommy Krappweis auch viele erfundene Wörter mit einbaut (wer Bernd das Brot kennt, weiss, was ich meine), sodass es für Leseanfänger frustrierend sein könnte, wenn sie ein Wort nicht entziffern können, weil sie bisher gar keine Möglichkeit hatten, es zu kennen.

Mein Fazit

Köstlich amüsant






Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 30, ein Buch, mit dessen Autor Du in Kontakt stehst (pers. getroffen, Betaleser, per Facebookprofil o.ä.). Ich durfte Tommy Krappweis schon mehrmals persönlich an der RingCon treffen.

Donnerstag, 14. September 2017

Sog


Bildquelle

von Yrsa Sigurdardóttir
übersetzt durch Tina Flecken

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 18.09.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 18.09.2017
  • Verlag : btb
  • ISBN: 9783442756643
  • Fester Einband 500 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der btb Verlag hat mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Bücher der Reihe:
DNA
Sog



Inhalt


Zwölf Jahre nach dem Tod und der Vergewaltigung eines Mädchens wird eine Zeitkapsel in Reykjavik gehoben. Darin enthalten: 10 Jahre alte Briefe von Schülern, die beschreiben, wie sie sich Island im Jahre 2016 vorstellen. Darunter findet sich noch etwas anderes: eine unheimliche Botschaft, die akribisch genau die Initialen von zukünftigen Mordopfern auflistet. Kurz danach werden zwei abgetrennte Hände in einem Hot Tub in der Stadt treibend gefunden. Doch noch hat keiner eine Vermisstenanzeige bei der Polizei gestellt. Schon bald taucht die erste verstümmelte Leiche auf, dicht gefolgt von einer zweiten, und es ist klar, dass die Botschaft aus der Zeitkapsel ernst zu nehmen ist.

Ein Fall für Kommissar Huldar, der sich beweisen muss: von seinen Leitungsaufgaben entbunden, wird er von den meisten seiner früheren Untergegebenen gemieden, die Beziehung zur Kinderpsychologin Freyja ist ebenfalls ruiniert, was er zu reparieren hofft, indem er sie in die jetzigen Ermittlungen mit einbezieht ...
(Quelle: btb)


Meine Meinung


In einer "Zeitkapsel", die eine Schulklasse vor zwölf Jahren vergraben hat, wird ein Aufsatz eines Schülers gefunden, der für das Jahr 2016 mehrere Morde ankündigt. Als dann Hinweise auftauchen, dass die angekündigten Morde tatsächlich ausgeübt wurden, macht sich Kommissar Huldar zusammen mit der Psychologin Freyja auf die Suche nach dem Autor des Aufsatzes. Der wird bald gefunden, doch ist er auch der Täter?

"Sog" ist nach "DNA" der zweite Band um den Polizisten Huldar und die Psychologin Freyja. Er enthält zwar einige Anspielungen auf Band 1, kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Wer vorhat, beide Bände zu lesen, sollte dies allerdings in der Erscheinungsreihenfolge tun, da hier wohl doch zu viel über die Geschehnisse in Band 1 verraten werden.

Die Geschichte wird aus der Sicht eines allwissenden Beobachters erzählt, der sich in jeder Szene auf eine bestimmte Figur konzentriert und den Leser nur an deren Gedanken teilhaben lässt. Durch die wechselnde Perspektive erhält man zwar Einblick in die verschiedenen Figuren, besonders interessant ist aber keine von ihnen. So denkt beispielsweise Huldar, der seinen Alkoholkonsum nicht im Griff hat und im Laufe der Geschichte mehr als nur ein alkoholbedingtes Blackout hat, in erster Linie an seine Frisur und an Frauen. Spannend. Freyja geht es vor allem darum, dass sie Huldar doof findet (der seinerseits total in Freyja verschossen ist). Die weiteren Figuren, die in den Fokus des Erzählers geraten, hauptsächlich (potentielle) Opfer, machen sich durch ihre Arroganz nicht gerade sympathisch.

