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Samstag, 29. Dezember 2018

Öland


Bildquelle

von Johan Theorin
übersetzt durch Kerstin Schöps


  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.03.2009
  • Aktuelle Ausgabe : 01.03.2009
  • Verlag : Piper
  • ISBN: 9783492253680
  • Flexibler Einband: 448 Seiten
  • Sprache: Deutsch


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Inhalt


An einem Spätsommertag verschwindet ein kleiner Junge im dichten Nebel der Insel Öland – und wird nie wieder gesehen oder gefunden. 20 Jahre später erhält seine Mutter einen Anruf von ihrem Vater: Es gebe ein neues Beweisstück, und er bittet sie, nach Öland zurückzukehren und die Suche wieder aufzunehmen. Auf Öland geht das Gerücht, der unheilbringende Nils Kant sei der Mörder. Dabei war dieser längst unter der Erde, als der Junge verschwand. Aber ist Kant wirklich tot? Oder geistert er womöglich noch immer über die weite Kalkebene von Öland?
(Quelle: Piper)


Meine Meinung


"Öland" erzählt nicht eine, sondern zwei Geschichten in zwei Handlungssträngen, die allerdings eng zusammenhängen. Einerseits begegnen wir Leser dem kleinen Jens, der 1972 spurlos verschwindet und begleiten Jens' Mutter Julia, die auch über 20 Jahre später noch am Verschwinden ihres Sohnes verzweifelt. Andererseits verfolgen wir den Werdegang von Nils Kant, der 1936 den Tod seines kleinen Bruders miterlebt und mit dem Jahren immer gefährlicher wird. Interessanterweise werden die weit in der Vergangenheit liegenden Kapitel um Nils im Präsens geschildert, während die "aktuellen" Abschnitte (das Buch spielt in den 1990ern) in der Vergangenheitsform erzählt werden und zwischen Julia und ihrem Vater Gerlof hin- und herwechseln. Julia erschien mir als Protagonistin ziemlich blass, und Nils wird ohnehin nicht so dargestellt, dass man ihn liebhaben könnte. Allerdings habe ich Julias Vater Gerlof ins Herz geschlossen, einen teilweise etwas verwirrten alten Mann, der sich zwar jahrzehntelang nicht wirklich um das Schicksal seines Enkels oder seiner Tochter gekümmert hat, nun aber alles nachholen will, was er verpasst hat.

Der Verlag bezeichnet "Öland" als Kriminalroman, was im Grunde nicht falsch ist. Schliesslich geht es um mehrere Verbrechen, die aufgeklärt werden müssen, und die Suche nach Spuren. Das Buch erschien mir aber eher als Drama, als Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele. Viel wichtiger als die Frage danach, was genau passiert ist, erschien mir die Frage nach dem Warum. Warum haben die Beteiligten so gehandelt, wie sie es getan haben. Die Aufklärung der Verbrechen erschien mir da eher als netter Zusatz. Dieser Schwerpunkt machte "Öland" aber nicht etwa langweilig, ich fand es sehr spannend, die Schicksale der Beteiligten zu verfolgen und von der Auflösung überrascht zu werden. Allerdings ist der Roman stellenweise etwas zu langatmig geraten, manche Szenen scheinen sich endlos zu ziehen.

Mein Fazit

Mehr Familiendrama als Krimi.









Donnerstag, 11. Januar 2018

Aschenputtel


Bildquelle

von Kristina Ohlsson
übersetzt durch Susanne Dahmann

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 26.10.2011
  • Aktuelle Ausgabe : 17.09.2012
  • Verlag : Blanvalet
  • ISBN: 9783442375806
  • Flexibler Einband 480 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Aschenputtel
Tausendschön
Sterntaler
Himmelsschlüssel
Papierjunge


Inhalt


Hochsommer in Schweden. Es regnet Bindfäden. Der voll besetzte Schnellzug nach Stockholm muss außerplanmäßig halten. Eine junge Frau tritt hinaus aufs Bahngleis, um ungestört zu telefonieren – und wird von ihrer Tochter getrennt, als der Zug ohne Vorwarnung weiterfährt. Der Schaffner wird alarmiert, doch als er das kleine Mädchen abholen will, ist es spurlos verschwunden. Das Ermittlerteam um Kommissar Alex Recht und Fahndungsspezialistin Fredrika Bergman wird auf den Fall angesetzt. Als wenig später ein zweites Kind verschleppt wird, wird der Fall zu einem Albtraum …
(Quelle: Blanvalet)


Meine Meinung


Aus einem Zug von Göteborg nach Stockholm wird ein kleines Mädchen entführt. Ob das Motiv in der Vergangenheit der Mutter liegt?

