Montag, 18. Juni 2018

[Hörbuch] Alice im Wunderland


Bildquelle

von Lewis Carroll
übersetzt durch ?
gelesen von Uta Kroemer

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : ?
  • Aktuelle Ausgabe : 8.12.2017
  • Verlag : Saga
  • ISBN: B078C92W8B
  • Mp3-Download: 2h 25
  • Sprache: Deutsch 


Hörprobe
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Inhalt


Die Titelheldin Alice wird während eines langweiligen Picknicks mit ihrer Schwester auf ein weißes Kaninchen aufmerksam, dem sie in dessen Kaninchenhöhle folgt. Dabei landet sie in einer traumartigen Unterwelt, die vor Paradoxa und Absurditäten nur so strotzt. Bei dem Versuch, dem Kaninchen zu folgen, passieren ihr zahlreiche Missgeschicke. So begegnet sie einer Gruppe winziger Tiere, die in einem Meer von Alices Tränen gestrandet sind, wird im Kaninchenbau gefangen, trifft auf einen Säugling, der sich plötzlich in ein Schwein verwandelt und eine Katze, die verschwindet, bis nur noch ihr Grinsen sichtbar ist. Neben einer unendlichen Teeparty kommt auch noch ein Croquet-Spiel mit vermenschlichten Spielkarten vor, bevor die Geschichte damit endet, dass der Herz-Bube wegen Diebstahls vor Gericht gestellt wird und Alice unter einem Baum bei ihrer Schwester Celia aufwacht.
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


Es wird wohl kaum jemanden geben, der die Geschichte von Alice im Wunderland nicht kennt, dem kleinen Mädchen, das ein weisses Kaninchen verfolgt und dabei in eine zauberhafte Welt fällt, in der sie durch Esswaren und Getränke grösser und kleiner wird, Spielkarten Cricket spielen und sich grinsende Katzen unsichtbar machen können. Lewis Carroll hat mit seiner vor Fantasie übersprudelnden Welt so viele lustige (und teilweise irgendwie auch traurige) Figuren geschaffen, dass man endlos neue Geschichten für sie ausdenken könnte. Die eigentliche Geschichte ist nicht sehr ausgedehnt, sie lebt mehr von ihren skurrilen Figuren als von einer komplexen Handlung.

Während ich die Geschichte auch nach Jahren immer noch toll finde, war ich sehr enttäuscht von der Hörbuchversion. Uta Kroemer liest in einem derart gelangweilten Tonfall, dass ich immerzu an eine Mutter denken musste, die ihrem Kind schon zum gefühlt 500. Mal dieselbe Geschichte vorlesen muss. Wenn die Sprecherin so wenig Motivation verspürte, das Hörbuch einzulesen, dann hätte sie den Auftrag ablehnen sollen. Deutlich hörbares Blättern hinterliess zudem einen sehr unprofessionellen Eindruck. So gebe ich der Vorlage 4,5 bis 5 Sterne, der Vertonung nur einen.

Mein Fazit

Fantastische Geschichte, übles Hörbuch






Samstag, 16. Juni 2018

Der Menschen-Präparator


Bildquelle

von Anja Berger

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.03.2018
  • Aktuelle Ausgabe : 01.03.2018
  • Verlag : Knaur Taschenbuch
  • ISBN: 9783426216583
  • Flexibler Einband 502 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Knaur Verlag und Netgalley haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



Leseprobe
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Inhalt


Vor sechs Jahren verbreitete der Menschen-Präparator in Basel Angst und Schrecken. Nun ist er wieder da. Ein neuer spannender Thriller von Anja Berger.
Eine schreckliche Entdeckung trübt die Basler Fasnacht: grausig zugerichtete Leichen stellen die Polizei vor ein Rätsel. Als wenig später Auszüge aus Memoiren über eben diese Funde unter die Fanpost der TV-Köchin Tessa geraten, ist das Grauen perfekt. Der Täter beschreibt ausführlich, wie er die Opfer bei lebendigem Leib präpariert, dann ihre Leichen kostümiert und während der Fasnacht in Szene setzt. Einzig der Polizeibeamte Colin Jäger, mit dem Tessa seit kurzem ausgeht, erkennt, was vor sich geht: Der Mann, der schon vor sechs Jahren präparierte Leichen ausgestellt, beinahe seine Karriere ruiniert und seine damalige Freundin brutal ermordet hat, ist zurück. Und die Auszüge aus dem Memoiren sind erst der Anfang. Aber wovon diesmal? Und warum jetzt? Während Colin noch Antworten sucht, hat sich der Täter bereits sein nächstes Opfer geholt, um es lebend zu präparieren: Tessa.
(Quelle: Knaur)


