Samstag, 30. Mai 2015

Die Schanin hat nur schwere Knochen


Bildquelle

von Sophie Seeberg

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 04.05.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 04.05.2015
  • Verlag : Droemer/Knaur
  • ISBN: 9783426787649
  • Flexibler Einband: 240 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Inhalt


Absurde Geschichten aus dem echten Leben: Sandy erwartet ein Kind vom Ex-Freund ihrer Mutter, der der Vater ihres kleinen Bruders ist. Dass die Mutter auch noch vom Ex-Freund der Tochter schwanger ist, macht das Ganze nicht einfacher für Familienpsychologin Sophie Seeberg. Als Gerichtsgutachterin erlebt sie tragische, aber auch skurrile Momente. Wenn beispielsweise eine Mutter erklärt, dass ihre Schanin „nur schwere Knochen“ habe, während diese in kurzer Zeit mehrere Tafeln Schokolade verdrückt. Seeberg erzählt auch in ihrem zweiten Buch einfühlsam aus ihrem Berufsleben und bewahrt sich ihren besonderen Sinn für Humor.
(Quelle: Droemer/Knaur)


Mein Fazit


Nachdem ich bereits den ersten Band "Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey!" so toll fand, musste ich mir natürlich auch den Nachfolger holen.

In „Die Schanin hat nur schwere Knochen“ schildert die Gerichtsgutachterin und Psychologin (neben einigen Seminaren oder Tagungen) in erster Linie Fälle, bei denen sie als Gutachterin beauftragt wurde, die Familiensituation zu analysieren und dem Gericht das weitere Vorgehen nahezulegen. Wie auch schon im Vorgänger „Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey“ hat sie sich dabei eine gute Mischung aus lustigen aber auch bedrückenden Fällen ausgesucht. Von der Titelgebenden Schanin, die zwar in wenigen Minuten eine Tafel Schokolade verdrückt, dabei aber nach Ansicht ihrer Mutter nicht dick, sondern nur schwerknochig ist, über die im Wohnzimmer campende Familie (inklusive Vorzelt und Campingkocher) bis zum psychopathischen Vater ist alles dabei.

Gleich zu Beginn möchte ich festhalten, dass sich „Die Schanin hat nur schwere Knochen“ trotz des Titels und des Covers nicht über bildungsferne Hartz4-Empfänger lustig macht. Wer eine solche Lektüre sucht, muss sich anderweitig umsehen. Natürlich gibt es auch im neusten Buch der Autorin Sophie Seeberg wieder einiges zu Lachen, aber eigentlich nur in Szenen, in denen die entsprechenden Familien ansonsten als sehr sympathisch dargestellt werden. Die Autorin schafft es so auf eine sehr herzliche Art, dass der Leser mit den betroffenen Familien lacht, und nicht über sie. Während der Lektüre habe ich nicht nur gelacht, sondern auch mehr als nur einmal geweint, denn auch sehr traurige Schicksale werden geschildert, auch wenn jeder der von Sophie Seeberg für das Buch ausgesuchten Fälle auf die eine oder andere Art ein Happy End hat (wie auch schon im ersten Band).

Wie auch schon im ersten Band hat mich auch hier beeindruckt, dass die Autorin den zu begutachtenden Familien auf Augenhöhe und mit viel Respekt zu begegnen versucht. Nie hatte ich das Gefühl, dass sie sich für etwas Besseres hält, und immer ist ihr das Wohlergehen der Familie (und insbesondere der Kinder) wichtiger, als selber gut da zu stehen. Ich kann für jede Familie, die begutachtet werden muss, nur hoffen, dass eine Sophie Seeberg (die natürlich zum Schutze der im Buch geschilderten Familien unter einen Pseudonym schreibt, ebenso sind alle im Buch erwähnten Namen Pseudonyme) ihr Gutachten schreibt.

Wer beim Lesen gerne lacht, weint oder den Kopf schüttelt, der ist mit dem neusten Werk von Sophie Seeberg gut beraten. Es ist für das Verständnis nicht notwendig, den Vorgänger zu kennen, da ich ihn aber ebenso toll fand wie das hier besprochene Buch, empfehle ich ihn gleich noch mal. Ich kann hier nur eine volle Punktzahl vergeben und hoffen, dass meine gute Bewertung dazu beiträgt, Sophie Seeberg auch weiterhin schreiben zu lassen.






Daggis Buch-Challenge


Aufgabe Nr. 19, ein Buch aus dem Verlag Droemer Knaur, ist hiermit auch erfüllt.

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