Die Geschichte wird in der dritten Person aus wechselnder Perspektive erzählt, in erster Linie aus der Sicht der drei Ermittler Fredrika Bergmann, Alex Recht und Peder Rydh. Peder war mir ziemlich unsympathisch, ein arroganter und sexistischer Typ, der seiner Frau die alleinige Schuld an ihren ehelichen Schwierigkeiten gibt und sie deswegen betrügt. Da Fredrika eine Frau ist und auch noch studiert hat, hält er sie für unfähig, ihren Beruf richtig auszuüben. Fredrika hingegen erschien mir etwas zu weinerlich und jammernd. Alle paar Kapitel vergräbt sie sich in ihre Kindheitserinnerungen, als sie eine grosse Zukunft als Profimusikerin vor sich sah, bevor ein Autounfall diesen Traum zunichte machte. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass manche verlorenen Träume auch noch nach langer Zeit schmerzen, aber nach 20 Jahren sollte man doch auch mal in der Lage sein, ein paar Tage lang nicht dem "was wäre, wenn" nachzuheulen… Alex hingegen ist der älteste der drei und der Chef des Teams. Er gibt als Legende und Teil seines Ermittlungsteams zu sein ist eine Ehre. Warum das so ist, wurde mir hingegen nicht klar, besondere Fähigkeiten konnte ich an ihm nicht entdecken. 

Die Handlung ist spannend aufgebaut und lädt zum miträtseln ein. Ich habe mich immer gefreut, wenn ich den Ermittlern bereits voraus war in ihren Gedankengängen (teilweise erschienen sie mir allerdings etwas gar begriffsstutzig). Leider verrät der Klappentext etwas zu viel, so wird dort bereits ein Ereignis angesprochen, das erst in der zweiten Buchhälfte geschieht und die Ermittlungen in eine komplett andere Richtung führt. Der Thriller-obligate finale Showdown ist etwas gar kurz geraten und findet nur auf wenigen Seiten statt, der wichtigste Teil davon gar nur in einer rückblickenden Erzählung. Auch das Privatleben der Ermittler nahm stellenweise etwas zu viel Platz ein für meinen Geschmack. Trotz dieser Kritikpunkte und einiger Längen blieb das Spannungslevel über das ganze Buch hinweg hoch, sodass ich es schnell verschlungen habe.

Der Schreibstil der Autorin Kristina Ohlsson lässt sich flüssig lesen. "Aschenputtel" hat mich trotz meinen kleineren Schwierigkeiten mit den Protagonisten sehr gut unterhalten, sodass ich die Reihe sicher weiterverfolgen werde.

Mein Fazit

Lädt zum miträtseln ein. 







Cover-Challenge

Aufgabe 36, ein Buch mit einem roten Schriftzug.

Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 13, einen Krimi oder Thriller 

ABC-Challenge der Protagonisten

Fredrika = F weiblich

Lovelybooks Themen-Challenge

Aufgabe 39, ein Buch, das inhaltlich einen Zeitraum von maximal einem Jahr umfasst.



Samstag, 6. Januar 2018

Schändung


Bildquelle

von Jussi Adler Olsen
übersetzt durch Hannes Thiess

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.09.2010
  • Aktuelle Ausgabe : 01.03.2013
  • Verlag : dtv Verlagsgesellschaft
  • ISBN: 9783423214278
  • Flexibler Einband 464 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Erbarmen
Schändung
Erlösung
Verachtung
Erwartung
Verheissung
Selfies



Inhalt


Ein Leichenfund in einem Sommerhaus in Rørvig. Der Verdacht fällt auf eine Gruppe junger Schüler eines exklusiven Privatinternats, die für ihre Gewaltorgien bekannt sind. Nur einer von ihnen gesteht.
Zwanzig Jahre später. Als Carl Mørck aus dem Urlaub zurückkommt, stößt ihn sein Assistent Assad mit der Nase auf die verstaubte Rørvig-Akte. Doch von oberster Stelle werden ihnen weitere Ermittlungen verboten. Denn die Spuren führen hinauf bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft, in die Welt der Aktienhändler, Reeder und Schönheitschirurgen. Und ganz nach unten ...
(Quelle: dtv)


Meine Meinung


Der Polizeiermittler Carl Mørck wird auf einen Mordfall aus dem Jahr 1987 aufmerksam gemacht, der jedoch offiziell schon lange aufgeklärt ist und der Täter verurteilt wurde. Doch war es wirklich ein Einzeltäter, der die beiden Jugendlichen vor so langer Zeit umgebracht hat?

"Schändung" ist der zweite Band um das dänische "Sonderdezernat Q" um den Polizisten Carl Mørck. Zum Verständnis braucht der Thriller keine Vorkenntnisse und kann auch alleine gelesen werden.

Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt und ist in mehrere Stränge aufgeteilt. Einerseits werden die polizeilichen Ermittlungen aus der Sicht von Carl Mørck geschildert, andererseits wird die Geschichte von Kimmie erzählt, bei der schon bald klar wird, wie sie mit den Ermittlungen zusammenhängt. Carl Mørck ist mir nicht übermässig sympathisch, aber ich kam doch gut genug mit ihm zurecht, um mich in das Buch vertiefen zu können, ohne mich ständig über ihn aufregen zu müssen.

Beim "Sonderdezernat Q" geht es um die Aufklärung sogenannter Cold Cases, alter ungeklärter Fälle, was natürlich nach sich zieht, dass nur wenige "wirkliche" Ermittlungen vorgenommen werden können. Carl Mørck und sein Assistent Assad können zwar Zeugen und Angehörige befragen, viel mehr liegt aber nicht drin, da die aufzuklärenden Verbrechen schon vor Jahrzehnten geschehen sind. Ihre Schlussfolgerungen sind aber immer nachvollziehbar, sodass sich der Thriller im Grunde auch zum miträtseln eigenen würde – wenn nicht schon von Beginn weg aller klar gewesen wäre. Durch die gewählte zweite Perspektive aus der Sicht von Kimmie erfährt der Leser schon sehr früh, worum es überhaupt geht. Nur Details bleiben noch zu klären übrig. Daher geht es in "Schändung" nicht darum, wer die Straftaten begangen hat, sondern eher um das warum, das aber für mich nur unbefriedigend beantwortet wurde. So war das Buch für mich durchaus mitreissend und fesselnd, an Spannung fehlte es aber.

Der Schreibstil des Autors Jussi Adler-Olsen ist eher einfach gehalten und lässt sich flüssig lesen. Da mich das Buch durchaus angesprochen hat, werde ich die Reihe trotz der etwas fehlenden Spannung weiterverfolgen. Für sensible Leser eignet sich die Reihe nicht, Adler Olsen spart nicht an expliziten Beschreibungen von Gewalttaten.

Mein Fazit

Fesselnd, aber nicht im eigentlichen Sinne spannend. 








Cover-Challenge

Aufgabe 27, ein Buch mit einem Gegenstand auf dem Cover, der aus Metall besteht.

Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 35, ein Buch von einem Autoren, der nicht aus Deutschland, Großbritannien oder den USA stammt 

ABC-Challenge der Protagonisten

Carl = C männlich

Lovelybooks-Themenchallenge

Aufgabe 38, ein Buch, das rund um euren Geburtstag herum erschienen ist. Das Jahr ist dabei egal, es sollte aber maximal 5 Tage vor, nach oder direkt an eurem Geburtstag erschienen sein. Es gilt die Angabe auf der Buchseite bei LovelyBooks.
Mein Geburtstag ist der 30. August, ich bin aber zwei Tage zu früh geboren und hätte genau am 1. September, dem Erscheinungstag der deutschen Erstausgabe, zur Welt kommen sollen (natürlich etliche Jahre vorher) ;-)



Donnerstag, 4. Januar 2018

Eishexe


Bildquelle

von Camilla Läckberg
übersetzt durch Katrin Frey

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 02.01.2018
  • Aktuelle Ausgabe : 02.01.2018
  • Verlag : List Verlag
  • ISBN: 9783471351079
  • Fester Einband 752 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der List Verlag und Netgalley haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



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Bücher der Reihe:
Die Eisprinzessin schläft
Der Prediger von Fjällbacka
Die Töchter der Kälte
Die Totgesagten
Engel aus Eis
Meerjungfrau
Der Leuchtturmwärter
Die Engelmacherin
Die Schneelöwin

Inhalt


Als die kleine Linnea Berg vermisst gemeldet wird, starten die Bewohner von Fjällbacka eine Suchaktion in den umliegenden Wäldern. Schon einmal wurde ein Mädchen dort getötet. Dreißig Jahre ist das nun her. Damals fand man Stella Strand an dem einsam gelegenen Waldsee. Zwei 13-Jährige bekannten sich zur Tat – um wenig später ihr Geständnis zu widerrufen. Der Fall wurde nie geklärt. Kurz darauf beging der Chef der Polizeistation Tanum Selbstmord.

Hauptkommissar Patrik Hedström findet keine Ruhe. Und plötzlich reden alle von der Eishexe. Dem bodenständigen Kommissar widerstrebt es, dass eine Legende um ein misshandeltes Mädchen aus dem 17. Jahrhundert die Ermittlungen beeinflusst. Doch im Ort herrscht Hysterie. Nur seine Frau, Schriftstellerin Erica Falck, scheint einen kühlen Kopf zu bewahren. Schon lange recherchiert sie in dem alten Fall. Gemeinsam versuchen sie, Licht in das Dickicht aus Geschichten und Gerüchten zu bringen.

