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Montag, 19. Februar 2018

[Hörbuch] Momo


Bildquelle
von Michael Ende
gelesen von Gerd Heidenreich

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.07.2005
  • Aktuelle Ausgabe : 23.08.2013
  • Verlag : Silberfisch
  • ISBN: 9783867422468
  • Mp3-Download: 8h 32
  • Sprache: Deutsch 


Hörprobe
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Inhalt


Momo lebt am Rande einer Großstadt in den Ruinen eines Amphitheaters. Sie besitzt nichts als das, was sie findet oder was man ihr schenkt, und eine außergewöhnliche Gabe: Sie hat immer Zeit und ist eine wunderbare Zuhörerin. Eines Tages treten die grauen Herren auf den Plan. Sie haben es auf die kostbare Lebenszeit der Menschen abgesehen. Momo ist die Einzige, die ihnen noch Einhalt gebieten kann. 
(Quelle: Audible)


Meine Meinung


Das Mädchen Momo schenkt mit ihrer Gabe des Zuhörens allen Menschen, denen sie begegnet, Lebensfreude und Fantasie. Doch als wie aus dem nichts seltsame graue Herren auftauchen und plötzlich niemand mehr Zeit für Momo hat, merkt sie, dass etwas nicht mit rechten Dingen zu und her geht…

Die Geschichte wird aus der Sicht eines allwissenden Erzählers geschildert, der in alle Figuren hineinsehen kann. Natürlich liegt dabei der Fokus oft auf der Protagonistin Momo, aber auch andere Figuren kommen zur Sprache. Über Momo lässt sich eigentlich nicht besonders viel sagen. Sie kann besonders gut zuhören und das Wohnbefinden ihrer Freunde liegt ihr am Herzen. Mehr wird im Laufe der Geschichte nicht über sie bekannt. Keiner weiss, woher sie kommt, keiner weiss, was sie vorher gemacht hat. Das ist allerdings auch nicht wichtig, ich habe Momo auch so schnell ins Herz geschlossen.

Die Handlung ist ziemlich geradelinig aufgebaut und enthält keine grossen Wendungen. Auch wenn das Ende sehr vorhersehbar ist, so hat mich "Momo" doch keine Sekunde gelangweilt. Zu berührend ist Momos Suche nach dem Mittel, das ihre Freunde retten wird. Dem Leser (oder Hörer) sollte allerdings bewusst sein, dass es sich hier um ein modernes Märchen handelt. Atemberaubende Spannung kann hier nicht gefunden werden, dafür aber eine tolle Atmosphäre und (je nach Typ) ein Schauern ab den unheimlich gezeichneten Bösewichten. Und uns Erwachsene wird es hoffentlich zum Denken anregen.

Die Rolle des Sprechers wurde mit Gerd Heidenreich perfekt besetzt. Er klingt wie ein gutmütiger Opa, der seinen Enkeln vor dem prasselnden Kaminfeuer ein Märchen vorliest, was super zur Geschichte passt.

Mein Fazit

Das Zeitmärchen berührt nicht nur Kinder







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 17, einen Klassiker (bei Fabelhafte Bücher – hier die PDF zur Liste – wurde eine Liste zur ZDF-Leserwahl veröffentlicht, zu lesen ist entweder ein konkretes Buch von dieser Liste oder alternativ ein anderes Buch eines Autoren von dieser Liste)


Montag, 5. Dezember 2016

[Hörbuch] Das Bernstein-Teleskop


Bildquelle

von Philip Pullman
übersetzt durch Wolfram Ströle
gelesen von Rufus Beck

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 17.07.2008
  • Aktuelle Ausgabe : 02.10.2013
  • Verlag : Silberfisch
  • ISBN: 9783867428606
  • Audio CD: 19h 40
  • Sprache: Deutsch 


Hörprobe
Kaufen? 