Im Prolog begleitet der Leser die kleine Vaka, die nicht von der Schule abgeholt wurde und nun zu einer Klassenkameradin nach Hause geht. Diese Szene ist zwar wichtig für das Verständnis des ganzen Falles, verrät aber im Grunde zu viel, da ja klar ist, dass dieses Ereignis etwas mit dem zu klärenden Fall zu tun haben muss und somit das Motiv des Täters gleich zu Beginn verrät. So bleibt nur noch die Frage übrig, wer hinter dem Ganzen steckt. So hält sich die Spannung in Grenzen, da schon bald klar wird, dass es nur zwei mögliche Täter (respektive Tätergruppen) geben kann. Das Buch wird auf dem Cover als "Thriller" bezeichnet, ich betrachte es aber als Kriminalroman, die durchgehende Spannung, die einen Thriller auszeichnet, fehlt hier.

Der Schreibstil der Autorin Yrsa Sigurdardóttir lässt sich flüssig lesen. Anders als im letzten Buch, das ich von ihr gelesen habe ("Das letzte Ritual") wurde hier in der Übersetzung die skandinavische Eigenheit, alle Menschen, auch Fremde, zu duzen, nicht übernommen (obschon bei beiden Büchern die gleiche Übersetzerin tätig war). Schade, ich finde das immer sehr stimmungsvoll.

Mein Fazit

Der Prolog verrät bereits zu viel.






Rezensionsexemplar

 

Dienstag, 12. September 2017

Kanderschlucht


Bildquelle

von Peter Beutler

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.09.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 01.09.2015
  • Verlag : Emons Verlag
  • ISBN: 9783954511365
  • Buch 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Inhalt


Anfang der 1950er Jahre werden im Berner Oberland vier getötete Prostituierte aufgefunden. Wachtmeister Michael Bärtschi von der Kantonspolizei Bern ermittelt gemeinsam mit Hauptmann Max Schmocker von der Militärjustiz. Lange bleiben die Motive für die Morde im Dunkeln, bis die Spur zu einem Forschungsbunker führt, in dem zu militärischen Zwecken Drogenexperimente an «Freiwilligen» durchgeführt werden. Was anfänglich aussieht wie eine Mordserie im Rotlicht-Milieu, wird zu einem hochbrisanten Fall mit staatserschütternden Folgen . . .
(Quelle: Emons)


Meine Meinung


Ab 1950 werden im beschaulichen Berner Oberland mehrere Prostituierte ermordet. Da bei den Tatorten jeweils ein Militärfahrzeug beobachtet wurde, schliesst sich Michael Bärtschi von der Kantonspolizei mit dem Militärpolizisten Max Schmocker zusammen, um den Hintergründen auf die Spur zu gehen.

Die Geschichte wird in der dritten Person von einem allwissenden Beobachter erzählt, der die meiste Zeit auf Michael "Miggu" Bärtschi fokussiert, aber auch Max Schmocker und weitere Beteiligte begleitet. Sehr viel erfährt man über die Figuren allerdings nicht, der Schwerpunkt liegt klar auf dem Kriminalfall, das Privatleben und die inneren Vorgänge der Figuren spielen kaum eine Rolle. Während die Anzahl der Charaktere zu Beginn noch einigermassen übersichtlich ist, kommen im Laufe der Geschichte immer mehr Figuren dazu, sodass es schwer wird, den Überblick zu behalten. Für Nicht-Schweizer werden die vielen klassisch Schweizerischen und daher ungewohnten Namen ihr übriges tun, um den Leser zu verwirren. Mich als Schweizerin hat das natürlich nicht gestört, in Gegenteil, ich habe mich darüber amüsiert, meinen eigenen Nachnamen im Buch zu lesen ;-)

Während die beiden Krimis, die ich bisher von Peter Beutler gelesen habe ("Kristallhöhle" und "Kehrsatz") auf wahren Straftaten basierten, handelt es sich bei "Kanderschlucht" um eine fiktive Geschichte, die jedoch an tatsächliche Begebenheiten angelehnt wird. Leider verraten hier die Widmung des Autors sowie der Klappentext etwas zu viel, da schon vor der Lektüre klar wird, was die Hintergründe der Tat sein müssen. Das hätte sich der Autor wohl besser für das Nachwort aufgespart, da es mir doch einiges von der Spannung genommen hat. So ging es nur noch darum herauszufinden, wer hinter dem Ganzen steckt, und da ich keine wirkliche Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte, war mir das mehr oder weniger egal.