(Quelle: List)


Meine Meinung


Als in Fjällbacka ein kleines Mädchen verschwindet, werden sofort alte Erinnerungen wach. Bereits vor 30 Jahren verschwand ein kleines Mädchen. War es beide Male der gleiche Täter?

"Die Eishexe" ist bereits der zehnte Kriminalroman im den schwedischen Ort Fjällbacka. Ich kenne die Vorgänger nicht, Vorkenntnisse sind meines Erachtens aber auch nicht nötig. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und ich konnte ihr ohne Schwierigkeiten folgen.

Die Geschichte wird aus der Sicht eines allwissenden Beobachters erzählt, der dem Leser Einblick in die Köpfe vieler verschiedener Personen gewährt. Zu vielen Personen, für meinen Geschmack. Ich hatte über lange Zeit hinweg Schwierigkeiten, die vielen Namen auseinanderhalten zu können, erst nach etwa der Hälfte konnte ich die Figuren wirklich unterscheiden.

Die Handlung ist in viele verschiedene Stränge aufgeteilt, die zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden. Der älteste Strang spielt im 17. Jahrhundert. Dieser ist der einzige, auf den der Buchtitel wirklich passt, denn es geht um Hexenverfolgung, was aber erst spät explizit gesagt wird (auch wenn mir aufgrund des Titels von Beginn weg klar war, worum es in diesem Strang gehen muss). Der zweite Strang spielt vor ungefähr 30 Jahren, als zum ersten Mal ein kleines Kind verschwand und die beiden Jugendlichen Marie und Helen der Tat verdächtigt wurden. Der Rest der Stränge spielt heute, wobei sich die Handlung auf das erneute Verschwinden eines Kleinkindes, einer bösen Mobbingsituation unter Jugendlichen sowie tödlichen Rassismus gegen Flüchtlinge aufteilt.

Für meinen Geschmack hat die Autorin Camilla Läckberg hier zu viel in ein einziges Buch hineingequetscht. Die insgesamt sechs Handlungsstränge mit teilweise unterschiedlichen Figuren machten das Buch sehr unübersichtlich. Dies insbesondere, da die viele Kapitel mit einer Szene aus der Vergangenheit anfingen, dann aber ohne Kapitelwechsel oder sonstige Markierung plötzlich wieder in die Gegenwart wechselten. Auch der Spannung haben die vielen Handlungsstränge in meinen Augen geschadet, da ich mich nie richtig auf die Geschichte einlassen konnte, sondern immer wieder durch einen Szenenwechsel rausgerissen wurde. Weniger Handlungsstränge, die dafür aber mit mehr Inhalt, hätten mir besser gefallen.

Durch die vielen Szenenwechsel, die den verschiedenen Handlungssträngen geschuldet sind, las sich "Eishexe" eher zäh, da ich immer wieder kurz innehalten musste um mir klar zu machen, wo in der Geschichte ich mich nun befand. Dass in den einzelnen Strängen nicht sonderlich viel geschieht, zog die Lektüre noch zusätzlich in die Länge. A propos "Eishexe": entgegen dem Klappentext hat in der Gegenwart nie jemand diesen Begriff in den Mund genommen. Der Zusammenhang zwischen dem Handlungsstrang aus dem 17. Jahrhundert und dem Rest des Buches wird erst im Epilog, quasi in einem Nebensatz erklärt.

Mein Fazit

Weniger wäre mehr gewesen.








Cover-Challenge

Aufgabe 9, ein Buch mit einem Tier auf dem Cover. 

Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 10, ein Buch mit einem Tier oder einer Pflanze auf dem Cover

ABC-Challenge der Protagonisten

Patrik = P männlich

Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 26, ein Buch, auf dem ein Baum abgebildet ist.

Lovelybooks Literarische Weltreise

Skandinavien, Grönland, Arktis




Rezensionsexemplar




Dienstag, 19. Dezember 2017

Dominotod


Bildquelle

von Jonas Moström
übersetzt durch Nora Pröfrock und Dagmar Mißfeldt.

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.12.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 01.12.2017
  • Verlag : Ullstein Taschenbuch Verlag
  • ISBN: 9783548288925
  • Flexibler Einband 384 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der Ullstein Taschenbuch Verlag und Vorablesen haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



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Bücher der Reihe:
So tödlich nah
Dominotod



Inhalt


In den tiefen Wäldern Nordschwedens wird der Arzt Thomas Hoffman tot aufgefunden. Alles weist darauf hin, dass er mehrere Tage gefangengehalten und gequält wurde. Einer der Kollegen des Toten ist spurlos verschwunden, nur sein Namensschild und ein Dominostein sind zurückgeblieben. Er scheint in die Hände desselben Mörders geraten zu sein.
Psychiaterin Nathalie Svensson, Spezialistin für die härtesten Fälle, wird nach Sundsvall gerufen. Ausgerechnet ihre eigene Schwester war die letzte, die das Entführungsopfer lebend gesehen hat. Ist sie in den Fall verwickelt?

