Montag, 16. Juli 2018

[Hörbuch] Todesengel


Bildquelle

von Andreas Eschbach
gelesen von Matthias Koeberlin



  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 12.12.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 12.12.2014
  • Verlag : Lübbe Audio
  • ISBN: 9783838772240
  • Mp3-Download: 16h 26
  • Sprache: Deutsch


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Inhalt


Was, wenn der Staat seine Bürger nicht mehr schützen kann? Muss es dann nicht jemand anderes tun?
Erich Sassbeck ist zur falschen Zeit am falschen Ort und gerät in eine brutale Schlägerei. Doch am Ende ist er es, der überlebt, während seine Angreifer tot sind – erschossen von unbekannter Hand. Sassbeck glaubt, dass ihn ein Wunder gerettet hat. Die Polizei dagegen fragt sich, ob nicht er geschossen hat. In Notwehr. Oder schlimmer: in Selbstjustiz. Der Journalist Ingo Praise findet bald Beweise, dass Sassbecks Geschichte stimmt. Ein Unbekannter streift durch die Stadt und beschützt Unschuldige. Praise macht den »Racheengel« zum Star – und löst damit eine Katastrophe aus ...
(Quelle: Lübbe)


Meine Meinung


In den Strassen Berlins wird immer mehr Gewalt angewendet, bis eines Tages jemand zurückschlägt. Als ein alter Mann verprügelt wird, fallen die Angreifer plötzlich tot um, erschossen. Hat der pensionierte DDR-Grenzwächter die Jugendlichen erschossen, oder war es doch der geheimnisvolle Racheengel, von dem der Senior bei den polizeilichen Befragungen erzählt? Nicht nur die Behörden, auch die Presse macht sich auf die Suche nach den Hintergründen der Tat.

Die Geschichte wird in der dritten Person in der Vergangenheit aus ständig wechselnder Perspektive erzählt. Vor allem zu Beginn hatte ich grosse Schwierigkeiten, die vielen Figuren auseinanderzuhalten, was sich bei den meisten im Laufe der Zeit besserte, als ich ein besseres Bild von ihnen bekam. Aber manche werden so selten erwähnt, dass ich jedes Mal wieder stutzig wurde, wenn sie doch wieder auftauchten, und mir erst wieder in Erinnerung rufen musste, wer sie waren. Als Protagonisten haben sich mit der Zeit der Journalist Ingo Praise, der Polizist Justus Ambick und die Übersetzerin Viktoria Timm herausgestellt. Ingo ist zu Beginn des Buchs ziemlich erfolglos, hangelt sich von Auftrag zu Auftrag und kann davon mehr schlecht als recht leben. Als er als erstes die Geschichte des Racheengels aufgreift, wird er plötzlich zum Medienstar. Ambick, der im Gegensatz zu den meisten Figuren meist nur mit Nachnamen erwähnt wird, versucht den Racheengel zu finden, scheint aber dessen Motivation im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen im Grunde nachvollziehen zu können. Viktoria schlussendlich hat vor langer Zeit traumatisches erlebt, weshalb sie heute nicht mehr aus dem Haus geht. Alle drei sind interessante, vielschichtige Charaktere, die ich gerne auf ihrem Weg begleitet habe.

Die Handlung ist auf mehrere Stränge aufgeteilt, die sich erst im Laufe der Zeit zu einem einzigen vermengen. Durch die vielen Szenenwechsel hatte ich besonders zu Beginn etwas Mühe, der Geschichte folgen zu können, mit der Zeit, vor allem als langsam klar wurde, wie die einzelnen Figuren und Details miteinander verbunden sind, konnte ich dann besser folgen. Während ich die Hauptfrage, nämlich die nach der Identität des Racheengels, durchaus interessant fand (der Leser erfährt hier die Wahrheit übrigens deutlich früher als die Polizei), machten mich viele andere Aspekte eigentlich neugieriger. Wie gehen die Behörden mit der steigenden Gewalt um, wie gehen die Opfer mit der Tat um, wird Viktoria ein neues Leben anfangen können? Obschon die Frage nach der Person hinter dem Racheengel für mich nicht so wichtig war, so liess doch die Spannung stark nach, sobald dieser enttarnt war. Was mir weniger gut gefallen hat, ist die Einseitigkeit. Der Autor Andreas Eschbach lässt zum Thema "Selbstjustiz" alle Pro-Argumente von sympathischen Figuren anbringen, während er die Gegenargumente den arroganten wichtigtuerischen Unsympathen zuschiebt. Fast so, als solle sich der Leser nur keine eigenen Gedanken zu dem Thema machen… Zudem erschien mir der Thriller insgesamt doch zu lang, viele Szenen wiederholen sich, da hätte etwas Straffung nicht geschadet.

Das Hörbuch wird von Matthias Koeberlin gelesen, den ich bereits als Sprecher anderer Bücher von Andreas Eschbach, wie beispielsweise "Das Jesus-Video" kannte. Er macht seine Sache gut, allerdings hätte ich mir gewünscht, dass beim Abmischen etwas mehr Pause zwischen zwei Szenen eingefügt wird. So ging es teilweise nahtlos an einem anderen Ort in einer anderen Perspektive weiter, ohne dass es zunächst erkennbar war.

Mein Fazit

Enorm spannender Anfang, leider lässt die Geschichte gegen Ende stark nach.






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