Donnerstag, 16. Juni 2016

1984


Bildquelle

von George Orwell
übersetzt durch Michael Walter

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.01.1950
  • Aktuelle Ausgabe : 01.06.1994
  • Verlag : Ullstein Taschenbuch Verlag
  • ISBN: 9783548234106
  • Flexibler Einband 384 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Ich habe nicht die abgebildete Ausgabe, sondern die englische eBookversion vom Houghton Mifflin Harcourt Verlag gelesen.


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Inhalt


Orwells Roman über die Zerstörung des Menschen durch eine perfekte Staatsmaschinerie ist längst zu einer scheinbar nicht mehr erklärungsbedürftigen Metapher für totalitäre Verhältnisse geworden. Sein literarischer Erfolg verdankt sich einem beklemmenden Wirklichkeitsbezug, dem auch der Leser von heute sich nicht entziehen kann.
(Quelle: Ullstein)


Meine Meinung


Winston Smith ist Mitglied der äusseren Partei und ein kleines Rädchen im Betrieb von Oceania, einer der drei noch bestehenden Nationen. Mit seinem Leben als nicht-fühlender, nicht-denkender Bürger kann er sich jedoch nur schwer abfinden und begeht eines der grössten Verbrechen, dass die Gesellschaft im Jahr 1984 kennt: er macht sich seine eigenen Gedanken über die Welt.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Winston Smith erzählt, und der Protagonist ist auch der Einzige, den der Leser näher kennenlernt. Bei den anderen Figuren erfährt man zwar, wie sie handeln, jedoch nie, warum, und was dahinter steckt. Auch bei Winston wird nie genau klar, wieso er sich der Partei widersetzt. Ich hatte den Eindruck, dass er gar keine Wahl hatte. Er konnte sein Denken nicht einfach abstellen, musste alles hinterfragen, auch wenn er vielleicht einfach nur ein ruhiges Leben haben wollte, aber seine Gedanken konnte er nicht beeinflussen. Da das Buch bereits knapp 70 Jahre alt ist, wirkt der Schreibstil für heutige Lesegewohnheiten etwas steif, das häufige Einfliessen von „Neusprech“-Worten (die durch die Partei neu erschaffene, limitierte Sprache) hat mich dabei im Leserhythmus oft unterbrochen.

In Anbetracht der heutigen Umstände erscheint die düstere Zukunftsvision Orwells nicht mehr weit hergeholt. Durch den Gebrauch von Smartphones, Social Media, Kreditkarten etc. ist zumindest die Möglichkeit der ständigen Überwachung Tatsache, die öffentliche Meinung wird durch die Medien beeinflusst und auch heute gibt es Überzeugungen und Ansichten, die man kaum in der Öffentlichkeit auszusprechend wagt.

„1984“ war für viele Autoren eine Inspiration. Verschiedene Szenen kannte ich bereits so ähnlich aus anderen Werken der Literatur, Film oder Fernsehen. Wer das Buch noch nicht kennt, soll aber gewarnt sein: die Handlung ist recht mager, im Grunde kaum vorhanden, und das Buch ist schwer zu verdauen. George Orwell will hier zum Nachdenken anregen und nicht unterhalten, und das ist es auch, was dieses Buch ausmacht. Ausserdem hatte der Autor offenbar ziemlich etwas gegen Frauen, was Mitte der 40er, als das Buch geschrieben wurde, noch durchaus zum guten Ton gehörte. Jedenfalls sind die in „1984“ beschriebenen Figuren in erster Linie Männer, die wenigen Frauen, die in der Geschichte vorkommen, werden ausschliesslich auf ihre Tauglichkeit als Sex-Objekt betrachtet. Einen eigenen Willen oder gar eigene Ideen scheint keine zu haben. Dennoch hat mich das Buch sehr berührt und nachdenklich gemacht – womit es seinen Zweck erreicht hat.

Mein Fazit

Erschreckend – vor allem erschreckend realistisch. Zu Recht ein Klassiker, der auch mehrmals gelesen werden kann.





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 43, ein Buch mit einer Zahl im Titel.

Task-Challenge

Aufgabe 2, Lies ein Buch, dessen Titel oder Cover mindestens eine Zahl enthält.