(Quelle: Ullstein)


Meine Meinung


In der schwedischen Stadt Sundsvall wird ein Arzt entführt, ein zweiter ermordet aufgefunden. Der einzige Hinweis auf den Täter sind von ihm hinterlassene Dominosteine. Die Fallanalystin Nathalie Svensson versucht, den Fall in der Heimatstadt ihrer Schwester zu lösen, bevor es weitere Tote gibt.

"Dominotod" ist der zweite Band um die Fallanalystin Nathalie. Ich kenne den Vorgänger nicht, was sich als Nachteil herausgestellt hat. Das Buch enthält sehr viele Anspielungen auf frühere Geschehnisse, sodass ich empfehlen würde, die Bücher in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen.

Die Geschichte wird in der 3. Person in der Perspektive eines allwissenden Beobachters erzählt. So kann der Leser Einsicht in die Denkweisen der verschiedenen Figuren nehmen. Trotzdem gelang es mir nicht, mich in eine von ihnen hineinzufühlen. Sie blieben mir alle fremd und erschienen mir blass. Zudem hatte ich trotz der Auflistung der Charaktere auf den ersten Seiten des Buches Mühe, die verschiedenen Figuren zu unterscheiden, sie blieben für mich blosse Namen. Nathalie, die ja wohl die Protagonistin darstellen soll, konnte mich gar nicht überzeugen. Sie wird als brilliante Psychiaterin und Fallanalystin dargestellt, schafft es aber nicht, ihr Täterprofil so darzulegen, dass es auch überzeugt und nicht nur aus der Luft gegriffen wirkt.

Die Handlung ist geradelinig aufgebaut und wird stellenweise durch eine zweite, Rückblickend erzählte unterbrochen, bei der erst durch die Auflösung klar wird, wie sie mit der Geschichte zusammenhängt. Viel ermittelt wird in diesen Krimi nicht gerade, in erster Linie werden Gespräche geführt. Mit Zeugen, mit Verdächtigen, mit Kollegen. Die Auflösung ist mehr oder weniger ein Zufallsfund. Über grosse Strecken hinweg fand ich das Buch ganz unterhaltsam, wenn auch nicht überragend. Zwei grosse Logiklöcher haben meine Meinung jedoch ins Negative gezogen. Erstens: Nathalie ist Fallanalystin und ermittelt in einem Mordfall, bei dem ihre Schwester und ihr Schwager zu den Hauptverdächtigen gehören. Was soll das? Kein einziger Ermittlungsschritt, an dem sie beteiligt war, würde vor Gericht bestand halten, sie muss sofort vom Fall abgezogen werden! Man kann doch nicht ermitteln, wenn die eigene Familie involviert ist, das sollte heute jedes Schulkind wissen. Zweitens: Mitte Buch wird der Täter ziemlich offensichtlich präsentiert. Und das passiert? Gar nichts. Kein einziger der Ermittler schaut sich ihn etwas genauer an. Jeder Hinweis, der auf ihn deutet, wird ignoriert. Im Gegenteil, sie fallen aus allen Wolken, als sie (wie erwähnt per Zufall) feststellten, dass dieser Typ der Täter ist, hinter dem sie so lange her waren. Wäre ich Polizeichef, ich hätte das gesamte Team wegen Inkompetenz gefeuert…

Der Schreibstil des Autors Jonas Moström lässt sich flüssig lesen. Der Krimi ist nicht sonderlich blutig, sodass auch eher sensible Leser gut damit zurecht kommen sollten.

Mein Fazit

Die Logiklöcher haben mir den Spass verdorben.







