Posts mit dem Label Finnland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Finnland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 24. Januar 2017

Der Mastercode


Bildquelle

von Scott McBain
übersetzt durch Michael Benthack

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.05.2005
  • Aktuelle Ausgabe : 01.05.2005
  • Verlag : Knaur Taschenbuch
  • ISBN: 9783426629024
  • Flexibler Einband 547 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Das Buch ist in der gedruckten Auflage vergriffen und nur noch gebraucht oder als eBook erhältlich.


Leseprobe
Kaufen?


Inhalt


Der Kampf gegen das Böse ist nie zu Ende!
»Mother«, ein globales Computernetz, sammelt die Daten aller Bürger und stuft sie nach einem festgelegten Ranking-System ein. Überall herrschen Korruption und nackte Geldgier. Als »Mother« in die Hände einer Verschwörergruppe um den britischen Außenminister und den CIA-Chef fällt, scheint die totale Kontrolle über die Welt zum Greifen nahe. Nur Pia, eine junge Finnin, kann die Menschheit noch retten. Sie kennt den Mastercode für die Selbstvernichtung des Systems ...
(Quelle: Knaur)


Meine Meinung


Die Welt im Jahr 2020. Globale Unternehmen haben (inoffiziell) die Macht übernommen und der grösste Teil der Menschheit ist im globalen Computersystem „Mother“ registriert, das die Menschen nach Kreditwürdigkeit in Klassen einteilt und über jeden alles weiss, von Adresse bis zu Lieblingsfrucht und Tampongrösse. Eine kleine Gruppe von Menschen versucht, die totale Machtübernahme von „Mother“ zu verhindern…

Die Geschichte wird in der dritten Person in der Vergangenheit aus wechselnder Perspektive erzählt. Sehr viele Personen werden dabei in den Fokus gerückt. Am häufigsten geschieht dies mit der „Gespielin“ (man könnte es auch Edelprostituierte nennen) Pia, dem Erfinder von Mother Oswald Plevy und dem Präsidenten und Vizepräsidenten des „Mother“-Aufsichtsgremiums Lars Pedersen und Doug Sullivan. Zu Beginn hatte ich etwas Mühe, die vielen Personen auseinanderhalten zu können, vor allem, weil sie recht klischeehaft gezeichnet wurden und jeweils nur über wenige Eigenschaften verfügen. Pia ist jung, hübsch und will zu Beginn nur ein schönes Leben führen. Oswald ist dick, unendlich reich und sich gewohnt, mit seinem Geld alles Kaufen zu können. Pedersen ist alt und gütig, Sullivan machtbesessen. Mit der Zeit konnte ich die erwähnten und die vielen anderen Figuren dann doch besser auseinanderhalten, was auch daran lag, dass immer weniger davon in der Geschichte vorkamen…

Bei der Handlung hat sich Scott McBain offenbar stark von Klassikern wie „1984“ oder „Schöne neue Welt“ inspirieren lassen. Auch in „Der Mastercode“ ist die Welt in Klassen aufgeteilt, auch wenn sie hier nach Kreditklassen, Vermögen eingeteilt werden. Aus eigenem Antrieb besteht kaum eine Chance, die Kreditklasse jemals zu wechseln. Die Klassen haben eigene, zugeteilte Bereiche, wobei die Mitglieder der tieferen Klassen die Bereiche der höheren selbstverständlich nicht betreten dürfen (oder höchstens, um dort ihre Arbeit als Diener zu verrichten). Die Informationen, die das Volk erhält, werden zuerst durch „Mother“ gefiltert, sodass der „Normalsterbliche“ nie wirklich weiss, was in der Welt eigentlich vorgeht (und dies nicht mal merkt). Und schlussendlich „Mother“ selbst, das Computersystem, das über alle Menschen Bescheid weiss. Noch stärker hätte McBain kaum auf „Big Brother“ anspielen können, ohne den Begriff selbst zu nennen, oder?

Der Schreibstil des Autors Scott McBain ist eher einfach gehalten und lässt sich flüssig lesen, sodass die gut 500 Seiten doch einigermassen schnell durchgelesen waren, auch wenn die Geschichte durch die Kürzung einiger unnötiger Längen auch gut auf der Hälfte der Seiten Platz gefunden hätte. Besonders spannend ist das Buch allerdings nicht geraten, die Handlung war ziemlich vorhersehbar. Auch die vielen Wiederholungen hätte es nicht gebraucht, so wird beispielsweise das System der Kreditklassen mehrfach bis ins Detail erläutert.

Mein Fazit

Nicht wirklich schlecht, aber die Spannung fehlt und auf Innovation oder Überraschungen wartet man vergeblich. 