Meine Meinung


Während der Basler Fasnacht werden mehrere Leichen gefunden, die der Täter wie Puppen mit Stroh ausgestopft hat. Der Polizist Colin Jäger macht sich auf die Suche nach dem Täter, verliert aber jede Spur. Sechs Jahre später ist der Täter zurück, und dieses Mal legt er sich mit Colin persönlich an…

Die Geschichte wird abwechselnd in der Perspektive von Colin und Tessa in der dritten Person in der Vergangenheit und in der Ich-Form des Täters in der Gegenwart erzählt. Die beiden Erzählperspektiven werden dabei durch eine unterschiedliche Schriftart abgegrenzt, die Abschnitte aus Tätersicht werden kursiv dargestellt und sind zudem mit "Memoiren eines Künstlers" betitelt. Besonders tiefgründig werden die Figuren nicht charakterisiert, der Thriller lebt mehr von der Handlung als von den Figuren. Dennoch waren sie plastisch genug gezeichnet, um sie klar voneinander abgrenzen und ihr Verhalten nachvollziehen zu können.

Die Handlung ist durchaus spannend aufgebaut, zieht sich aber stellenweise etwas zu sehr in die Länge. Ich könnte jetzt zwar keine Szenen benennen, die ich wirklich überflüssig fand, insgesamt hatte ich aber den Eindruck, die Geschichte sei etwas langatmig geraten. Gegen Ende wurde ich einige Male in die Irre geführt, als ich dachte, den Täter enttarnt zu haben. Die Auflösung selbst erschien mir dann allerdings zu sehr aus dem Hut gezaubert, um mich überzeugen zu können. Insgesamt hat mich der Thriller durchaus gut unterhalten, aber nicht aus dem Socken gehauen.

Der Schreibstil der Autorin Anja Berger lässt sich flüssig und bildhaft lesen und spart nicht mit Blut und Innereien. Sensible Leser sollten sich daher eine andere Lektüre suchen. Mein grösstes Problem war gleich am Anfang: ich habe bei Büchern kein Problem mit Gewalt an Erwachsenen, bei Kindern geht es auch noch so, aber Gewalt an Tieren stösst mich heftig ab.

Mein Fazit

Lockere Thriller-Unterhaltung







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 36, ein Buch eines Autoren, der die gleichen Initialen hat, wie Du (Initialen dürfen auch gedreht werden. d.h. meine Initialen sind D.C., ich darf auch einen Autor heranziehe, dessen Initialen C.D. sind). Meine Initialen sind A.B.




Donnerstag, 14. Juni 2018

Dem Abgrund so nah


Bildquelle

von Jessica Koch

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 22.07.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 21.09.2016
  • Verlag : ROWOHLT Taschenbuch
  • ISBN: 9783499290879
  • Flexibler Einband 336 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Dem Himmel so nah
Dem Abgrund so nah
Dem Ozean so nah



Inhalt


Danny ist gerade zehn Jahre alt, als sein Leben aus den Fugen gerät.
Ein schwerer Schicksalsschlag veranlasst seine Familie, aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland zu ziehen. Dannys Vater ertränkt seinen Kummer in Alkohol und fällt zurück in Verhaltensmuster, von denen er glaubte, sie vor der Ehe endgültig abgelegt zu haben. Danny ist seinem Vater schutzlos ausgeliefert. Aber er gibt nicht auf …
Bei einem Sommercamp lernt Danny die Französin Dominique kennen. Ihre Liebe hilft ihm, sich von seiner Familie – und damit aus der Dunkelheit, die sein junges Leben prägt – zu lösen.
Es beginnt ein Kampf um Anerkennung, Freiheit, Gerechtigkeit – und um die Liebe.
(Quelle: Rowohlt)