Bücher der Reihe:
Der goldene Kompass
Das magische Messer
Das Bernstein-Teleskop



Inhalt


Der zwölfjährige Will gerät auf der Suche nach seinem verschollenen Vater zufällig durch ein Fenster in eine unbekannte Stadt aus einer anderen Welt. Dort begegnet er Lyra, der Heldin aus dem ''Goldenen Kompass''. Ansonsten ist die Stadt menschenleer - bis plötzliche einige Kinder auftauchen und Unheimliches erzählen: Alle Erwachsenen sind geflohen, da sie von Gespenstern bedroht wurden, die den Erwachsenen die Seelen aus dem Körper saugen. Im Laufe ihrer abenteuerlichen Odyssee gelangt Will schließlich an einen kostbaren Gegenstand - das Magische Messer - , mit dem sich mühelos Türen zwischen den Welten öffnen lassen.
(Quelle: Silberfisch)


Meine Meinung


„Das Bernstein-Teleskop“ ist der dritte Teil der „His dark Materials“-Reihe. Die Bände bauen aufeinander auf und sollten daher unbedingt in der vorgesehenen Reihenfolge gelesen werden.

Wie auch im letzten Band, „Das magische Messer“ wird auch hier die Geschichte, die aus mehreren Handlungssträngen besteht, aus wechselnder Perspektive erzählt. Dabei werden auch die Handlungsstränge immer wieder gewechselt. Da aber mehrere Geschichten parallel erzählt werden, dauert es teilweise mehrere Stunden, bis ein bestimmter Handlungsstrang wieder aufgenommen wird. Mir waren die Abschnitte oft zu lang, da ich in meiner Hörbuchversion so teilweise tagelang mit manchen Figuren keinen Kontakt hatte und beim Wechsel dann Mühe hatte, wieder in die entsprechende Geschichte hineinzufinden. Die meisten Handlungsstränge werden zudem entweder gar nicht abgeschlossen oder dann mit einer so banalen Auflösung, dass ich sie kaum ernst nehmen konnte.

Während mich der erste Band der Reihe noch ziemlich begeistern konnte und ich auch den zweiten noch ganz gut fand, hat mich der Abschlussband der Trilogie nun ziemlich enttäuscht. Aus der einst spannenden Handlung wurde ein mythisch-religiöses Bla Bla, das mich nicht mehr mitreissen konnte und oft verwirrte. Durch viele Wiederholungen wird der Band zudem recht aufgebläht, sodass er deutlich dicker als die beiden Vorgänger ist, obschon er eigentlich nicht wirklich mehr Handlung erhält. Durch die magere Handlung gestaltete sich die Lektüre (respektive das Zuhören) recht zäh. Auch die Figuren konnten mich nicht überzeugen. Allen voran die beiden Protagonisten Lyra und Will, die zwölf Jahre alt sind, sich die ewige Liebe versprechen und von einer Familie mit Kindern träumen. Da gibt es in anderen Büchern deutlich realistischere Teenager. Auch die Gegenspieler überzeugen nicht, da der Leser nie wirklich erfährt, was eigentlich genau ihre Motivation ist.

In diesem Band hat der Autor Philip Pullman vor jeden Kapitelbeginn ein Gedicht gesetzt, ich erkannte aber den Zusammenhang zu den jeweiligen Kapiteln nicht immer. Der Schreibstil lässt sich zumindest zu Beginn flüssig lesen, enthält für meinen Geschmack zu viele etwas gar blumige Metaphern. Im zweiten Teil erschienen mir vor allem die Szenen mit Lyra und Will viel zu kitschig, um überzeugend zu sein.

Die Hörbuchversion konnte mich auch im Abschlussband nicht wirklich überzeugen, viele der Charaktere spricht Rufus Beck einfach nur nervig, und wie auch beim zweiten Band sind mit hier die ungleichmässigen Pausen negativ aufgefallen. Zwischen manchen Absätzen ist die Pause so kurz, dass ich die Szenenwechsel erst später bemerkte, an anderen Stellen sind die Pausen so lang, dass ich schon dachte, mein Player hätte sich abgestellt.

Mein Fazit

Zu religiös, zu kitschig, zu wirr. 