Dienstag, 14. Juni 2016

Der Kruzifix-Killer


Bildquelle

von Chris Carter
übersetzt durch Maja Rößner
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.01.2009
  • Aktuelle Ausgabe : 10.06.2009
  • Verlag : Ullstein Taschenbuch Verlag
  • ISBN: 9783548281094
  • Flexibler Einband 480 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Der Kruzifix-Killer
Der Vollstrecker
Der Knochenbrecher
Der Totenkünstler
Der Totschläger
Die stille Bestie


Inhalt

Er kennt keine Gnade. Er tötet grausam.
Und er ist teuflisch intelligent.
Los Angeles: Die Leiche einer wunderschönen Frau wird gefunden, zu Tode gequält und bestialisch verstümmelt. Keinerlei Spuren. Bis auf ein in den Nacken geritztes Kreuz, ein Teufelsmal: das Erkennungszeichen eines hingerichteten Serienmörders. Detective und Profiler Robert Hunter wird schnell klar, dass der Kruzifix-Killer lebt. Er mordet auf spektakuläre Weise weiter. Und er ist Hunter immer einen Schritt voraus - denn er kennt ihn gut. Zu gut.
(Quelle: Ullstein)


Meine Meinung

In Los Angeles wird eine Leiche gefunden, bei der alles auf den Serientäter "Kruzifix-Killer" zeigt. Doch dieser wurde bereits vor einiger Zeit gefasst, verurteilt und hingerichtet. Wurde damals ein Unschuldiger verurteilt? Detective Robert Hunter und sein neuer Partner Carlos Garcia verfolgen die spärlichen Spuren...

Zu Beginn ist die Geschichte recht verwirrend, was insbesondere daran liegt, dass der Autor Chris Carter chronologisch hin und her springt, weit in der Geschichte beginnt, fast zum Anfang hüpft, dann noch etwas weiter zurück und wieder etwas nach vorne. Sobald die Geschehnisse jedoch so richtig in Gang geraten sind, wird die Handlung chronologisch erzählt und ihr kann gut gefolgt werden.

Chris Carter legt grossen Wert auf die genaue (optische) Beschreibung seiner Figuren. Bei jeder Einführung einer neuen Figur erfolgt eine genaue Beschreibung von Körpergrösse, Haar- und Augenfarbe, besonderen körperlichen Merkmalen etc. Wenn er seine Mitmenschen auch so genau beschreiben kann, wäre der Autor wohl ein prima Zeuge. Im Gegensatz zur präzisen optischen Beschreibung werden die Figuren charakterlich jedoch eher eigenschaftslos dargestellt und bleiben blass und klischeehaft.

Der Schreibstil von Chris Carter ist unkompliziert (böse Stimmen könnten es auch "einfach gehalten" nennen) und liest sich flüssig. Die Perspektive wechselt in beinahe jedem Kapitel, mal wird die Geschichte aus der Sicht einer der Ermittler erzählt, mal aus der eines der Opfer oder eines weiteren Beteiligten. Dabei wird aber immer klar, wer hier gerade die Szene dominiert, sodass keine Verwirrung entsteht. Der Protagonist Robert Hunter konnte mich allerdings nicht komplett überzeugen. Hochintelligentes Wunderkind, sportlich, attraktiv und trotz ungesundem Lebenswandel topfit - einfach zu perfekt erschien er mir. Einige kleine "Fehler" hätte den Charakter glaubwürdiger erscheinen lassen.

Die Handlung ist spannend aufgebaut, allerdings wissen die Ermittler teilweise mehr, als dem Leser mitgeteilt wird. So versucht der Autor wohl, das Miträtseln zu erschweren, wobei jedoch leider der Klappentext zu viel offenbart (was dem Autor aber nicht angelastet werden kann). Einige Einzelheiten werden zudem überaus unrealistisch dargestellt (Stichwort Todesstrafe: zwischen Verhaftung und Vollstreckung des Todesurteils des vermeintlichen "Kruzifix-Killers" sollen weniger als eineinhalb Jahre vergangen sein? In China vielleicht, aber nicht in den USA...) „Der Kruzifix-Killer“ enthält einige ziemlich unappetitliche Szenen, mit Blut und Innereien geizt der Autor nicht. Das Buch ist also nichts für sensible Leser. 

Wer wie ich gerne blutige Thriller mag, ist mit Chris Carter gut bedient. Da "Der Kruzifix-Killer" der erste Thriller um Detective Robert Hunter ist, eignet er sich ideal, um in die Reihe einzusteigen. Hohe Literatur oder ein aussergewöhnliches Werk darf allerdings nicht erwartet werden, das Buch erschien mir eher als durchaus spannende und unterhaltsame Massenware. 

