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Samstag, 21. Dezember 2019

Die Tote vom Titlis


Bildquelle

von Monika Mansour


  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 18.04.2019
  • Aktuelle Ausgabe : 18.04.2019
  • Verlag : Emons
  • ISBN: 9783740805197
  • Flexibler Einband: 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch


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Bücher der Reihe:
Liebe, Sünde, Tod
Himmel, Hölle, Mensch
Luzerner Todesmelodie 
Luzerner Totentanz
Die Tote vom Titlis





Inhalt


Dramatisches Ende einer Märchenhochzeit auf dem Titlis: Kurz vor dem Jawort wird die Braut in der Gletschergrotte erschossen. Wegen eines aufkommenden Schneesturms muss die Gondel ins Tal ihren Dienst einstellen. Zwanzig Hochzeitsgäste, darunter auch der Luzerner Ermittler Cem Cengiz und Staatsanwältin Eva Roos, sind auf dem Berggipfel gefangen. Als kurz darauf zwei weitere Morde geschehen, bricht Panik unter den Gästen aus. Denn der Mörder muss einer von ihnen sein ...ihnen sein.
(Quelle: Emons)


Meine Meinung


Der Polizist Cem will mit seiner frisch angetrauten Eva eigentlich nur ein Flitter-Wochenende in Engelberg verbringen, als die beiden auf dem Titlis erst in eine Hochzeitsgesellschaft, dann in einen Mord stolpern, während sie ein Schneesturm von der Aussenwelt abschneidet…

"Die Tote vom Titlis" ist bereits der fünfte Fall für den türkischstämmigen Cem Cengiz aus Luzern. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, allerdings werden immer wieder Ereignisse aus früheren Büchern erwähnt. Wen das nicht stört, der kann den Krimi gut auch als Einzelband lesen, inhaltlich ist er auch ohne Vorkenntnisse problemlos zu verstehen.

Die Prämisse selbst ist bereits etwas ausgelutscht, die von der Aussenwelt abgeschnittene Szenerie war schon zu Agatha Christies Zeiten nichts Neues mehr. Allerdings ändert das nichts an der spannenden Geschichte. Für meinen Geschmack war die Anzahl der Personen etwas gar hoch, vor allem, da einige nur alle paar Dutzend Seiten erwähnt werden und ich jedes Mal wieder Mühe hatte, mich daran zu erinnern, wer das jetzt sein sollte. Die Auflösung kam für mich nicht wirklich überraschend, da habe ich wohl einfach schon zu viele Krimis gelesen. Aber sie ist dennoch ansprechend gestaltet mit einem kleinen, thrillermässigen Showdown. Die Protagonisten Cem und Eva agieren nicht immer logisch, was sie allerdings menschlicher macht. Insgesamt fand ich zwar einige Kritikpunkte, habe die Lektüre aber doch sehr genossen und freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall von Cem Cengiz.

Der Schreibstil der Autorin Monika Mansour liest sich wie immer flüssig. Für Nicht-Schweizer ist am Schluss des Buches noch ein kleines Glossar zu finden, das schweizerdeutsche Ausrücke wie beispielsweise Gipfeli übersetzt.

Mein Fazit

Nicht revolutionär, aber spannend.








Cover Challenge

Aufgabe 22, ein Buch mit einem Cover, welches dich an Urlaub erinnert. Ich habe als Kind oft Skiurlaub in Engelberg verbracht und war auch schon auf dem Titlis Skifahren, allerdings gab es damals die abgebildete Seilbahn noch nicht.

Daggis Buchchallenge

Aufgabe 42, ein Buch, das in Deiner Region spielt. Wenn dieser Mordfall echt wäre, wäre es gut möglich, dass er irgendwann zur Bearbeitung auf meinem Schreibtisch landen würde... ;-) 

Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 36, ein Buch, das in einem Nachbarland Deutschlands spielt.