Die Geschichte spielt in den 1950er Jahren, einer Zeit, in der meine Eltern bereits lebten. Und doch fand ich es erschreckend, wie altertümlich es damals zu und her ging. Wer als unverheiratete Person Geschlechtsverkehr hatte, konnte verhaftet werden, mit einem Offizier per Du zu sein war eine grosse Ehre und wenn man Hilfe eines Polizisten benötigte, so musste man besonders freundlich und unterwürfig sein, da der Beamte ansonsten vielleicht keine Lust verspürte, seine Arbeit zu tun, ohne dass man etwas dagegen tun konnte. Wie froh bin ich, dass ich heute lebe und nicht vor 65 Jahren!

Auch in "Kanderschlucht" ist der Schreibstil des Autors Peter Beutler nüchtern, geradezu protokollartig gehalten. Peter Beutler verwendet viele Schweizer Ausdrücke und Ortsbezeichnungen, die am Ende des Buches in einem Glossar übersetzt werden.

Mein Fazit

Der Klappentext verrät zu viel und dämpft die Spannung stark







ABC-Challenge der Protagonisten

Max = X männlich


Montag, 11. September 2017

[Hörbuch] Todesreigen


Bildquelle

von Andreas Gruber
gelesen von Achim Buch

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 18.08.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 18.08.2017
  • Verlag : Der Hörverlag
  • ISBN: 9783844527735
  • Mp3-Download: 15h 04
  • Sprache: Deutsch


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Todesfrist
Todesurteil
Todesmärchen
Todesreigen 



Inhalt


Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen hat, wird Sabine Nemez – Kommissarin beim BKA – misstrauisch. Vieles weist auf eine jahrzehntealte Verschwörung und deren von Rache getriebenes Opfer hin. Sabine bittet ihren ehemaligen Kollegen, den suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder, um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch seinen einstigen Freunden und Kollegen.
(Quelle: Der Hörverlag)


Meine Meinung


Zwei ehemalige BKA Beamte bringen sich um, nachdem ein Familienmitglied gestorben ist. Sabine Nemez macht sich auf die Suche nach den Hintergründen, während Maarten S. Sneijder nach den Ereignissen von "Todesmärchen" nicht mehr für das BKA arbeitet…

"Todesreigen" ist bereits der vierte Band um Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder. Zum Verständnis sind Vorkenntnisse nicht nötig, allerdings enthält der Band sehr viele Anspielungen auf Band 3. Wer nicht gespoilert werden möchte, sollte also zumindest "Todesmärchen" zuvor gelesen haben.

Wie bei der Reihe üblich wird die Geschichte aus wechselnder Perspektive erzählt, hauptsächlich aus der Sicht von Sabine Nemez und dem vor kurzem aus der Haft entlassenen Hardy. Sneijder bleibt über lange Zeit hinweg eine Randfigur und greift erst im letzten Drittel so richtig in die Handlung ein. Während Hardys Gedankenwelt nachvollziehbar dargelegt wird, bleiben die anderen Figuren, auch die eigentlichen Protagonisten Nemez und Sneijder, eher blass. Das war allerdings auch in den früheren Bänden so und stört mich nicht sonderlich. Hardy hingegen hat sich im Laufe der Geschichte für mich zum heimlichen Helden entwickelt.

Die Geschichte ist aus zwei Handlungssträngen aufgebaut. Da ist einerseits Sabine Nemez, die diverse Selbstmorde aufklären soll, andererseits Hardy, der nach seiner Entlassung aus dem Knast seine alten Kumpels auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau und Töchter abklappert. Dass die beiden Stränge irgendwie zusammenhängen müssen, ist von Anfang an klar, wie sie dies tun, wird erst später verständlich. Bei Szenenwechseln war ich teilweise recht verwirrt, bis ich verstanden habe, dass die beiden Stränge zeitlich nicht parallel ablaufen. Sobald ich das mal geschnallt hatte, wurde die Geschichte plötzlich viel verständlicher. Wie bei den Vorgängern darf aber nicht zu viel Wert auf Realismus gelegt werden. Was die Protagonisten hier aushalten können erinnert zwar an einen beliebigen Actionfilm, nicht aber an das wahre Leben…

Ich habe alle bisherigen Sneijder&Nemez-Fälle als Hörbuch gehört, und ich muss leider sagen, dass dieser hier für mich der schlechteste war. Mir hat etwas die Spannung und vor allem die grossen Überraschungen gefehlt. Die Suche nach dem Täter hat mich nicht besonders mitgerissen und atemberaubende Szenen gab es für mich kaum. So konnte mich "Todesreigen" nicht so begeistern wie seine Vorgänger.