Mein Fazit
Spannend und ziemlich brutal, jedoch nicht aussergewöhnlich.





Task-Challenge
Aufgabe 3, Lies ein Buch, das das Debüt des jeweiligen Autors war.

Samstag, 11. Juni 2016

Milten & Percy 2 - Der Tod des Florian C. Booktian


Bildquelle

von Florian C. Booktian
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 09.05.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 09.05.2016
  • Verlag : CreateSpace Independent Publishing Platform
  • ISBN: B01FGI5MX0
  • E-Buch Text: 382 Seiten


 Der Autor Florian C. Booktian hat mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Bücher der Reihe:
Das Schloss der Skelette
Der Tod des Florian C. Booktian


Inhalt


Für die Detectives Milten und Percy sollte es ein Routineeinsatz sein: Verhindert den Diebstahl der neuen Booktian-Bücher. Doch es kommt zu einer Schießerei, bei der eine Frau getötet wird. Am nächsten Tag taucht eine grotesk entstellte Leiche auf, die mehr Fragen beantwortet, als sie aufwirft. Als die beiden endlich auf Booktian persönlich treffen, stirbt der berühmte Autor und alle Anzeichen deuten auf die Frau, die Milten kurz zuvor erschossen hat. Aber wie ist so etwas überhaupt möglich? Wer steckt hinter dem Tod des berühmten Autors und warum musste er sterben?
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


Bei einem vermeintlichen Routineeinsatz erschiesst der Polizist Milten eine der Täterinnen. Kurz darauf ist jedoch ihre Leiche verschwunden und bei einer Einladung des berühmten Autors Florian C. Booktian gibt es mehrere Tote. Milten und sein Partner Percy suchen nach Zusammenhängen zwischen den Ereignissen.

„Der Tod des Florian C. Booktian“ ist der zweite Band um die beiden Polizisten Milten und Percy. Vorkenntnisse sind zum Verständnis nicht zwingend nötig, aber durchaus empfehlenswert, da dem Leser sonst einiges unverständlich vorkommen könnte. So ist Percy beispielsweise kein Mensch, sondern ein sprechendes Erdmännchen. Im ersten Band der Reihe, „Das Schloss der Skelette“, wird die Welt, in der die Bücher spielen, genauer beschrieben.

Die Geschichte wird aus der Beobachterperspektive erzählt und begleitet verschiedene Figuren abwechslungsweise. Der Schwerpunkt liegt hier weniger auf den Ermittlern, sondern mehr auf der Täterin und ihrer Geschichte. Das Buch lässt sich flüssig lesen und ist wie auch schon sein Vorgänger gespickt mit Humor, auch wenn es durchaus seine düsteren Seiten hat. Wer also eine durchgehend ernsthafte und realistische Geschichte sucht, ist hier fehl am Platz.

Während ich beim ersten Band noch bemängelt hatte, dass der Krimi-Aspekt etwas gar kurz gekommen sei, kam ich in dieser Hinsicht bei „Der Tod des Florian C. Booktian“ voll auf meine Kosten. Während die Geschichte natürlich immer noch in einer Fantasywelt mit teilweise nicht-menschlichen Figuren spielt, handelt es sich doch grösstenteils um einen Kriminalroman, auch wenn Ermittlungen nur bedingt stattfinden und die Lösung des Falles mehr auf Zufall als auf Können basiert. Dennoch steht der Fall, respektive die Hintergründe des Falls, eindeutig im Fokus.

„Der Tod des Florian C. Booktian“ hat mich sehr gut unterhalten, wobei ich natürlich in Anbetracht des Titels natürlich besonders gespannt war, wie der Autor seinen eigenen Tod beschreiben könnte. Wer skurrilen Humor mag und über sprechende Erdmännchen nicht die Stirn runzelt, dem empfehle ich die Buchreihe um die beiden Detectives Milten und Percy gerne weiter. Anders als den ersten Band der Reihe sehe ich diesen aber als weniger geeignet für Kinder, da er auch Themen anspricht, die (kleinere) Kinder wohl zu sehr belasten würden.

Mein Fazit

Fantasy-Krimi voller Humor, aber auch mit ernsthaften Seiten. 






Rezensionsexemplar


    Donnerstag, 9. Juni 2016

    Leuchtturmmord


    Bildquelle

    von Katharina Peters

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 14.03.2016
    • Aktuelle Ausgabe : 14.03.2016
    • Verlag : Aufbau TB
    • ISBN: 9783746632063
    • Flexibler Einband 323 Seiten
    • Sprache: Deutsch 

    Der Aufbau Verlag hat mir das eBook über eine Lovelybooks-Verlosung bedingungslos geschenkt, vielen Dank dafür!