Dienstag, 5. Juni 2018

Höllgrotten


Bildquelle

von Monika Mansour

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 24.05.2018
  • Aktuelle Ausgabe : 24.05.2018
  • Verlag : Emons Verlag
  • ISBN: 9783740803087
  • Flexibler Einband 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Der Emons Verlag hat mir das Taschenbuch im Rahmen einer Lovelybooks-Leserunde kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen  Dank dafür!



Leseprobe
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Inhalt


Natalie ist ein »Schmetterlingskind« und leidet an einem unheilbaren Gendefekt. Trotz ihrer Krankheit setzt sie sich aktiv für Frauen in Not ein. Als die junge Kongolesin Emeline tot unter der Lorzentobelbrücke gefunden wird, stellt Natalie auf eigene Faust Nachforschungen an, denn für sie ist klar: Emeline hätte niemals Selbstmord begangen, da sie erst vor Kurzem ein Kind zur Welt gebracht hat. Aber wo ist das Baby? Zu spät merkt Natalie, dass sie sich mit ihren Fragen selbst in höchste Gefahr bringt.
(Quelle: Emons)


Meine Meinung


Unter einer Brücke im Kanton Zug wird eine tote Afrikanerin gefunden. Schon bald ergeben sich Hinweise auf die junge Natalie, die aufgrund einer unheilbaren Hautkrankheit ihr Leben in Abgeschiedenheit verbringen muss. Was hat die junge Frau mit der afrikanischen Flüchtenden zu tun?

Die Geschichte wird in der dritten Person in der Vergangenheit aus wechselnder Perspektive erzählt. Am Häufigsten kommen dabei die Polizistin Sara, die junge Frau Natalie, die am Gendefekt Epidermolysis bullosa leidet und daher schon durch relativ leichte Berührungen schwere Verletzungen davonträgt, sowie ihr neuer Bodyguard Tom. Sehr gut gefallen hat mir dabei, dass bei den meisten Figuren sehr lange unklar bleibt, wann sie lügen, wann sie bei der Wahrheit bleiben und wem man vertrauen kann. Natalie beispielsweise war mir von Beginn weg eigentlich sehr sympathisch, doch schon bald wusste ich nicht mehr, woran ich mit ihr bin, was ich ihr zutrauen kann und was sie niemals tun würde.

Die Handlung nimmt einige überraschende Schlenker und zielt mit zunehmendem Tempo auf den actiongeladenen Showdown hin. Die Spannung bleibt durchgehend sehr hoch, gerade weil die Figuren so unberechenbar sind und ich daher nie wusste, in welche Richtung sie sich bewegen würden. "Höllgrotten" vereint viele düstere Themen wie beispielsweise der Genozid in Ruanda, Blutdiamanten oder auch Väter, die ihre Kinder nicht sehen dürfen. Dennoch sind die Kapitel immer wieder mit etwas Humor gespickt, um den Leser nicht vollends verzweifeln zu lassen. Der Krimi ist zwar in sich abgeschlossen, doch bleiben aber auch einige Fragen offen, die mich auf eine Fortsetzung hoffen lassen.

Der Schreibstil der Autorin Monika Mansour liess sich für mich als Schweizerin flüssig lesen, enthält aber doch einige Helvetismen, die Nicht-Schweizer etwas ins Stocken bringen könnten. Ein Glossar, dass die wichtigsten Begriffe übersetzt hätte, ist leider nicht enthalten. Wer sich für eher düstere Regiokrimis mit tiefgründigen Figuren interessiert, sollte sich diesen unbedingt mal anschauen.

Mein Fazit

Hohe Spannung und tiefgründige Figuren – absolut empfehlenswert.







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 33, ein Buch eines Autors, dem / der Du Dich regional verbunden fühlst (den Begriff regional darfst Du selbst auslegen). Monika Mansour lebt im gleichen Kanton wie ich, zudem liegt mein Bürgerort (wo ich allerdings nie gewohnt habe) in der Region, in der sie lebt (vielleicht ist es sogar derselbe Ort?). 