Montag, 28. November 2016

[Hörbuch] Das magische Messer


Bildquelle

von Philip Pullman
übersetzt durch Wolfram Ströle
gelesen von Rufus Beck
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 17.04.2008
  • Aktuelle Ausgabe : 17.04.2008
  • Verlag : Silberfisch
  • ISBN: 9783867420181
  • Audio CD
  • Sprache: Deutsch


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Der goldene Kompass
Das magische Messer
Das Bernstein-Teleskop



Inhalt


Vor vielen Jahren verschwand Wills Vater spurlos auf einer Expedition in den hohen Norden. Auf der Suche nach ihm gerät Will zufällig durch ein Fenster in eine andere Welt. Dort begegnet er Lyra, die eine lange Odyssee hinter sich hat und das Geheimnis des "Staubes" ergründen will. Im Turm der Engel wollen WIll und Lyra Antworten auf ihre Fragen finden. Stattdessen gewinnt Will ein magisches Messer. Er besitzt ungeahnte Kräfte, kann Materie teilen und Türen in andere Welten schneiden. Doch das Messer ist mit Wills Schicksal noch auf eine andere Weise von größter Tragweite verbunden ...
(Quelle: Silberfisch)


Meine Meinung


„Das magische Messer“ ist der zweite Band der „His dark Materials“-Trilogie und braucht zum Verständnis zwingend Vorkenntnisse. Als Einzellektüre eignet er sich daher nicht.

Nachdem der erste Band der Reihe „Der goldene Kompass“ noch ziemlich geradelinig aufgebaut war, wird die Handlung in „Das magische Messer“ merklich komplexer und ist in mehrere Handlungsstränge aufgeteilt, die abwechselnd erzählt werden. Neben Lyra, die bereits aus dem ersten Band bekannt ist, kommt als Protagonist nun auch der etwas gleichaltrige Will dazu, der ebenfalls aus Oxford stammt, aber aus einem anderen als dem, das Lyra kennt. Will kommt aus einer anderen Welt, aus der unseren.

Während ich Lyra immer noch nicht wirklich leiden kann, konnte ich mich mit Will schnell anfreunden. Er blieb zwar über die gesamte Geschichte hinweg recht blass und eigenschaftslos, war aber neben Lyra erfrischend un-nervig (manchmal reicht das schon, um eine Figur zu mögen).

Die Handlung selbst konnte mich auch hier wieder packen, obschon ich dazu anmerken möchte, dass das Buch weniger in sich abgeschlossen ist als der Vorgänger. Während man „Der goldene Kompass“ im Grunde auch als Einzelband lesen könnte, ist „Das magische Messer“ klar in die Mitte der Trilogie eingebettet und ergibt ohne die beiden anderen Bände nur wenig Sinn. Deutlich stärker als noch im ersten Band ist hier zudem die Religion zu spüren, respektive die Kritik des Autors Philipp Pullman an der Religion. Ob dies in einem in erster Linie auf (jüngere) Jugendliche ausgerichteten Roman so passend ist, sei dahingestellt, vor allem, da der Autor Religion pauschal mit Gott gleichzustellen scheint.

Auch bei diesem Band konnte mich die Hörbuchversion nicht überzeugen. Rufus Beck spricht viele Figuren übertrieben quietschig-hoch, vor allem Kinder, Frauen und Daemonen, die mehr als die Hälfte aller Figuren ausmachen… Ebenso negativ aufgefallen ist mir die ungleiche Verteilung von Sprechpausen. Innerhalb eines Kapitels liest Rufus Beck selbst bei einen Szenenwechsel gleich ohne Pause weiter, was es schwer macht, überhaupt zu bemerken, dass da gerade eine andere Welt mit einer anderen Perspektive zum Zug kommt. Zwischen den Kapiteln ist die Pause hingegen dermassen lang, dass ich öfters kontrolliert habe, ob ich aus Versehen meinen Player ausgeschaltet habe…

Auch im zweiten Band der Reihe geht es stellenweise wieder recht brutal zu, sodass ich das Buch für sehr junge oder sensible Leser nicht empfehlen möchte.

Mein Fazit

Spannende Handlung, aber für meinen Geschmack zu viel Religion






Montag, 21. November 2016

[Hörbuch] Der goldene Kompass


Bildquelle

von Philip Pullman
übersetzt durch Wolfram Ströle
gelesen von Rufus Beck

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 29.11.2004
  • Aktuelle Ausgabe : 02.10.2013
  • Verlag : Silberfisch
  • ISBN: 9783867428583
  • Audio CD: 14 h 08
  • Sprache: Deutsch


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Der goldene Kompass
Das magische Messer
Das Bernstein-Teleskop