    Leseprobe
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    Bücher der Reihe:
    Hafenmord
    Dünenmord
    Klippenmord
    Bernsteinmord
    Leuchtturmmord


    Inhalt


    An der Südspitze des Insel Zudar wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. Romy Beccare geht dieser Fall besonders nahe. Die junge Frau ist erst achtundzwanzig Jahr alt und Mutter von zwei kleinen Kindern. Die Spurenlage am Tatort ist schwierig, doch einer gerät sofort in Verdacht: der Ehemann, der als aufbrausend gilt. Dann aber findet Romy heraus, dass dieser Fall viel größer ist. Vier Freunde der Toten sind in den letzten Jahren auf ungeklärte Weise ums Leben gekommen.
    Der neue Bestseller mit der Ermittlerin Romy Beccare.
    (Quelle: Aufbau)


    Meine Meinung


    Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden. Die Ermittlungen gehen in mehrere Richtungen.

    „Leuchtturmmord“ ist bereits der fünfte Krimi um Romy Beccare. Die vier Vorgänger kenne ich nicht, hatte bei der Lektüre aber auch nie das Gefühl, Vorwissen zu benötigen.

    Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt, der Leser begleitet abwechselnd Ermittler, Tatverdächtige und sonstige Beteiligte durch den Fall. Der Fokus liegt dabei auf den Ermittlungen, das Privatleben der Beteiligten spielt nur ganz am Rand eine Rolle.

    Der Schreibstil der Autorin Katharina Peters liest sich angenehm flüssig. Der Fall ist interessant gestaltet, wirkt aber durch die Komplexität auch etwas langatmig. Einige Handlungsstränge weniger hätten den Fall zwar einfacher, aber wohl auch etwas weniger verwirrend und darum packender gemacht.  Leider konnten ich weder der Fall selbst, noch die Ermittler oder sonstigen Beteiligten emotional berühren. Die Ermittler erschienen mit durchgehend recht eigenschaftslos, ich könnte sie nach der Lektüre nicht beschreiben, da mir über keinen etwas Nennenswertes aufgefallen oder im Gedächtnis geblieben ist. Durch die blassen Figuren fiel es mir auch schwer, sie während der Lektüre auseinanderzuhalten. Dass der Fall der Ermittlerin Romy besonders nahegeht, wie im Klappentext beschrieben wird, ist nicht wirklich zu merken. Positiv anmerken möchte ich hingegen die Ostsee-Stimmung, die die Autorin gut rüberbringt und den Leser mental ans Meer transportiert.

    Mein Fazit

    Interessanter, komplexer Fall, der mich aber trotzdem nicht packen konnte. 





    Task-Challenge

    Aufgabe 1, Lies ein Buch, dessen Ersterscheinung maximal 1 Jahre her ist.

    Verlagsgeschenk/Verlosungsewinn

     

    Dienstag, 7. Juni 2016

    Fast perfekt ist gut genug


    Bildquelle

    von Kristan Higgins
    übersetzt durch Katja Henkel

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 10.03.2016
    • Aktuelle Ausgabe : 10.03.2016
    • Verlag : MIRA Taschenbuch
    • ISBN: 9783956492877
    • Flexibler Einband 304 Seiten
    • Sprache: Deutsch 

    Der MIRA Taschenbuch Verlag und Blogg dein Buch haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!

    www.bloggdeinbuch.de



    Leseprobe
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    Inhalt


    Alle um sie herum scheinen das Bilderbuch-Familienglück zu haben – nur Brautmodendesignerin Jenny nicht. Also kehrt Jenny Manhattan den Rücken und in ihre Heimatstadt zurück. Vielleicht färbt das perfekte Familienleben ihrer Schwester auf sie ab, vielleicht findet Jenny eine neue Liebe? Ein Sommer voller Geheimnisse und Lügen, der Versuchungen und Offenbarungen liegt vor den Schwestern – aber auch ein Sommer des wahren Lebensglücks.
    (Quelle: MIRA)


    Meine Meinung


    Nach ihrer Scheidung zieht Jenny zurück in ihre Heimatstadt, wo auch ihre Schwester wohnt. Doch auch deren Leben ist nicht so perfekt, wie Jenny zunächst dachte, und beide Schwestern müssten sich überlegen, wie und mit wem sie ihre Zukunft sehen.

