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Samstag, 29. Juli 2017

Die Lieferantin


Bildquelle

von Zoë Beck

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 10.07.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 10.07.2017
  • Verlag : Suhrkamp
  • ISBN: 9783518467756
  • Flexibler Einband 324 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Suhrkamp Verlag und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestelle, vielen Dank dafür!



Leseprobe
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Inhalt


London, in einer nicht wirklich fernen Zukunft: Ein Drogenhändler treibt tot in der Themse, ein Schutzgelderpresser verschwindet spurlos. Ellie Johnson weiß, dass auch sie in Gefahr ist – sie leitet das heißeste Start-up Londons und zugleich das illegalste: Über ihre App bestellt man Drogen in höchster Qualität, und sie werden von Drohnen geliefert. Anonym, sicher, perfekt organisiert.
Die Sache hat nur einen Haken – die gesamte Londoner Unterwelt fühlt sich von ihrem Geschäftsmodell bedroht und will ›Die Lieferantin‹ tot sehen. Ein Kopfgeld wird auf sie ausgesetzt. Ellie beschließt zu kämpfen – ihre Gegner sind mächtig, und sie lauern an jeder Straßenecke.
(Quelle: Suhrkamp)


Meine Meinung



Die "Lieferantin" beliefert London mit Drogen. Niemand weiss, dass die junge Ellie hinter diese Pseudomym steckt, die den Drogenhandel nicht aus finanziellen, sondern aus politischen Gründen betreibt. Im Post-Brexit England macht sie sich grosse Feinde, denn Drogenkonsum soll noch schärfer verfolgt werden als früher, während ihre Arbeit vor allem den anderen Drogenhändlern ein Dorn im Auge ist.

Die Geschichte wird in der dritten Person aus wechselnder Perspektive erzählt, dabei werden mehrere Handlungsstränge verknüpft. Die Handlung begleitet Mo, die ihre innere Leere mit Heroin zu überdecken versucht, auf ihren Begegnungen mit wachsendem Rassismus, Leigh, der für das Verschwinden eines Gangsters verantwortlich ist, Ellie, die den Drogensüchtigen wenigstens sauberen Stoff liefern will und Declan, der als Sprössling einer Drogenhändlerfamilie seinen Vater beeindrucken will, indem er gegen die "Lieferantin" vorgeht. Da die einzelnen Szenen aus Sicht des jeweiligen Protagonisten geschildert werden, erhält der Leser einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten, sodass ich mich gut in sie hineinfühlen, wenn auch nicht immer ihr Vorgehen nachvollziehen konnte. So wirklich ans Herz gewachsen ist mit allerdings niemand, da alle Figuren mindestens eine Eigenschaft aufwiesen, die ich absolut inakzeptabel fand.

Die Geschichte selbst spielt in einer nahen Zukunft, in der der Brexit vieles am Leben auf der britischen Insel geändert hat. So hat sich der Rassismus stark ausgedehnt und dunkelhäutige Bürger müssen jederzeit damit rechnen, auf dem Arbeitsweg verprügelt zu werden. Drogen werden von der Politik als Ursache allen Übels angesehen und es wird geplant, Drogenabhängige von allen Leistungen des Gesundheitssystems auszuschliessen und wenn möglich hart zu bestrafen (das von der Autorin dafür geschaffene Wort "Druxit" wird leider erst spät erklärt, sodass ich lange nicht verstand, was damit gemeint ist). Und offenbar hat sich Schottland von England abgespalten, jedenfalls muss nun bei der Einreise aus England der Pass vorgezeigt und eine Sicherheitskontrolle passiert werden.

Während sich die Handlung oberflächlich in erster Linie um Drogenhandel zu drehen scheint, ist jedoch eine politische Dystopie in meinen Augen der wahre Handlungsträger. Was passiert, wenn Rechtsextremen freie Hand gelassen wird; wie passt sich das Leben der Bürger den politischen Gegebenheiten dann an? So interessant diese Fragestellung auch ist, leider hat das für mich nicht viel mit einem Thriller zu tun. So wartete ich bei der Lektüre ungeduldig, dass nun endlich der "Thrill" beginnen würde, und die "Lieferantin" Ellie sich auf die Flucht vor ihren Gegnern befindet, wie im Klappentext angekündigt. Doch dieser Aspekt spielt nur eine Nebenrolle, überdeckt vom "was wäre, wenn".

Der Schreibstil der Autorin Zoë Beck lässt sich flüssig lesen und ist gut verständlich, ohne zu einfach oder langweilig zu sein.

Mein Fazit

Interessantes dystopisches Politdrama, aber kein Thriller.