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 55, ein Buch mit mindestens 500 Seiten.


Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 14, ein Buch, das mindestens 500 Seiten lang ist


ABC-Challenge der Protagonisten

Oswald = O männlich



Dienstag, 14. Oktober 2014

Gefallene Engel


Bildquelle


von Seppo Jokinen

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 30.08.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 30.08.2014
  • Verlag : ars vivendi
  • ISBN: 9783869134680
  • Fester Einband: 400 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Ich habe das Hardcover vom ars vivendi Verlag im Rahmen einer Lovelybooks-Leserunde kostenlos zur Verfügung gestellt erhalten, vielen Dank dafür!


Inhalt

 Ein eiskalter Herbsttag: In einem Vorort Tamperes wird die Leiche eines jungen, querschnittsgelähmten Mannes gefunden – von seinem Rollstuhl fehlt jede Spur. Wie ist er dorthin gekommen? Und: Wo ist der eigentliche Tatort? Kommissar Koskinen und sein Team nehmen die Ermittlungen auf und finden heraus, dass das Opfer in einer Einrichtung für betreutes Wohnen gelebt hat und dort
zu den »Engeln von Hukka«, einer Gruppe enthusiastischer Motorradfans, gehörte. Als bald darauf ein Mitglied dieser mysteriösen Vereinigung spurlos verschwindet und ein weiteres einen rätselhaften Unfall erleidet, kommt Koskinen einem mörderischen Geheimnis auf die Spur, das Jahrzehnte zurückreicht ... Ein spannungsgeladener Kriminalroman von Finnlands Bestsellerautor!
 (Quelle: ars vivendi)



Mein Fazit

Ein Tetraplegiker wird ermordet aufgefunden. Kommissar Koskinen und sein Team machen sich im Behindertenwohnheim auf die Suche nach Motiv und Täter.

„Gefallene Engel“ ist bereits der sechste Band der Reihe um den Kriminalkommissar Koskinen, jedoch der erste, der auf Deutsch übersetzt wurde. Dies zeigt sich vor allem im ermittelnden Polizeiteam, das lediglich relativ knapp vorgestellt wird, da der Autor wohl davon ausging, dass der Leser die Akteure bereits kennt. Im Laufe des Buches konnte ich die Ermittler dann gut auseinanderhalten, zu Beginn hatte ich jedoch (wohl durch die mangelnden Vorkenntnisse) etwas Mühe. Nicht vereinfacht wird das Auseinanderhalten dadurch, dass viele Vornamen jeweils doppelt vergeben wurden, und ich jedes Mal etwas innehalten musste, um zu überlegen, welcher Antti, Pirkko oder welche Kaija nun gemeint war.

Wer in Krimis kriminalistische Ermittlungen mag, wird hier nicht auf seine Rechnung kommen: der Fall wird durch einige Befragungen und vor allem Denkarbeit (in Form von spontanen Ideen) gelöst. 

Bei „Gefallene Engel“ handelt es sich um einen ziemlich ruhigen Krimi, Action gibt es kaum, auch das Erzähltempo ist eher gemächlich. Die schroffe, skandinavische Stimmung wird gut rübergebracht, allerdings geizt der Autor mit Landschaftsbeschreibungen. Wer beim Lesen gerne in Gedanken an fremde Orte reist, wird hier wohl die entsprechende Unterstützung vermissen. Dafür wird der Leser inhaltlich in ein für Krimis eher untypisches Millieu geführt, ich habe jedenfalls zuvor noch nie einen Krimi gelesen, in dem in einem Behindertenwohnheim ermittelt wurde (allerdings gab es da mal eine CSI-Folge, die sich um einen Verein von Kleinwüchsigen gedreht hat…). 

Der Krimi hat mir eigentlich ganz gut gefallen, mit einem nicht wirklich überraschenden, aber auch nicht allzu vorhersehbaren Ende. Schlussendlich hat mir dann aber doch die Spannung gefehlt, sowie ein bisschen mehr Finnland (der anscheinend typisch finnische Humor und die für mich unaussprechlichen Strassennamen haben mir für das Skandinavien-Feeling noch nicht ausgereicht). Daher gibt’s von mir eine „doch, ist ganz okay“-Wertung. Weiterempfehlen kann ich „Gefallene Engel“ an die Krimi-Fans, die gerne ganz geruhsam und unaufgeregt lesen und sich gedanklich auch gerne in eigentlich Krimi-untypischen Millieus bewegen. Der durchaus vorhandene Humor wird aber wahrscheinlich nicht jedem gefallen.





Rezensionsexemplar

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...