    „Fast perfekt ist gut genug“ besteht aus zwei Handlungssträngen, die eng miteinander verwoben sind. Sie werden jeweils aus der Ich-Perspektive in der Gegenwart durch die beiden Protagonistinnen Jenny und Rachel erzählt, immer kapitelweise abwechselnd. Die beiden sind Schwestern und haben ein sehr enges Verhältnis zueinander, weshalb sich die Handlungsstränge auch oft sehr nahe kommen. Die beiden Protagonistinnen waren mir durchaus sympathisch, auch wenn beide einige Angewohnheiten haben, die mich etwas auf die Palme brachten. So geht Rachel etwas gar naiv an die Welt heran, während Jenny sich bei jedem halbwegs attraktiven Mann, den sie erblickt, schon vor dem ersten Wortwechsel die Hochzeit und die zukünftigen Kinder vorstellt.

    Obschon die Protagonistinnen bereits Mitte bis Ende 30 sind, wird der Roman in meinen Augen auch jüngere Leserinnen ansprechen können. Die eine Protagonistin ist Single, die andere zwar verheiratet und Mutter, aber mit noch recht jungen Kindern. Daher wird es auch für jüngere Leserinnen kein Problem sein, sich in sie hineinzufühlen (bei älteren Leserinnen ist das ja meist ohnehin kein Problem). Der Roman dreht sich um das Alltags- und Liebesleben der Protagonistinnen, jedoch ausschliesslich auf der emotionalen Ebene, Erotikszenen enthält das Buch keine (auch wenn natürlich erwähnt wird, wenn jemand Sex hat, wie im Kloster geht es dann doch nicht zu).

    Der Schreibstil der Autorin Kristan Higgins liest sich angenehm flüssig. Die Handlung ist interessant aufgebaut, jedoch auch ziemlich vorhersehbar, insbesondere, da es bei dieser Sorte Buch so gut wie immer zu einem Happy End kommt. Die Anzahl Personen bleibt überschaubar, sodass ich nie überlegen musste, von wem nun die Rede war. Wer für den Urlaub oder ein regnerisches Wochenende ein Buch sucht, das sich ohne grosse Anstrengung „weglesen“ lässt und zwischendurch auch mal zu Tränen rührt, ist mit „Fast perfekt ist gut genug“ gut bedient.

    Ich habe zuvor kein anderes Buch der Autorin Kristan Higgins gelesen und kann daher keine Vergleiche ziehen. In anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass die Autorin sonst deutlich humorvoller schreibe und einige Leser dadurch von „Fast perfekt ist gut genug“ enttäuscht sind. Mangels Vergleichsmöglichkeiten kann ich das nicht beurteilen, aber das Buch ist wirklich eher ernsthaft, zumindest der Handlungsstrang um Rachel, auch wenn der Humor nicht ganz vergessen geht, der sich insbesondere auf Jenny konzentriert. Wer eine romantische Komödie sucht, bei der er/sie sich während der gesamten Lektüre rundherum wohlfühlen kann, wird mit diesem Roman wohl nicht glücklich.

    Mein Fazit

    Eher ernst, doch auch unterhaltsam, aber ziemlich vorhersehbar.





    Rezensionsexemplar

    Samstag, 4. Juni 2016

    Bar Code Tattoo


    Bildquelle

    von Suzanne Weyn
    übersetzt durch Ulla Höfker

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 15.06.2006
    • Aktuelle Ausgabe : 08.10.2008
    • Verlag : Fischer Taschenbuch
    • ISBN: 9783596807765
    • Flexibler Einband 228 Seiten
    • Sprache: Deutsch 


    Das Buch ist vergriffen und nur noch gebraucht (oder in der englischen Ausgabe) erhältlich.


    Bücher der Reihe:
    Bar Code Tattoo
    Bar Code Rebellion
    Bar Code Prophecy

    Inhalt


    Im Jahr 2025 tragen immer mehr Menschen ein praktisches Strichcode-Tattoo auf der Hand, das Versicherungs- und Kreditkarten ersetzt. Aber ist es wirklich nur ein vereinfachtes Zahlungsmittel? Kayla bezweifelt das. Seit ihr Vater das Tattoo hat, ist er immer depressiver geworden. Sie schließt sich »Decode« an, einer Gruppe von Tattoo-Gegnern, und erfährt Schreckliches: Die Tattoos enthalten weit mehr als behauptet – den vollständigen Gen-Code jedes einzelnen!
    (Quelle: Amazon)


    Meine Meinung


    In der mittlerweile ziemlich nahen Zukunft tragen beinahe alle Menschen ein Tattoo in Form eines Strichcodes, der Ausweis, Kreditkarte und noch vieles mehr in sich vereint. Nur wenigen ist dieses Tattoo unheimlich, zu den Skeptikern gehört auch die Jugendliche Kayla.

