Samstag, 7. Februar 2015

Schöne neue Welt / Brave New World



Bildquelle


von Aldous Huxley

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.02.1953
  • Aktuelle Ausgabe : 26.09.2013
  • Verlag : FISCHER Taschenbuch
  • ISBN: 9783596950157
  • Fester Einband: 280 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Ich habe nicht die angegebene Ausgabe gelesen, sondern das eBook im englischen Original


Inhalt


1932 erschien eines der größten utopischen Bücher des 20. Jahrhunderts: ein heimtückisch verführerischer Aufriss unserer Zukunft, in der das Glück verabreicht wird wie eine Droge. Sex und Konsum fegen alle Bedenken hinweg und Reproduktionsfabriken haben das Fortpflanzungsproblem gelöst. Es ist die beste aller Welten – bis einer hinter die Kulissen schaut und einen Abgrund aus Arroganz und Bosheit entdeckt.
 (Quelle: Fischerverlage)


Mein Fazit



Oh schöne neue Welt, in der alle glücklich sind.
Oh schöne neue Welt, in der jeder seinen Platz hat und sich dort wohl fühlt.
Oh schöne neue Welt, in der es weder Hunger noch Krankheit gibt.

Oh schöne neue Welt, in der Denken verpönt ist.
Oh schöne neue Welt, in der es keinen Hass, aber auch keine Liebe gibt.
Oh schöne neue Welt, in der Individualität unerwünscht ist.

Aldous Huxley hat in „Schöne neue Welt“ eine Zukunftsvision erschaffen, bei der unklar bleibt, ob man sie als erstrebenswert empfinden soll. Utopie oder Dystopie? Das Erschreckende dabei ist der Vergleich zur heutigen Zeit: im Buch herrscht striktes Kastendenken, sogar äusserlich werden die verschiedenen Stufen durch unterschiedliche Farben getrennt. Auch in unserer Gesellschaft ist solches Denken durchaus verbreitet: Akademiker schauen auf das Personal an der Supermarktkasse hinab, die Bauarbeiter schimpfen hingegen über die „Studierten“, und die Politiker sind sowieso bei allen verhasst. Auch die herrschende Angst vor dem Altern, das mit Sport, Kosmetik und Schönheitsoperationen bekämpft wird, treibt Huxley in seinem Roman auf die Spitze. Dort werden die Leute bis rund 60 künstlich jung gehalten und dann zum Sterben in eine Klinik verfrachtet, wo sie nie jemand besucht. Aus den Augen, aus dem Sinn. Konsum wird im Buch hochgelobt, wieso flicken, was auch neu gekauft werden kann. Die selbe Entwicklung ist auch bei uns zu beobachten.

Den Gegenpol setzt Huxley mit John, „dem Wilden“ (der über weite Teile des Romans tatsächlich nut so bezeichnet wird), der in einem Reservat ausserhalb der Gesellschaft aufgewachsen ist und erst als junger Erwachsener zum ersten Mal Kontakt mit der „Zivilisation“ erhält. Leider ist John die einzige Figur, bei der Huxley auch etwas am Charakter gefeilt hat, die anderen Figuren bleiben das ganze Buch hinweg eher blass, selbst der eigentliche Protagonist Bernard Marx.

Für die mangelnde Charakterentwicklung gebe ich einen Punkt Abzug. Ansonsten finde ich „Schöne neue Welt“ ein wirklich tolles Buch, das über 80 Jahre nach seinem Erscheinen nichts von seiner Aktualität verloren hat.





Daggis Buch-Challenge

"Schöne neue Welt" wurd mehrfach als TV-Adaption verfilmt. Damit ist auch die Aufgabe 32 erfüllt, ein Buch, das verfilmt wurde.


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