Meine Meinung


Nachdem seine Mutter ihr zweites Kind verliert, zieht Danny mit seinen Eltern ins ihm unbekannte Deutschland. Doch nicht nur Heimweh macht ihm zu schaffen, sondern auch sein Vater, der immer häufiger zur Flasche greift und dann seine Emotionen nicht mehr unter Kontrolle hat…

"Dem Abrund so nah" ist der zweite Teil der "Danny-Trilogie" und der Nachfolgeband von "Dem Himmel so nah". Im Grunde handelt es sich hier um die Vorgeschichte des ersten Teils, ein Prequel, aber dennoch empfehle ich, die Bücher in der Erscheinungsreihenfolge zu lesen. Inhaltlich wäre "Dem Abgrund so nah" auch ohne Vorkenntnisse problemlos zu verstehen, aber wirklichen Sinn ergibt das Buch nur, wenn man weiss, was mit Danny später passiert ist.

Während der erste Band "Dem Himmel so nah" autobiographisch war, widmet sich die Autorin Jessica Koch hier der Kindheit und Jugend ihres verstorbenen Freundes Danny; das Buch erzählt daher eine wahre Geschichte. Dass diese sehr schlimm war, wusste ich bereits aus dem ersten Band. Leider muss ich zugeben, dass ich das Buch sehr schwierig zu lesen fand. Eine entsetzliche Szene reiht sich an die andere, erst etwa in Buchmitte kommt der erste Moment, in dem Danny auch etwas Positives erleben darf. Hoffnung schöpfen kann Danny, und mit ihm der Leser, erst im Epilog (und wie ich ja weiss und auch im Buch angedeutet wird, nur von kurzer Dauer). Ich zweifle nicht daran, dass Dannys Vergangenheit wirklich so schlimm war. Fraglich bleibt für mich allerdings, ob dies in dieser Ausführlichkeit hätte dargelegt werden müssen. Ich habe mir bei der Lektüre gewünscht, dass Jessica Koch dem Fokus weniger auf die Gräueltaten, die Danny angetan wurden, gelegt hätte, sondern eher auf die leider sehr späte Zeit, in dem ihm wirkliche Hilfe zukam. Ich kannte Danny nicht persönlich, aber so, wie er in "Dem Himmel so nah" beschrieben wird, habe ich meine Zweifel, ob er mit der Veröffentlichung intimster Details aus seiner Kindheit einverstanden gewesen wäre.

Der Schreibstil der Autorin Jessica Koch lässt sich flüssig lesen, allerdings brachte mich der Inhalt immer wieder zum Stocken. Die endlose Aneinanderreihung sexueller und sonstiger Gewalttaten bedrückten mich sehr, sodass ich immer nur 10-15 Minuten am Stück lesen konnte, bevor ich das Buch weglegen musste. Die Bewertung fällt mir sehr schwer. Einerseits hat mich das Buch enorm in seinen Bann gezogen, andererseits liess es mir keinen Raum zum durchatmen. Jede noch so dunkle Wolke soll ja angeblich einen Silberstreifen am Rand haben, hier hat er mir allerdings gefehlt.

Mein Fazit

Kein Hoffnungsschimmer in Sicht.








ABC-Challenge der Protagonisten

Dominique = Q weiblich

Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 6, ein Buch, das dich traurig oder nachdenklich gemacht hat 



Dienstag, 12. Juni 2018

Miss Gladys und ihr Astronaut


Bildquelle

von David M. Barnett
übersetzt durch Wibke Kuhn

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 28.05.2018
  • Aktuelle Ausgabe : 28.05.2018
  • Verlag : Ullstein Taschenbuch Verlag
  • ISBN: 9783548289540
  • Flexibler Einband 416 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Ullstein Verlag und Netgalley haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



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Inhalt


Die gute Miss Gladys kann sich nicht mehr alles merken, aber dieser Telefonanruf ist unvergesslich: Der Astronaut Thomas Major ist am Apparat, gerade auf dem Weg zum Mars. Er hat sich natürlich verwählt und will am liebsten gleich wieder auflegen. Aber Miss Gladys und ihre Enkel brauchen seine Hilfe. Zögerlich und leise fluchend wird der Mann im All zum Helfer in der Not. Tausende von Kilometern entfernt, führt er die drei auf seine ganz eigene Art durch schwere Zeiten, denn Familie Ormerod droht ihr Zuhause zu verlieren. Miss Gladys und ihr Astronaut brauchen einen galaktisch guten Plan …
(Quelle: Ullstein)