Der Schreibstil des Autors Andreas Gruber ist wie gewohnt flüssig, aber eher einfach gehalten. Wie schon bei den Vorgängern sind mir vor allem die vielen Wiederholungen aufgefallen. Ich habe nicht mitgezählt, wie oft die Begriffe "Designeranzug" oder "Leichenhallenlächeln" fielen, aber wenn mir jemand erzählt, es sei ein Dutzend Mal gewesen, glaube ich das sofort.

Auch "Todesreigen" wird in der Hörbuchversion von Achim Buch gelesen. Ich war mit seiner Lesung grundsätzlich zufrieden, nur die taube Nora hat er für meinen Geschmack zu extrem betont, insbesondere, da der Text erwähnt, man höre ihr ihre Behinderung "leicht" an.

Mein Fazit

Konnte mich nicht mehr so mitreissen wie die Vorgänger. 







Samstag, 9. September 2017

Das letzte Ritual


Bildquelle

von Yrsa Sigurdardóttir
übersetzt durch Tina Flecken

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.11.2006
  • Aktuelle Ausgabe : 12.09.2016
  • Verlag : btb
  • ISBN: 9783442714407
  • Flexibler Einband 384 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der btb Verlag hat mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Das letzte Ritual
Das gefrorene Licht
Das glühende Grab
Die eisblaue Skulptur
Feuernacht
Todesschiff



Inhalt


In der Universität von Reykjavík wird die Leiche eines jungen Deutschen gefunden. Der Geschichtsstudent war fasziniert von alten Hexenkulten, und sein Mörder hat ihm ein merkwürdiges Zeichen in die Haut geritzt. Aber die isländische Polizei glaubt an einen Drogendelikt und verhaftet einen Dealer. Die Eltern des Opfers misstrauen den Ermittlungen: Sie beauftragen die junge Anwältin Dóra Gudmundsdóttir, den Fall noch einmal aufzurollen. Und auf der Suche nach dem wahren Mörder findet Dóra mehr über die dunklen Rituale heraus, als ihr lieb ist …
(Quelle: btb)


Meine Meinung


In einem Wandschrank der Uni von Reykjavík wird die verstümmelte Leiche eines deutschen Studenten gefunden. Schon kurz darauf verhaftet die Polizei einen Verdächtigen, doch die Familie des Toten glaubt nicht an dessen Schuld und beauftrag die Rechtsanwältin Dóra mit der Suche nach dem wahren Täter. Liegt das Motiv in der wissenschaftlichen Arbeit des Toten, der sich mit den Hexenprozessen des Mittelalters beschäftigt hat?

Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt, wobei der Fokus in erster Linie auf der Protagonistin Dóra liegt, deren Gedanken und Gefühle dem Leser mitgeteilt werden. So konnte ich mich gut in sie hineinfühlen, auch wenn ich nicht immer mit allem einverstanden war. Sie war mir jedenfalls recht sympathisch, auch wenn sie sich etwas zu stark auf ihre Wirkung auf andere konzentriert und manchmal etwas gar zickig erscheint.

Die Handlung ist spannend aufgebaut und endet überraschend. Sie ist aus mehreren Handlungssträngen zusammengesetzt, bei denen ich nur ausnahmsweise selber auf die Auflösung kam. Wie bei skandinavischen Krimis üblich, ist die Grundstimmung auch hier sehr düster gehalten, wer auf der Suche nach einen "Feelgood-Krimi" ist, wird hier nicht fündig, was aber bereits am Cover ersichtlich sein sollte. A propos Cover: dort steht zwar gross "Thriller", in meinen Augen handelt es sich hier aber um einen Kriminalroman, keinen Thriller. Auch der Regio-Aspekt kam für meinen Geschmack etwas zu kurz, abgesehen von den für mich ungewohnten Namen und dem geschichtlichen Hintergrund hätte das Buch auch in den USA oder sonstwo spielen können.

Der Schreibstil der Autorin Yrsa Sigurdardóttir lässt sich flüssig lesen, allerdings ist mir aufgefallen, dass manche Namen in zwei Schreibweisen vorkommen, mit und ohne Akzent (z.B. Maria/María), und doch jeweils die gleiche Person gemeint ist. Ob da die Autorin unsorgfältig war oder die Übersetzerin, weiss ich nicht, tippe jedoch auf Letzteres. Sehr schön fand ich allerdings, dass die Übersetzung die Eigenheit der Skandinavier, auch Fremde zu duzen, beibehalten hat. Das fehlt mir oft bei skandinavischen Krimis und Thrillern.