Inhalt


Die Geschichte beginnt in Oxford, wo ein Mädchen namens Lyra ein altehrwürdiges Internat besucht. Lyra ist klug, wild, unendlich neugierig und stößt bei ihren Erkundungen auf beunruhigende Dinge: Was erforscht ihr geheimnisvoller Onkel Lord Asriel oben im eisigen Norden Europas? Und warum verschwinden in der Gegend um Oxford immer mehr Kinder? Doch Antworten auf all diese Fragen findet sie nur, wenn sie sich auf die Spuren ihres Onkels in den hohen Norden wagt, wo Panzereisbären eine uneinnehmbare Festung bewachen und hinter dem Polarlicht eine neue Welt beginnt. Verfolgt wird Lyra von der ominösen Wissenschaftlerin Mrs. Coulter, die ein ganz eigenes Interesse an ihr hegt. Als Wegweiser erhält Lyra einen magischen Goldenen Kompass, der ihr bei der Suche nach der Wahrheit ein nützliches Instrument ist.
(Quelle: Silberfisch)


Meine Meinung


Die zwölfjährige Lyra lebt im Jordan College in Oxford. Als immer mehr Kinder verschwinden, macht sich Lyra auf die Suche nach ihnen und entdeckt erschreckendes nicht nur über die Entführer, sondern auch über sich selbst.

Die Handlung wird grösstenteils aus der Sicht Lyras in der dritten Person erzählt. Die Geschichte spielt in einer der unseren recht ähnlichen, aber dennoch ganz anderen, recht steampunkigen Welt. Der grösste Unterschied zu unserer Welt sind aber die Daemonen, wie die Menschen dort ihre sich ausserhalb des Körpers befindende Seele nennen (das ist zumindest meine Interpretation davon, die Daemonen werden in der ganzen Trilogie nie wirklich genau erklärt).

Obschon Lyra die Protagonistin ist, mit der sich der Leser ja in den meisten Fällen identifizieren soll, konnte ich mich nicht wirklich mit ihr anfreunden. Sie lügt so oft und gerne, dass sie selber kaum mehr weiss, was wahr ist, und ist dabei überheblich und vorlaut. Nicht auf eine lustige, irgendwie sympathische Art frech, sondern richtig unverschämt. Wieso sich alle anderen so begeistert um die gekümmert haben, konnte ich nicht nachvollziehen.

Die Handlung hingegen hat mir richtig gut gefallen, sie ist (nach einem etwas zähen Einstieg) spannend aufgebaut und enthält trotz ihrer Geradelinigkeit noch die eine oder andere Überraschung bereit. Das von Philip Pullman geschaffene Universum ist unserem ähnlich genug, um sich sofort darin zurecht zu finden, und doch genügend anders, um spannend zu bleiben.

Was mir allerdings nicht so gut gefallen hat ist die deutsche Hörbuchversion (ich habe auch kurz in die englische reingehört, die hat mir nicht viel besser gefallen). Rufus Beck spricht vor allem Lyra, aber auch die Dämonen mit einem sehr unangenehmen, richtig verschlagen klingenden Tonfall. Das hat wohl mit dazu beigetragen, dass ich Lyra so nicht ausstehen konnte.

Auch wenn die Protagonistin erst 12 Jahre alt ist, halte ich „Der goldene Kompass“ nicht für ein Kinderbuch. Das Buch enthält einige sehr brutale Szenen, die jüngere oder sensible Leser verstören könnten.

Mein Fazit

Spannende Handlung, aber Protagonistin und Hörbuchversion haben mir nicht zugesagt.






Samstag, 23. Mai 2015

[Hörspiel] Die unendliche Geschichte



Bildquelle


von Michael Ende (Autor) und Ulla Illerhaus (Bearbeitung)

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 09.12.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 09.12.2014
  • Verlag : Silberfisch
  • ISBN:9783867427234
  • Audio CD: 6 CDs
  • Sprache: Deutsch 

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Inhalt


Phantásien ist in Gefahr. Das unheimliche Nichts droht alles zu verschlingen. Um das Reich der Kindlichen Kaiserin zu retten, muss Bastian immer tiefer in das Land der Irrlichter, Schlamuffen, Gnomen und Glücksdrachen eindringen, das er in einem geheimnisvollen Buch entdeckt hat. Gemeinsam mit dem jungen Krieger Atréju macht er sich auf die gefährliche Reise zum Elfenbeinturm und gerät in einen Strudel grenzenloser Fantasie.