Meine Meinung



Gladys geht auf die 71 zu (genau diese Formulierung wird immer wieder verwendet) und ist immer öfter etwas verwirrt. Kein Wunder, glauben ihr ihre Enkel zunächst nicht, als sie einen Anruf von Thomas Major erhält, dem Mann, der unter dem Spitznamen "Major Tom" auf dem Weg ist, als erster Mensch den Mars zu betreten…

Die Geschichte wird in der dritten Person in der Gegenwart aus wechselnder Perspektive erzählt. Die beiden Hauptfiguren sind dabei Gladys, die erkennen muss, dass sie langsam dement wird, obschon sie auf ihre Enkel achtgeben müsste, während ihr Sohn im Gefängnis sitzt, und Thomas, der es auf der Erde nicht mehr aushält und sich daher freiwillig für die Marsmission gemeldet hat. Eine Mission, von der er weiss, dass keine Rückkehr geplant ist. Neben Gladys und Thomas werden einzelne Kapitel aus der Sicht von Ellie und James erzählt, der beiden Enkel von Gladys, wobei sich insbesondere James schnell mit Thomas anfreundet. Von den vier Hauptfiguren konnte ich ehrlich gesagt niemanden so wirklich ins Herz schliessen. Gladys weiss zwar im Grunde, dass ihre geistigen Fähigkeiten abgeben, weigert sich aber, dies zuzugeben. Das ist zwar verständlich, sie bringt aber damit ihre Enkelkinder in Gefahr. Thomas hat auf der Erde keinen einzigen wirklichen Freund, so kalt und unwirsch wie er sich allen gegenüber gibt, ist das aber auch kein Wunder. Ellie geht gerade durch die Pubertät, was sie zu einer ziemlichen Zicke macht und James weiss einfach nie, wann er besser den Mund halten würde.

Die Handlung von "Miss Gladys und ihr Astronaut" ist nicht sonderlich üppig. Gladys und Co. haben Geldprobleme, Thomas versucht zu helfen, Ende. Dazwischen gibt es viele, viele Rückblicke auf Thomas' Leben, die erklären (sollen), wieso er so ein A… geworden ist. Das Ganze gestaltet sich eher zäh, erst gegen Schluss kommt etwas Tempo und damit Spannung auf. Dazwischen ergeben sich viele Längen und Wiederholungen des ewig gleichen Schemas: Problem – Lösungsansätze – noch viel grösseres Problem. Gut gefallen haben mir allerdings die ganzen Anspielungen auf Musik und Film, sei es die explizit genannten wie David Bowies "Space Oddity" oder die nur angedeuteten (da habe ich "Der Marsianer" und "Blues Brothers" erkannt). Der Schreibstil des Autors David M. Barnett liess sich flüssig lesen, ich habe allerdings immer Mühe mit Erzählungen in der Gegenwartsform, ich mag diese Form einfach nicht.

Mein Fazit

Zu viele Längen und Wiederholungen. 







Cover Challenge

Aufgabe 16, ein Buch mit etwas Trinkbarem auf dem Cover.

Montag, 11. Juni 2018

[Hörbuch] Watch Me - Ich werde es wieder tun


Bildquelle

von James Carol
übersetzt durch Wolfram Ströle
gelesen von Dietmar Wunder

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.07.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 01.07.2015
  • Verlag : Der Audio Verlag
  • ISBN: 9783862314942
  • Mp3-CD: 9h 30
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Broken Dolls - Er tötet ihre Seelen
Watch Me - Ich werde es wieder tun
Prey - Deine Tage sind gezählt
15 Minutes


Inhalt


Jefferson Winter ist attraktiv, erfolgreich und intelligent. Sein Beruf: Profiler. Rastlos zieht er auf der Jagd nach Serientätern um die Welt und ist dabei immer auch auf der Flucht vor den eigenen Dämonen. Der neue Fall führt den exzentrischen Ermittler in eine Kleinstadt in Louisiana. Ein Anwalt wurde bei lebendigem Leibe verbrannt. Es gibt kein Motiv, keine Leiche und keinen Tatort. Nur ein Video ist im Netz aufgetaucht – mit einem Countdown am unteren Rand. Winter wird klar: Der Täter hat sein nächstes Opfer bereits im Visier. Und ihm selbst bleiben genau dreizehneinhalb Stunden, um einen weiteren Mord zu verhindern.
(Quelle: Der Audio Verlag)


Meine Meinung


Ein Rechtsanwalt wird vor laufender Kamera brutal ermordet. Dem Profiler Jefferson Winter bleiben nur wenige Stunden, einen weiteren Mord zu verhindern.