    USA im Jahr 2025. Bargeld wurde abgeschafft, sämtliche Lebensmittel werden durch ein einzelnes Unternehmen produziert und genau dieses fördert nun die Verbreitung der eintätowierten Strichcodes, um jeden Bürger auf Anhieb identifizieren zu können (was in dessen Akten sonst noch über ihn steht, erfährt er nicht). Nachdem der „gläserne Bürger“ immer aktueller wird, passt „Bar Code Tattoo“, das nur noch neun Jahre in unserer Zukunft spielt, perfekt in die Entwicklung rein. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Kayla erzählt, die den Strichcodes zunächst nur etwas skeptisch gegenübersteht, im Laufe der Zeit aber richtig Angst davor kriegt.

    Das Thema ist wie gesagt sehr aktuell, und auch die im Buch erwähnten Argumente der Befürworter („ein Ausweis wird ja ohnehin ständig vergessen oder gestohlen“, „wer ehrlich ist hat ja nichts zu verstecken“) kommen mir erschreckend bekannt vor. Diese realistische und darum umso packendere Zukunftsvorstellung prägt die Stimmung im Buch; dementsprechend düster liest es sich. Dennoch kam mir das Buch stellenweise etwas überladen vor, die Autorin konzentriert sich nicht nur auf den „gläsernen Menschen“, sondern flicht auch die genetische Manipulation (inklusive Klonen) des „perfekten Menschen“ sowie die Euthanasie von „nicht lebenswertem Leben“ in die Geschichte ein, was die Geschichte ein meinen Augen dann doch ziemlich ins Reich der Fantasy abgleiten liess (ich erachte es als durchaus realistisch, dass auf durch Genmanipulationen „verbesserte“ Menschen hingearbeitet wird. Dass man in naher Zukunft jedoch nicht perfekte Babies nach der Geburt noch im Krankenhaus ohne Wissen oder gar Zustimmung der Eltern tötet, kann ich mir nicht vorstellen).

    Der Schreibstil der Autorin Suzanne Weyn lässt sich flüssig lesen, sodass ich für die kurze, nur gut 200 Seiten umfassende Geschichte nur wenig Zeit benötigte. Der grösste Teil des Buches umfasst die Beschreibung der Welt, in der die Geschichte spielt, sodass für die eigentliche Handlung sowie für die Figuren nicht mehr Platz blieb. So erfährt der Leser nur wenig über die handelnden Charaktere, sodass sie ziemlich konturlos und blass bleiben.

    „Bar Code Tattoo“ ist der erste Band einer Trilogie, jedoch wurden die beiden Nachfolger nicht auf Deutsch übersetzt. Da mich die Welt, in der die Reihe spielt, sehr packte, der recht offene Schluss aber ziemlich unbefriedigt zurückliess, werde ich mir die Nachfolger wohl noch im englischen Original besorgen, um die Geschichte zu einem Abschluss zu bringen. Wer sich für die Geschichte interessiert und genügend Englisch spricht, steigt wohl besser auch bei diesem Band direkt im Original ein.

    Mein Fazit

    Düster und stellenweise erschreckend realistisch – leider mit einem offenen Schluss ohne deutsche Fortsetzung.







    Donnerstag, 2. Juni 2016

    Monats-Rückblick Mai





    Bücher gelesen:             9 (davon 5 eBooks)
    Hörbücher gehört:         3
    Seiten gelesen: ca.   2800
    Seiten pro Tag: ca.       90


    Top des Monats

    Wenn das offene Ende nicht wäre, hätte "Bar Code Tattoo" von Suzanne Weyn (Rezi folgt) die Höchstwertung erreichen können.

    Flop des Monats

    "Das Vermächtnis der Meister" von Thomas Schubert fand ich ziemlich zäh, und die vielen Fehler haben mich recht gestört.

    Neuzugänge

    Im Mai sind wieder einige neue Bücher eingezogen. Stehend links Reziexemplare, liegend gekaufte, stehend rechts ein Geschenk vom Cross Cult Verlag. Auch eBooks und ein Audible-Hörbuch wurden aufgestockt.





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