Dienstag, 12. Dezember 2017

Himmel, Hölle, Mensch


Bildquelle

von Monika Mansour

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.08.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 20.08.2015
  • Verlag : Emons Verlag
  • ISBN: 9783954516636
  • Flexibler Einband 334 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Liebe, Sünde, Tod
Himmel, Hölle, Mensch
Luzerner Todesmelodie 



Inhalt


Am Schweizer Nationalfeiertag wird im Trubel des Feuerwerks ein unbekannter Mann auf einer Weide im Wauwilermoos gefunden: jung, tätowiert, chinesisch – und totgetrampelt von einem Stier. Der charmante Luzerner  Ermittler Cem Cengiz übernimmt den Fall: Erste Nachforschungen führen zu den chinesischen Triaden, in die  Tattooszene und zu Menschenhändlern. Und ganz nebenbei hat Cem auch noch mit eigenen Problemen und dem weiblichen Geschlecht zu kämpfen...
(Quelle: Emons)


Meine Meinung


Auf einer Kuhweide wird ein nackter Toter gefunden, offenbar von einem Stier getötet. Doch was hat den Mann dazu gebracht, ohne Kleider über die Weide zu rennen? Der Luzerner Polizist Cem Cengiz ermittelt.

"Himmel, Hölle, Mensch" ist der zweite Krimi um Cem Cengiz. Vorkenntnisse sind zum Verständnis nicht notwendig, da es aber einige Anspielungen auf den vorherigen Fall gibt, ist es wohl sinnvoll, die Bände in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen, um nicht über frühere Geschehnisse gespoilert zu werden (ich habe mich nicht an diesen Vorschlag gehalten und zuerst Band 3 und nun Band 2 gelesen).

Die Geschichte wird in der dritten Person geschildert, meist aus der Sicht von Cem, aber auch aus anderer Perspektive. Cem ist zwar ein durchaus amüsanter Charakter, komplett sympathisch wurde er mir aber nicht. Er hängt mir zu sehr den Macho raus, sieht sich als Opfer der bösen Frauen, die nichts anderes wollen als ihn zu verführen, und er als Mann kann da ja nicht widerstehen. Wenn dann aber mal ein anderer sein Mädel anschaut, will er sofort zuhauen. Da war mir doch zu viel Chauvinismus im Spiel, um Cem wirklich ins Herz zu schliessen.

Die Handlung ist recht verzwickt und enthält einige überraschende Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte. Zum Schluss löst sich der Fall komplett anders auf als zunächst gedacht und die meisten meiner Vermutungen zielten ins Leere. So bleibt der Krimi bis zum Schluss spannend. Als Einwohnerin der Stadt Luzern hat mich natürlich das Setting in und um "meine" Stadt sehr gefreut. Neben dem Kriminalfall nimmt vor allem Cems Privatleben viel Platz ein, beinahe ebenso viel wie die Suche nach dem Mörder. Während der Kriminalfall aufgelöst wird und das Buch in dieser Hinsicht in sich abgeschlossen ist, edet das "Drumherum" sehr offen und wird im nächsten Band weitergeführt.

Der Schreibstil der Autorin Monika Mansour lässt sich flüssig lesen. Für Nicht-Schweizer enthält der Krimi am Schluss noch ein Glossar, in dem die verwendeten schweizerdeutschen Ausdrücke erklärt werden.

Mein Fazit

Viele Wendungen halten den Krimi spannend. 








Dienstag, 10. Oktober 2017

Hohle Gasse


Bildquelle

von Peter Beutler

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 12.03.2013
  • Aktuelle Ausgabe : 12.03.2013
  • Verlag : Emons Verlag
  • ISBN: 9783954510580
  • Buch 272 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Inhalt


Margrit Estermann, Gefreite der Kantonspolizei Luzern, wird im Meggerwald ermordet aufgefunden. Kommissar Lauber und Wachtmeister Minder, gerade von Bern nach Luzern versetzt, tappen lange im Dunkeln. Erst als sie ermitteln, dass Margrit Mitglied der Elite-Polizeitruppe »Pit Bull« war, kommen sie auf die richtige Fährte. Bei der Festnahme von zwei angeblichen Schwerverbrechern in der Hohlen Gasse machte Estermann Videoaufnahmen. Gleich danach wurden die Aufnahmen manipuliert. Hat sie etwas gesehen, das nicht für sie bestimmt war?
(Quelle: Emons)


Meine Meinung


In der Nähe von Luzern wird eine Joggerin tot im Wald aufgefunden. Die Tote war bis vor einigen Jahren Mitglied einer Polizei-Spezialeinheit, die mit einem Zwischenfall bei der "Hohlen Gasse" landesweit für Aufmerksamkeit gesorgt hat. War der Mord ein Sexualdelikt, oder steckt das Motiv in der Vergangenheit des Opfers?