In einer aufwändigen, mehr als fünfstündigen Inszenierung hat der der Westdeutsche Rundfunk WDR in Zusammenarbeit mit Silberfisch/Hörbuch Hamburg den Weltbestseller von Michael Ende als stimmgewaltiges Hörspiel neu produziert. In einer klug und textnah gearbeiteten Dramatisierung mit mehr als vierzig Sprechern sowie eigens komponierter Musik und raffinierten Klanginstallationen werden die weltweit bekannten Figuren Bastian, Atréju, Fuchur und Karl Konrad Koreander zu neuem Leben erweckt. Ein Abenteuer für die ganze Familie!

Die neue Inszenierung der unendlichen Geschichte von Michael Ende beim WDR, mit Anna Thalbach, Hans Kremer, Jürgen Thormann, Mechthild Großmann, Jens Wawrczeck u. v. a.
Bearbeitung von Ulla Illerhaus, Regie von Petra Feldhoff und Musik von Felix Rösch
(Quelle: Silberfisch)


Mein Fazit


„Die unendliche Geschichte“ ist schon seit rund 20 Jahren eines meiner Lieblingsbücher und ich habe es in dieser Zeit schon sicher 10 Mal gelesen, wenn nicht noch mehr. Zur Ergänzung zu meiner Hardcover-Ausgabe aus den 80er Jahren habe ich mir vor kurzem nun auch die Hörspielvariante gekauft. Es handelt sich dabei um die neue Einspielung vom WDR von 2014 (es scheint auch eine ältere Hörspielversion zu geben, zu der sind die Bewertungen aber ziemlich bescheiden). Im Unterschied zu einem Hörbuch wird das Hörspiel nicht nur von einer Person vorgelesen, sondern von (gemäss Klappentext) rund 40 Schauspielern gesprochen und mit Musik und Geräuschen untermalt.

Die Handlung der „unendlichen Geschichte“ fasziniert mich bei jedem Lesen (oder dieses Mal hören) erneut, die detailreich gezeichneten Figuren haben schon lange ihren festen Platz in meinem Herzen erobert. Die lange Suche Atrejús nach dem Menschenkind und die ebenso lange Reise dieses Kindes auf der Suche nach sich selbst lässt wohl kaum einen fantasybegeisterten Leser kalt. Wer wünschte sich als Kind nicht, er könne in das Buch auf seinem Schoss eintauchen und die dort geschilderten Abenteuer selbst erleben (oder wünscht es sich auch als Erwachsener noch)? Dass das von Michael Ende geschaffene Land (oder Universum?) Phantásien viel zu gross für eine „unendliche Geschichte“ von rund 500 Seiten ist, musste der Autor auch selbst feststellen und in der Originalversion bei Ausschweifungen öfters anmerken „doch dies ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden“ (in der Hörspielversion wird dieser von Ende so oft verwendete Satz, der so manchem Leser nach der x-ten Wiederholung nur noch auf den Geist ging, erst im Abspann gesagt, dafür dann einige Male am Stück).

Da ich das Buch sehr gut kenne ist mir natürlich sofort aufgefallen, dass das Hörspiel merklich gekürzt wurde (was dazu geführt hat, dass mir bei Artax‘ Tod zum ersten Mal in meinem Leben keine Tränen in den Augen standen), dem Team um den WDR ist es aber dennoch ziemlich gut gelungen, die Stimmung des Buches rüberzubringen (ausser in der erwähnten Sterbeszene, die dann einfach doch zu kurz war). Viele der Sprecher haben mich überzeugt, aber es gab auch einige, bei denen ich die Stimme unpassend zur Rolle fand (Artax, Fuchur, Gmork, die kindliche Kaiserin). Schön fand ich die akustische Gestaltung der Wechsel zwischen der „realen Welt“ und Phantásien, die im Buch durch verschiedene Schriftfarben, im Hörspiel durch verschiedene Sprecher markiert werden.

Empfehlen möchte ich die Hörspielversion der „unendlichen Geschichte“ in erster Linie denjenigen, die wie ich das Buch schon kennen und lieben. Wer die Geschichte noch nicht kennt, dem würde ich lieber das Buch empfehlen, da es noch etwas ausführlicher ist und auch die Stimmung noch etwas besser rüberbringt. Für Fantasy-Fans jeden Alters ist „Die unendliche Geschichte“ eine wunderbare Erzählung, die nicht verpasst werden sollte.






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