Rezensionsexemplar


Dienstag, 5. Dezember 2017

Der Fall Kallmann




Bildquelle


von Håkan Nesser

übersetzt durch Paul Berf

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 30.10.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 30.10.2017
  • Verlag : btb Verlag
  • ISBN: 9783641208172
  • E-Buch Text 576 Seiten
  • Sprache: Deutsch


Der btb Verlag hat mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



Leseprobe
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Inhalt


Wer war Eugen Kallmann? Warum musste der beliebte Gesamtschullehrer in der beschaulichen schwedischen Kleinstadt sterben? Wirklich nur ein Unglücksfall, wie die Polizei behauptet? Als sein Nachfolger im Schwedischunterricht, Leon Berger, nach der langen Sommerpause seinen Dienst antritt, findet er im Pult unter Kallmanns Sachen eine Reihe von Tagebüchern, die sich als eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit entpuppen und ihn schon bald daran zweifeln lassen, dass sein Vorgänger tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben ist. Denn in seinen Einträgen behauptet Kallmann unter anderem, er würde die Gabe besitzen, in den Augen anderer Menschen erkennen zu können, ob sie gemordet haben. Und er scheint in den letzten Monaten seines Lebens einem nie entdeckten und nie gesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. Leon Berger will den Fall Kallmann lösen – seine privaten Ermittlungen setzen etwas in Gang, das schließlich die ganze Kleinstadt erschüttert.
(Quelle: btb)


Meine Meinung


Der Lehrer Leon Berger zieht nach dem Unfalltod seiner Frau und Tochter in die nordschwedische Stadt K., wo er die Stelle des vor kurzem tödlich verunglückten Kallmann übernimmt. Bald findet er Hinweise darauf, dass Kallmanns Tod kein Unfall war.  

Die Geschichte ist tagebuchartig gestaltet und wird in wechselnder Ich-Perspektive erzählt. Dabei wird bei Kapitelbeginn der Name des jeweiligen Ich-Erzählers genannt, sodass man sie gut unterscheiden kann (auch wenn es bei mir eine Weile gedauert hat, bis ich sie unterscheiden konnte). Am Schreibstil unterscheiden sich die verschiedenen Figuren nämlich kaum, da klingt der bald 60jährige Lehrer gleich wie die 15jährige Schülerin. Hier hätte in meinen Augen mehr dringelegen, da hätte der Autor Håkan Nesser seine Figuren klarer unterscheidbar gestalten können. Zudem hat er für meinen Geschmack doch etwas zu viele Figuren ausgesucht, um sie erzählen zu lassen, so dass der häufige Perspektivenwechsel bald etwas unübersichtlich wurde.

Die Handlung zieht sich über lange Zeit hinweg dahin, ohne dass gross etwas passiert. Bereits zu Beginn wird der Tod des Lehrers Kallmann erwähnt, um den sich das Buch titelgemäss drehen sollte. Doch die Suche nach den Hitergründen verläuft sich im Sand, bis kurz vor Schluss die Auflösung kommt, nach dem Motto "ach übrigens, es war so und so, damals". Für meinen Geschmack hat da eindeutig die Spannung gefehlt. Anstelle des erwarteten Krimis habe ich eher eine Millieustudie über die nordschwedische Stadt K. bekommen, in der zwar einiges passiert, aber alles verschwiegen und nur eher zufällig aufgedeckt wird. Während der grösste Teil der Geschichte Mitte der 1990er spielt, gibt es einen kurzen Rückblick ins Jahr 1980, die letzten Kapitel spielen dann 2013.

Wer sich nun übrigens fragt, wieso die Stadt einfach nur K. heisst: keine Ahnung. Das habe ich mich auch das ganze Buch hinweg gefragt. Ansonsten haben alle Ortschaften (ausser der nächstgrösseren Stadt Ö.) ganze Namen, auch Strassennamen werden immer wieder genannt, nur die Stadt bleibt K.

Empfehlen kann ich das Buch Fans von düsteren Romanen mit geruhsamen Tempo und verschlungenen Verbindungen zwischen den Figuren. Wer wie ich einen spannenden Krimi erwartet, der ist hier fehl am Platz.

Mein Fazit

Millieustudie anstatt Krimi







Rezensionsexemplar


Montag, 30. Oktober 2017

[Hörbuch] Verfolgung (Millenium 5)


Bildquelle

von David Lagercrantz
übersetzt durch Ursel Allenstein
gelesen von Dietmar Wunder

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 07.09.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 07.09.2017
  • Verlag : Random House Audio
  • ISBN: 9783837138856
  • Mp3-Download: 12h 25
  • Sprache: Deutsch


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Verblendung
Verdammnis
Vergebung
Verschwörung
Verfolgung



Inhalt


Im Frauengefängnis Flodberga herrscht ein strenges Regiment. Alle hören auf das Kommando von Benito Andersson, der unangefochtenen Anführerin der Insassinnen. Lisbeth Salander, die eine kurze Strafe absitzt, versucht tunlichst, den Kontakt zu vermeiden, doch als ihre Zellennachbarin gemobbt wird, geht sie dazwischen und gerät ins Visier von Benitos Gang. Unterdessen hat Holger Palmgren, Lisbeth Salanders langjähriger Mentor, Unterlagen zutage gefördert, die neues Licht auf Salanders Kindheit und ihren Missbrauch durch die Behörden werfen. Salander bittet Mikael Blomkvist, sie bei der Recherche zu unterstützen. Die Spuren führen sie zu Leo Mannheimer, einem Finanzanalyst aus sehr wohlhabendem Hause. Was hat dieser mit Lisbeth Salanders Vergangenheit zu tun? Und wie soll sie den immer schärfer werdenden Attacken von Benito und ihrer Gang entgehen?  