Die Geschichte wird in der dritten Person grösstenteils aus der Sicht des neu nach Luzern gezogenen Polizisten Beat Lauber erzählt. Lauber ist ein Polizist, wie ich ihn gerne mag, ehrlich, gewissenhaft und immer darauf bedacht, die Wahrheit herauszufinden. Als Berner fällt er in Luzern schon durch seinen Dialekt auf und hebt sich aus der Masse hervor (das kenne ich, ich habe Laubers Weg vor einigen Jahren beschritten. Im Gegensatz zu Lauber bin ich allerdings noch nie auf den Sonderbundskrieg angesprochen worden, in dem 1847 die reformierten Kantone um Bern gegen die Katholischen Kantone um Luzern besiegt und daraufhin die Schweiz als Bundesstaat gegründet haben).

Wie die meisten (oder dar alle?) Bücher von Peter Beutler basiert auch dieses lose auf einer wahren Begebenheit (wer mehr darüber wissen möchte, soll nach "Fall Luchs 2005" googlen…). Doch auch hier hat der Autor seine künstlerische Freiheit ausgenützt und vieles dazugedichtet. Während der Lektüre habe ich mich oft sehr geärgert. Nicht über das Buch an sich, aber über die vielen wirklich unausstehlichen Figuren, gegen die Lauber zu kämpfen hat. Erst der Schluss hat mich wieder versöhnlich gestimmt. Insgesamt hat mich der Krimi gut unterhalten, Peter Beutler hat es erneut geschafft, ein wahres Delikt in einen unterhaltsamen und spannenden Roman umzuwandeln, auch wenn einige Wendungen oder Überraschungen wünschenswert gewesen wären.

Im nunmehr vierten Roman, den ich von Peter Beutler gelesen habe, kam ich deutlich besser mit dem Schreibstil zurecht. Er erschien mir deutlich lebendiger und weniger protokollhaft als in den anderen Bänden (oder liegt es an mir; habe ich mich mittlerweile an den Stil gewöhnt?). Allerdings sind mir einige kleinere Fehler aufgefallen, so wird die Zürcher Elitetruppe mal "Cobra", dann wieder "Leopard" genannt, und einmal spricht Lauber seinen Mitarbeiter mit seinem eigenen Vornamen an. Für Nicht-Schweizer werden die wichtigsten Begriffe am Schluss des Buches in einem Glossar erläutert.

Mein Fazit

Unterhaltsamer Krimi mit wahren Wurzeln






Dienstag, 12. September 2017

Kanderschlucht


Bildquelle

von Peter Beutler

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.09.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 01.09.2015
  • Verlag : Emons Verlag
  • ISBN: 9783954511365
  • Buch 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
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Inhalt


Anfang der 1950er Jahre werden im Berner Oberland vier getötete Prostituierte aufgefunden. Wachtmeister Michael Bärtschi von der Kantonspolizei Bern ermittelt gemeinsam mit Hauptmann Max Schmocker von der Militärjustiz. Lange bleiben die Motive für die Morde im Dunkeln, bis die Spur zu einem Forschungsbunker führt, in dem zu militärischen Zwecken Drogenexperimente an «Freiwilligen» durchgeführt werden. Was anfänglich aussieht wie eine Mordserie im Rotlicht-Milieu, wird zu einem hochbrisanten Fall mit staatserschütternden Folgen . . .
(Quelle: Emons)


Meine Meinung


Ab 1950 werden im beschaulichen Berner Oberland mehrere Prostituierte ermordet. Da bei den Tatorten jeweils ein Militärfahrzeug beobachtet wurde, schliesst sich Michael Bärtschi von der Kantonspolizei mit dem Militärpolizisten Max Schmocker zusammen, um den Hintergründen auf die Spur zu gehen.