"Watch Me – Ich werde es wieder tun" ist der zweite Thriller um den Profiler Jefferson Winter. Vorkenntnisse sind zum Verständnis keine nötig.

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive des Protagonisten Jefferson in der Vergangenheit erzählt. Trotz der gewählten Perspektive erschien mir der Protagonist eher blass, da konnte ich mich besser in die Nebenfiguren einfühlen und mit denen auch besser mitfiebern. Die haben mir allerdings recht gut gefallen, und besonders tiefgründige Figuren erwarte ich in einem Thriller ohnehin nicht.

Die Handlung erzählt wenig neues, Morde vor laufender Kamera haben ja schon einige Thriller-Autoren behandelt. Der Zeitdruck, unter dem die Ermittler sehen, sollte eigentlich die Spannung hoch halten, aber es schleichen sich dennoch immer wieder zähe Längen ein, in denen sich der Autor James Carol damit begnügt, die Umgebung bis ins Detail zu beschreiben, anstatt die Handlung voranzutreiben. Immerhin hält die Auflösung die eine oder andere Überraschung bereit. Was mir allerdings etwas gefehlt hat war die Möglichkeit, miträtseln zu können. Jefferson teilt seine Gedankengänge nur selten seinen Mitmenschen (oder dem Leser) mit, sodass es öfters nur hiess, dass er nun eine Theorie überprüfen wolle, ich aber keine Ahnung hatte, worum es ging. So bleibt "Watch Me" im Grossen und Ganzen durchaus unterhaltsam, wenn auch nicht aussergewöhnlich. Insgesamt ein einigermassen spannender Thriller, den man mit gutem Gewissen lesen kann, aber nicht wirklich muss.

Das Hörbuch wird von Dietmar Wunder gelesen, dessen Stimme gut zum Inhalt passt und der seine Sache tadellos machte. Wie bei Thrillern nicht selten, enthält auch dieser einige blutige Szenen und eignet sich daher nicht für sensible Leser.

Mein Fazit

Durchaus spannend, aber kein Must Read







Samstag, 9. Juni 2018

[ich mag] Serienmörder





"Ich mag Serienmörder" klingt natürlich erst mal sehr makaber. "Ich bin fasziniert von Serienmördern" trifft es wohl eher. Was treibt jemanden an, reihenweise Menschen umzubringen? Daher sind Serienmörder ein sehr beliebtes Thema in meiner Lektüre. Meist befasse ich mich dabei mit fiktiven Serienmördern in Form von Thrillern, aber ab und zu darf es auch ein Sachbuch über Jeffrey Dahmer, Ted Bundy oder Jack the Ripper (mein "Liebling") sein.

Bei Thrillern mag ich am Serienmörder-Thema insbesondere, dass durch sie ein enormer Zeitdruck für die Ermittler entsteht. Bei einem einzelnen Mordfall können sich die Ermittler ja im Grunde Zeit lassen, ob der Täter nun ein paar Wochen, Monate oder Jahre früher oder später gefasst wird, macht keinen wirklichen Unterschied, Hauptsache, er (oder natürlich sie) erhält schlussendlich seine gerechte Strafe. Bei Serientätern haben die Ermittler aber nicht nur die Aufgabe, den Täter hinter Gitter zu bringen, sondern gleichzeitig auch, potentielle zukünftige Opfer vor ihm zu schützen. So kann im Extremfall jeder vergeudete Tag ein weiteres Opfer bedeuten. Allerdings werde ich bei Thrillern oft vom Motiv enttäuscht. Meist erfährt man nicht mehr, als dass der Täter halt einfach Frauen, Schwarze, Anzugträger, was auch immer sein Beuteschema war, hasste.