Rezensionsexemplar



Dienstag, 14. Februar 2017

Rain Dogs


Bildquelle

von Adrian McKinty
übersetzt durch Peter Torberg

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 05.02.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 05.02.2017
  • Verlag : Suhrkamp
  • ISBN: 9783518467473
  • Flexibler Einband 404 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Der katholische Bulle
Die Sirenen von Belfast
Die verlorenen Schwestern
Gun Street Girl
Rain Dogs



Inhalt


Unruhen bekämpfen, Herzschmerz und Fälle aufklären, die aber nicht vor Gericht gebracht werden dürfen, darin ist Sean Duffy als katholischer Bulle in Nordirland inzwischen Spezialist. Immerhin bekommt er es zum zweiten Mal in seiner Karriere mit einem locked room mystery zu tun, und welcher Bulle – in Nordirland oder sonstwo, katholisch oder nicht – kann das schon von sich behaupten?
Die Journalistin Lily Bigelow wird im Hof von Carrickfergus Castle, wo sie sich allem Anschein nach über Nacht hat einschließen lassen, tot aufgefunden. Selbstmord, glaubt man, aber ein paar Dinge geben Sean Duffy zu denken, und er weigert sich, es dabei zu belassen. Duffy findet heraus, dass Bigelow an einer verheerenden Enthüllung in Sachen Korruption und Amtsmissbrauch innerhalb der höchsten Regierungskreise Großbritanniens und darüber hinaus gearbeitet hat. Und so sieht er sich mit zwei schwerwiegenden Problemen konfrontiert: Wer hat Lily Bigelow umgebracht? Und was wollte er oder sie damit vertuschen?
(Quelle: Suhrkamp)


Meine Meinung


Im Carrickfergus Castle in der Nähe von Belfast wird eine anscheinend zu Tode gestürzte Frau gefunden. Der Polizist Sean Duffy glaubt nicht an einen Selbstmord, aber ein allfälliger Täter hatte offenbar keine Möglichkeit, ungesehen aus der Burg zu entkommen…

„Rain Dogs“ ist der fünfte Band der Krimi-Reihe um den Polizisten Sean Duffy. Ich kenne die Vorgänger nicht, aber zum Verständnis sind Vorkenntnisse auch nicht nötig.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Sean Duffy erzählt. Sean ist ein ziemlich abgebrühter Kerl, der schon viel erlebt hat, mit einem recht schwarzen Humor. Neben dem Kriminalfall, der ihn nicht in Ruhe lässt, beschäftigt ihn auch seine Exfreundin, die ihn am Anfang des Buches aus heiterem Himmel verlässt. Seans Privatleben ist daher immer präsent, übernimmt aber in der Erzählung nicht die Oberhand oder drängt gar den Kriminalfall zur Seite. Daneben spielt auch der desolate Zustand von Nordirlands Polizei eine Rolle, Seans ewiger Kampf gegen Schlamperei und Korruption, die kaum noch gute Polizisten übrig gelassen haben.

Die Handlung spielt 1987, als Anschläge der IRA noch zum Alltag in Nordirland gehörten und Polizisten jeden Morgen ihren Wagen nach Bomben untersuchen mussten, um nicht in die Luft gesprengt zu werden. Stimmungsmässig könnte das Buch aber auch gut in den 40ern oder 50ern spielen, ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, mich in einem „Film noir“ in Buchform zu befinden (einem „livre noir“ sozusagen). Düster, grau, regnerisch – so fühlt sich Sean in seiner Stadt und genau das kommt auch rüber und erfasst den Leser. Eine allfällige Verfilmung des Buches müsste in meinen Augen klar in schwarz/weiss geschehen.

Der Kriminalfall ist interessant und verzwickt aufgebaut, mit Hintergründen, die erst gegen Ende des Buches so richtig klar werden. Dennoch konnte er mich nicht zu 100% überzeugen, ich fand ihn etwas zu weitverzweigt. Auch das Ende fand ich etwas unbefriedigend, aber zur Grundstimmung des Buches sehr passend.

Der Schreibstil des Autors Adrian McKinty ist oft kurz, abgehackt und beinahe stichwortartig. Da es aber auch immer wieder Textstellen mit längeren, ausführlicheren Sätzen gibt, kam ich gut damit zurecht. Der Autor scheint Aufzählungen zu lieben, immer wieder werden Musikbands, Esswaren oder Gegenstände fast listenartig aneinandergehängt.

Mein Fazit

Düster – Hunde spielen zwar keine grosse Rolle, aber der Regen ist definitiv spürbar.









Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 10, ein Buch mit einem Tier oder einer Pflanze auf dem Cover


Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 33, ein Buch aus einem Verlag, aus dem du 2017 bisher noch kein Buch gelesen hast



Rezensionsexemplar


 
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