Die Geschichte wird in der dritten Person von einem allwissenden Beobachter erzählt, der die meiste Zeit auf Michael "Miggu" Bärtschi fokussiert, aber auch Max Schmocker und weitere Beteiligte begleitet. Sehr viel erfährt man über die Figuren allerdings nicht, der Schwerpunkt liegt klar auf dem Kriminalfall, das Privatleben und die inneren Vorgänge der Figuren spielen kaum eine Rolle. Während die Anzahl der Charaktere zu Beginn noch einigermassen übersichtlich ist, kommen im Laufe der Geschichte immer mehr Figuren dazu, sodass es schwer wird, den Überblick zu behalten. Für Nicht-Schweizer werden die vielen klassisch Schweizerischen und daher ungewohnten Namen ihr übriges tun, um den Leser zu verwirren. Mich als Schweizerin hat das natürlich nicht gestört, in Gegenteil, ich habe mich darüber amüsiert, meinen eigenen Nachnamen im Buch zu lesen ;-)

Während die beiden Krimis, die ich bisher von Peter Beutler gelesen habe ("Kristallhöhle" und "Kehrsatz") auf wahren Straftaten basierten, handelt es sich bei "Kanderschlucht" um eine fiktive Geschichte, die jedoch an tatsächliche Begebenheiten angelehnt wird. Leider verraten hier die Widmung des Autors sowie der Klappentext etwas zu viel, da schon vor der Lektüre klar wird, was die Hintergründe der Tat sein müssen. Das hätte sich der Autor wohl besser für das Nachwort aufgespart, da es mir doch einiges von der Spannung genommen hat. So ging es nur noch darum herauszufinden, wer hinter dem Ganzen steckt, und da ich keine wirkliche Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte, war mir das mehr oder weniger egal.

Die Geschichte spielt in den 1950er Jahren, einer Zeit, in der meine Eltern bereits lebten. Und doch fand ich es erschreckend, wie altertümlich es damals zu und her ging. Wer als unverheiratete Person Geschlechtsverkehr hatte, konnte verhaftet werden, mit einem Offizier per Du zu sein war eine grosse Ehre und wenn man Hilfe eines Polizisten benötigte, so musste man besonders freundlich und unterwürfig sein, da der Beamte ansonsten vielleicht keine Lust verspürte, seine Arbeit zu tun, ohne dass man etwas dagegen tun konnte. Wie froh bin ich, dass ich heute lebe und nicht vor 65 Jahren!

Auch in "Kanderschlucht" ist der Schreibstil des Autors Peter Beutler nüchtern, geradezu protokollartig gehalten. Peter Beutler verwendet viele Schweizer Ausdrücke und Ortsbezeichnungen, die am Ende des Buches in einem Glossar übersetzt werden.

Mein Fazit

Der Klappentext verrät zu viel und dämpft die Spannung stark







ABC-Challenge der Protagonisten

Max = X männlich


Donnerstag, 29. Juni 2017

Luzerner Todesmelodie


Bildquelle

von Monika Mansour

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 21.07.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 21.07.2016
  • Verlag : Emons Verlag
  • ISBN: 9783954519507
  • Flexibler Einband 336 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Liebe, Sünde, Tod
Himmel, Hölle, Mensch
Luzerner Todesmelodie 



Inhalt


In einer Villa am Vierwaldstättersee machen Cem Cengiz und sein Team von der Luzerner Polizei eine schreckliche Entdeckung: Im Haus liegen zwei blutüberströmte Leichen. Unter Verdacht gerät ein ebenso exzentrischer wie narzisstischer weltbekannter Geiger. Aus Mangel an Beweisen muss ihn die Polizei laufen lassen, doch als er Intimes aus Cems Leben preisgibt, beginnt ein perfides Spiel mit der Macht ...
(Quelle: Emons)


Meine Meinung



Ein Raubüberfall bringt den Polizisten Cem Cengiz in die Nähe einer Villa am Vierwaldstättersee, als dort ein Ehepaar ermordet wird. Ist der Sohn, ein berühmter Stargeiger, der zusammen mit dem Paar aufgefunden wird, der Täter, oder steckt etwas Anderes hinter der Tat?