Die Frage nach dem Motiv ist hingegen oft der Hauptpunkt bei Sachbüchern über echte Serienmörder, allerdings ist diese Frage auch im echten Leben kaum zu klären. Insbesondere dann, wenn der Täter die gefunden wird, wie bei Jack the Ripper oder dem Zodiak-Killer. Aber oft können oder wollen auch gefasste Täter nicht wirklich erklären, was sie zu ihren Taten getrieben hat. So wird die Frage nach der Ursache solcher Gewalt-Exzesse wohl noch Jahrzehntelang Psychologen und Psychiater beschäftigen.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Verachtung


Bildquelle

von Jussi Adler Olsen
übersetzt durch Hannes Thiess

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 24.08.2012
  • Aktuelle Ausgabe : 01.09.2014
  • Verlag : dtv Verlagsgesellschaft
  • ISBN: 9783423215435
  • Flexibler Einband 560 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Erbarmen
Schändung
Erlösung
Verachtung
Erwartung
Verheissung
Selfies



Inhalt


Eine Reihe vermisster Personen aus dem Jahr 1987, die durch eine Person und deren entsetzliches Schicksal verbunden sind: Nete Hermansen. Eine junge Frau ohne jede Chance auf ein selbstbestimmtes Leben, von Menschen grausam misshandelt, wird zwangssterilisiert durch einen fanatischen Arzt und verbannt nach Sprogø, der Insel für ausgestoßene Frauen. Sie nimmt grausam Rache ... 
(Quelle: dtv)


Meine Meinung


1987 will Nete Rache. Rache an all denen, die ihr Leben zerstört haben. 23 Jahre später versuchen Carl Mørck und sein Team vom Sonderdezernat Q, die vielen Vermisstenfälle aus dem Jahr 1987 aufzuklären…

"Verachtung" ist der vierte Fall für Carl Mørck und sein Team. Vorkenntnisse sind zum Verständnis keine nötig, es reicht zu wissen, dass vor einigen Jahren eine Fallaufklärung ziemlich in die Hose ging, bei der einer von Carls Partnern getötet und der andere schwer verletzt wurde, und Carl seither das Dezernat für "Cold Cases" leitet.

Die Geschichte wird in der dritten Person in der Vergangenheit erzählt. Die Perspektive wechselt szenenweise, am Häufigsten liegt der Fokus aber auf Carl Mørck. Der ist in meinen Augen kein sonderlich sympathischer Charakter, er erscheint mir oft ziemlich überheblich und empathielos.

Die Handlung besteht aus zwei Strängen, einerseits einer Tötungsserie aus dem Jahr 1987, und andererseits aus den Bemühungen von Carls Team, eben diese aufzudecken. Der Handlungsstrang aus der Vergangenheit ist weiter aufgeteilt, es werden die damaligen Geschehnisse geschildert und zudem Rückblicke in die Vergangenheit gewährt, die zu der Mordreihe führten. Vor allem diese Rückblicke haben mich sehr belastet und unglaublich wütend gemacht. Dies insbesondere, weil ich genau weiss, dass es sich bei "Verachtung" zwar um ein fiktives Werk handelt, in nicht allzu ferner Vergangenheit aber vergleichbare Dinge tagtäglich geschahen, nicht nur in Dänemark, sondern überall in Europa und wohl auf der ganzen Welt. Auch hier in der Schweiz wurden hunderte von (meist) ledigen Frauen in der Strafanstalt Hindelbank "administrativ versorgt" und dort misshandelt, wenn ihr Verhalten nicht den gängigen Moralvorstellungen entsprach. Gegen Ende des Buches habe ich diese Rückblicke nur noch überflogen, da ich sie einfach nicht mehr aushalten konnte.

Skandinavische Thriller sind düster, das ist mir durchaus bewusst. Allerdings fühlte sich "Verachtung" weniger wie ein Thriller, sondern mehr wie ein unglaublich tragisches Drama an. Der Fokus lag für meinen Geschmack zu sehr auf den schrecklichen Dingen, die Nete in ihrer Jugend angetan wurde. Natürlich ist das ein Thema, das angesprochen werden darf und auch soll. Allerdings hat hier die Spannung sehr gelitten, mitfiebern konnte ich nirgends wirklich.

Mein Fazit

Tragisches Thema ohne Spannung erzählt








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