Meine Meinung


Lisbeth Salander sitzt nach den letzten Geschehnissen im Frauenknast und muss sich dort mit einer aggressiven Mitgefangenen auseinandersetzen, die die ganze Abteilung inklusive Personal unterjocht hat. Währenddessen trifft Mikael Blomqvist auf den reichen Leo Mannheimer, der sich in den letzten Monaten auffällig verändert zu haben scheint.

"Verfolgung" ist der fünfte Band der "Millenium"-Reihe. Inhaltlich ist er im Grunde in sich abgeschlossen, aber da immer wieder auf frühere Geschehnisse angespielt wird, halte ich es für sinnvoll, die Bände in der Erscheinungsreihenfolge zu lesen.

Die Geschichte wird, wie bei der Reihe üblich, in der dritten Person aus wechselnder Perspektive durch einen allwissenden Beobachter erzählt. Wie auch schon beim Vorgängerband fand ich die Perspektivenwechsel viel zu schnell und häufig, sodass ich mich gar nicht wirklich auf eine Szene einlassen konnte, bevor die Sicht wieder wechselte. Über die bereits aus den Vorgängern bekannten Figuren erfährt man hier nichts neues, es wird lediglich altbekanntes wieder aufgewärmt und neu formuliert. Wer sich eine charakterliche Weiterentwicklung erhofft hat, wird hier enttäuscht. Allerdings führt David Lagercrantz seine im letzten Band begonnene Verwandlung von Lisbeth Salander in eine Comic-Superheldin konsequent weiter. Nichts kann sie stoppen, egal wie stark sie verwundet wird, was das Buch stellenweise schon fast lächerlich unrealistisch erscheinen lässt. Auch andere Figuren werden teilweise ganz anders gezeichnet, als der Leser sie in Stieg Larsons Trilogie kennengelernt hat, wie beispielsweise Erika Berger, die hier nun plötzlich zu Affären neigt und auf andere Frauen eifersüchtig wird. Auch Lisbeth Salanders ehemaliger Vormund Holger Palmgren ist kaum mehr wiederzuerkennen.

Auch in diesem Band erzählt der Autor David Lagercrantz mehr durch Dialoge und Gedanken, als durch wirkliche Handlung, was "Verfolgung" trotz des rasanten Titels eher gemütlich, fast behäbig fortschreiten lässt. Trotz des schleppenden Tempos ist hier immerhin wieder die Handlung interessant, was mir ja im letzten Band sehr gefehlt hat. Wer einigermassen bei der Sache ist, wird sie zwar bald durchschaut haben, wirkliche Überraschungen und Wendungen gibt es keine, aber die Idee hat mein Interesse geweckt.

Nachdem die ersten vier Bände der Reihe von "Tatort"-Kommissar Dietmar Bär gelesen wurde, wird der fünfte Teil von jemand anderem eingesprochen. Der heisst zwar ebenfalls Dietmar, aber nicht Bär, sondern Wunder. Grundsätzlich hat er seine Sache nicht übel gemacht, allerdings spricht er für meinen Geschmack die Frauenstimmen viel zu lieblich und süss.

Mein Fazit

Immer noch ziemlich zäh und tempoarm, aber wieder mit interessanter Handlung







Montag, 16. Oktober 2017

[Hörbuch] Verschwörung (Millenium 4)


Bildquelle

von David Lagercrantz
übersetzt durch Ursel Allenstein
gelesen von Dietmar Bär


  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 27.08.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 27.08.2015
  • Verlag : Random House Audio
  • ISBN: 9783837131352
  • Mp3-Download: 
  • Sprache: Deutsch 


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Verblendung
Verdammnis
Vergebung
Verschwörung
Verfolgung


Inhalt


Mikael Blomkvist steht vor einer Entscheidung. Böse Zungen behaupten, er sei nicht länger der Journalist, der er einst war. Lisbeth Salander hingegen ist aktiv wie eh und je. Die Wege kreuzen sich, als Frans Balder, einer der weltweit führenden Experten für künstliche Intelligenz, ermordet wird. Kurz vor seinem Tod hatte er Mikael Blomkvist brisante Informationen versprochen. Als Blomkvist erfährt, dass Balder auch in Kontakt zu Lisbeth Salander stand, nimmt er die Recherche auf. Die Spur führt zu einem amerikanischen Softwarekonzern, der mit der NSA verknüpft ist. Mikael Blomkvist wittert seine Chance, die Enthüllungsstory zu schreiben, die er so dringend braucht. Doch wie immer verfolgt Lisbeth Salander ihre ganz eigene Agenda.