"Luzerner Todesmelodie" ist der dritte Krimi um den Luzerner Ermittler Cem. Die beiden Vorgängerbände kenne ich nicht, konnte der Handlung aber dennoch gut folgen. Allerdings werden immer wieder Anspielungen auf frühere Geschehnisse gemacht, was der späteren Lektüre der Vorgänger etwas die Spannung nehmen könnte.

Die Geschichte wird aus der Perspektive eines allwissenden Beobachters erzählt, der je nach Szene mal auf die eine, mal auf die andere Figur fokussiert und teilweise öfters hin- und herwechselt. Am Häufigsten wird allerdings aus der Sicht von Cem erzählt, was ihn zum klaren Protagonisten macht. Im Grunde mochte ich ihn, er hat jedoch einige Eigenschaften, die mich nicht so begeistert haben. Er scheint sich beispielsweise Frauen grundsätzlich überlegen zu fühlen (er bezeichnet sich auch ohne Scham als Macho) und kann wohl nur bedingt nachvollziehen, weshalb ihn seine Freundin verlassen hat, nachdem er mit einer anderen rumgeknutscht hat. Auch scheint er sich ausschliesslich als Türke zu betrachten, obschon er als Mitglied der Luzerner Kantonspolizei eigentlich auch Schweizer Bürger sein müsste (sofern sich die Praxis nicht geändert hat, nur Schweizer anszustellen). Die anderen Figuren wurden bis in die kleinen Nebenrollen sorgfältig ausgearbeitet, sodass jeder individuell erscheint und nicht in der breiten Masse versinkt.

Die Handlung ist interessant aufgebaut, mit einigen überraschenden Wendungen und falschen Spuren, die mich in die Irre geführt haben. Im Ganzen erschien mir der Kriminalfall allerdings etwas zu konstruiert, um mich vollkommen z überzeugen. Etwas mehr Realismus hätte ich hier bevorzugt. Neben dem Kriminalfall spielen auch Cems und Barbaras (Cems Vorgesetzte) Privatleben eine Rolle, jedoch ist diese nicht so gross ausgebaut, dass sie den Krimiteil an den Rand rücken würde. Besonders gut gefallen hat mir natürlich die Szenerie in "meiner" Stadt Luzern, wo ich die meisten Schauplätze auch schon besucht habe (Cems Arbeitsweg führt, so wie er beschrieben wird, sogar an meiner Haustüre vorbei). Mit vielen kleinen Details, wie der Auswahl tatsächlicher existierender Bars und Restaurants zu Treffen zwischen den Figuren, wird die Stadt, insbesondere für Kenner, so richtig lebendig.

Der Schreibstil der Autorin Monika Mansour liess sich flüssig lesen. Eingestreute Dialektwörter könnten Nicht-Schweizer allerdings etwas verwirren, vor allem, da dieses Buch kein angehängtes Glossar hat, in dem sie übersetzt werden könnten. "Luzerner Todesmelodie" hat mir gut gefallen, sodass ich die Lektüre der Vorgänger nun auch nachholen möchte. Fans von Regiokrimis kann ich das Buch gerne weiterempfehlen, besonders allen Luzernern, die Krimis mögen.

Mein Fazit

Spannender, jedoch stellenweise recht unrealistischer Regiokrimi.









Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 9, ein Buch, welches in der Stadt spielt, in der du wohnt (bzw. in der nächstgrößeren Stadt oder in einer Stadt, in der du 2017 mehrmals warst)


Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 48, ein Buch aus einem Deiner Lieblingsverlage. Da ich Regio-Krimis sehr mag, gehört der Emons Verlag natürlich zu meinen Lieblingen.


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