Mein Fazit

Spannend und düster. 







ABC-Challenge der Protagonisten

Dóra = D weiblich


Rezensionsexemplar 

 

 

Donnerstag, 7. September 2017

Breathe - Gefangen unter Glas


Bildquelle

von Sarah Crossan
übersetzt durch Birgit Niehaus

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 21.02.2013
  • Aktuelle Ausgabe : 01.03.2013
  • Verlag : dtv Verlagsgesellschaft
  • ISBN: 9783423760690
  • Fester Einband 432 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Breathe - Gefangen unter Glas
Breathe - Flucht nach Sequoia


Inhalt


Eine Welt ohne Sauerstoff. Alles scheint tot. Unter einer Glaskuppel gibt es nur wenige Überlebende:
Alina, hat sich schon vor Langem den Rebellen angeschlossen, die gegen die Allmacht von ›Breathe‹ kämpfen, und wurde nie gefasst. Bis jetzt ...
Quinn, will als Sohn eines ranghohen ›Breathe‹-Direktors eigentlich nur einen harmlosen Ausflug ins Ödland machen. Bis er dort auf Alina trifft.
Bea, Tochter eines Bürgers zweiter Klasse, wollte den Trip raus aus der Kuppel nutzen, um Quinn endlich für sich zu gewinnen. Doch dann taucht Alina auf ...
Die Begegnung mit Alina verändert für Bea und Quinn alles. Unversehens werden sie zu Gejagten ...
(Quelle: dtv)


Meine Meinung


Eine nicht näher genannte Zukunft. Sauerstoff ist ein knappes und teures Luxusgut geworden, weshalb sich nur reiche Menschen Aktivitäten wie Sport ausüben oder schon nur jemanden Küssen leisten können, die mehr Sauerstoff verbrauchen. Die Menschheit lebt unter Kuppeln und jeder weiss, dass das Leben ausserhalb dieser Kuppeln ohne Sauerstofftanks nicht möglich ist. Aber stimmt das wirklich? Gibt es keine Menschen ausserhalb der streng kontrollierten Kuppeln?

Die Geschichte wird von drei Personen in der Ich-Perspektive in der Gegenwart erzählt, Alina, Bea und Quinn. Die drei sind etwa gleich alt, um die 16, stammen aber aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten. Bea und Quinn sind seit langem befreundet, Alina stösst erst bei Beginn der eigentlichen Handlung dazu. Bea war mir gleich von Beginn weg sympathisch, sie erschien mir ehrlich, bescheiden und um das Wohlergehen ihres Umfelds besorgt. Auf Dauer wirkt das allerdings etwas langweilig, da ihr Ecken und Kanten fehlen. Quinn stammt zwar aus der reichen Oberschicht, ist aber auch auf dem Boden geblieben. Bei ihm brauchte ich einige Kapitel, bis ich mich mit ihm angefreundet hatte, weil er zu Beginn doch noch nicht wusste, wie eingeschränkt das Leben der ärmeren Bevölkerung ist. Auch später zeigt er sich öfters etwas begriffsstutzig. Alina blieb mir bis zum Schluss etwas unfassbar, ich konnte sie nicht so richtig einschätzen. Die Nebenfiguren blieben recht eindimensional und konnten mich nicht so recht überzeugen, wie beispielsweise der ständig besoffene Präsident oder die Rebellenführerin, die ihre "Untertanen" mit hysterischer Gewalt "regiert".

Die Handlung ist für Dystopie-Fans nicht besonders überraschend, auch hier hat die Elite einen Weg gefunden, den grössten Teil der Bevölkerung zu unterdrücken, bis diese zu rebellieren beginnt. So weit, so altbekannt. Auch das Liebes-Dreieck darf hier nicht fehlen, auch wenn es im Unterschied zu vielen anderen Reihen hier der Junge ist, der zwischen zwei Mädchen steht. Hingegen fand ich die Idee mit dem knappen Sauerstoff und den Kuppeln, unter denen die Menschen leben müssen recht originell. Unterhaltsam ist das Buch alleweil, und wer noch keine (oder nur wenige) Dystopien gelesen hat, wird sicher auch das eine oder andere Mal überrascht werden.

