Dienstag, 19. Dezember 2017

Dominotod


Bildquelle

von Jonas Moström
übersetzt durch Nora Pröfrock und Dagmar Mißfeldt.

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.12.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 01.12.2017
  • Verlag : Ullstein Taschenbuch Verlag
  • ISBN: 9783548288925
  • Flexibler Einband 384 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der Ullstein Taschenbuch Verlag und Vorablesen haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



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Bücher der Reihe:
So tödlich nah
Dominotod



Inhalt


In den tiefen Wäldern Nordschwedens wird der Arzt Thomas Hoffman tot aufgefunden. Alles weist darauf hin, dass er mehrere Tage gefangengehalten und gequält wurde. Einer der Kollegen des Toten ist spurlos verschwunden, nur sein Namensschild und ein Dominostein sind zurückgeblieben. Er scheint in die Hände desselben Mörders geraten zu sein.
Psychiaterin Nathalie Svensson, Spezialistin für die härtesten Fälle, wird nach Sundsvall gerufen. Ausgerechnet ihre eigene Schwester war die letzte, die das Entführungsopfer lebend gesehen hat. Ist sie in den Fall verwickelt?

(Quelle: Ullstein)


Meine Meinung


In der schwedischen Stadt Sundsvall wird ein Arzt entführt, ein zweiter ermordet aufgefunden. Der einzige Hinweis auf den Täter sind von ihm hinterlassene Dominosteine. Die Fallanalystin Nathalie Svensson versucht, den Fall in der Heimatstadt ihrer Schwester zu lösen, bevor es weitere Tote gibt.

"Dominotod" ist der zweite Band um die Fallanalystin Nathalie. Ich kenne den Vorgänger nicht, was sich als Nachteil herausgestellt hat. Das Buch enthält sehr viele Anspielungen auf frühere Geschehnisse, sodass ich empfehlen würde, die Bücher in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen.

Die Geschichte wird in der 3. Person in der Perspektive eines allwissenden Beobachters erzählt. So kann der Leser Einsicht in die Denkweisen der verschiedenen Figuren nehmen. Trotzdem gelang es mir nicht, mich in eine von ihnen hineinzufühlen. Sie blieben mir alle fremd und erschienen mir blass. Zudem hatte ich trotz der Auflistung der Charaktere auf den ersten Seiten des Buches Mühe, die verschiedenen Figuren zu unterscheiden, sie blieben für mich blosse Namen. Nathalie, die ja wohl die Protagonistin darstellen soll, konnte mich gar nicht überzeugen. Sie wird als brilliante Psychiaterin und Fallanalystin dargestellt, schafft es aber nicht, ihr Täterprofil so darzulegen, dass es auch überzeugt und nicht nur aus der Luft gegriffen wirkt.

Die Handlung ist geradelinig aufgebaut und wird stellenweise durch eine zweite, Rückblickend erzählte unterbrochen, bei der erst durch die Auflösung klar wird, wie sie mit der Geschichte zusammenhängt. Viel ermittelt wird in diesen Krimi nicht gerade, in erster Linie werden Gespräche geführt. Mit Zeugen, mit Verdächtigen, mit Kollegen. Die Auflösung ist mehr oder weniger ein Zufallsfund. Über grosse Strecken hinweg fand ich das Buch ganz unterhaltsam, wenn auch nicht überragend. Zwei grosse Logiklöcher haben meine Meinung jedoch ins Negative gezogen. Erstens: Nathalie ist Fallanalystin und ermittelt in einem Mordfall, bei dem ihre Schwester und ihr Schwager zu den Hauptverdächtigen gehören. Was soll das? Kein einziger Ermittlungsschritt, an dem sie beteiligt war, würde vor Gericht bestand halten, sie muss sofort vom Fall abgezogen werden! Man kann doch nicht ermitteln, wenn die eigene Familie involviert ist, das sollte heute jedes Schulkind wissen. Zweitens: Mitte Buch wird der Täter ziemlich offensichtlich präsentiert. Und das passiert? Gar nichts. Kein einziger der Ermittler schaut sich ihn etwas genauer an. Jeder Hinweis, der auf ihn deutet, wird ignoriert. Im Gegenteil, sie fallen aus allen Wolken, als sie (wie erwähnt per Zufall) feststellten, dass dieser Typ der Täter ist, hinter dem sie so lange her waren. Wäre ich Polizeichef, ich hätte das gesamte Team wegen Inkompetenz gefeuert…

Der Schreibstil des Autors Jonas Moström lässt sich flüssig lesen. Der Krimi ist nicht sonderlich blutig, sodass auch eher sensible Leser gut damit zurecht kommen sollten.

Mein Fazit

Die Logiklöcher haben mir den Spass verdorben.







Rezensionsexemplar


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