Meine Meinung


Ein junger, erfolgreicher Wissenschaftler wird ermordet. Da er sich kurz zuvor noch bei Mikael Blomqvist gemeldet hat, forscht dieser nach den Hintergründen der Tat. Und auch Lisbeth Salander ist wieder zur Stelle und kümmert sich um den Sohn des Toten, der die Tat beobachtet hat und nun ebenfalls in Gefahr ist…

"Verschwörung" ist der vierte Band der "Millenium"-Reihe, die vom verstorbenen Autor Stieg Larsson auf zehn Bände angelegt wurde und nach dessen Tod nun von David Lagercrantz weitergeführt wird. Das Buch ist zwar in sich abgeschlossen, ich empfehle aber trotzdem, zunächst die Originaltrilogie zu lesen, da die Figuren sonst nicht wirklich verständlich sind (und die Originale meiner Meinung nach auch merklich fesselnder sind als dieser Band hier…).

Die Geschichte wird, wie auch bei den ersten drei Bücher, aus der Beobachterperspektive erzählt, jeweils auf eine Figur konzentriert. Manche Szenen werden auch mehrmals geschildert, jeweils aus unterschiedlicher Perspektive. Neben den Protagonisten Salander und Blomqvist kommen auch viele andere Figuren zum Zug, die zu einem Teil bereits aus den Vorgängern bekannt sind. Lisbeth Salander macht in diesen Band eine Wandlung durch, die mich nicht überzeugen konnte. War sie bisher eine geschickte Hackerin, die sich auch mal mit Gewalt zur Wehr setzte, verkommt sie hier vollends zur Comic-Superheldin, die kaum mehr menschlich zu sein scheint. Im Allgemeinen fand ich die Figuren, an denen ich in den vorhergehenden Bänden so grosses Interesse hatte, hier eher eindimensional und stereotyp.

Die Handlung selbst ist leider nicht sehr umfangreich, ein grosser Teil des Buches besteht darin, Dinge zu erklären, die Fans der Reihe schon lange wissen. So scheint "Verschwörung" einerseits darauf angelegt zu sein, neue Leser zu gewinnen, bietet aber andererseits doch zu wenig Infos, um ohne Vorkenntnisse alles zu verstehen. Die magere Handlung wird durch viel Action kompensiert, sodass kaum eine Figur ohne grössere Verletzungen bis zum Schluss kommt. Auch die vielen und schnellen Szenenwechsel sollten wohl Spannung suggerieren, wo durch die Handlung keine aufkommt. Dazu kommt, dass der Autor den Leser einen Grossteil der Handlung nicht direkt miterleben lässt, sondern die Figuren im Nachhinein davon erzählen, was zu einer Distanz zwischen Leser und Handlung führt.

David Lagercrantz gibt sich grösste Mühe, den Schreibstil von Steig Larsson zu kopieren. So wirkt auch dieses Buch sehr protokollartig, ohne wirkliche Gefühle dahinter (was ich Larsson in den ersten drei Bänden bereits angekreidet habe). Auch das penetrante "Product Placement", das ständige Nennen von Markennamen, führt er weiter. Allerdings fand ich Steig Larsson doch packender, Lagercrantz gibt sich zwar grösste Mühe, aber das detaillierte Aufzählen von Kleidungsstücken und Mahlzeiten ergibt für sich allein keine lebendige Erzählung. Die Übersetzung ist stellenweise etwas holprig geraten, so ist beispielsweise mehrfach davon die Rede, dass jemand "seine eigene Agenda hat" (so auch im Klappentext), was ich zwar auf Englisch kenne, auf Deutsch aber eher "seine eigenen Ziele verfolgen" nennen würde.

Das Hörbuch wird wie auch die Vorgänger von Dietmar Bär gelesen, der "Tatort"-Fans als Freddy Schenk aus Köln bekannt sein dürfte. Er machte seine Sache wie immer sehr gut, allerdings fand ich die Abmischung nicht perfekt, an einigen Stellen ist mir ein Blätterrascheln beim Seitenwechsel aufgefallen.

Falls sich jemand fragt, wieso ich trotz allen Kritikpunkten eine immerhin mittelgute Wertung vergebe: ich will das Buch mögen. Immerhin ist es (so etwas Ähnliches wie) Lisbeth Salander, über die wir hier sprechen. Ich bringe es einfach nicht über mich, eine schlechtere Wertung zu vergeben.

Mein Fazit

Viel Action, wenig Handlung







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