Der Schreibstil der Autorin Sarah Crossan lässt sich flüssig lesen, allerdings hätte ich bei gleich drei ungefähr gleichwertigen Protagonisten eine Erzählung in der dritten Person passender gefunden als die Ich-Perspektive. Das Buch endet offen und bereitet so den Weg für den Nachfolgeband "Der Weg nach Sequoia".

Mein Fazit

Dystopie nach altbekanntem Schema, die gut unterhält. 









Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 15, ein Buch, dessen Autor im selben Jahr geboren ist wie du. Sarah Crossan ist wie ich 1981 geboren.

ABC-Challenge der Protagonisten

Quinn = Q männlich



Dienstag, 5. September 2017

Die Gärten von Istanbul


Bildquelle

von Ahmet Ümit
übersetzt durch Sabine Adatepe

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.09.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 11.09.2017
  • Verlag : btb
  • ISBN: 9783442715138
  • Flexibler Einband 592 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der btb Verlag hat mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



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Inhalt


Istanbul, die unbezähmbare Stadt zwischen zwei Kontinenten. Ein magischer Ort, wo Geschichte geschrieben wurde und sich noch heute unzählige Geschichten ineinander verweben. Kaum einer kennt ihn so gut wie Nevzat, Oberinspektor des Morddezernats. Und kaum einer leidet an ihm wie er, dessen Frau und Tochter dort Opfer eines Verbrechens wurden. Und doch wird er hinzugezogen, als an der Atatürk-Statue eine Leiche gefunden wird. Das Opfer, Professor für Kunstgeschichte, war anerkannt in Istanbuls intellektuellen Kreisen. Ebenso wie seine Exfrau Leyla, Museumsdirektorin im legendären Topkapı Palast. Kurz darauf wird eine zweite Leiche gefunden. Wieder an einem von Istanbuls Wahrzeichen. Und die Serie reißt nicht ab. Sieben Leichen an sieben historischen Stätten – und nur ein einziger Faden scheint die Fälle miteinander zu verbinden: die jahrtausendealte Geschichte einer der geheimnisvollsten und faszinierendsten Städte der Welt ...
(Quelle: btb)


Meine Meinung


In Istanbul werden mehrere Tote aufgefunden. Der Täter hinterlässt bei jedem der Opfer Hinweise auf historische Kaiser oder Regenten der Stadt. Wer steckt hinter den Taten, und was bezweckt er damit? Kommissar Nevzat ermittelt.

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive des Kommissars Nevzat in der Vergangenheit erzählt. Beim Lesen musste ich mich zunächst daran gewöhnen, dass in der Türkei offenbar alle mit Vornamen anstelle des Familiennamens angesprochen werden. Da ich zudem nur wenig Erfahrung mit türkischen Namen habe, hatte ich öfters Schwierigkeiten, die Personen auseinanderzuhalten, sie mir zu merken und teilweise auch, Frauen von Männern zu unterscheiden.

Die Handlung dreht sich nur teilweise um die Kriminalfälle, das Privatleben Nevzats nimmt auch einen grossen Teil ein. So kann der Leser den Protagonisten näher kennenlernen, allerdings hatte ich nach der Lektüre nicht das Gefühl, Nevzat nun besonders gut zu kennen, auch wenn ich immer wusste, was genau in ihm vorging.

Die Erzählung ist in mehrere Teile aufgeteilt, wobei zwischen zwei Abschnitten immer ein historischer Einschub kommt, bei dem aus der Sicht einer historischen Person ein für die Stadt Istanbul wichtiges Ereignis geschildert wird. Die Kriminalfälle selber traten vor lauter Privatleben und Geschichtslektionen ziemlich in den Hintergrund, was das Buch für mich zu einem eher zähen Lesestoff werden liess.

Zum Miträtseln eignet sich der Krimi leider nicht. Vielleicht könnte jemand mit sehr guten Kenntnissen von Istanbuls Geschichte immerhin die nächsten Tatorte vorausberechnen, aber die Opfer werden grösstenteils mit ihrem Auffinden zum ersten Mal erwähnt, und der Täter ohne wirkliche vorherige Hinweise überraschend aus dem Hut gezaubert.

Da die Morde beinahe zur Nebensache wurden und ich nicht wirklich miträtseln konnte, konnte mich "Die Gärten von Istanbul" leider nicht begeistern. Ich fand die Informationen über die Stadt durchaus interessant, aber es fehlte mir an Spannung. Hier hätte ich mir von dem Buch mehr erhofft.

Mein Fazit

Es fehlt an Spannung








Rezensionsexemplar


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